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Über dieses Buch

Mit YouTube hat sich im Internet eine Videoplattform etabliert, die einen eigenen subkulturellen Mikrokosmos darstellt und bei einigen, vor allem jüngeren Mediennutzergruppen eine starke Konkurrenz für das klassische Fernsehen darstellt. Neue Darstellungs- und Präsentationsformen, die Dialogisierung des Zuschauerkontakts und kreative Erlös- und Finanzierungsstrukturen haben YouTube zur Chiffre für Onlinevideo überhaupt gemacht. Gefragt wird in dem Sammelband danach, ob auf YouTube auch Äquivalente zur Informations- und Bildungsfunktion des klassischen Journalismus zu finden sind, welche Geschäftsmodelle und Monetarisierungsmöglichkeiten hinter der Produktion von YouTube-Videos stehen und wie die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür aussehen.
Der InhaltYouTube als das neue Fernsehen? ● Empirische Analysen und Interpretationen ● Wirtschaftliche Bedeutung & Finanzierung ● Umsetzung und praktische Folgerungen ● Ausblick: Social Video auf anderen Plattformen
Die HerausgeberHektor Haarkötter, Prof. Dr., lehrt Kommunikationswissenschaft mit Schwerpunkt politische Kommunikation an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Johanna Wergen promoviert im Fach Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HMKW Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft im Fachbereich Journalismus und Kommunikation.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

YouTube als das neue Fernsehen?
Zusammenfassung
Wer als junger Mensch heute etwas auf sich hält, wer in der Altersgruppe der Unter-Zwanzigjährigen auf dem Laufenden sein will und wer in dieser Generation Klatsch und Tratsch der eigenen Idole verfolgen möchte, der liest nicht mehr wie ehedem die „Bravo“, nein, er greift zu „BravoTube“ oder wahlweise „TubeSpecial“ oder auch zur Zeitschrift „New Stars“, die sich ebenfalls vorwiegend mit den Medienvorbildern der Jugendlichen auf der Onlinevideoplattform beschäftigt. Während der alte Kulturbetrieb, der noch von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno als „Kulturindustrie“ gescholten wurde (Horkheimer/Adorno 1987: 144), wieder auf Manufaktur-Maß zurückschrumpft, vor allem was das Musikgeschäft angeht, können die jungen Präsentatorinnen und „Influencer“ mit ihren Kanälen auf YouTube teilweise ein Millionenpublikum generieren.
Hektor Haarkotter, Johanna Wergen

Erratum zu: Perspektiven von Journalismus auf YouTube

Erratum zu:
Kapitel „Perspektiven von Journalismus auf YouTube “ in: H. Haarkötter und J. Wergen (Hrsg.), Das YouTubiversum , https://​doi.​org/​10.​1007/​978-3-658-22846-0_​7
Auf den S.122 bzw. 123 (Tabelle) wurde der letzte Stand der Finanzierung des Crowd-Journalismus Projektes Crowdspondent von Lisa Altmeier und Stefanie Fetz nicht korrekt wiedergegeben. Diese Textstellen wurden nun durch die richtigen Angaben ersetzt.
Michael Frenzel

Empirische Analysen und Interpretationen

Frontmatter

YouTuber als Nachrichtenquelle

Können genuine Onlinevideokanäle über relevante Themen genauso informieren wie die News-Kanäle etablierter Medien? Eine empirische Untersuchung
Zusammenfassung
Auf YouTube werden nicht nur unterhaltende Filme und How to-Anleitungen angeboten, sondern durchaus auch faktenbezogene Inhalte. Damit ist aber noch nicht gesagt, dass solche Videos auch die klassischen Funktionen des Journalismus übernehmen, insbesondere die der politischen oder gesellschaftlichen Partizipation. Eine quantitative Inhaltsanalyse beleuchtet, welche Rolle klassische journalistische Qualitätskriterien (z. B. Recherchetiefe) bei YouTube spielen und inwiefern diese Plattform damit zum Konzept des „partizipativen Journalismus“ beitragen kann. Untersucht wurden 20 im weitesten Sinne nachrichtliche YouTube-Kanäle, und zwar von etablierten Medien (Tagesschau, SZ, Bild etc.) wie auch von genuinen Youtubern (Rayk Anders etc.), insgesamt über 1800 Minuten Bewegtbildmaterial. Kann man sich auf YouTube bereits genauso gut über das Weltgeschehen informieren wie in klassischen Medien? Welches Informationsangebot gibt es auf YouTube? Was geht verloren?
Hektor Haarkötter

Herausforderung Internationaler Diskurs

Welche Nutz- und Wirkweisen von YouTube durchbrechen vorherige Diskursstrukturen?
Zusammenfassung
Der Beitrag beleuchtet die Chancen und Herausforderungen, die YouTube für das vermeintliche Ideal eines internationalen Diskurses, zu dem jeder gleichberechtigt Zugang hat, mit sich bringt. So sind mit dem Aufkommen der Sozialen Medien auch die Ideen eines Austausches zwischen allen Weltbürgern auf Augenhöhe gefüttert worden. Eine weltweite Agora sozusagen, für die es nun die technischen Möglichkeiten gibt. Die enorme Nutzerzahl einer Plattform wie YouTube lädt zu diesem Gedanken ein.
Dieser Beitrag stellt eine Beschreibung des YouTube-Diskurses dar und wirft einen Blick auf aktuelle Nutzungszahlen und Trends im internationalen Kontext. Welche Diskursstrukturen können durch eine Plattform wie YouTube durchbrochen werden und – hierauf liegt der Fokus des Beitrags – wo zeichnet sich ein Fortbestand von Diskursstrukturen ab? Zuletzt wird darauf geschaut, inwiefern es staatliche Bestrebungen gibt, im internationalen Diskurs Einfluss zu nehmen – etwa durch die Arbeit von Auslandssendern.
Johanna Wergen

YouTube in Serie

Serialität als Ordnungs-, Produktionsund Rezeptionsprinzip
Zusammenfassung
YouTube ist nicht mehr nur eine Plattform für user-generierte Inhalte im Sinne einzelner Videos, denn sie werden nicht mehr nur als einzelne Entität produziert und online gestellt. Vielmehr avanciert YouTube zu einer nutzer- aber auch professionell-genutzten und auf Serialität geeichten Plattform. Das eher dem Fernsehen oder Radio immanente Prinzip der Wiederholung in Serie wird auch zum Ordnungsprinzip auf YouTube. Der Beitrag geht anhand von Fallbeispielen darauf ein, wie Fernsehserien YouTube nutzen und es dabei auch ein Prinzip der Serialität gibt. Inwieweit ähneln oder unterscheiden sich Nutzungsgewohnheiten des Fernsehens von denen von YouTube? Entsprechen YouTube-Kanäle den Sehgewohnheiten von Serien-Rezipienten? Der Beitrag wird daher YouTube im Hinblick auf Serialität als strukturierendes Konzept, als Fernsehserien-Ort sowie als entsprechenden Rezeptionsmodus fokussieren.
Christine Piepiorka

„Vollalimentierte Talkshowkonformisten“

Diskursdynamik von Medienkritik in YouTube-Kommentarbereichen
Zusammenfassung
User-generated content ist auf YouTube nicht nur durch die Videos selbst vertreten, auch in den Kommentarbereichen ist die Interaktion der Nutzerinnen dauerhaft einsehbar und wissenschaftlich analysierbar. Der Beitrag nimmt die Kommentare zu Videos von Talkshow-Auftritten von Politiker_innen der rechtspopulistischen AfD in den Blick. Anhand einer breiten Datenbasis wird mit korpus- und diskurslinguistischen Methoden gezeigt, wie sich hier Kritik am politischen Gegner als Medienkritik ausprägt, welche Formulierungs- und Argumentationsmuster sich dabei zeigen und welche diskursive Dynamik medienkritische Äußerung in interaktionalen Sequenzen von Replies und Gegenreplies entfalten.
Simon Meier

Wirtschaftliche Bedeutung und Finanzierung

Frontmatter

Bevorzugtes Verbinden in der YouTube-Ökonomie: eine netzwerktheoretische Annäherung

Zusammenfassung
YouTube muss als ein komplexes Netzwerk aus unterschiedlichen Akteuren und Dynamiken verstanden werden. Welche Einblicke eine solche Perspektive bietet, wird in diesem Artikel anhand unterschiedlicher Beziehungen zwischen YouTuberinnen, Nutzern, Multikanalnetzwerken und den Investitionsaktivitäten in dieser Branche vorgestellt.
Thomas Petzold

Perspektiven von Journalismus auf YouTube

Journalistische Inhalte und die Schwierigkeit ihrer Finanzierung auf Googles Video-Plattform
Zusammenfassung
Journalismus und YouTube – wie passt das zusammen? Die Online-Video-Plattform YouTube startete mit User generated Content und wurde zeitweise als zukünftige Alternative zum Fernsehen gefeiert. Inzwischen wird den Usern von Googles Algorithmus Video-Content vorgeschlagen, der weitgehend von professionellen Produzenten bestimmt ist. Von Medienkritikern wird dieser Content dennoch oft sehr kritisch rezipiert als seichte Kost. Unbeachtet bleibt bei dieser Kritik der etablierten Medien zumeist, dass neben seichter Kost gleichfalls inhaltlich und journalistisch anspruchsvolle Projekte auf YouTube ihre Verbreitung finden. Der Beitrag beschreibt, auf welche ökonomischen Bedingungen journalistische Produktionen im YouTube Ecosystem treffen.
Michael Frenzel

Umsetzung und praktische Folgerungen

Frontmatter

Die Disruption der Sehgewohnheiten

Wie man mit Online-Videos auf YouTube und anderen Plattformen die Zuschauer erreicht
Zusammenfassung
YouTube ist die wichtigste Online-Video-Plattform unserer Zeit. Jugendliche tauschen sich dort über ihre Lebenswelt aus, Influencer geben Beauty- und Lifestyletipps und die Bundeskanzlerin wirbt um junge Wähler. Medienschaffende, die ihre Inhalte auf YouTube vermitteln möchten, sollten aber die Spielregeln der Plattform kennen. Und sich auch mit den Alternativen zu YouTube vertraut machen. Und da gibt es inzwischen eine ganze Menge.
Moritz Meyer

Geld verdienen mit YouTube?

Monetarisierung, Merchandise, Affiliate Links und Sponsoring auf der Video-Sharing-Plattform
Zusammenfassung
In diesem Aufsatz wird die Frage beleuchtet „Dank welcher Mechanismen wird auf YouTube Geld verdient?“, „Kann das jeder?“ und „Ist das wirklich kinderleicht?“ Angefangen von dem Anbieten eines Werbeplatzes neben den eigenen Videos über Sponsorings, Product-Placements und der eigenen Merchandise-Kollektion werden die Verdienst-Möglichkeiten aufgezeigt. Zudem werden Beispiele erfolgreicher YouTuber und anhand deren Einnahmequellen gezeigt.
Hendrik Unger

Juristische Besonderheiten bei YouTube-Produktionen

Ein Überblick zu Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht, Musikrechten, Werbung & Produktplatzierung, Datenschutz, den Impressumspflichten und AGB bei YouTube
Zusammenfassung
Rechtliche Aspekte spielen in allen Stadien der Nutzung von YouTube eine Rolle: Von der Produktion bis zur Veröffentlichung gibt es zahlreiche Dinge zu beachten. Dabei helfen vor allem fundierte Vorkenntnisse und ein abstraktes Grundverständnis der Materie.
Zunächst gilt es, sich mit Fragen des Urheberrechts an dem Video, den Rechten an der Hintergrundmusik oder dem Recht am eigenen Bild der Darsteller auseinanderzusetzen. Je mehr Personen an der Produktion beteiligt sind, desto mehr Nutzungsrechte und Einwilligungen muss man einholen, um später Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden.
Auch bei der inhaltlichen Gestaltung ist man nicht vollkommen frei. Wichtig ist es bei kommerziellen Videos vor allem, das Verbot der Schleichwerbung und der damit verbundenen klaren Pflicht zur Kennzeichnung zu beachten. Auch YouTube selbst sieht klare Regelungen für das Hochladen werblicher Inhalte vor.
Mit diesen und weiteren Fragestellungen werden wir uns in diesem Kapitel ausführlich auseinandersetzen und dem interessierten YouTube-Nutzer so einen kurzen und kompakten Leitfaden an die Hand geben, an dem er sich im Wesentlichen orientieren kann. Für YouTuberinnen wichtig zu wissen ist aber, dass unsere Hinweise in manchen Fällen eine einzelfallgerechte Einschätzung durch einen spezialisierten Rechtsanwalt nicht entbehrlich machen.
Christian Solmecke

Ausblick: Social Video auf anderen Plattformen

Frontmatter

Beyond YouTube

Bewegtbild von Influencern als Social Video auf Instagram und Twitter
Zusammenfassung
Das politische Informationsverhalten der deutschen Bevölkerung hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Bereits jeder Fünfte informierte sich 2017 per soziale Netzwerke über Politik. Damit hat das Internet im Meinungsbildungsgewicht aller Medien erneut zugenommen. Beliebt sind bei den Nutzern bewegte Bilder mit bekannten Persönlichkeiten. Doch was bekommen die Nutzer in diesem Zusammenhang geboten? Die nachfolgende experimentelle Studie untersuchte im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 politische Bewegtbildinhalte auf drei beliebten Plattformen: YouTube, Instagram und Twitter. Damit sollte eine Forschungslücke geschlossen werden: Was an politischen Bewegtbildinhalten auf diesen Plattformen von sogenannten Influencern angeboten wird, war bislang weitgehend unklar. Die Analyse von mehreren Dutzend Subangeboten (Accounts) auf unterschiedlichen Plattformen zeigt, dass die politischen Angebote recht heterogen sind und etablierte Prominente sowie junge Influencer um die Aufmerksamkeit der Nutzer buhlen.
Martin Welker
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