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Über dieses Buch

In dieser Arbeit zum frühen Mutter-Kind- Dialog wird der verschlungene Weg von einem quantitativ ausgerichteten hin zu einem qualitativen Forschungsparadigma geschildert. Senta Lück untersucht zunächst das „Zwischen“ im Dialog, insbesondere die affektiv-emotionale Abstimmung basierend auf den intersubjektiven Fähigkeiten der Kommunikationspartner unter Berücksichtigung der generierten Habitusform innerhalb des sozialen Feldes, theoretisch. Auf diesem Fundament aufbauend analysiert die Autorin sowohl die Mutter-Kind-Ebene als auch die Beobachterinnen-Dyade-Ebene durch eine eigens entwickelte Methode qualitativ. Ziel ist es, den Empfindungen und Emotionen innerhalb des Beobachtungsprozesses analytischen Raum zu geben. Die Schlussfolgerungen widmen sich folglich dem bedeutsamen Spannungsverhältnis vom Umgang mit Emotionen innerhalb der pädagogischen Praxis und Forschung.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Zu Beginn des Projektes „SMILE-Sprach- und Kommunikationsentwicklung in unterschiedlichen Lebenslagen“ der Abteilung Sprach-Pädagogik und -Therapie am Institut für Sonderpädagogik der Leibniz Universität Hannover und mit Aufnahme meines Dissertationsvorhabens stand immer im Vordergrund zu ergründen, was zwischen Mutter und Kind in einem „intimen“ Zwiegespräch stattfindet und wie die Abstimmung zwischen ihnen, im besten Fall ausgewogen, gleich einem Zahnrad, ineinandergreift. Das, was jeder Beobachter in jeder Szene mitfühlen kann, ist das, was mein Interesse geleitet und meinen Forschungsansatz mitbestimmt hat. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass das, was ich beim Beobachten empfand, viel mehr ist als die Summe seiner Teile.
Senta Lück

Kapitel 2. Intersubjektivität als Voraussetzung für Kommunikation und Entwicklung

Zusammenfassung
Die Beziehung zweier Subjekte zueinander wurde von der Philosophie und Soziologie in den vergangenen Jahrzehnten bzw. Jahrhunderten in vielfältiger Hinsicht beschrieben und analysiert. Der Weg führt hin zu einer Perspektive, die das Gegenüber als die maßgebliche Einflussquelle in der Entwicklung des Menschen einordnet. Es gab einen Umbruch von den rein Subjekt-orientierten hin zu intersubjektiv-orientierten Theorien (vgl. Lüdtke, 2015). Wo zunächst die rein subjektiven Denkprozesse im Zentrum standen, wurde zunehmend Sprache mit Handlung verknüpft und darauffolgend die Beziehung zweier Subjekte zueinander in den Vordergrund gestellt.
Senta Lück

Kapitel 3. Die Abstimmung

Zusammenfassung
Wie können wir nun also das „Zwischen“ zwischen Mutter und Kind beschreiben? Was ist das, was wir fühlen, wenn wir Mutter und Kind beobachten? Wann empfinden wir einem anderen Menschen gegenüber das Gefühl, vollkommen verstanden zu sein?
Senta Lück

Kapitel 4. Die Lebenslage, die Kultur der Familie

Zusammenfassung
Im Folgenden wird dargestellt, wie sich die Abstimmung zwischen Mutter und Kind verkörpert. Das heißt, einerseits die Tatsache, dass die Abstimmung zwischen Mutter und Kind von Beginn an mit Kultur durchdrungen ist und andererseits wie sich die Erfahrungen in einer Kultur verfestigen. Dazu wird u. a. die Habitus-Theorie (1987) von Bourdieu genutzt.
Senta Lück

Kapitel 5. Durchführung der Untersuchung „SMILE-Sprach- und Kommunikationsentwicklung in unterschiedlichen Lebenslagen“

Zusammenfassung
Es wurden 24 Familien in ihrem natürlichen Umfeld videografiert bzw. sie videografierten sich selbst. Das Kamerasystem stand sechs Tage in den Räumen der Familie, wobei der erste und letzte Tag dem Auf- bzw. Abbau diente.
Senta Lück

Kapitel 6. Das ursprüngliche methodische Vorgehen

Zusammenfassung
Die Beschreibung des ursprünglichen methodischen Vorgehens ist notwendig, um nachvollziehen zu können, wie die Sequenzen der Mutter-Kind-Dyaden in der nachfolgend von mir in dieser Arbeit entwickelten Methode ausgewählt wurden. Außerdem wird dadurch deutlich, dass das Vorgehen innerhalb der von mir neu entwickelten relationalen Methode von dem somit erhobenen Datenmaterial abhängig ist.
Senta Lück

Kapitel 7. Der Weg zu einer relationalen Methodologie

Zusammenfassung
Wie bereits in der Einleitung beschrieben, entstand diese Forschungsarbeit innerhalb eines Prozesses, der eine substanzielle Veränderung im wissenschaftlichen Denken bzw. in der wissenschaftlichen Herangehensweise beinhaltete. Der Ausgangspunkt war die Erhebung von verschiedenen quantitativen und qualitativen Daten der Familie und der Lebenslage, die in die Analyse einflossen, um eine möglichst umfassende, objektive, unanfechtbare Sicht der Forschenden zu präsentieren und eine Vergleichbarkeit der Familien herzustellen. Dies wurde erreicht, indem das zuvor erwähnte Kodiermanual erstellt wurde, das ermöglichte, die Kommunikation zwischen Mutter und Kind in Narrative zu unterteilen (siehe Kap. 5.1).
Senta Lück

Kapitel 8. Das Forschungsethische Paradoxon und die Reflektion der „relationalen Fallanalyse“

Zusammenfassung
In dieser Untersuchung sollen die beteiligten relationalen Emotionen sowohl auf der dyadischen als auch auf der Dyade-Beobachter-Ebene fokussiert und nutzbar gemacht werden. Daher ist es notwendig die einzelnen Prozesse zu reflektieren, um unter anderem zu erwirken, auch versteckte Emotionen, die den Analysevorgang bzw. die nachfolgende Beratungstätigkeit beeinträchtigen können, aufzuspüren. Dies deckte ein forschungsethisches Paradoxon auf, welches ich nicht vorhersehen konnte. Durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Datenmaterial und der dadurch entstandenen Dynamik innerhalb der Analyse, standen teilweise die negativen Emotionen der Beobachterinnen gegenüber den Müttern im Mittelpunkt. Dies ist ein Produkt des Forschungsprozesses, dass mich, trotz oder wegen des Bedürfnisses der hundertprozentigen Einhaltung der Forschungsethik, vor das Problem stellt, dass ich die Tabuisierung von negativen Emotionen innerhalb der Pädagogik nur auf Kosten der Familien thematisieren kann und das bedeutet, dass ich sie als „Bauernopfer“ missbrauche.
Senta Lück

Kapitel 9. Kritische Betrachtung der Methode

Zusammenfassung
Eine Aufspaltung des Selbst der Pädagogin auf der ersten und zweiten Ebene innerhalb der Methode scheint in Anbetracht der theoretischen Herleitung innerhalb dieser Untersuchung als paradox, da zuvor die Vereinheitlichung von Affekten, Emotionen, Gefühlen, Empfindungen, Kognitionen und den verkörperten Habitusstrukturen fokussiert wurde. Allerdings war diese Vorgehensweise zur qualitativen Untersuchung insofern notwendig, als dass dadurch die Möglichkeit zur Rekonstruktion bestand. Außerdem sollte dem Konflikt der „Objektivität vs. Subjektivität“ innerhalb der Forschungsperspektiven mit einer objektivierten Subjektivität begegnet werden.
Senta Lück

Kapitel 10. Implikationen und Anregungen für die Weiterarbeit in Theorie, Empirie und Praxis

Zusammenfassung
In dieser Forschungsarbeit konnten verschiedene Aspekte hinsichtlich der theoretischen, empirischen und praktischen Weiterarbeit aufgrund des strukturellen Rahmens nicht weiterverfolgt werden. Daher werden im Folgenden diese Aspekte aufgezeigt, um Anregungen zu geben. Eine Trennung der drei Bereiche erscheint aufgrund der eigenen Erfahrungen während des Forschungsprozesses als Beschränkung einer offenen Haltung gegenüber dynamischen Entwicklungen in der Auseinandersetzung mit theoretischen Zugängen, dem Feld und der Praxis.
Senta Lück

Kapitel 11. Umgang mit Emotionen von Pädagoginnen innerhalb der Pädagogik

Zusammenfassung
Bevor ich diese neue Perspektive auf das Forschungsmaterial und somit unsere Familien anwendete, war mir nicht klar, dass sich der Schwerpunkt im Nachhinein auf den Umgang der (negativen) Emotionen der Pädagoginnen verlagern würde. Ich hatte die Vermutung, dass wir auf diese besondere Art und Weise der Analyse Ressourcen der Dyade herausfiltern können, die innerhalb von anderen Analysen nicht sichtbar wären. Dies geschah auch anteilig, jedoch nahm dies nicht den größten Stellenwert in der Entwicklung der Methode ein.
Senta Lück

Kapitel 12. Weiterführende Gedanken

Zusammenfassung
Diese Formulierung scheint für eine wissenschaftliche Arbeit sehr ungewöhnlich, wenn nicht gar unangebracht und despektierlich. Jedoch behaupte ich, dass ein Großteil der Menschen, die im pädagogischen Bereich arbeiten, diese Formulierung schon einmal verwendet haben. Daher ist sie wichtig und angebracht. Sie verkörpert einen Tabubereich. Was bedeutet diese Frage? Pädagoginnen und Pädagogen verwenden diese Formulierung, um ihre Emotionen „rauszulassen“. Es sind ihre wahren Gedanken und Gefühle über ihre Kolleginnen, Vorgesetzten, Kinder und Familien, mit denen sie arbeiten. Diese Form der „Selbstfürsorge“ oder auch „Psychohygiene“ wird jedoch normalerweise hinter verschlossenen Türen in einem privaten Gespräch, häufig unter anderen Pädagoginnen und Pädagogen, die dafür Verständnis aufbringen, praktiziert. Oder sogar nur mit Menschen, die nichts mit ihrem Arbeitsplatz zu tun haben.
Senta Lück

Backmatter

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