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Über dieses Buch

Geleitwort Die Finanz und Wirtschaftskrise stellt die Politik vor ungeahnte Herausforderungen in bisher nicht gekanntem Ausmaß. Die Globalisierung der Finanzmärkte und die Internatio nalisierung finanzieller Beziehungen haben ein Niveau erreicht, dass nicht nur die Politik, sondern auch die Wirtschaft mit unerwarteten Fragestellungen und der Aufgabe konfron tiert, neue Ansätze zur Identifikation und Steuerung von Risiken zu finden. Während einst in nationalen Volkswirtschaften mit überschaubaren Außenbeziehungen die Risiken iso lier und handhabbar waren, die sich aus krisenhaften Entwicklungen im Ausland erga ben, führt heute kein Weg an der Erkenntnis vorbei, dass auch kleine und mittlere Unter nehmen von Fehlentwicklungen in anderen Märkten betroffen sein können, selbst wenn diese – wie die Krise seit 2007 zeigt – in zunächst so begrenzt erscheinenden Segmenten wie denen der sogenannten Subprime Märkte in den USA ihren Ausgangspunkt nehmen. In konjunkturell besseren Zeiten wurde es auch in Deutschland versäumt, eine auf Haus haltskonsolidierung ausgerichtete Finanzpolitik zu betreiben. Zugleich wurden über viele Jahre hinweg die steuerlichen Verhältnisse für den Mittelstand nicht verbessert. Die Folge sind im internationalen Vergleich geringe Eigenkapitalquoten. Die Stärkung der Selbstfi nanzierungskraft des Mittelstands kommt aufgrund der aktuell begrenzten fiskalpoliti schen Möglichkeiten nur langsam voran, da zunächst Krisenbewältigung und Deckelung der Neuverschuldung im Vordergrund stehen müssen. Trotz der bereits erreichten Fort schritte bezüglich der durchschnittlichen Eigenmittelquoten im Mittelstand sind alle Maß nahmen und Instrumente von Bedeutung, die auf eine Stärkung der Widerstandskraft der Wirtschaft in Krisenzeiten zielen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Rating im genossenschaftlichen Handel - von der Kreditversicherung zur ganzheitlichen Kundenbetrachtung

Im genossenschaftlichen Handel bewegen sich die Anforderungen an das Rating im Spannungsfeld zwischen dem Schutz des genossenschaftlichen Großhandels auf der einen Seite und dem Förderauftrag gegenüber dem Mitglied auf der anderen Seite. Diesen Zielkonflikt gilt es aufzulösen. Neben der sicheren Beurteilung des Mitgliedes im Handelsgeschäft mit der Genossenschaft gilt es daher, dem Mitglied zur Erfüllung des Förderauftrages zu einem besseren Rating zu verhelfen. Am Beispiel des genossenschaftlichen Großhändlers ZEG Zentraleinkauf Holz + Kunststoff eG zeigt dieser Praxisbericht die möglichen Handlungsalternativen auf.

Bernd Oppenländer

2. Bedeutung des Debitorenratings für das Working Capital Management

Wie die folgende Darstellung veranschaulicht, versteht sich Debitorenrating als ein Baustein des Debitorenmanagements. Letzteres ist wiederum eine der drei Komponenten des Working Capital Managements.

Bianca Heyke, Michael Stahl

3. System eines Debitorenratings

Fundierte Aussagen zum Insolvenzrisiko einzelner Unternehmen gelten als die Kernkompetenz eines Warenkreditversicherers schlechthin: Wer seine Versicherungsnehmer ins Risiko begleitet, muss dieses Risiko genau quantifizieren und adäquat bepreisen können. Daher nutzten Kreditversicherer interne Ratingsysteme zur Beurteilung von Debitoren schon lange bevor der Begriff im Rahmen der Diskussionen um Basel II und die Subprime-Krise in den Fokus einer interessierten Öffentlichkeit geriet.

Franko Faul

4. Debitorenrating als Basis des Kreditrisikomanagements in Unternehmen

Die Entwicklungen der letzten Jahre verdeutlichen die Notwendigkeit, sich aus Unternehmenssicht tiefergehend mit dem Kreditrisikomanagement auseinanderzusetzen. So steigt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen seit dem Beginn der Finanzkrise kontinuierlich an (vgl.

Abbildung 4.1

).

Michael Lister

5. Aufbau- und Ablauforganisation des Debitorenratings in einem weltweit agierenden Konzern

„Wenn Siemens wüsste, was Siemens weiß“. Diesen häufig zitierten Satz kann man leicht auch für manche Geschäftsbeziehung anwenden, bei der verschiedene Geschäftseinheiten im Konzern Informationen zu einem Kunden gewinnen, ohne diese in systematischer Weise auszutauschen und zu nutzen. Mit dem Aufbau des internen Factorings durch die Siemens Financial Services GmbH (SFS) vor gut 10 Jahren wurden erstmals an zentraler Stelle bonitätsrelevante Daten zu Kunden erfasst und methodisch ausgewertet. Das Bewertungsergebnis führte zu einem „Kundenrating“, das entsprechend bankmäßigem Standard ermittelt und für die Preisfindung beim Factoring herangezogen wurde. Damit erfolgte ein Übergang von einer stark vertriebsorientierten Einschätzung der Bonität eines Kunden in den operativen Geschäftseinheiten hin zu einer nach klaren Kriterien festgelegten Bonitätsbeurteilung durch eine Fachabteilung. Allerdings standen auf beiden Seiten, beim Forderungskäufer wie auch beim Forderungsverkäufer starke eigene Interessen im Vordergrund. Daraus resultierte eine selektive Forderungsauswahl auf beiden Seiten, so dass nicht alle Forderungen des Konzerns angekauft und somit nicht alle Debitoren mit einem Rating bewertet wurden.

Götz Schürmann

6. Länderrating und sein Einfluss auf die Kundenbeurteilung

„Länderrisiko geht vor Debitorenrisiko“ – daraus ergibt sich die Bedeutung des Länderratings und sein unmittelbarer Einfluss auf die Beurteilung des einzelnen Kunden. Um dem steigenden Wettbewerbsdruck standzuhalten und um ein langfristiges Bestehen zu sichern, orientieren sich Unternehmen global und bauen Beziehungen zu den unterschiedlichsten Märkten auf. Die Internationalisierung birgt aber nicht nur Chancen für ein Unternehmen, sondern auch vermehrt Risiken, die zum Teil länderinduziert sind. Die Problematik des rechtzeitigen Erkennens und Beurteilens von Länderrisiken rückt somit verstärkt in den Vordergrund.

Björn Bucher

7. Einführung des Kundenratings im Kreditmanagement eines Handelsunternehmens -Anforderungen, Funktionen und Nutzen am Beispiel der BayWa AG München

Eine klassische Funktion des Handels – insbesondere des Großhandels – ist die Finanzierungsaufgabe als Mittler zwischen den Herstellern und den Abnehmern. Sie stellt zusammen mit der Logistik- und Distributionsaufgabe die Existenzberechtigung für den Handel dar und kann deshalb nicht aufgegeben werden.

Rudolf Keßler

8. Analyse von Ratinginstrumenten in der Automobilzulieferindustrie

Im Zusammenspiel einer stark arbeitsteiligen Industrie wie der Automobilzulieferindustrie ist für die Produktionsnetzwerke die finanzielle Stabilität aller beteiligten Partner von großer Bedeutung. Sofern ein Partnerunternehmen z.B. aufgrund finanzieller Schwierigkeiten ausfallen sollte, kann ein damit verbundener Produktionsausfall maßgebliche Implikationen für alle anderen Netzwerkmitglieder haben. Die hohe Bedeutung dieser Konstellation gerade für die Automobilhersteller (nachfolgend OEM) leitet sich auch aus dem Aufbau von Risikomanagementabteilungen bei allen OEM ab, deren vorrangige Aufgabe die rechtzeitige Identifizierung von Vorlieferanten mit Finanzierungsproblemen oder die Absicherung von Lieferverpflichtungen von insolventen Partnerunternehmen ist. Als zentrales Frühwarnsystem wurde im Hinblick auf eine Standardisierung für die Automobilindustrie vom Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) im Jahr 2003 ein Rating-Tool für alle Mitglieds-Unternehmen eingeführt, welches die Produktionsnetzwerke vor einem unerwarteten Ausfall von Partnern schützen soll. Die Betrachtung der aussagebestimmenden Elemente dieses Instrumentes zeigen einen eher vergangenheitsorientierten Ansatz. In der aktuellen Krise der Automobilindustrie mit ihren gerade im Serienbereich dramatischen Umsatzrückgängen in kürzester Zeit und der damit einhergehenden Fixkostenunterdeckung erreichen diese traditionellen Ratingansätze aufgrund ihrer beschriebenen Vergangenheitsausrichtung ihre Grenzen. Weiterentwicklungen im Hinblick auf zukünftige Operating-Cash-flows sind unverzichtbar.

Ralf Herkenhoff

9. Ratingoptimierte Risikoabsicherung im Maschinen- und Anlagenbau

Die Notwendigkeit, sich in einem produzierenden Unternehmen mit

Debitorenrating

zu befassen, ergibt sich aus dem Umstand, dass in den seltensten Fällen als

Zahlungsbedingung

im Liefervertrag „100 Prozent Vorkasse bei Vertragsabschluss“ (ohne gleichzeitige Stellung von Bankgarantien) durchsetzbar ist. Sämtliche Abweichungen von dieser Zahlungsbedingung führen zu einer Risikoposition, die wiederum abhängig ist von verschiedenen Faktoren.

Michael Hannig

10. Ansatzpunkte zur Optimierung des Ratings

Die Coface Rating GmbH ist eine deutsche Tochtergesellschaft der Coface-Gruppe, Paris, die im Kerngeschäft Finanzdienstleistungen rund um das Debitorenmanagement anbietet. Gegründet als Warenkreditversicherer kamen bereits in den 90er Jahren das Geschäft mit Wirtschaftsauskünften und Inkasso hinzu und in den Jahren 2000 wurde eine vierte, stabile Säule mit dem Factoringgeschäft gegründet. Heute agieren alle 4 Business Lines sowohl integriert als auch modular und öffnen damit Unternehmen die Möglichkeit, am hochentwickelten Know-how aber auch den Speziallösungen eines Full-Services-Providers teilzuhaben.

Grit Becker

11. Integrative Systemlösungen zum Auskunftsmanagement

Aufgrund verschärfter Wettbewerbssituationen, der Internationalisierung und Globalisierung der Märkte, einer nach wie vor hohen Insolvenzquote sowie eines ebenso schlechten Zahlungsverhaltens im In- und Ausland sind aktuelle Informationen über die Kunden für jeden Lieferanten von besonderer Bedeutung.

René Donko

12. Strategien zum Debitorenmanagement im Wachstumsunternehmen -Beispiel Phoenix Contact GmbH & Co. KG

Die Phoenix Contact GmbH & Co. KG (

www.phoenixcontact.com

) ist weltweiter Marktführer elektrischer Verbindungs-, elektronischer Interface- und industrieller Automatisierungstechnik. Das Unternehmen beschäftigt heute rund 9.900 Mitarbeiter weltweit, davon sind mehr als 5.000 in Deutschland tätig. Zur Phoenix Contact Gruppe gehören Fertigungsstätten in Deutschland (Blomberg, Bad Pyrmont, Lüdenscheid, Herrenberg) sowie in Harrisburg (USA), Nanjing (China), Nowy Tomysl (Polen), Neu Delhi (Indien) und Sao Paulo (Brasilien). Mehr als 80 Vertretungen und Außendienstler betreuen die Kundschaft in Deutschland; der weltweite Vertrieb erfolgt über ein Netzwerk mit mehr als 45 eigenen Gesellschaften sowie rund 30 Vertretungen in Europa und Übersee. Die Kundenbuchhaltung bei der Phoenix Contact GmbH & Co. KG wird durch ein Team von insgesamt neun Mitarbeitern wahrgenommen.

Peter Karaski

13. „Interner und externer Nutzen des Debitorenratings nach dem MBO“

Die Jungfer Druckerei und Verlag GmbH ist in der Nachfolge einer bereits 1848 gegründeten Buchdruckerei mit der Übernahme durch die Familie Jungfer in der zweiten Hälfte das letzten Jahrtausends zu einem der größten Rollenoffset-Druckunternehmen Deutschlands geworden. Über vier Jahrzehnte entwickelte sich neben der Herausgabe der Landkreiszeitung „Harz Kurier“ stetig das Akzidenzgeschäft im Rollenoffsetverfahren. Das Drucken im Rollenoffset ist ein Flachdruckverfahren, welches durch hohe Qualität, Flexibilität und Millionenauflagen im Segment der Kataloge, Magazine und insbesondere der Prospektbeilagen seine Stärken hat. In der Weiterentwicklung des Rollenoffsetverfahrens konnte Jungfer immer wieder durch technische Innovationen Marktvorteile erlangen, so z.B. die weltweit erste Installation einer zentralen Farbversorgungsanlage, erste doppelstöckige Rollenoffsetmaschine, mehrfache Papierbahnzusammenführungen und Entwicklung weiterer für den Werbemarkt interessanter Innovationen.

Roger Mellinghausen

14. Kreditrisikoversicherung in Abgrenzung zu anderen Instrumenten des Debitorenrisikomanagements

In der aktuellen Wirtschaftskrise entsteht bei manchen Unternehmen der Eindruck, dass gerade jetzt die Bereitstellung von Limiten für Forderungsausfälle nicht mehr im angemessenen Umfang gewährleistet ist. Ursache dafür ist, dass bei Kreditversicherungen der übliche Risikoausgleich „im Kollektiv“ in konjunkturellen Krisenzeiten nicht ausreichend greift, wie bei Versicherungen allgemein üblich. Der Risikoumfang, ausgedrückt in der Insolvenzwahrscheinlichkeit von Unternehmen, schwankt ganz erheblich in Abhängigkeit zur Konjunktur. Verschärft wird die Situation durch Ratings, die heute üblicherweise zur Schätzung der Insolvenzwahrscheinlichkeiten einzelner Debitoren verwendet werden. Diese erfassen insbesondere die Risiken, die das Unternehmen zufällig in den letzten Geschäftsjahren getroffen haben. Natürlich wird mit hoher Fachkenntnis und volkswirtschaftlichen Modellen versucht, zukünftige Entwicklungen zu antizipieren. Selten auftretende Risiken, wie z.B. eine Wirtschaftskrise, die in dem betrachteten Zeitraum nicht eingetreten sind, werden aber noch nicht ausreichend einkalkuliert wenngleich gerade Kreditversicherer oft noch mehr als Banken zeitnahe Informationen über die Geschäftsentwicklung der Unternehmen einbeziehen.

Werner Gleißner, Olaf Keller

15. Warum Credit Management?

In Deutschland ist das Credit Management eine vergleichsweise junge Disziplin. Es handelt sich um einen integralen Ansatz, der vor allem im englischen Sprachraum schon seit vielen Jahren fester Bestandteil des Wirtschaftslebens ist. Dem Credit Management können alle Tätigkeiten im Unternehmen zugerechnet werden, die im weitesten Sinn im Zusammenhang mit Forderungen gegenüber Kunden stehen. Das Debitorenmanagement klassischer Prägung gehört entsprechend dazu.

Nicole Neumerkel, Jan Schneider-Maessen

Backmatter

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