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12.10.2016 | Datensicherheit | Im Fokus | Onlineartikel

Das vernetzte Auto fordert den Datenschutz heraus

Autor:
Andreas Burkert

Das Automobil ist schon lange ein Objekt der Begierde in der IT. Bereits heute werden enorme Mengen an Daten gesammelt. Damit Rechtsklarheit für alle Beteiligten herrscht, wurden Datenschutzprinzipien definiert.

Mit jedem Informations- und Hilfsdienst, wie er immer häufiger auch im Automobil angeboten wird, steigt die Verantwortung, sensible Daten zu schützen. "Ausgelöst wird der Trend zu Big Data in der Mobilität vor allem durch eine technologische Revolution im Mobilitätswesen, die vor allem der fortschreitenden Digitalisierung zuzuschreiben ist", erklären dazu die Springer-Autoren Richard Brunauer und Karl Rehrl in "Big Data in der Mobilität" den Datensammel-Hype. Dass die deutsche Automobilindustrie sich darum bereits seit fast 40 Jahren kümmert und den Datenschutz bei technischen Entwicklungen im Fokus hat, ist bemerkenswert. Auch das seit Ende der 1970er Jahre alle technischen Entwicklungen datenschutzrechtlich von der Automobilindustrie im eigens eingerichteten AK-Datenschutz des Verbands der Automobilindustrie (VDA) begleitet werden. Dieses Gremium tagte soeben zum 100. Mal.

Standen früher der Schutz der Daten von Arbeitnehmern und Kunden im Vordergrund, so tritt im "digitalen Zeitalter hinzu, auch Daten von Produkten und Dienstleistungen zu sichern“, erklärt VDA-Präsident Matthias Wissman. Die Entwicklungsfortschritte hinsichtlich vernetzter Fahrzeuge und neuer Fahrzeugfunktionen stellt dabei die Automobilindustrie vor großen datenschutzrechtlichen Herausforderungen. Für Wissman, bedeutet das vor allem, dass sich bei Zukunftsthemen wie dem automatisierten und vernetzten Fahren datenschutzrechtliche Fragestellungen nur im offenen Dialog mit den Stakeholdern beantworten lassen. Auch deshalb steht der Verband im engen Austausch mit den unabhängigen Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder.

Privacy by Design

Darüber hinau haben die Mitgliedsunternehmen des VDA, also Fahrzeughersteller und Zulieferer, ergänzend zu den bestehenden gesetzlichen Regelungen in Deutschland, gemeinsame Datenschutzprinzipien für vernetzte Fahrzeuge erarbeitet. In den Datenschutzprinzipien sind als Maßstab für den Schutz von Daten drei zentrale Grundsätze festgehalten: Transparenz, Selbstbestimmung und Datensicherheit. Diese bezieht die Automobilindustrie nach dem Grundsatz von "Privacy by Design“ bereits frühzeitig in die Gesamtkonzeption neuer Technologien ein. Zudem werden darin anhand einer Datenlandkarte die Datenkategorien beim vernetzten Fahrzeug erläutert. 

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Das Ziel der erarbeiteten Datenschutzprinzipien zu den datenschutzrechtlichen Aspekten bei der Nutzung vernetzter und nicht vernetzter Fahrzeuge ist übrigens die Rechtsklarheit für alle Beteiligten. Deshalb muss der Kunde auch der Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten zustimmen. Vor dem Hintergrund, dass die Automobilhersteller den Kunden eine Vielzahl fahrzeuggebundener Informations- und Hilfsdienste zur Verfügung stellen, eine wichtige Aufgabe. Immerhin können aus diesen Daten Informationen erstellt werden, die unter anderem auch für neue Service-Dienste nutzbar sind. Lehnt der Kunde allerdings eine Speicherung gewisser Daten ab, kann er bestimmte Dienste auch nicht in Anspruch nehmen.

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