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Über dieses Buch

Dieses Buch befasst sich mit dem breiten Spektrum der Depression, welche die am häufigsten auftretende psychische Erkrankung darstellt. Anschaulich erklärt der Autor sowohl die üblichen wie auch die speziellen Aspekte der Depression. Diese Facetten der Depression werden in Abgrenzung zum Burn-out und zur posttraumatischen Belastungsstörung aufgezeigt. Eindrücklich kommt auch die größte Gefahr der Depression zur Sprache, die Suizidgefahr, und wie diese im Rahmen der Prävention verhindert werden kann.

Ein besonderes Gewicht wird auf die verschiedenen Formen der Depressionsbehandlung gelegt, und es wird dargestellt, wie diese Krankheit grundsätzlich gut behandelbar ist.

Das vorliegende Buch ist für ein allgemeines Publikum geschrieben, erfordert keine Fachkenntnisse, ist leicht lesbar und richtet sich sowohl an Interessierte wie auch an alle, die mit dieser Krankheit zu tun haben, d. h. Betroffene und Angehörige, Ärzte, Therapeuten, Sozialarbeiter, Pflegefachpersonen, Lehrer und Seelsorger.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitende Bemerkungen

Zusammenfassung
Noch nie wurde so viel von Depressionen gesprochen, noch nie war der Begriff derart im Zentrum öffentlichen Interesses wie heute. Dieser Sachverhalt ist insofern bemerkenswert, als das Krankheitsbild einer Depression uralt ist: Es existiert vermutlich so lange wie die Menschheit. Der Begriff Depression leitet sich aus dem Lateinischen her, von deprimere (hinunterdrücken).
Thomas Haenel

Kapitel 2. Was ist eine Depression?

Zusammenfassung
Viele sind sich nicht im Klaren, was eine Depression wirklich bedeutet, was sie charakterisiert. In der Umgangssprache wird der Begriff missverständlich und teilweise falsch verwendet. Vor einigen Jahren sagte Günther Jauch in der bekannten Sendung „Wer wird Millionär?“ im Fernsehen zu einer Kandidatin, welche die richtige Antwort nicht wusste und ihre Miene verzog: „Jetzt werden Sie nicht gleich depressiv!“ Er meinte damit, dass sie nicht den Mut zu verlieren brauche, da sie immer noch einen Joker hatte.
Thomas Haenel

Kapitel 3. Manisch-depressiv – ein Wechselbad der Gefühle

Zusammenfassung
Fachleute sprechen nicht nur von einer Depression oder einem depressiven Zustandsbild, das bei einem Patienten diagnostiziert wird, sondern von Phasen oder entsprechenden Episoden (depressive Episode oder Störung). Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass Depressionen die Tendenz haben, im Leben eines Menschen wiederholt aufzutreten und dass sie sich häufig mehrmals im Leben des Betreffenden manifestieren. Die Behandlung einer Depression ist für den Arzt und Therapeuten in der Regel eine Herausforderung, doch wird dies noch bedeutend schwieriger und problematischer, wenn auch manische Episoden auftreten.
Thomas Haenel

Kapitel 4. Die larvierte Depression

Zusammenfassung
Unter einer larvierten oder maskierten Depression versteht man ein Zustandsbild, bei welchem das eigentliche depressive Element fehlt, d. h., das Leitsymptom der depressiven Verstimmung ist nicht oder nur ansatzweise feststellbar. Die typischen Störungen des depressiven Denkens fehlen, und die Kranken klagen über körperliche Symptome, wie z. B. Herzklopfen, Herzstechen, Beengungsgefühl über dem Brustkorb, Schwung- und Kraftlosigkeit, Abgeschlagenheit, Energieverlust, Schlafstörungen, Appetit- und Gewichtsverlust, Libido- und Potenzverlust. Auch Schwindel, Schmerzen, Verstopfung und Atembeklemmung können dazugehören.
Thomas Haenel

Kapitel 5. Burn-out – eine Modeerscheinung?

Zusammenfassung
Im Gegensatz zu anderen psychiatrischen Begriffen, wie z. B. Schizophrenie, Depression und Zwangskrankheit, sind die verschiedenartigen Definitionen des Begriffes Burn-out uneinheitlich. Das Burn-out-Syndrom ist manchmal von anderen psychischen Erscheinungsbildern schwer abgrenzbar. Zudem handelt es sich um einen neueren Begriff, der erst gegen Ende des letzten Jahrhunderts in der Literatur Eingang gefunden hat.
Thomas Haenel

Kapitel 6. Chronic-Fatigue-Syndrom – gibt es das?

Zusammenfassung
Während einer Tournee in Italien fühlte sich der Jazzpianist Keith Jarrett plötzlich wie vom Blitz getroffen. Sein Körper wurde ihm fremd, er war erschöpft, spürte diffuse Schmerzen, und nichts war mehr so, wie es einmal gewesen war. Es kam ihm vor, als sei er von Außerirdischen übermannt worden.
Thomas Haenel

Kapitel 7. Heimweh und Nostalgie

Zusammenfassung
In einem Buch über Depressionen die Begriffe Heimweh und Nostalgie zu erwähnen, mag dem Leser eigenartig vorkommen. Was haben diese sentimental klingenden Begriffe mit unserer Problematik zu tun? Sie haben durchaus mit unserem Thema zu tun: Es sind historische Begriffe, deren Wurzeln in der Schweiz gründen.
Thomas Haenel

Kapitel 8. Stalking – eine Zeiterscheinung

Zusammenfassung
Wenn ich diesen Titel als Kapitel wähle, tue ich im Grunde genommen etwas, das gegen meine innerste Überzeugung geht: die Mode mitzumachen, kritiklos englische bzw. amerikanische Ausdrücke in unsere Sprache aufzunehmen. Der Ausdruck stalking scheint aber eine Ausnahme zu sein, da es keinen deutschen Begriff dafür gibt. In der 23. Auflage des Duden (2004) sind die Ausdrücke Stalker und Stalking aber zu finden, sodass davon auszugehen ist, dass die Begriffe zur Allgemeinsprache geworden sind und dass sie auch offiziell auf Deutsch angewendet werden können.
Thomas Haenel

Kapitel 9. Depressionen bei Frauen rund um die Geburt

Zusammenfassung
Eine schwangere Frau sieht einem freudigen Ereignis entgegen, sie ist „guter Hoffnung“. Gerade dieses Element der Freude und der Hoffnung, die mit der Ankunft eines neuen Erdenbürgers verbunden ist, passt schlecht zum depressiven Element. Entsprechend sieht auch die Erwartung der Umgebung und der Gesellschaft aus: Eine Mutter, die soeben ihr vielleicht erstes Kind zur Welt gebracht hat, sollte auf Wolken schweben, im siebten Himmel sein und sich nur noch freuen können.
Thomas Haenel

Kapitel 10. Was ist eine anaklitische Depression?

Zusammenfassung
Diese Depressionsart ist nur in Fachkreisen bekannt. Das besonders Erschütternde ist, dass unter gewissen Umständen Säuglinge im ersten Lebensjahr dieser psychischen Krankheit erliegen können. Anaklitisch bedeutet eigentlich „anlehnend“.
Thomas Haenel

Kapitel 11. Menschen, die Hand an sich legen

Zusammenfassung
Gegenüber einem großen Spital befand sich ein Kaffeehaus, in welchem das Krankenhauspersonal Kaffee trank und kleinere Mahlzeiten einnahm. Die Angestellten der beiden Institutionen kannten sich gut, man sah sich täglich. Eines Nachts geschah etwas Eigenartiges: Der Oberkellner ging langsam am Krankenhaus vorbei und sah, dass in der Notfallstation Licht brannte.
Thomas Haenel

Kapitel 12. Depressionen und Suizidalität bei Ärzten und Psychotherapeuten

Zusammenfassung
Erst in den letzten Jahrzehnten wurden Untersuchungen größeren Umfangs über den psychischen Gesundheitszustand von Ärzten und Therapeuten vorgenommen. Zu den bekanntesten und populärsten Werken gehört Die hilflosen Helfer von Wolfgang Schmidbauer. In diesem Buch wird vom Helfer-Syndrom gesprochen, das freilich für alle helfenden sozialen Berufe Gültigkeit hat und nicht nur auf Ärzte und Psychotherapeuten beschränkt ist.
Thomas Haenel

Kapitel 13. Saisonale Depressionen und Lichttherapie

Zusammenfassung
In einer Beilage der Basler Zeitung hat der frühere Direktor der Basler Psychiatrischen Universitätsklinik, Paul Kielholz, einen Artikel verfasst zum Thema Weihnachten, die programmierte Depression? Obschon die „Weihnachtsdepression“ kein offizieller Begriff ist, sind viele Menschen in Gefahr, in dieser Zeit in ein seelisches Tief zu fallen, z. B. aus folgenden Gründen: Weihnachten ist ein besonders emotionales Fest, es löst wie kein anderes Kindheitserinnerungen aus und erinnert an eine Zeit, wo im Kreise der Familie gefeiert wurde, wo alles „noch in Ordnung“ war.
Thomas Haenel

Kapitel 14. Posttraumatische Belastungsstörung (PTB)

Zusammenfassung
Dieser für Laien etwas kompliziert klingende Ausdruck (PTB) ist keineswegs neu. Der in der Literatur oft verwendete englische Ausdruck lautet Posttraumatic Stress Disorder. Zwar existiert der Begriff in der offiziellen psychiatrischen Nomenklatur unter diesem Namen erst seit wenigen Jahrzehnten, doch ist das Phänomen selbst wahrscheinlich so alt wie die Menschheit.
Thomas Haenel

Kapitel 15. Sind Hautartefakt-Patientinnen depressiv?

Zusammenfassung
Ein Hautartefakt (Dermatitis artefacta) ist eine Selbstschädigung der Haut, d. h., jemand misshandelt seine Haut durch Schlagen, Reiben, Kratzen, Verbrühen oder anderswie. Die dadurch entstandenen Veränderungen auf der Haut werden dem Arzt gegenüber als spontan entstanden angegeben. Selbstschädigungen der Haut sind im Grunde ein klassisches Beispiel einer „psychosomatischen“ Krankheit, weil psychische Vorgänge direkt sichtbar in körperliche Erscheinungen umgesetzt werden.
Thomas Haenel

Kapitel 16. Existiert ein Zusammenhang zwischen Depression und Herzkrankheit?

Zusammenfassung
Bis vor wenigen Jahrzehnten wurden die Depressionen von den Fachleuten in drei große Kategorien eingeteilt:
1.
die somatogene,
 
2.
die psychogene,
 
3.
die endogene Depression.
 
Die somatogene Depression ist auf körperliche Leiden und Krankheiten zurückzuführen und tritt im Zusammenhang mit diesen auf. Wird das Grundleiden, die organische Krankheit, erfolgreich behandelt, bessert sich auch die Depression.
Thomas Haenel

Kapitel 17. Die Rolle der Ernährung bei Depressionen

Zusammenfassung
Diese alttestamentliche Aussage hat zwar nicht direkt mit unserem Thema zu tun, wohl aber indirekt: Übertragen auf unsere heutige Zeit besagt der Text, dass nicht nur von „gesunder oder ungesunder“ Ernährung gesprochen werden kann, sondern dass noch andere Kriterien zu berücksichtigen sind, wie z. B. die Umstände, unter denen eine Mahlzeit eingenommen wird und dass die Stimmung, die Freude oder negative Empfindungen, eine wesentliche Rolle spielen. Auch sei daran erinnert, dass Depressive zumeist keinen Appetit haben, die Ernährung für sie allenfalls ein notwendiges Übel ist, sofern sie das Essen nicht ganz verweigern. Bei hospitalisierten depressiven Patienten ist mir immer wieder aufgefallen, dass sie sich anfänglich kaum für das Essen interessierten.
Thomas Haenel

Kapitel 18. Die Digitalisierung der Welt – Segen oder Fluch?

Zusammenfassung
In unserem Alltagsleben haben wir uns erstaunlich gut an die Allgegenwart von Handys, Smartphones, Tablets und iPads gewöhnt. Auf der Straße, im Bus oder in der Eisenbahn sind wir umgeben von Menschen – nicht nur ganz jungen –, die wie gebannt ihr Gerät anschauen und von ihrer Umwelt völlig absorbiert scheinen. Der älteren Generation, die nicht im Zeitalter der Computer groß geworden ist, mag dieses Erscheinungsbild etwas eigenartig vorkommen, doch gehört es eben zum Alltag, und man ist versucht zu sagen, „na und?, das ist eben der Fortschritt der Technik“.
Thomas Haenel

Kapitel 19. Vorurteile

Zusammenfassung
Der eine oder andere Leser könnte denken, dass ich mich – symbolisch gesehen – auf einem Dachboden befinde und in einer alten, verstaubten Kiste, die längst versiegelt worden war, zu wühlen beginne. Leider ist diese Vorstellung falsch. Man könnte einwenden, dass noch in keinem Zeitabschnitt so offen, so viel, so ausführlich und so medienwirksam über psychische Krankheiten, insbesondere Depressionen, informiert worden sei, und dass deshalb kaum mehr Vorurteile existieren können.
Thomas Haenel

Kapitel 20. Psychotherapie

Zusammenfassung
Noch immer werden Seele und Leib als zwei voneinander getrennt funktionierende Systeme betrachtet. Dieser Anschauung muss die heutige Erkenntnis entgegengehalten werden, dass Leib, Seele und Geist eine Einheit, ein Ganzes darstellen, dass der Mensch eine biopsychosoziale Einheit ist. Erlebensprozesse sind immer auch „Erleibensprozesse“, so wie es der Volksmund treffend von einem Menschen sagt: „… wie er leibt und lebt …“.
Thomas Haenel

Kapitel 21. Psychopharmakotherapie

Zusammenfassung
Die positive Wirkung der diversen Psychopharmaka, der Antidepressiva, der Neuroleptika (antipsychotisch wirkende Medikamente) und der Tranquilizer (beruhigend und angstlösend wirkende Medikamente) ist längst nachgewiesen und nicht mehr wegzudiskutieren. Die Ära der modernen Psychopharmaka ist über ein halbes Jahrhundert alt und begann 1952 mit der Einführung des Largactils (Chlorpromazin), 1956 mit Tofranil (Imipramin) und 1960 mit der Einführung von Valium (Diazepam). Seit dieser Zeit wurden laufend neue Präparate entwickelt, die zum Teil bessere Wirkungen erzielen und weniger Nebenwirkungen aufweisen.
Thomas Haenel

Kapitel 22. Wie wirken Antidepressiva?

Zusammenfassung
Noch vor wenigen Jahrzehnten hatte man keine Ahnung, wie Psychopharmaka wirken und warum sie einen Effekt erzeugen. Auch heute kann nicht behauptet werden, dass die beiden Fragen abschließend beantwortet sind, doch existieren Modelle und „Indizienbeweise“, die zumindest eine Ahnung von dem vermitteln, was im Zentralnervensystem, im Gehirn, abläuft und was speziell nach Verabreichung von Psychopharmaka geschieht. In diesem Zusammenhang interessiert uns vor allem die Wirkung von Antidepressiva.
Thomas Haenel

Kapitel 23. Andere Therapiemöglichkeiten

Zusammenfassung
Neben der klassischen Psychotherapie, die oft von einer medikamentösen (Psychopharmakotherapie) unterstützt wird, existieren auch andere Behandlungsformen, die weniger bekannt sind und weniger häufig zur Anwendung gelangen als die bereits erwähnten. Dieser Umstand hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen, etwa damit, dass einige noch nicht bekannt, andere wieder in Vergessenheit geraten sind oder als überholt gelten. Wieder andere werden zwischen der klassischen Schulmedizin und der Alternativmedizin angesiedelt oder haben den Stempel „nicht wissenschaftlich“ erhalten.
Thomas Haenel

Kapitel 24. Vorbeugende Maßnahmen und Umgang als Angehöriger und Freund

Zusammenfassung
Für Angehörige und Freunde von Depressiven sind der Umgang und ein sinnvolles Verhalten keineswegs einfach. Auf den ersten Blick hat es sogar den Anschein, dass, wie auch immer sich ein Angehöriger oder ein Freund verhält, es aus der Sicht des Depressiven sowieso falsch ist. Der Laie hat die Tendenz, einen Depressiven, der apathisch und inaktiv herumsitzt, anzuregen etwas zu tun, etwas zu unternehmen und sich „zusammenzureißen“.
Thomas Haenel

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