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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

1. Einleitung

Zusammenfassung
Die weltweite Integration der Finanz-und Gütermärkte wird von einem dramatischen Anwachsen der Markttransaktionen begleitet. Markttransaktionen basieren regelmäßig auf einem Austausch von Leistung und Gegenleistung zwischen den beteiligten Kontraktpartnern, wobei bei der überwiegenden Mehrzahl dieser Austauschbeziehungen mindestens ein Leistungsteil in einer Zahlung besteht. Die sich hieraus ergebenden Zahlungsströme werden unter Einschaltung von Finanzintermediären abgewickelt und haben mittlerweile außerordentliche Umfänge erreicht: So belaufen sich die wertmäßigen Umsatzvolumina an Hochbetragszahlungen in den Ländern der Zehnergruppe’ nach Schätzungen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) auf derzeit ca. 5.000 Mrd. USD2 pro Tag (vgl. [CROCKET 1998, S. 31). Die in der gleichen Ländergruppe bankstatistisch erfassten stückzahlmäßigen Zahlungsvolumina nahmen im Zeitraum von 1994 bis 1998 mit durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten von zwischen vier und nahezu zehn Prozent zu (vgl. Abschnitt 9.5.1).
Gerald R. Riedl

Grundlagen

Frontmatter

2. Allgemeine Grundbegriffe im Interbankzahlungsverkehr

Zusammenfassung
In einer Geldökonomie finden Zahlungen nicht isoliert statt, sondern konstituieren eine Seite einer mindestens zweiteiligen ökonomischen Austauschbeziehung von Leistung und Gegenleistung, die auf einer vertraglichen Beziehung zwischen den beteiligten Wirtschaftssubjekten beruht.? Die grundlegende strukturelle Zweigliedrigkeit einer ökonomischen Austauschbeziehung (Transaktion) wird durch zwei Teilprozesse gebildet (vgl. etwa [BIS 1992, S. A2/8], [BoRIo und VAN DEN BERGH 1993, S. 25]):
  • Lieferung: Bereitstellung und Übereignung eines Gutes, einer Dienstleistung oder eines Finanzaktivums zur Erfüllung einer Lieferschuld des aus dem Vertrag zur Leistung verpflichteten Kontraktpartners (Leistender) an den aus dem Vertrag berechtigten Kontraktpartner (Leistungsempfänger) oder an eine von letzterem bezeichnete Partei.
  • Zahlung: Erfüllung einer vertraglich vereinbarten und im Gegenzug zu erbringenden Geldschuld mit schuldbefreiender Wirkung, indem der Schuldner an eine vom Gläubiger bezeichnete Partei eine Forderung unbedingt überträgt. Diese Partei ist in der Regel eine Geschäfts-oder Zentralbank.
Gerald R. Riedl

3. Der bankbetriebliche Zahlungsverkehr

Zusammenfassung
Definitionen. DerZahlungsverkehr der Bankenbezeichnet die Gesamtheit aller Zahlungen, die diese entweder induziert durch das Eigengeschäft oder durch Kundenaufträge ausführen (vgl. etwa [LIPFERT 1970, S. 11], [BüscxGEN 1998, S. 413], [ADRIAN und HEIDORN 2000, S. 112], [MEYER ZU SEL-HAUSEN 2000, S. 105]). Finden Zahlungsvorgänge innerhalb eines Währungsraums statt, zählen sie zumInlandszahlungsverkehr, werden die Grenzen eines Währungsraums überschritten, spricht man vonAuslandszahlungsverkehr(vgl. [Lox 1983, S. 3]).
Gerald R. Riedl

Ökonomischer Analyserahmen für Zahlungsverkehrssysteme

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4. Liquidität und Risiko in Interbankzahlungsverkehrssystemen

Zusammenfassung
RTGS- und DNS-Systeme stellen zwei unterschiedliche Technologien zur Durchführung einer rechtsschuldbefreienden Abwicklung dar. Das Hauptcharakteristikum der beiden Systemtypen ist der jeweils zugrundeliegende Abwicklungsmodus (Brutto-bzw. Nettoabwicklung). Wie zu zeigen ist, sind die beiden Abwicklungsmodi und damit auch die sich ihrer bedienenden Zahlungsverkehrssysteme letztlich konzeptionell über das Element derAbwicklungsverzögerung (settlement lag)als Zeitdauer von der Einbringung einer Zahlung in ein Zahlungsverkehrssystem bis zu ihrer finalen Verrechnung miteinander verbunden bzw. können über dieses grundsätzlich ineinander überführt werden.
Gerald R. Riedl

5. Risikominderndes Design von Interbankzahlungsverkehrssystemen

Zusammenfassung
Zu Beginn der 90er Jahre wurden die Zahlungsverkehrssysteme durch den Typ des ungesicherten DNS-Systems dominiert, der bei Teilnehmerausfällen häufig die (partielle) Rückabwicklung als einzigen Krisenlösungsmechanismus vorsah. Mit zunehmendem Problembewusstsein im Hinblick auf Abwicklungsrisiken und daraus erwachsende systemische Risikopotenziale wurde seitens der Finanzaufsicht die Notwendigkeit erkannt, klare Leitlinien für die risikomindernde Ausgestaltung von Zahlungsverkehrssystemen zu definieren. Insbesondere angesichts des von ungesicherten DNS-Systemen ausgehenden Systemrisikos formulierte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich im Bericht des Ausschusses für Interbank-Netting-Systeme der Zentralbanken der Länder der Zehnergruppe (vgl. [BIS 1990a, S. 5], [BIS 1990b, S. 34]) Mindestanforderungen für Gestaltung und Betrieb grenzüberschreitender und mehrere Währungen einbeziehender Nettoabwicklungssysteme. Diese werden nach dem Ausschussvorsitzenden allgemein als Lamfalussy-Standards bezeichnet.
Gerald R. Riedl

Darstellung und Bewertung von Zahlungsverkehrsinfrastrukturen

Frontmatter

6. Pan-europäische Zahlungsverkehrssysteme

Zusammenfassung
Mit Beginn der Stufe 3 derEuropäischen Wirtschafts-und Währungsunion (EWWU)zum 01.01.1999 wurden dienationalen Zentralbanken (NZBen)Teil des einheitlichenEuropäischen Systems der Zentralbanken (ESZB).Gleichzeitig ging die Verantwortung für die nunmehr gemeinsame europäische Geldpolitik von den NZBen auf dieEuropäische Zentralbank (EZB)über.
Gerald R. Riedl

7. Bedeutende Systeminnovationen im Zahlungsverkehr

Zusammenfassung
Die Deutsche Bundesbank wird zum 03.09.2001 mit RTGSpIus ein liquiditäts­sparendes Bruttosystem einführen, das die beiden bisherigen von der Bun­desbank betriebenen Systeme ELS und EAF ablösen wird. RTGSp1us ist als offenes Zahlungsverkehrssystem mit integriertem TARGET-Zugang für die taggleiche Abwicklung von Eurozahlungen konzipiert (vgl. [BUNDESBANK 2000c, S. LB/11, [BUNDESBANK 2000d, S. LB/31]). Diese Neuausrichtung des deutschen Großzahlungsverkehrs ist zum einen durch einen dramatischen Geschäftsrückgang in der EAF und zum anderen durch technische Unzuläng­lichkeiten des ELS im Zusammenhang mit TARGET bedingt:
Gerald R. Riedl

Herausforderungen in der Zahlungsverkehrsabwicklung und dem Zahlungsverkehrsgeschäft der Banken

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8. Infrastrukturseitige Herausforderungen in der Zahlungsverkehrsabwicklung

Zusammenfassung
Das nachfolgende Kapitel versucht, aufbauend auf der in den Kapiteln 6 und 7 vorgenommenen Analyse von Zahlungsverkehrssystemen im Großbetragsbe­reich zum einen die sich hieraus ergebenden Infrastruktur-Herausforderungen stärker in der Einzelbank-Perspektive zu beleuchten. Zum anderen werden die Herausforderungen, die sich für die übrige — nicht direkt im Zusammenhang mit Systemen des Großzahlungsverkehrs stehende — Infrastrukturbasis der bankbetrieblichen Zahlungsverkehrsabwicklung ergeben, herausgearbeitet.
Gerald R. Riedl

9. Geschäftspolitische Herausforderungen in der Zahlungsverkehrsabwicklung

Zusammenfassung
Der allgemeine Mangel an Literatur zu zahlungsverkehrspolitischen Belangen und zum Zahlungsverkehr in einzelbanklicher Betrachtungsweise ist im Bereich der empirischen Literatur zur geschäftspolitischen Bedeutung des Zahlungsverkehrs besonders akzentuiert. Es liegt nicht in der Intention dieser Arbeit, originäre und empirisch fundierte Aussagen zur Erfolgsrelevanz von nach einzelnen Geschäftsbereichen und gegebenenfalls Zahlungsverkehrsinstrumenten differenzierten Zahlungsverkehrsleistungen der Kreditinstitute zu treffen. Es sollen stattdessen lediglich die wesentlichen Grundtendenzen in der gegenwärtigen und zukünftigen marktlichen Bedeutung des Zahlungsverkehrs für die Geschäftstätigkeit von Kreditinstituten herausgearbeitet werden. Zu diesem Zweck wird in Abschnitt 9.2 zunächst die allgemeine geschäftspolitische Relevanz des Zahlungsverkehrs behandelt und anhand einiger Daten die Größenordnung zahlungsverkehrsinduzierter Erfolgsbestandteile bei Kreditinstituten dargestellt. In den Abschnitten 9.3 und 9.4 werden die Veränderungen in den Zahlungsverkehrsgeschäftsmodellen mit Firmen-und Privatkunden erörtert. Abschnitt 9.5 stellt einige allgemeine Entwicklungslinien in den Zahlungsverkehrsaufkommen und -erlösen dar. In Abschnitt 9.6 werden schließlich basierend auf den bislang dargelegten Veränderungstendenzen grundlegende ökonomische Basistrends im Markt für Zahlungsverkehrsleistungen herausgearbeitet und in einer Branchenanalyse zusammengefasst.
Gerald R. Riedl

Lösungsansätze für ausgewählte Teilprobleme der bankbetrieblichen Zahlungsverkehrsabwicklung

Frontmatter

10. Konzeptansatz zur Ableitung einer Sourcing-Entscheidung

Zusammenfassung
Margenerosion, Kostendruck und das Streben nach Economies of Scale and Scope, wachsende Wettbewerbsintensität sowie steigende Kunden-und (aufsichts-)rechtliche Anforderungen kennzeichnen neben dem Zahlungsverkehr auch zahlreiche andere Geschäftsbereiche von Universalbanken und forcieren die Konzentration auf Kernkompetenzen und strategische Geschäftsfelder. Im Zuge der sich durch den verstärkten Technologieeinsatz verringernden Transaktionskosten für marktförmige Koordinationsformen zeigt sich ein Trend zur Aufspaltung der traditionellen Wertschöpfungsketten der Universalbanken: Einzelne Wertschöpfungsstufen können verstärkt von spezialisierten konzerninternen Dienstleistern und zunehmend auch von externen Diensteanbietern besetzt werden. Dadurch kommt es tendenziell zu einer Reduktion der mit 70 bis 80% traditionell sehr hohen bankbetrieblichen Wertschöpfungstiefe.396 Eine grundlegende Stoßrichtung der Entkoppelung von bankbetrieblichen Wertschöpfungsprozessen liegt in der Ausbildung von auf Vertrieb bzw. Produktion spezialisierten Unternehmenseinheiten („Vertriebsbanken“, „Produktionsbanken“), wie sie sich etwa bei den großen deutschen Universalbanken beobachten lässt. Die Produktionsspezialisten konzentrieren sich in der Regel auf die Abwicklung und abwicklungsnahe Bereiche — bislang vorwiegend in Gestalt der Wertpapierabwicklung. Wegen der erforderlichen substanziellen Investitionen in entsprechende IT-Infrastrukturen und des Wirkens von Economies of Scale sind diese Produktionsspezialisten dazu angehalten, ihre Abwicklungskompetenz als eigenständige Akteure am Markt anzubieten und zusätzliche Abwicklungsvolumina von Drittbanken zu attrahieren. Dabei kommt die Inanspruchnahme von Leistungen der Produktions-und Abwicklungsspezialisten insbesondere für Banken infrage, die bestrebt sind, die eigene Wertschöpfungstiefe in Nicht-Kernkompetenzbereichen und nichtstrategischen Geschäftsfeldern zu verringern bzw. die selbst nicht in der Lage sind, die nunmehr erforderlichen Abwicklungsvolumina zu erzeugen.
Gerald R. Riedl

11. Prozessmodell

Zusammenfassung
Im Folgenden wird der „zentrale Zahlungsverkehrsabwicklungsprozess“ (zZVP) betrachtet, der sämtliche Teilprozesse der Prozessgruppe II (Konsistenzprüfung und Korrekturen, Disposition, Datenverarbeitung,Clearing sowie Liquiditätsmanagement) umfasst, die auf Makroebene und unter transaktionskostentheoretischen Gesichtspunkten in Abschnitt 10.4.1 und 10.4.2 dargestellt wurden und die hier in funktionaler Perspektive modelliert werden. Der zu untersuchende bankbetriebliche Zahlungsverkehrsabwicklungsprozess wird in herkömmlicher Weise als Geschäftsprozess interpretiert, der aus einer zusammenhängenden, abgeschlossenen Folge von Aktivitäten besteht, die zur Erfüllung einer betrieblichen Aufgabe (d.h. der finalen Abwicklung von Zahlungsverkehrstransaktionen) erforderlich sind und die auf bestimmte interne Produktionsfaktoren und Unternehmensressourcen (Datenbanken, Verarbeitungseinheiten) der Bank sowie auf externe Ressourcen (Zahlungsverkehrssysteme) zurückgreifen (vgl. etwa [STAUD 1999, S. 6], [RUMP 1999, S. 19]).
Gerald R. Riedl

12. Innertagesliquiditätsmanagement-Modell

Zusammenfassung
Durch die Zunahme der Abwicklungsgeschwindigkeiten und der bankseitig zu verarbeitenden Transaktionsvolumina, einer Fragmentierung von Zentralbank-und Geschäftsbankliquidität auf eine Vielzahl von Zahlungsverkehrssystemen bei gleichzeitigem Bestehen von Korrespondenzbankverbindungen in Euro und Fremdwährungen werden — wie ausführlich in Abschnitt 8.3 und 8.4 dargelegt — an die Banken im Euroraum neuartige Herausforderungen im Bereich des Liquiditätsmanagements bei Individualzahlungen gestellt. Daran anknüpfend wurden im oben entwickelten Prozessmodell (insbesondere in den Abschnitten 11.4 bis 11.6) die im Rahmen untertägiger Zahlungsverkehrsabwicklung auftretenden Komplexitäten und Interdependenzen bei der Verarbeitung und dem Routing von Individualzahlungen auf Vorgangsebene modelliert und auch bereits einzelne Einsprungpunkte für den noch nicht näher spezifizierten Subprozess Liquiditätsmanagement aufgezeigt.
Gerald R. Riedl

13. Ergebniszusammenfassung

Zusammenfassung
Das Ziel der vorliegenden Arbeit bestand in der Untersuchung der Auswir­kungen von sich neu herausbildenden Zahlungsverkehrsinfrastrukturen auf die bankbetriebliche Zahlungsverkehrsabwicklung, der Herausarbeitung der Veränderung von Geschäftsmodellen im Zahlungsverkehr und in der Ablei­tung von Lösungsmodellen für einige der daraus folgenden, drängendsten Pro­bleme.
Gerald R. Riedl

14. Anhang

Zusammenfassung
An einem einfachen Beispiel sei im Folgenden die Mechanik eines Rückabwicklungsprozesses in einem multilateralen Nettoabwicklungssystem dargelegt.
Gerald R. Riedl

Backmatter

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