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Über dieses Buch

Im Gegensatz zu vielen anderen Veröffentlichungen untersuche ich aus der Erfahrung eines Industriellen heraus, wie sich eine Volkswirtschaft auf wirtschaftlichen Erfolg ausrichten läßt. Dabei gehe ich von der Überlegung aus, daß die wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten in glei­ cher Weise in kleinen, großen Unternehmen und in Weltkonzernen mit vielen hundert Betrieben gelten wie im Konzern "Volkswirt­ schaft". Die Volkswirtschaft ist mit allen ihren Betrieben also wie eine unternehmerische Einheit zu betrachten. Ich will nicht speziell die deutsche Situation betrachten, auch wenn viele Beispiele aus dem Heimatland die theoretischen Überlegungen stützen. Wie viele Ma­ nager konnte ich erleben, daß Fehlstrukturen im Hinblick auf den Aufbau und die Abläufe die Unternehmen gefährden, wenn sie nicht relativ bald beseitigt werden. Schon ein zehnprozentiger Kostennach­ teil wird unter Umständen auf Dauer für ein Unternehmen zu einem Existenzproblem. Ein Staat geht wegen wirtschaftlicher Probleme nicht unter, da er die Lasten auf die tragfähigen Bürger verteilt. Volkswirtschaftliche Fehlstrukturen, die sowohl durch die Wirtschaft als auch durch die öffentliche Hand verursacht sein können, verrin­ gern aber den Lebensstandard und die Lebensqualität, schaffen millionenfach Hindernisse, Streß und Ärger, Arbeitslosigkeit und Verschuldung. Die Struktur einer Demokratie läßt sich, wie ein Vergleich mit Gewerbebetrieben zeigt, in wirtschaftlicher Hinsicht noch wesentlich verbessern.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Vorwort

Zusammenfassung
Im Gegensatz zu vielen anderen Veröffentlichungen untersuche ich aus der Erfahrung eines Industriellen heraus, wie sich eine Volkswirtschaft auf wirtschaftlichen Erfolg ausrichten läßt. Dabei gehe ich von der Überlegung aus, daß die wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten in gleicher Weise in kleinen, großen Unternehmen und in Weltkonzernen mit vielen hundert Betrieben gelten wie im Konzern „Volkswirtschaft“. Die Volkswirtschaft ist mit allen ihren Betrieben also wie eine unternehmerische Einheit zu betrachten. Ich will nicht speziell die deutsche Situation betrachten, auch wenn viele Beispiele aus dem Heimatland die theoretischen Überlegungen stützen. Wie viele Manager konnte ich erleben, daß Fehlstrukturen im Hinblick auf den Aufbau und die Abläufe die Unternehmen gefährden, wenn sie nicht relativ bald beseitigt werden. Schon ein zehnprozentiger Kostennachteil wird unter Umständen auf Dauer für ein Unternehmen zu einem Existenzproblem. Ein Staat geht wegen wirtschaftlicher Probleme nicht unter, da er die Lasten auf die tragfähigen Bürger verteilt. Volkswirtschaftliche Fehlstrukturen, die sowohl durch die Wirtschaft als auch durch die öffentliche Hand verursacht sein können, verringern aber den Lebensstandard und die Lebensqualität, schaffen millionenfach Hindernisse, Streß und Ärger, Arbeitslosigkeit und Verschuldung.
Friedrich Reutner

1. Lebensqualität als Ziel der Wirtschaftspolitik

Zusammenfassung
Wer Entwicklungsländer bereist und das Schicksal vieler Menschen dort näher kennenlernt, kann um so mehr ermessen, was es heißt, wenn keine funktionierende Wirtschaft existiert. Über eine Milliarde Menschen steht täglich weniger als ein Dollar Einkommen zur Verfügung. Tiefe Armut ist neben Krankheit eines der bittersten Schicksale, ganz besonders aber, wenn man die eigene Chancenlosigkeit erkennt. Armut ist die Ursache für Unterernährung, Krankheit, mangelnde Schulausbildung, rasches Bevölkerungswachstum, Umweltzerstörung, Konflikte und Völkerwanderung. Es liegt also im Interesse aller Staaten, eine funktionierende Wirtschaft zu entwickeln.
Friedrich Reutner

2. Die Qualität der Führung entscheidet langfristig über Erfolg und Mißerfolg

Zusammenfassung
Leistungskulturen sind langfristig die Grundlage aller Erfolge, wie die industriellen Erfahrungen zeigen. In größeren Unternehmen dauert es mindestens zehn Jahre und mehr, um eine gegebene Kultur grundlegend zu verändern. Alte Kulturen zeigen oft noch nach 30 Jahren ihre Merkmale, selbst wenn die Führung sich ununterbrochen um andere Verhaltensweisen bemüht hat. Sie werden durch eine über viele Jahrzehnte motivierende Zwangskonstellation, durch Informationen, Schulungen etc. in eine bestimmte Richtung geprägt; dies erfordert viel Zeit und laufende starke Impulse in der Änderungsphase. Auch in Volkswirtschaften prägen unterschiedliche Kulturen die Einsatz- und Leistungsbereitschaft, die Streitbereitschaft, das Verhältnis zum Staat, die Einstellung zu den Gesetzen etc. So gibt es beispielsweise große Unterschiede zwischen der Schweiz, Deutschland, Italien oder Brasilien. In Unternehmen ist es aufgrund der geringeren Komplexität wiederum viel leichter als in Volkswirtschaften, Kulturen zu verändern. In der Volkswirtschaft wandeln sich diese unter Umständen erst im Laufe von mehreren Generationen.
Friedrich Reutner

3. Strukturveränderung: Gefahr und Chance

Zusammenfassung
Zahlreiche betriebswirtschaftliche Analysen haben bewiesen, daß und warum es in jeder Branche gute und schlechte Unternehmen gibt. Die einen verlieren im gleichen Markt immer mehr Marktanteile und Arbeitsplätze, andere halten die Zahl ihrer Mitarbeiter etwa auf gleichem Niveau, und in einer dritten Gruppe entstehen von Jahr zu Jahr mehr Arbeitsplätze.
Friedrich Reutner

4. Leistungskultur: Basis der Wettbewerbsfähigkeit

Zusammenfassung
In den Betrieben hat man längst erkannt, daß die Leistungsfähigkeit auf Dauer bis zur Wettbewerbsunfähigkeit sinkt, wenn die Führung die Mitarbeiter demotiviert und diese dann Verdrossenheit auf das Management beziehungsweise das Unternehmen zeigen. Solche Mitarbeiter wechseln den Arbeitgeber oder ziehen sich nach einer „inneren Kündigung“ mehr und mehr in die Privatsphäre zurück. Sie zeigen nur noch ein Scheinengagement, mit dem sie ihre Leistung gegenüber der Führung „optisch“ dokumentieren. Ihre Kreativität sinkt aber eher auf den Nullpunkt. Solche Entwicklungen sind letztlich unsozial, weil der Beitrag der Arbeit zur Lebensqualität der Mitarbeiter wegen der langen Zeit, die Werktätige am Arbeitsplatz verbringen, erheblich ist. Die richtige Motivation hilft dagegen sowohl den Mitarbeitern als auch den Unternehmen.
Friedrich Reutner

5. Kultur- und Strukturprobleme erzeugen Arbeitslosigkeit, Investitionsdefizite und Verschuldung

Zusammenfassung
Das marktwirtschaftliche System ermöglicht es ohne Zweifel am besten, die fundamentalen Einflußgrößen ins Gleichgewicht zu bringen und dadurch für ein optimiertes Wachstum und eine höchstmögliche Wohlstandsmehrung zu sorgen, auch wenn es bei weitem nicht alle Probleme löst. Ein solches System verträgt auch zahlreiche politische Eingriffe, die zum Beispiel zur Vermeidung sozialer Härten notwendig sind, auch wenn diese die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Aber der steigende monopolistische Anteil und die wachsenden unwirtschaftlichen Zwänge nicht zuletzt durch die Interventionen mit Gesetzen, die mit einer Rück-delegation und Zentralisierung in der Wirtschaft vergleichbar sind, führen zu ständig wachsenden Problemen, zumal die Politiker die komplexen Folgen ihrer Regelungen gar nicht übersehen können. Jedes Ungleichgewicht führt auf die Dauer zu Problemen und schmerzlichen Eingriffen. So ist auch der kostentreibende, die Initiative lahmende und leistungssenkende Sozialstaat auf Dauer ungerecht und unsozial. Der gutgemeinte Versuch, den Armen durch hohe soziale Leistungen zu helfen, schlägt langfristig zurück: Immer mehr Menschen werden durch Arbeits- und Chancenlosigkeit und das schließlich sinkende Lohniveau betroffen.
Friedrich Reutner

6. Ansatzpunkte für geänderte Rahmenbedingungen und eine neue Wirtschaftspolitik

Zusammenfassung
Jede Organisationsform führt zu Vor- und Nachteilen. Die demokratische Organisation hat sich für den Staat deshalb bewährt, weil sie das staatliche Monopol zeitlich begrenzt und eine eingeschränkte Macht durch die Gewaltenteilung, kriegerische Auseinandersetzungen sowie Willkür und das daraus resultierende Unrecht weitgehend verhindert. Aus diesem Grunde wurden die mit ihr verbundenen Nachteile wie zum Beispiel Unwirtschaftlichkeit, Schwerfälligkeit und verwässerte Entscheidungen hingenommen. Die Gewaltenteilung und die demokratischen Spielregeln reichen aber nicht aus, wirtschaftliche Niedergänge oder Zusammenbrüche zu verhindern, denn die Impulse zu wirtschaftlichen Fehlentscheidungen sind organisatorische Bestandteile der heutigen Demokratien.
Friedrich Reutner

Backmatter

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