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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Erstes Kapitel. Vorfahren und Eltern— Erste Kindheitserinnerungen — Schulzeit — Metropolis — Abitur

Zusammenfassung
Ich bin am 22. Juni 1910 in Berlin geboren.
Die Ahnenforschung hat mich bis zu den Urgroßeltern geführt. Sie lebten in dem Dorf Voigtshagen in Pommern. Unter ihren Vorfahren soll mancher Schäfer gewesen sein. Daher mag der Hang zur Verschlossenheit rühren, den auch ich in mir verspüre. Manches spricht auch dafür, daß meine Vorfahren Hugenotten waren, die unter dem Namen Suze aus Frankreich herüberkamen. Aber dafür gibt es keine Beweise. Ich habe gleichwohl zeit meines Lebens das, was ich den Hugenottengeist nennen möchte, gut nachfühlen können. Die Hugenotten waren keine Revolutionäre; sie standen aber tapfer für ihren Glauben ein und ließen sich durch äußere Macht nicht beeindrucken.
Konrad Zuse

Zweites Kapitel. Studium (nicht ohne Irr- und Seitenwege) und Studium Generale — Erste Erfindungen — Der Akademische Verein Motiv — Studentenleben zwischen Wissenschaft und Politik

Zusammenfassung
Mit dem Abitur war die Zeit der Träume vorbei. Ich begann mein Studium an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg. Der erste Eindruck war bedrückend. Etwas völlig Neues und Fremdes stürzte auf mich ein und nahm mir die Luft zum Atmen. Bis dahin war man, was organisatorische Fragen anging, fast völlig ohne Sorgen gewesen. Als Pennäler hatte man seinen Stundenplan gehabt und die Schulordnung. Nun war man plötzlich mit Bürokratismus und Papierkrieg konfrontiert. Es waren Entscheidungen zu fällen, und man mußte wissen, wo man welche Informationen bekam und wo und wie man welche Formulare auszufüllen hatte. Ich war der Verzweiflung nahe. In der Vorhalle der Hochschule gab es ganze Reihen von Tafeln mit den Ankündigungen der verschiedenen Vorlesungen. Wer sollte sich da zurechtfinden? Erst mit der Zeit erfuhr ich, daß es auch an der Hochschule fertig ausgearbeitete Pläne für die verschiedenen Semester und Fakultäten gab. Einen positiven Eindruck konnte ich immerhin von der offiziellen Immatrikulationsfeier mitnehmen. Es fiel der Satz „Mensch, werde wesentlich!“.
Konrad Zuse

Drittes Kapitel. Die frühen Jahre des Computers (und ein Exkurs zu seiner Vorgeschichte) — Mitarbeiter erinnern sich — Von der Mechanik zur Elektromechanik — Schreyers elektronische Rechenmaschine — Erste Außenkontakte — Zukunftsgedanken

Zusammenfassung
Nach dem Studium wurde ich Statiker bei den Henschel-Flugzeug-Werken. Es war im Jahr 1935. Aber ich gab diese Stelle bald auf und richtete mir eine Erfinderwerkstatt in der Wohnung meiner Eltern ein. Ich wollte mich ganz dem Computer widmen können.
Konrad Zuse

Viertes Kapitel. Kriegsausbruch und (erste) Einberufung — Als Statiker im Flugzeugbau — Die Geräte Z2 und Z3 — Zweite Einberufung — Die „Zuse Ingenieurbüro und Apparatebau, Berlin“ — Der erste Prozeßrechner

Zusammenfassung
Inzwischen gingen die politischen Ereignisse in Deutschland ihren verhängnisvollen Gang. Ich selber nahm, ganz meiner Arbeit lebend, nur wenig Anteil daran. Es wäre damals freilich auch nicht leicht gewesen, sich ein authentisches Bild von den Verhältnissen innerhalb und außerhalb Deutschlands zu machen. Natürlich wußte man, daß die offiziellen Nachrichten lückenhaft, wenn nicht gefälscht waren. Aber gerade darin lag das — informationstheoretische — Problem: wie sollte man aus unvollständigen oder falschen Nachrichten die Wirklichkeit rekonstruieren? Es ist ja in einem totalitären Staat nicht so, daß grundsätzlich alle Nachrichten falsch sind. Im Gegenteil sind die meisten durchaus richtig, wenngleich tendenziös gefärbt; es werden jedoch bestimmte Informationen unterschlagen. Die politische Färbung der Nachrichten läßt sich mitunter zurückrechnen; es gibt aber kaum eine Möglichkeit, Fehlendes zu ergänzen Hinzu kommt, daß der Verstand nicht ständig gegen das Unterbewußtsein ankämpfen kann, das dem Trommelfeuer der Propaganda ungeschützt ausgesetzt ist. Man kann auch nicht grundsätzlich das Gegenteil für richtig annehmen; denn was ist schon — logisch gesehen — das Gegenteil einer Mitteilung? Um aber keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: Deutschland war in diesen Jahren auch nicht so von der Außenwelt abgeschnitten, daß nicht für den, der Ohren hatte zu hören, Nachrichten von draußen hereinsickerten. So ging zwar die offizielle deutsche Presse nach dem Einmarsch in die Tschechoslowakei elegant darüber hinweg, daß man damit den bis dahin geltenden Grundsatz aufgegeben hatte, nur von Deutschen bewohnte Gebiete „anzugliedern“; aber von einem Freund, der damals gerade in London weilte, erfuhr ich, welch gewaltigen Schock dort diese Nachricht ausgelöst hatte und daß auch bis dahin verhältnismäßig deutschfreundliche Zeitungen praktisch über Nacht ihre Einstellung änderten. Nur, welche Konsequenzen sollten wir jungen Deutschen daraus ziehen? Wir waren durch die bisherigen „Erfolge” an den Gedanken gewöhnt, daß alles friedlich ablaufen werde, und hofften weiter auf den Frieden. Der erwähnte Freund — es war Kurt Mittrenga — hatte noch unmittelbar vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges englische Freunde in Berlin zu Besuch. Sein nach dem Krieg niedergeschriebener Bericht darüber gibt die Stimmung wieder, die der Kriegsausbruch bei uns auslöste:
Konrad Zuse

Fünftes Kapitel. Die Anfänge der Z4 — Eine Nachricht aus den USA — Versuch einer Doktorarbeit — Die Rechenmaschine für logische Operationen — Letzte Kriegsmonate in Berlin — Die Evakuierung — Vollendung der Z4 in Göttingen — Letzte Kriegstage im Allgäu

Zusammenfassung
1942 begannen wir mit dem Bau der Z4, einer Weiterentwicklung der Z3. Auch die Z4 war noch voll auf die Elektromechanik abgestellt, wie es dem damaligen Stand der Technik entsprach. Für das Speicherwerk empfahl sich die mechanische Konstruktion; Rechenwerk und Steuerungen wurden mit Relais und Schrittschaltern aufgebaut. Um dem Gerät von der Programmierseite her eine größere Flexibilität zu geben, wurden mehrere Ausbaustufen mit mehreren Abtastern und Lochern vorgesehen. In der Anlage 4 des Wissenschaftlichen Anhangs ist darüber ein eingehender Bericht gegeben.
Konrad Zuse

Sechstes Kapitel. Kriegsende — Flüchtlinge in Hinterstein — Der Plankalkül — Der Rechnende Raum — Automation und Sich-selbstreproduzierende-Systeme — Eine logarithmische Rechenmaschine — Computerentwicklung in Deutschland und in den USA — Umzug nach Hopferau bei Füssen — Die Mühlen des Patentamts

Zusammenfassung
Im Allgäu hatte man den Krieg bis dahin nicht unmittelbar zu spüren bekommen Erst jetzt, in den letzten Kriegstagen, kamen die Flüchtlinge. Helmut O. Goeze schildert die Situation sehr treffend so:
Alle Ortschaften südlich von Sonthofen, besonders Oberstdorf und Hindelang, waren seit Anfang April 1945 von Flüchtlingen überfüllt, alle Hotels und Pensionen besetzt, desgleichen viele Bauernhäuser.
Konrad Zuse

Siebtes Kapitel. Das „Zuse-Ingenieurbüro, Hopferau bei Füssen“— Erste Geschäftspartner: IBM und Remington-Rand — Die erste Pipelining-Konstruktion — Gründung der ZUSE KG in Neukirchen — Die Z4 an der ETH in Zürich — Computer in Europa: eine Zwischenbilanz — Verpaßte Gelegenheiten — Der erste deutsche Auftrag: die Z5

Zusammenfassung
Wir schreiben das Jahr 1947, und immer noch lebe ich in Hopferau im Alpenvorland. Inzwischen im Besitz eines Fahrrades, steht mir zwar nicht die Welt, doch wenigstens die nähere Umgebung offen. Nur langsam kommen die öffentlichen Verkehrsmittel in Gang. Als endlich die ersten Personenzüge fahren, sind sie so überfüllt, daß man gelegentlich auf Puffern oder Trittbrettern reist, wofür es besondere Techniken zu entwickeln gilt. Kaum ein Tag, an dem es nicht irgendwo irgend etwas zu „organisieren“ gibt. Es sind abenteuerliche Zeiten. Man ist froh, wenn man von seinen Fahrten unbeschadet nach Hause kommt Die sonderbarsten Geschichten gehen um, und nicht alle sind so harmlos wie die von dem Herrn, der einer Dame durchs Abteilfenster hilft und ihr dabei die Schuhe auszieht. Schuhe sind, wie so vieles, Mangelware... — Kann man sich vorstellen, wie Stucken und mir zumute war, als wir in einer solchen Zeit beschlossen, ein Ingenieurbüro zu gründen? Unser Mut resultierte nicht zuletzt aus der Einsicht, daß wir nichts zu verlieren hatten. Wir gründeten ohne große Formalitäten das „Zuse-Ingenieurbüro, Hopferau bei Füssen“.
Konrad Zuse

Achtes Kapitel. Die Teilhaber scheiden aus — Rechner für die Flurbereinigung — Die Elektronik setzt sich durch — Erste Gelder von der DFG — Verirrungen (und womöglich eine verpaßte Chance) — Die Feldrechenmaschine — Maßarbeit für Geodäten — Der Graphomat Z64 — Wachstum und Krise der ZUSE KG — Das Ende

Zusammenfassung
Den vergleichsweise schnellen Aufbau der ZUSE KG hatten, wie gesagt, zuallererst die Aufträge der Schweizer Remington-Rand ermöglicht. Es war deshalb eine böse Überraschung, als die gute Zusammenarbeit mit den Schweizern eines Tages von den USA aus gestoppt wurde. Die ZUSE KG befand sich unversehens in einer schwierigen Lage. Meine beiden Teilhaber schieden daraufhin nacheinander aus der Firma aus. Eckhard wechselte zur Firma Siemag nach Eiserfeld, wo sich ihm ein neues großes Betätigungsfeld bot; Stucken ging nach Brasilien. Ihre Auszahlung war ein harter Eingriff in den Besitzstand der ZUSE KG; dennoch fand die Trennung fair und in gutem Einvernehmen statt. Um die Gesellschaftsform der Kommanditgesellschaft zu erhalten, trat meine Frau als Kommanditistin ein.
Konrad Zuse

Neuntes Kapitel. (Wieder) frei für die Wissenschaft — Ehrungen — Blick in die Zukunft

Zusammenfassung
Nach über zwanzig Unternehmerjahren war ich wieder frei für die Wissenschaft. An Problemen bestand kein Mangel; die Frage war allenfalls, welchen von ihnen man sich zuwenden sollte. Ich entschied mich, meinem alten Leitspruch gemäß, für die wesentlichen.
Konrad Zuse

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