Skip to main content
main-content

09.11.2016 | Datensicherheit | Im Fokus | Onlineartikel

Der Schutz persönlicher Daten ist löchrig wie nie zuvor

Autor:
Andreas Burkert

Die einen durchsuchen massenhaft E-Mails. Andere analysieren das Surfverhalten und erstellen daraus ein erschreckend persönliches Profil. Eine gefährliche Entwicklung, die nicht nur das souveräne Handeln der Gesellschaft bedroht.

Vom Makel einer allumfassenden Vernetzung spricht keiner gern. Dabei sind die Folgen, wie sie etwa durch den Missbrauch persönlicher Daten entstehen, gravierend. Auch weil durch die zunehmende Vernetzung aller Lebensbereiche "die Abhängigkeit von digitalen Infrastrukturen, mit denen Bürgerinnen und Bürger täglich in Interaktion treten, steigt“. Vor dieser Entwicklung mahnen Joachim Lepping und Matthias Palzkill in "Die Chance der digitalen Souveränität“ eindringlich. Doch warum sehen die beiden IT-Experten darin eine große Gefahr? 

Empfehlung der Redaktion

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Digitale Souveränität besteht aus Verantwortung und Vertrauen

Wenn man die letzten Jahre der politischen Debatten betrachtet, dann stellt man eine begriffliche wie inhaltliche Entwicklung von der Netzpolitik hin zur Digitalisierung oder Digitalpolitik fest.

Ihrer Ansicht nach ist zum einen "das souveräne Handeln der einzelnen Bürgerinnen und Bürger bedroht. Zum anderen sieht sich eine digitalisierte Industrie durch zunehmende Angriffe und verstärkte Abhängigkeiten von internationalen Technologielieferanten in ihren Handlungsoptionen eingeschränkt“. Auch weil diese Infrastrukturen "vorrangig von internationalen Konzernen angeboten werden, die so dynamisch agieren können, dass sie sich in wirtschaftlicher und datenschutzrechtlicher Hinsicht künftig nationalstaatlichen Regulierungen entziehen“.

Yahoos Debakel mit dem Schutz persönlicher Daten

Oder aber sie sind Handlanger staatlicher Regierungsstellen. In dieser Rolle muss sich nun Yahoo verteidigen. Das Unternehmen sah sich veranlasst, für die US-Regierung E-Mails auf bestimmte Selektoren hin zu scannen. Ein ungeheuerlicher Vorgang, der dem Unternehmen vermutlich mehr geschadet hat als den Absendern der Nachrichten. Weil der US-Mobilfunkanbieter Verizon sich bei der Übernahme des Internet-Dienstes Yahoo grob getäuscht fühlte, strich er umgehend ein Fünftel des ursprünglichen Verkaufsangebots.

Wirklich ungemütlich für den Einzelnen aber werden Unternehmen, die so viele Daten wie möglich sammeln und diese dann zum Verkauf anbieten. Beim Geschäft mit Big-Data spielen dann jene Firmen eine unsägliche Rolle, die Daten zum Surfverhalten von Internetnutzern anbieten. Zwar versprechen sie, dass sich daraus keine Rückschlüsse auf Einzelne ziehen lassen. Doch was soeben Reporter der NDR-Magazine Panorama und Zapp herausgefunden haben, schockiert. Ihnen gelang, solche Daten einzusehen. Dabei entdeckten sie unter anderem intimste Informationen zu konkreten Personen wie Details zu laufenden polizeilichen Ermittlungen.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

Premium Partner

GI Logo

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Zur B2B-Firmensuche