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22.07.2015 | Datenbanken und Informationssysteme | Im Fokus | Onlineartikel

Die Datenanalyse kommt im Mittelstand zu kurz

Autor:
Jacqueline Pohl

In deutschen Unternehmen fehlt das Fachwissen, um Daten besser zu strukturieren und tiefgehend zu analysieren. Stattdessen bestimmen Excel-Tabellen das Bild in kleinen und mittleren Betrieben.

Deutsche Unternehmen sammeln reichlich Daten, von Unternehmensdaten über Kundendaten bis zu Marktdaten und Maschinendaten. Richtig ausgewertet, können diese Informationen Gold wert sein: Die Erkenntnisse versetzen Unternehmen in die Lage, ihre Prozesse zu optimieren, den Kundenservice zu verbessern, Trends früher zu erkennen und sich einen Wettbewerbsvorteil zu sichern.

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Drei Viertel der Verantwortlichen in deutschen Unternehmen treffen zudem wichtige Entscheidungen auf Basis der vorliegenden Daten. Mit einer umfassenden Datenanalyse möchten die Unternehmen ihren Umsatz steigern, die Effizienz verbessern und Risiken minimieren. Dennoch kommt die Datenanalyse in vielen Betrieben noch zu kurz. 

Ressourcenmangel erschwert die Datenanalyse

Vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen liegen Informationen meist unstrukturiert, zum Beispiel in einfachen Office-Formaten, vor. Spezielle Analysesoftware ist ebenfalls Fehlanzeige. 87 Prozent der deutschen Unternehmen werten ihre Daten von Hand in simplen Tabellenkalkulationen wie Excel oder in einer Access-Datenbank aus, offenbart eine Studie von KPMG und Bitkom. Befragt wurden mehr als 700 deutsche Unternehmen. Nur neun Prozent der Firmen können ihre Daten schon mit einer fortschrittlichen Analysesoftware auswerten, die auch Zusammenhänge über verschiedene Datenspeicher und Strukturen hinweg herstellen kann. In Großunternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern sind es immerhin ein Drittel. Vorreiter sind die Versicherungsbranche, Logistik und Transportwesen sowie die Automobilindustrie, die Entscheidungen in zunehmendem Maße auf professionelle Datenanalysen stützen.

Es mangelt an Wissen und Budget

In vielen Unternehmen fehlt schlicht das Geld und obendrein das Know-how für fortschrittliche Analysen. An Fachkräften mangelt es 59 Prozent der befragten Unternehmen, 61 Prozent machen kein Budget für die Datenaufbereitung oder Analysesoftware locker. Es herrscht aber auch viel Unsicherheit darüber, ob und wie die Daten verwendet werden dürfen. 45 Prozent geben Unklarheiten zur Rechtslage an, während es drei Viertel (74 Prozent) kategorisch ablehnen, die Daten an Dritte weiterzugeben. Damit scheidet das Outsourcing der Analysen in vielen Fällen aus, mit dem sich gleich mehrere der Probleme lösen lassen würden. Trotz der Hürden gehen fast zwei Drittel (63 Prozent) der Firmen davon aus, dass die Bedeutung der Datenanalyse in ihrem Unternehmen in den nächsten drei Jahren zunehmen wird. 

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