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Über dieses Buch

Dieses Buch stellt die digitalen Transformationsprozesse von Kulturbetrieben dar und zeigt Strategien sowie Handlungsfelder eines digitalen Kulturmanagements auf. In den Beiträgen und zahlreichen Fallbeispielen stellen Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft, Praxis und Kulturpolitik aktuelle Strategien und Projekte, aber auch künstlerische Positionen im Hinblick auf neue oder weiterentwickelte digitale Technologien und ihre Potenziale vor, die von Augmented Reality, Virtual Reality bis hin zu Künstlicher Intelligenz, dem Einsatz von mobile Devices oder dem Aufkommen neuer digitaler Sparten reichen.
Der Inhalt
• Kulturbetriebe im digitalen Wandel: Grundzüge einer digitalen Strategie• Kulturpolitik in der Kultur der Digitalität• Digitale Strategien für Museen• Einsatz künstlicher Intelligenz in der inhaltlichen Arbeit von Kulturbetrieben• Digitales Audience Development • Digitalisierung und Kunstmarkt: Online-Galerien• Web Residencies – Künstlerförderung online• Online-Kommunikation als virtuelle Erweiterung der Kulturbetriebe• Digitales Ticketing• Digitalisierung und Recht: Die Datenschutzgrundsatzverordnung• Smart Places: Kulturinstitutionen im 21. Jahrhundert• Best Practices: Konzerthaus Berlin, Städel Museum Frankfurt a. M., Podium Festival, ZKM Karlsruhe, Digitalbühne Zürich, Museum für Naturkunde Berlin, Akademie Schloss Solitude Stuttgart u.a.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Strategien

Frontmatter

Kulturbetriebe im digitalen Wandel: Grundlagen einer digitalen Strategie

Zusammenfassung
Der Beitrag widmet sich der digitalen Transformation von Kulturbetrieben mit dem Ziel, wesentliche Themenfelder einer digitalen Strategie aufzuzeigen und zu diskutieren. Zunächst wird das Phänomen der Digitalisierung anhand verschiedener Perspektiven beleuchtet um ein ganzheitliches Verständnis für die tief greifenden Veränderungen zu entwickeln. Da eine technische Sicht auf das Thema zu kurz greifen würde, werden auch ausgewählte gesellschaftliche Implikationen der Digitalisierung thematisiert. Daran anschließend werden fünf Themenbereiche einer digitalen Strategie erläutert. Diese umfassen die Digitalisierung des Leistungsangebots von Kulturbetrieben, die veränderte Rolle der Besucher, Anforderungen an die digitale Infrastruktur, den Umgang mit Daten(schutz) und die veränderten internen Arbeitsprozesse. Anhand einer Digital-Strategie-Canvas werden die Themenfelder mit Leitfragen zusammengefasst und für Workshops in der Praxis zur Entwicklung einer digitalen Strategie aufbereitet.
Lorenz Pöllmann, Clara Herrmann

Kulturpolitik in der Kultur der Digitalität

Zusammenfassung
Die Kulturpolitik hat angesichts der um sich greifenden Digitalisierung Aufgaben auf drei Ebenen. Zum einen wird die kulturelle Infrastruktur derart umzugestalten sein, dass sie in der Ausstattung mit der technischen Entwicklung und den einhergehenden Anforderungen Schritt halten kann: Zum zweiten sollen Anwendungen, Vermittlung und Marketing den Erwartungen einer digitalen Gesellschaft angepasst werden. Zum dritten ist es Auftrag für die Kulturpolitik, insofern sie sich auch als Querschnittspolitik definiert, die kultur- und geisteswissenschaftliche Perspektive in den politischen Diskurs um eine Kultur der Digitalität zu bringen.
Martin Lätzel

Open Access, Open Data und Open Science als wesentliche Pfeiler einer (nachhaltig) erfolgreichen digitalen Transformation der Kulturerbeeinrichtungen und des Kulturbetriebes

Zusammenfassung
Der Kulturbereich ist in gleicher Weise wie alle anderen gesellschaftlichen Bereiche vom digitalen Wandel betroffen und muss sich neu organisieren, um auf die rasanten Entwicklungen digitaler Technologien und deren Vernetzung reagieren zu können. Das Besondere im Hinblick auf den Kulturbereich besteht darin, dass das Zielpublikum sehr heterogen ist, wohingegen digitale Angebote aufgrund ihrer Spezifik die Bedürfnisse nur weniger Nutzer erfüllen. Wollen Kulturerbeeinrichtungen nicht den Bezug zu dem allgemeinen Publikum verlieren, den sie dem kulturpolitischen Anspruch nach sicherzustellen haben, müssen die den digitalen Angeboten zugrunde liegenden Daten und Infrastrukturen so ausgestaltet sein, dass sie jederzeit sowohl die eine als auch die andere Publikumsschicht adressieren, mit anderen Worten: Sie müssen heterogene Bedürfnisse erfüllen können. Wenn es den Kulturerbeeinrichtungen nicht gelingt, die ihrem gesellschaftlichen Auftrag widersprechenden Exklusionseffekte im digitalen Raum zu vermeiden, dann wird das Potenzial für die Ermöglichung kultureller Teilhabe in großen Teilen unerschlossen bleiben, auch wenn sie im ständigen Wettlauf um immer neuere und attraktivere digitale Angebote vielleicht bestehen können (cutting edge). Voraussetzung für die nachhaltige digitale Öffnung des Kulturbereichs ist, dass dieser, ohne sich neu erfinden zu müssen, anfängt, digital zu denken, und die Prinzipien von Open Access, Open Data und Open Science in den Kulturbetrieb integriert.
Ellen Euler

Wandel durch Innovationen

Zur digitalen Transformation in den Kulturbetrieben
Zusammenfassung
Die Digitalisierung fordert die Kulturbetriebe zur digitalen Transformation ihrer Prozesse, Dienstleistungen und Produkte heraus. Kulturbetriebe, die vor allem auf Bewahren, Erforschen und Vermitteln eingestellt sind, müssen nun sich selbst neu Erfinden und zentrale Bereiche innovieren. Die folgende Argumentation zeigt auf, warum Kulturbetriebe Innovation für den digitalen Wandel brauchen, sie erläutert die drei zentralen Aufgaben, die sie dabei strategisch erfüllen müssen und macht einen Vorschlag, wie es den Kulturbetrieben durch die Implementierung eines Innovationsprozesses gelingen kann, Innovation in eine Organisation zu etablieren.
Holger Simon

Das digital kompetente Museum – digitale Strategien für Museen

Zusammenfassung
Der Beitrag kommentiert unterschiedliche „digitale Strategien“ in Museen, die, wie andere Kulturbetriebe, durch die Digitalisierung mit neuen Herausforderungen konfrontiert sind. Zunächst werden zahlreiche internationale Beispiele aufgeführt, die das Museum auch als digital erweiterten Lernort entwickeln und neben den analogen auch den digitalen Besuchern eine besondere Wertschätzung entgegen bringen. Daran anschließend wird der Idealentwurf einer digitalen Strategie skizziert, die nicht als zeitlich begrenztes Projekt oder starres Konzept verstanden werden, sondern als dynamische Konstruktion auf die sich permanent verändernden technologischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen reagieren soll. Abschliessend wird das Projekt „Digitale Strategien für Museen“ der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern vorgestellt.
Christian Gries

Handlungsfelder

Frontmatter

Einsatzgebiete Künstlicher Intelligenz in der inhaltlichen Arbeit von Kulturbetrieben

Zusammenfassung
Dieser Beitrag stellt mögliche Anwendungsfelder für Künstliche Intelligenz in der Arbeit mit kulturellen Gütern vor. Er zeigt die Einflüsse auf die Kreation und Produktion von Kunst ebenso wie auf deren Kuratierung, Analyse und Rezeption. In der Betrachtung von Kulturbetrieben stehen insbesondere Museen im Vordergrund, da sie durch ihr breites Aufgabenfeld die größte Vielfalt möglicher Einsatzbereiche vorgeben. Es zeigt sich, dass vor allem Maschinenlernen derzeit in der Kreation und Produktion von Kulturgütern und Kunstwerken bereits angewandt wird. Zu beachten ist hier die getrennte Betrachtung von kreativem Prozess und kreativem Ergebnis. Nach den meisten Definitionen kann Künstliche Intelligenz keinen mit dem Menschen vergleichbaren kreativen Prozess durchführen, jedoch beachtliche Ergebnisse in vielen kreativen Feldern hervorbringen. Es ist in einigen Disziplinen bereits schwer, die Unterschiede zwischen menschen- und maschinengemachten künstlerischen Ergebnissen zweifelsfrei festzustellen. Ein Effekt dieser vergleichbaren Qualität mit menschlicher Schöpfungskraft kann ein starker Anstieg der Verfügbarkeit kunstähnlicher Produkte sein. Weitere Einsatzgebiete Künstlicher Intelligenz sind auch in kulturellen Institutionen vorstellbar, aber bis auf Ausnahmen noch nicht weit verbreitet. Insbesondere in der Kuratierung, der wissenschaftlichen Untersuchung von Sammlungsobjekten, sowie der Schaffung eines Publikumserlebnisses kommen einige der Stärken von Maschinenlernen und KI zum Tragen: Erkenntnisgewinne aus der Analyse großer Datenmengen, Vergleiche und anlassbezogene Zusammenstellung von Werken und ihren Metadaten. Doch stellt die Verwertung von derlei Daten für viele kulturelle Institutionen bislang ein schwieriges und kaum zu finanzierendes Problem dar. Die Effizienzsteigerung durch KI kann dafür eine Lösung sein. Selbstverständlich werden sich KI-Anwendungen vermehrt auch in Marketing, Kommunikation, Verwaltung und dem Infrastrukturmanagement von kulturellen Institutionen finden. Diese Gebiete werden hier nicht weiter beleuchtet, da sie vergleichbaren Anwendungen in anderen Wirtschaftsbereichen stark ähneln, für die bereits umfassende Literatur vorliegt. Es seien beispielhaft Kommunikationsbots, Analysewerkzeuge für Social-Media-Aktivitäten oder Einsatzplaner für Personal genannt. Neue Gefahren beim Einsatz von KI in kulturellen Institutionen entstehen durch Abhängigkeiten von Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit nicht prioritär kulturell geprägt ist und die eine Alleinstellung in der Verwertung kultureller Daten haben. Weiterhin könnten der starke Einfluss und die hohe Innovationskraft von Technologieunternehmen zu einem Rückzug des Staates aus der kulturellen und kulturwissenschaftlichen Arbeit führen.
Holger Volland

Digitales Ticketing

There is more to it than meets the eye
Zusammenfassung
Ticketing hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte zu einer komplexen Angelegenheit gewandelt. Viele Softwarelösungen am Markt sind über Jahre mit den Anforderungen der Kunden gereift. Schon lange ist Ticketing kein isoliertes Phänomen mehr in einem Kulturbetrieb – vielmehr kommuniziert es über zahlreiche Schnittstellen mit anderen Systemen – vor allem mit der Webpräsenz der Kultureinrichtungen, da sich mehr und mehr Menschen online über mobile Endgeräte informieren und auch Tickets kaufen. Bei sinkenden Aufmerksamkeitsspannen und mehr und mehr Freizeitangeboten muss Online-Ticketing reibungslos und schnell erfolgen, damit kein Kunde abspringt. Dazu liefert die Ticketing-Datenbank wertvolle Hinweise über Kunden und Bewegungsdaten, die mit Big Data, CRM und Business Intelligence ausgewertet werden können für treffgenauere Marketingkampagnen – und mehr Erlöse.
Rainer Glaap, Martin-Christian Heilgenberg

Ganzheitliche Online-Kommunikation als virtuelle Erweiterung der Kulturbetriebe

Zusammenfassung
Der Beitrag behandelt die strategischen Grundlagen der Online-Kommunikation für Kulturbetriebe und diskutiert Möglichkeiten, wie diese die Kulturvermittlung unterstützen kann. Zunächst werden die Charakteristika der Online-Kommunikation erläutert und der inhaltsorientierte Kommunikationsansatz Content Marketing vorgestellt. In einem weiteren Kapitel werden aus strategischer Perspektive drei Arten von Medien besprochen, um die Komplexität der Online-Kommunikation von Kulturbetrieben zu verdeutlichen. Eine besondere Rolle wird in diesem Zusammenhang externen Multiplikatoren zuteil, die im Unterkapitel zum sogenannten Influencer Marketing behandelt werden. Die operative Ebene der Online-Kommunikation wird anhand ausgewählter Maßnahmen im vierten Kapitel diskutiert: Der Website von Kulturbetrieben, der Suchmaschinenoptimierung, dem E-Mail-Marketing sowie der Social-Media-Arbeit. Zahlreiche Beispiele und Analysen verdeutlichen die theoretischen Ausführungen. Der Beitrag schließt aus praktischer Perspektive mit einem Überblick zum Kommunikations-Controlling und der Evaluation. Aus theoretischer Perspektive wird zudem das Modell der Nutzendimensionen in Bezug auf die Online-Kommunikation von Kulturbetrieben vorgestellt und diskutiert, um zu verdeutlichen, dass Online-Kommunikation mehr Relevanz als die eines Absatzkanals hat.
Lorenz Pöllmann

Unsichtbares sichtbar machen – Augmented Reality in der Kulturvermittlung

Zusammenfassung
Augmented Reality ist eine aufstrebende digitale Technologie, die die Interaktion zwischen Mensch und Maschine revolutioniert. In der Kultur kann sie sowohl als neue Kunstform als auch als effektive Vermittlungstechnik verwendet werden. Der vorliegende Artikel beschreibt, welche Möglichkeiten der Einsatz von Augmented Reality in der Kulturvermittlung bietet und welche Herausforderungen sich stellen.
Jan Lässig

Digitales Audience Development in Museen

Zusammenfassung
Dieser Beitrag widmet sich dem Digital Audience Development von Museen und bietet einen Einblick in die Herausforderungen und Aufgaben der Digitalisierung für diese. Dazu wird einleitend das Konzept Audience Development vorgestellt. Anschließend wird der Begriff der Digitalisierung innerhalb dieses idealtypischen Modells eingeordnet. Um dies zu gewährleisten, werden die Aufgaben der Digitalisierung im Museum definiert und darauf aufbauend die Potenziale der Digitalisierung für das übergeordnete Konzept Audience Development veranschaulicht. Zudem wird auf die Nutzung digitaler Hilfsmittel für Mitarbeitende im Museum eingegangen.
Linda Frenzel

Digitalisierung in Förder- und Freundeskreisen – Entwicklungen der Arbeitsfelder und Anwendungsbeispiele

Zusammenfassung
Förder- und Freundeskreise unterstützen Kulturbetriebe finanziell, personell sowie mit Sachspenden. Darüber hinaus leisten sie Bildungsarbeit mit ihrem Kulturprogramm im Rahmen der Mitgliedschaften. Aufgrund der digitalen Transformation der Gesellschaft und der damit einhergehenden veränderten Bedürfnissen der Mitglieder der Förder- und Freundeskreise als auch der Besucher der Kulturbetriebe durchlaufen Förderorganisationen einen Wandel. Der vorliegende Beitrag stellt die veränderten Tätigkeitsfelder und Arbeitsprozesse der Förder- und Freundeskreise vor und belegt dies anhand von Zahlen einer Online-Umfrage (n = 167) und einer schriftlich durchgeführten Umfrage (n = 75). Insbesondere wird auf die Bereiche Online-Fundraising, Online-Kommunikation sowie Online- Programmgestaltung speziell für Mitglieder eingegangen und drei Anwendungsbeispiele aus der Praxis der jungen Initiativen der Förder- und Freundeskreise vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mehrheit digitale Anwendungen für die Arbeitsbereiche Online-Kommunikation und die Online-Programmorganisation verwendet, insbesondere für die Mitgliederverwaltung, die Informationsvermittlung über Website und Newsletter sowie für das Termin- und Einladungsmanagement. Nur ein Drittel nutzt Online-Fundraising-Formate, allerdings verwenden viele bereits computergestützte Buchhaltungsprogramme für die Beitragsverwaltung und -abrechnung. Die Umsetzung der internetbasierten Anwendungen erfolgt mehrheitlich durch die jungen Gruppen in den Förder- und Freundeskreisen, die bereits seit frühster Kindheit Teil der Digitalisierung der Gesellschaft sind.
Antonia Goldin

The Winner Takes It All – Die Online-Galerie als Demokratisierungsansatz eines von Intransparenz geprägten Kunstmarktes?

Zusammenfassung
Nicht zuletzt aufgrund seiner von Intransparenz und Exklusivität geprägten Strukturen hat die Digitalisierung vergleichsweise spät im Kunstmarkt Einzug gehalten. Der Beitrag befasst sich mit der wachsenden Bedeutung des digitalen Kunstgeschäfts innerhalb des globalen Kunstmarktes. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Online-Galerie, einem noch jungen Akteur des Kunstmarktes, der sich im Zuge der digitalen Transformationsprozesse entwickelt hat. Die Online-Galerie versteht sich jedoch nicht als reine Übertragung analoger Geschäftsstrukturen klassischer Galerien in den digitalen Raum, sie bedient sich vielmehr Vermarktungsstrategien aus dem E-Commerce-Bereich und hat innerhalb des Niedrigpreissegments des Kunstmarktes eine neue Marktnische besetzt. Viele Online-Galerien sprechen in diesem Zusammenhang von einer Demokratisierung des Kunstmarktes. Inwiefern die Digitalisierung des Galeriebetriebs dem Kunstmarkt jedoch mehr Demokratie und Transparenz ermöglicht, soll am Fallbeispiel der marktführenden Online-Galerie Saatchi Art untersucht werden.
Sarah Fassio

Kulturveranstaltung 4.0 – DSGVO und Datenschutz im Management kultureller Veranstaltungen

Zusammenfassung
Mit dem Inkrafttreten der neuen europäischen Datenschutzgrundverordnung werden alle Unternehmen, die personenbezogene Daten verarbeiten, vor weitreichende Herausforderungen gestellt. Dies betrifft auch Kulturbetriebe, die zukünftig ebenfalls datenschutzkonform agieren müssen. Dieser Beitrag erörtert die neuen Herausforderungen, die sich mit der DS-GVO ergeben, insbesondere am Beispiel der Kulturveranstaltung. Er erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen und gibt Handlungsempfehlungen für das Datenschutzmanagement.
Mandy Risch-Kerst

Best Practices

Frontmatter

smart places. Kulturinstitutionen im 21. Jahrhundert

Zusammenfassung
Es sind neue Herausforderungen, die heute an die Kulturinstitutionen vonseiten der Gesellschaft herangetragen werden: Ein sich beständig veränderndes Publikum, dessen Dynamik zum Ende des 20. Jahrhunderts neue Maßstäbe annimmt, insbesondere aber neue Technologien, die im Alltag Eingang finden und zugleich ein neues Selbstwertgefühl des Publikums evozieren, fordern von den Kulturinstitutionen ein Umdenken der bisherigen Vorgehensweisen, Strategien und Ansprachen. Zudem stellt sich im 21. Jahrhundert die Frage, ob der Digitalisierung, als einem der aktuell prägendsten Elemente der gegenwärtigen Entwicklungen nicht eine stärkere Berücksichtigung zukommen müsste. Wie ‚smart‘ müssen Kulturinstitutionen heute sein, um die Rolle des Cultural Leadership in Zeiten digitaler Disruption nicht zu verlieren, um neue Generationen für sich zu gewinnen und auch in den nächsten Dezennien als Orte des kritischen Denkens, gesellschaftlicher Reflexion und Bildung zu fungieren?
Dominika Szope

Die digitale Strategie des Städel Museums – Konzepte, Praxisbeispiele, Erfahrungen

Zusammenfassung
Die Erweiterung des Bildungsauftrags in den digitalen Raum ist das zentrale Element der digitalen Erweiterung im Städel Museum Frankfurt und schreibt damit den von seinem Gründer, dem Bankier Johann Friedrich Städel, vor 200 Jahren formulierten Stiftungszweck der ältesten Museumsstiftung Deutschlands in die Zukunft fort. Der Beitrag gibt Einblick in die Motivation für die Formulierung einer digitalen Strategie in einem Kunstmuseum und illustriert, wie auf dieser Basis die unterschiedlichen Maßnahmen und Initiativen entwickelt und technische Neuerungen für die Kernaufgaben des Museums nutzbar gemacht werden konnten. Exemplarisch wird anhand der neuen digitalen Formate wie beispielsweise der Digitorials, dem Onlinekurs oder der digitalen Sammlung die Möglichkeit einer Erweiterung des Museumsbesuchs in einer räumlichen und zeitlichen Dimension vorgestellt. Die Entwicklung neuer Erzählstrategien für den digitalen Raum zur Schaffung individueller Lernerlebnisse steht im Mittelpunkt der Diskussion. Zusätzlich bietet der Artikel Einblicke in die mit der Umsetzung digitaler Projekte einhergehenden Transformationsprozesse interner Strukturen sowie die Erfahrungen mit externen Partnern und den Reaktionen der Nutzer.
Chantal Eschenfelder

Digitale Musikvermittlung: Das virtuelle Konzerthaus Berlin

Zusammenfassung
Das Konzerthaus Berlin geht mit Augmented und Virtual Reality neue Wege in der digitalen Musikvermittlung. In diesem Beitrag werden die operativen und strategischen Hintergründe des Projekts Virtuelles Konzerthaus mit der App Konzerthaus Plus erläutert. Es werden wertvolle Einblicke in die Forschung an der Schnittstelle von Digitalisierung, kollaborativ-mobiler Internetnutzung und neuartiger Interaktions-, Visualisierungs- und Unterhaltungsformen gegeben sowie in die praktische Umsetzung von 360°-Konzertinstallationen, digitale Ausstellungen und augmentierte Publikationen. Der Fokus der Projektarbeit liegt dabei darauf, neue Zugänge zur Klassik zu schaffen, das Erlebnis zu erweitern sowie interaktiv zu vermitteln.
Elena Kountidou, Annette Thoma

Digitalbühne Zurich: Die Schauspielerin 4.0

Zusammenfassung
Nach einer kurzen Einführung in die Hintergründe, die zur Gründung der Digitalbühne Zurich führten, werden die erklärten Ziele und Herausforderungen der Gruppe benannt sowie die Forschungsschwerpunkte bezüglich Storytelling und Schauspiel erläutert. Aufgrund von Überlegungen basierend auf der Theatertheorie führen die Autoren aus, welche grundsätzlichen Aspekte die Arbeit der Digitalbühne prägen und inwiefern ihre Arbeit die Brecht’schen Erzähltraditionen spiegelt.
Es folgt der Versuch einer Definition der Schauspielerin 4.0, die den Stand der künstlerischen Experimentreihe aufzeigt.Im Fazit und dem Ausblick ziehen die Autoren erste Schlüsse aus der Erzähllaborarbeit und geben einen Einblick in kommende Experimente.
Samuel Schwarz, Corinne Soland

Web Residencies – Künstlerförderung online

Ein neues Instrument der Künstlerförderung für Artist-in-Residence-Programme am Beispiel der virtuellen Akademie Schloss Solitude
Zusammenfassung
Durch die Digitalisierung gewinnt das Internet als Produktionsstätte für Künstlerinnen und Künstler an Bedeutung und avanciert dabei zum Ort simultaner Kunst-Produktion, -Distribution und -Rezeption internationaler und interdisziplinärer Online-Communities. Um emerging artists dieser Szene zu fördern, hat die internationale Künstlerresidenz Akademie Schloss Solitude das Programm Web Residencies gegründet, das junge Künstler in demselben dynamischen Medium fördert, vernetzt und sichtbar macht, mit bzw. in dem sie arbeiten und an dem sie von jedem Ort aus über ihre Screens und Computer teilnehmen können. In diesem Beitrag wird das neue Modell zur Kunst- und Kulturförderung im Netz, seine Zielsetzungen, Strategien, Themen und Projekte vorgestellt vor dem Hintergrund des Wirkungsraumes von Künstlerresidenzen und ihrer Entwicklungen im Kontext des digitalen Wandels.
Clara Herrmann

Coding da Vinci

oder für eine Renaissance der Allmendekultur mit digitalen Mitteln
Zusammenfassung
Der Kultur-Hackathon Coding da Vinci ist ein im fünften Jahr existierendes Best-Practice-Projekt für Museen, Bibliotheken, Gedenkstätten und Archive, die nach innovativen Anwendungen für Kulturerbe in der digitalen Transformation suchen. Der nachfolgende Beitrag beleuchtet in neun Facetten-Einstellungen Voraussetzungen, Zutaten, Herausforderungen, Ziele und Ergebnisse des Projektes.
Barbara Fischer

Auf dem Weg zu einer digitalen Strategie für das Museum für Naturkunde Berlin

Zusammenfassung
Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten, Sammlungen von Bibliotheken, Archiven und Museen offen zugänglich und erforschbar zu machen sowie miteinander zu vernetzen. In diesem Beitrag gibt das Naturkundemuseum Berlin, das sich als offenes, integriertes Forschungsmuseum versteht, auf dem Weg zu einer digitalen Strategie Einblicke in die Digitalisierung seiner Forschungs- und Sammlungsdaten. Vorgestellt und erörtert werden Methoden und technische Lösungen für die Digitalisierung von Daten, die Bedeutung der Vernetzung von Sammlungen, Ansätze für die Kommunikation der digitalen Datenarbeit an ein Publikum, die systematische Erschließung neuer Nutzergruppen und Projekte zur digital unterstützen Partizipation an Forschung.
Maike Weißpflug, Susanna Schulz, Jana Hoffmann, Christiane Quaisser

PODIUM.Digital – Beyond Digital

Zusammenfassung
Der Beitrag untersucht aus unterschiedlichen Blickwinkeln, was es als Kulturorganisation in der Praxis heißt, sich mit dem Thema Digitalisierung auseinanderzusetzen. Am Beispiel der Arbeit von PODIUM Esslingen, insbesondere der Sparte PODIUM.Digital, werden verschiedene Gedanken nebeneinandergestellt, aus denen sich ein Verständnis für den organisationsweiten Einfluss digitaler Entwicklungen ergibt. Im Jahr 2009 als kleines, alternatives Kammermusikfestival junger Menschen gegründet, hat sich PODIUM Esslingen in wenigen Jahren zu einer vielseitigen Plattform für Innovation im Bereich klassischer und zeitgenössischer Musik entwickelt. Ausgehend von zwei Schaltzentralen in Esslingen und Berlin arbeitet das Team seit der Gründung dezentral und digital vernetzt. Die Kommunikation beruht zu großen Teilen auf virtuellen Kanälen, die Ideengenerierung wäre kaum denkbar ohne den Überfluss an Potenzialen in unserem virtuellen Netzwerk. Nicht zuletzt prägt die Digitalität auch eine ganze Reihe von aktuellen künstlerischen Projekten. Eine Geschichte wie die von PODIUM Esslingen ist in einer prä-digitalen Zeit nicht denkbar. In dem Beitrag werden einige Gedanken zusammengestellt, die die Arbeit des Festival-Teams in diesem Feld prägen.
Julian Stahl, Steven Walter

Digitalität und Theaterbetrieb – ein Ausblick

Zusammenfassung
Dieser Beitrag widmet sich in einem Kommentar der Digitalisierung von Theatern und den damit einhergehenden strukturellen und inhaltlichen Veränderungen des Theaterbetriebs im Umgang mit digitalen Technologien. Er stellt entscheidende praktische wie auch gesellschaftspolitische Fragen im Hinblick auf die Auswirkungen für die Betriebstechnik, Kommunikation und künstlerisch-inhaltliche Darstellung, die auch der neuen Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund zugrunde liegen.
Alexander Kerlin
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