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Über dieses Buch

Marlen Bartsch analysiert das Spannungsverhältnis zwischen den Interessen und Strategien des multinational ausgerichteten Bertelsmann-Konzerns und der als protektionistisch bezeichneten Medienpolitik des Nationalstaats Frankreich. Basierend auf dem theoretischen Modell der Akteurtheorie des Soziologen Uwe Schimank untersucht sie die französische Medienpolitik und die Aktivitäten und Strategien des Medienkonzerns weltweit sowie mit Fokus auf Frankreich. Inhaltsanalysen der Medienberichterstattung und der parlamentarischen Debatten in Frankreich verdeutlichen eine parteipolitische Relevanz in der Interpretation des Verhältnisses. Die Autorin bietet neben der Analyse von Makro-, Meso- und Mikroebene der Kommunikation zusätzlich neue Ansätze für ein erweitertes Verständnis und eine Neubewertung der französischen Medienpolitik.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Der Bertelsmann-Konzern in Frankreich

Die Ausdifferenzierung der Medienangebote, die Konvergenz der Medienendprodukte durch die Digitalisierung, Veränderungen des Mediennutzungsverhaltens, Prozesse der Globalisierung von Politik, Wirtschaft, Technologien und Kulturen sowie legislative Veränderungen (z. B. Harmonisierung durch EU-Recht) verändern die Medienlandschaft und fördern einen permanenten Wettbewerbsdruck bei Medienunternehmen. Diesem Strukturwandel begegnen bereits global agierende Medienkonzerne wie die Bertelsmann SE & Co. KGaA, indem sie neue Märkte erschließen und Strategien sowie Strukturen entwickeln, um sich neu zu orientieren oder zu etablieren. Im Zuge der sich ausweitenden Aktivitäten multinationaler Medienunternehmen erfolgt eine weltweite Streuung der Besitzverhältnisse.
Marlen Bartsch

Kapitel 2. Die französische Medienpolitik als handlungsprägendes Sozialsystem („Sollen“)

Die französische Medienpolitik stellt in ihrer Gesamtheit ein handlungsprägendes Sozialsystem dar (vgl. Kapitel 1.4). Dieses ist dadurch gekennzeichnet, dass es das Handeln ihrer Teilsysteme konditioniert. Das medienpolitische System an sich ist nicht handlungsfähig, bedingt jedoch die constraints für Teilsysteme bzw. Teilsysteme der Teilsysteme. Einzelne Teilsysteme dieses handlungsprägenden Sozialsystems können hingegen handlungsfähig sein.
Marlen Bartsch

Kapitel 3. Der Bertelsmann-Konzern als handlungsfähiger Akteur

Im Unterschied zum handlungsprägenden Sozialsystem der französischen Medienpolitik in ihrer Gesamtheit zählt ein Unternehmen als formale Organisation zu den handlungsfähigen Sozialsystemen (vgl. Schimank 1985: 427).
Marlen Bartsch

Kapitel 4. Handlungs- und Strategiefähigkeit des Bertelsmann- Konzerns in Frankreich

Schimank (1992) definiert die Handlungsfähigkeit eines Akteurs als „das Vermögen zur Konzipierung und Ausführung von Handlungen“ (Schimank 1992: 168). Er legt jedoch keine Kriterien zur Analyse der Handlungsfähigkeit dar. Um die Handlungsfähigkeit des Konzerns in Frankreich zu untersuchen, wurden Dokumente des Konzerns über Anteilsbesitze in Frankreich, Geschäftsberichte und Internetseiten analysiert. Auf diese Weise werden die Ressourcen des Konzerns, die Entwicklung der Tochterunternehmen und mögliche Handlungsfelder verdeutlicht. Um einheitliche Kennzahlen zu verwenden, werden die Umsätze und die Anzahl der Mitarbeiter mit den Kennzahlen der Hauptkonkurrenten verglichen.
Marlen Bartsch

Kapitel 5. Untersuchungsdesign und Methoden der Inhaltsanalysen der parlamentarischen Debatten und der medialen Berichterstattung

Um die wechselseitige Konstitution von Handeln durch die medienpolitischen Strukturen und die Interessen- und Einflusskonstellation des Bertelsmann-Konzerns in Frankreich untersuchen zu können, soll eine Auswertung der parlamentarischen Auseinandersetzungen in Frankreich anhand einer Dokumentenanalyse vorgenommen werden. Eine Auswertung der Debatten in parlamentarischen Sitzungen etc. kann Aufschluss darüber geben, wie der Bertelsmann-Konzern bzw. sein Handeln unter den Parlamentariern verschiedener Parteien bewertet wird und welchen Einfluss der Konzern auf die Mediengesetzgebung bzw. auf den Prozess der Gesetzgebung hat. Es können die Dimensionen von Schimank „Wollen“, „Sollen“ und „Können“ mittels der Analyse der parlamentarischen Debatten ersichtlich werden.
Marlen Bartsch

Kapitel 6. Die parlamentarischen Debatten über den Bertelsmann-Konzern während der Staatspräsidentschaft von Nicolas Sarkozy (2007–2012)

Bei der Auswertung der 25 Dokumente (19 Dokumente der Nationalversammlung und 6 Dokumente des Senats) stellte sich als ein deutlicher inhaltlicher Schwerpunkt das geplante Werbeverbot bei France Télévisions heraus (44 Prozent) (vgl. Abbildung 11). Damit wird der medienpolitische Fokus in den parlamentarischen Debatten deutlich. In 12 Prozent der Dokumente wurde die Regulierung der Medienkonzentration kritisiert. Projekte oder Studien der Bertelsmann Stiftung fanden ebenfalls in 12 Prozent der Dokumente Erwähnung.
Marlen Bartsch

Kapitel 7. Die französische Presse- und Online-Berichterstattung über den Bertelsmann-Konzern während der Staatspräsidentschaft von Nicolas Sarkozy (2007–2012)

Die folgenden Auswertungen der univariaten Statistik beziehen sich auf die quantitativen Ergebnisse der Forschungsfrage 1: „Was wird über den Bertelsmann-Konzern berichtet?“. Berücksichtigt werden sowohl die Vollerhebung (N=1078) als auch die Stichprobe (n=915). Dabei wird der Stichprobe aufgrund der Gegenüberstellung und Vergleichbarkeit der Ergebnisse mit der qualitativen Analyse besondere Beachtung geschenkt. Wenn in der Vollerhebung und der Stichprobe keine nennenswerten Unterschiede in der Auswertung der Daten deutlich wurden, wird auf eine detaillierte Thematisierung verzichtet. Aufgrund des Kriteriums der Erwähnung sind die Monatszeitschrift Le Monde diplomatique sowie die Blogs À part la télé, Rézonances und Un très léger décalage aus der Stichprobe ausgeschlossen.
Marlen Bartsch

Kapitel 8. Das Handeln des Bertelsmann-Konzerns im Spiegel von Medien und Parlament

Nachfolgend werden die relevanten kategorien-, medien- und sprecherübergreifenden Ergebnisse der Inhaltsanalysen zusammengefasst.
Marlen Bartsch

Kapitel 9. Der Bertelsmann-Konzern in Frankreich vor dem normativen Hintergrund der französischen Medienpolitik: Erkenntnisse aus Theorie und Empirie

Im Folgenden werden die wichtigsten Erkenntnisse der theoretischen Auseinandersetzung und die relevanten Ergebnisse der empirischen Untersuchungen im Hinblick auf die Forschungsfrage zusammengefasst. Detaillierte Ausführungen erfolgten in den jeweiligen Kapiteln.
Marlen Bartsch

Backmatter

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