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Über dieses Buch

Wolfgang Dietrich fasst in der Nachbemerkung zur Trilogie über die vielen Frieden seine Thesen zur moralisch-modernen Geschichte des transzendenten Friedens als singularetantische Abwesenheit und der postmodernen Annahme der vielen Frieden anschaulich zusammen. Dem fügt er Überlegungen zum Frieden als energetisch-transrationales Geschehen im immanenten Weltsystem neu hinzu. Zu frieden oder nicht zu frieden ist diesem Büchlein die zentrale Frage.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Stimmenhören

Zusammenfassung
Als ich 2015 den dritten Band der Trilogie Variationen über die vielen Frieden abgeschlossen hatte, glaubte ich, mein Opus Magnum geschrieben zu haben. Über zehn Jahre hatte ich der Innsbrucker Schule der Friedensforschung eine philosophisch-historische Grundlage, eine didaktische Orientierung und mit dem Elicitive Conflict Mapping eine praktisch anwendbare Methode erarbeitet. Auch wenn in einem Werk dieses Umfangs Auslassungen, Irrtümer, Längen oder Abschweifungen vorkommen, die eventuell eine überarbeitete Neuauflage empfehlen, schien im Wesentlichen alles niedergeschrieben, was meine damalige Erfahrung und Vorstellung als Friedensforscher hergab.
Wolfgang Dietrich

Kapitel 2. Der Frieden ist nicht der Fall – Struktur, Transzendenz, Subjekt und Wesenheit

Zusammenfassung
Während der Schrei nach dem Frieden die Luft schwer machen dürfte, seit es Menschen gibt, entstand Friedensforschung als eigenständige wissenschaftliche Disziplin erst aus dem Entsetzen über Auschwitz und Hiroshima, also nach dem Zweiten Weltkrieg. In Europa wird Johan Galtung als Vater der Disziplin bezeichnet, weil er 1959 mit dem Peace Research Institute of Oslo PRIO die erste wissenschaftliche Einrichtung zur systematischen Erforschung des Friedens gegründet und 1964 mit dem Journal of Peace Research auch die erste einschlägige Fachzeitschrift ins Leben gerufen hat.
Wolfgang Dietrich

Kapitel 3. Die Frieden als Gestell – System, Immanenz, Beziehung und Vielheit

Zusammenfassung
Auch in den USA wird Johan Galtung als Pionier der Friedensforschung nach dem Zweiten Weltkrieg geschätzt, aber zum alleinigen Vater des Faches wird er dort selten überhöht, weil die Gründungsgeschichte aus anderer Perspektive wahrgenommen wird. Dabei spielt eine Rolle, dass es schon seit 1945 das Peace Research Laboratory in St. Louis/Missouri gab, das Kriegsursachen, Friedensbedingungen und individuelles Konfliktverhalten erforschte, ab 1948 einen entsprechenden Studiengang am Manchester College in Indiana, und ab 1951 das Institute of War and Peace Studies an der Columbia University in New York.
Wolfgang Dietrich

Kapitel 4. Das Frieden ist ein Tun – Kein Fordern, kein Objekt, kein Substantiv, keine Zahl

Zusammenfassung
Trotz der unterschiedlichen Ausgangspunkte haben sich die europäische und die nordamerikanische Friedensforschung nicht unabhängig voneinander entwickelt. Auch die Pioniergeneration war mobil, kommunikations- und diskussionsfreudig, wie Kenneth Bouldings Twelve Friendly Quarrels with Johan Galtung exemplarisch zeigen. Zu einem bedeutenden Botschafter zwischen den Kontinenten und Zugängen wurde Adam Curle, der 1973 an der Universität von Bradford die erste ordentliche Professur für Friedensforschung in Europa antrat.
Wolfgang Dietrich

Kapitel 5. Variationen über das viele Frieden – Das Ich ist nicht! Es icht! Frieden oder nicht frieden, das ist seine Frage

Zusammenfassung
Aufgrund der wesentlichen Impermanenz des Daseins ist der endliche Zeithorizont des Erlebbaren der einzige Rahmen, in dem eine sinnvolle Antwort auf die Daseinsfrage des Ich gesucht, gefunden und eventuell begriffen werden kann. Transzendenz ist Verstellung, nicht Entbergung des Friedensgeschehens.
Wolfgang Dietrich

Kapitel 6. Praktisches Frieden

Zusammenfassung
Im abschließenden Kapitel dieser Nachbetrachtung prüfe ich, ob die bis hierher erarbeiteten Vorschläge über den, die, das Frieden bloß philosophische Spitzfindigkeit und Spielerei mit Sprache sind, oder ob deren Anwendung und Beachtung in der Praxis der Konfliktarbeit zu anderen Zugängen, Methoden und Praktiken führen. Bei der Konzeption des Kapitels wurde deutlich, wie schwer es ist, das Frieden als Praxis in einer subjektorientierten Sprache zu beschreiben. Ich könnte in konsequenter Fortsetzung meiner Argumente von regenerativer Landwirtschaft, vernakulärem Gartenbau, transgenerationalen Wohngemeinschaften samt entsprechender Architektur, klimafreundlicher Energiegewinnung und Mobilität, Humanistischer Psychologie, gemeinschaftlichen Kunst- und Kulturinitiativen und mehr berichten.
Wolfgang Dietrich

Kapitel 7. Das letzte Lied

Zusammenfassung
Damit verklingen die letzten Nachbemerkungen zur Trilogie über die vielen Frieden. Mit ihnen der öffentliche Teil meines akademischen Lebens als Friedensforscher. Es gibt keine finale Frohbotschaft, keine wesentliche Hinterlassenschaft. Transrationale Friedensforschung ist keine Sekte, schon gar keine Kirche. Sie predigt und missioniert nicht, fordert nicht auf, kennt kein Dogma und keinen Kanon, nur Haltung.
Wolfgang Dietrich

Backmatter

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