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2016 | Buch

Demokratietheorie und Partizipationspraxis

Analyse und Anwendungspotentiale deliberativer Verfahren

verfasst von: Sophia Alcántara, Nicolas Bach, Rainer Kuhn, Peter Ullrich

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

Buchreihe: Bürgergesellschaft und Demokratie

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Über dieses Buch

Der Band unternimmt die erste umfangreiche wissenschaftliche Systematisierung von Partizipationsformaten. Um die Eigenschaften von 39 idealtypischen und angewandten Präsenz- und Onlineverfahren der Öffentlichkeitsbeteiligung zu analysieren, wird eine Kategorisierung eingeführt, die eine Basis für die Kombination von Formaten und ihrer einzelnen Bausteine darstellt. Die Reflexion der Verfahren vor dem Hintergrund normativer und demokratietheoretischer Konzepte liefert wertvolle Hinweise, indem sie die mit der Umsetzung verbundenen Zielkonflikte, Probleme und Hindernisse freilegt und theoretisch sowie praxisbezogen diskutiert.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
1. Einleitung
Zusammenfassung
Partizipation ist ein, wenn nicht das normative Kernelement demokratischer Systeme. Während politische und gesellschaftliche Partizipation häufig als gegeben und selbstverständlich angesehen werden, wird deren Relevanz besonders in Krisenzeiten hervorgehoben. Die Idee der „Partizipation“, so scheint es, schöpft als politische Programmatik und hoffnungsvolle Vision aus ihrer Verbundenheit mit der „Krise“. Und spätestens seit 2008 gehört „Krise“ wohl zu den am häufigsten verwendeten Begriffen in der öffentlichen wie wissenschaftlichen Debatte.
Sophia Alcántara, Nicolas Bach, Rainer Kuhn, Peter Ullrich
2. Normative Einbettung deliberativer Öffentlichkeitsbeteiligung
Zusammenfassung
Die oftmals geäußerte und an manchen Stellen auch umgesetzte Forderung nach neuen Beteiligungsmöglichkeiten hat in den letzten Jahrzehnten zu einer vielfältigen Zunahme idealtypischer Beteiligungsverfahren und konkreter Umsetzungen geführt – mit unterschiedlichen theoretischen Grundlagen, unterschiedlichen Zielen und unterschiedlichen kontextuellen Voraussetzungen. Eine umfassende, gesellschaftstheoretisch reflektierte und praktisch diskutierte Einordnung einer Vielzahl von deliberativen Beteiligungsformaten – und dies auch noch im Hinblick auf ihr Transformationspotenzial – liegt nach Kenntnisstand der Autor/innen dieses Buches bis dato noch nicht vor.
Sophia Alcántara, Nicolas Bach, Rainer Kuhn, Peter Ullrich
3. Ordnung im Verfahrensdschungel: klassifizierende Systematisierung von Beteiligungsverfahren
Zusammenfassung
Die Zunahme an durchgeführten Beteiligungsverfahren hat die wissenschaftliche Diskussion über Qualität und Legitimität der Verfahren intensiviert, was sich auch in zahlreichen Evaluationen konkreter Anwendungsfälle niederschlägt. Allerdings verläuft diese Diskussion keineswegs einheitlich und teilweise wird den Institutionen und Personen, die diese Verfahren konzipieren und einsetzen, eine zu große Nähe zum Gegenstand vorgeworfen. Kritisiert wird dabei unter anderem die fehlende Vergleichbarkeit und Wissenschaftlichkeit der Evaluationen (Hebestreit 2013; S. 76 f. Kersting 2008; S. 281).
Sophia Alcántara, Nicolas Bach, Rainer Kuhn, Peter Ullrich
4. Fachdialoge Partizipation und Deliberation
Zusammenfassung
Im Rahmen des Forschungsprojekts DELIKAT sind zwei aufeinander aufbauende trans- und interdisziplinäre Fachdialoge durchgeführt worden – das Partizipationslabor und der Partizipationssalon. Teilgenommen haben Expert/innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Ziel der Workshops war, einerseits die normativen Implikationen der theoretischen Grundlegung von einem ausgewählten Fachkreis diskutieren und konkretisieren zu lassen und andererseits konkrete Faktoren zu benennen, die eine Erweiterung des politischen Systems um zusätzliche deliberative Elemente ermöglichen beziehungsweise begünstigen.
Sophia Alcántara, Nicolas Bach, Rainer Kuhn, Peter Ullrich
5. Demokratietheoretische Reflexion und Bewertung deliberativer Öffentlichkeitsbeteiligung
Zusammenfassung
Mit den theoretischen Grundlagen und den Kriterien der Demokratiekonzepte, die in Kapitel 3 dargelegt wurden, liegt ein begrifflicher Rahmen vor, mit dem die Potenziale bestehender Partizipationsformate, Partizipationsinnovationen und Entwicklungsszenarien im Prozess der Transformation zu einer stärker deliberativen Demokratie analysiert werden können. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei zusätzlich zur Verfahrensebene auf die sozialen und rechtlichen Voraussetzungen gelingender Beteiligungsprozesse gelegt, um eine Reflexion der Einflüsse konkreter Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Diese Einschätzungen bilden die Basis der in Kapitel 7 ausgeführten Politikempfehlungen.
Sophia Alcántara, Nicolas Bach, Rainer Kuhn, Peter Ullrich
6. Fazit und Ausblick
Zusammenfassung
Politik- und Parteienverdrossenheit sowie das Wort „Krise“ im Allgemeinen sind immer wiederkehrende Schlagworte einer zurzeit breit geführten Debatte um die Zukunft der Demokratie. Es ist jedoch offensichtlich, dass es keine durchgängige Partizipationsmüdigkeit der Bevölkerung gibt – im Gegenteil, an vielen Stellen und bei vielen Entscheidungen wird mehr Mitsprache gefordert. Erkennbar ist eher eine Krise des repräsentativen Systems, das es nicht vermag, alle Probleme zur Zufriedenheit der Einwohner/innen zu lösen und vermehrt auf demokratieferne, exekutivlastige Lösungsstrategien zurückgreift. Das wiederum führt zu Frustrationen mit und Entfremdungstendenzen vom politischen System und seinen Vertreter/ innen auf Seiten der Bevölkerung.
Sophia Alcántara, Nicolas Bach, Rainer Kuhn, Peter Ullrich
7. Politikempfehlungen: Partizipation mainstreamen – den Wandel reflexiv gestalten!
Zusammenfassung
Öffentlichkeitsbeteiligung gehört zu den am meisten diskutierten Konzepten der gegenwärtigen Debatte um die Demokratie, ihre Krise und ihre Zukunftspotenziale. Insbesondere dialogorientierte Konzeptionen von Öffentlichkeitsbeteiligung („deliberative Demokratie“) und die mit ihnen verbundenen konkreten kooperativen Verfahren haben ein großes Potenzial, in verschiedenen gesellschaftlichen Fragen qualitativ bessere und besser legitimierte Entscheidungen zu generieren, die von zufriedeneren Beteiligten mit geschaffen, getragen, umgesetzt oder akzeptiert werden.
Sophia Alcántara, Nicolas Bach, Rainer Kuhn, Peter Ullrich
Erratum zu: Demokratietheorie und Partizipationspraxis
Erratum zu: Titelseite, S. Alcántara et al., Demokratietheorie und Partizipationspraxis, Analyse und Anwendungspotentiale deliberativer Verfahren DOI: 10.​1007/​978-3-658-11221-9
Nach dem Untertitel wurde der unten stehenden Text eingefügt: Unter Mitwirkung von Heike Walk, Ortwin Renn, Liudger Dienel und Birgit Böhm
Sophia Alcántara, Nicolas Bach, Rainer Kuhn, Peter Ullrich
Backmatter
Metadaten
Titel
Demokratietheorie und Partizipationspraxis
verfasst von
Sophia Alcántara
Nicolas Bach
Rainer Kuhn
Peter Ullrich
Copyright-Jahr
2016
Electronic ISBN
978-3-658-11221-9
Print ISBN
978-3-658-11220-2
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-11221-9