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01.08.2016 | Originalarbeit | Ausgabe 7-8/2016

Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft 7-8/2016

Der Einfluss der Ufervegetation auf die Wassertemperatur unter gewässertypspezifischer Berücksichtigung von Fischen und benthischen Evertebraten am Beispiel von Lafnitz und Pinka

Zeitschrift:
Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft > Ausgabe 7-8/2016
Autoren:
DI Dr. A. Melcher, DI F. Dossi, Ass.-Prof. Dr. W. Graf, DI Dr. F. Pletterbauer, K. Schaufler, DI G. Kalny, Priv.-Doz. DI Dr. H. P. Rauch, Ass.-Prof. Dr. H. Formayer, DI H. Trimmel, ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. P. Weihs

Zusammenfassung

Vorliegende transdisziplinäre Studie untersuchte im Rahmen des ACRP Projektes BIO_CLIC die Wirkung der Ufervegetation auf das Wassertemperaturregime sowie die Interaktionen mit aquatischen Organismen von kleinen und mittelgroßen Flüssen am Beispiel von Lafnitz und Pinka. Ziel ist es, relevante Zusammenhänge zu analysieren und darzustellen, um daraus Managementmaßnahmen und Anpassungsstrategien entwickeln zu können. Die beiden Flüsse befinden sich im Südosten Österreichs, einer Region, die nach derzeitigem Wissensstand mit relativ starken Auswirkungen des Klimawandels zu rechnen hat. Es ist davon auszugehen, dass der Klimawandel die Wassertemperaturen nicht nur steigen lässt, sondern dass auch häufiger Hitzeperioden auftreten können.
Im Zuge der vorliegenden Arbeit wurden die thermischen Habitate sowie die Ufervegetation erfasst und die longitudinale Verbreitung von Fischen sowie der benthischen Evertebraten-Fauna (gewässerbodenbewohnende wirbellose Lebensgemeinschaft) analysiert. Dabei stellt die Lafnitz, vor allem im Mittellauf, ein weitgehend naturnahes Gewässer dar, während die Pinka starke anthropogene Beeinträchtigungen aufweist. Eine Synthese von Wassertemperatur und Ufervegetation mit der Fisch- und wirbellosen benthischen Fauna, in Form von „Fact Sheets“, zeigt sehr große Unterschiede an sechs verschiedenen „Hot Spots“ und unterstreicht die Bedeutung abiotischer gewässertypspezifischer Parameter für aquatische Lebensgemeinschaften.
Die globale Erwärmung zeigt heute bereits Auswirkungen auf Fließgewässersysteme und wird in Zukunft diese Ökosysteme und ihre Leistungen noch stärker beeinflussen. In naturnahen Flussabschnitten mit geringen menschlichen Belastungen beträgt der Wassertemperaturunterschied zwischen den biozönotischen Zonen im Sommer zwischen 2 °C und 3 °C und ist somit oft ein trennender Faktor zwischen den Zonen. Höhere Wassertemperaturen zwingen die Zönosen zu Anpassungen oder zur Abwanderung in Abschnitte, wo geeignete Habitate vorhanden sind. Ein Anstieg der Wassertemperatur um 2 °C führt daher zu einer Verschiebung der Artenzusammensetzung. Die Ufervegetation ist für die aquatische Ökologie unserer Fließgewässer wichtig und hat durch die zukünftig zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels auf das thermische Regime eine besondere Bedeutung. Sie kann durch ihre beschattende Wirkung, besonders in Hitzephasen, die Erwärmung der Wassertemperatur um bis 2 °C verringern.
Die Synthese unterstreicht, dass für nachhaltige Flussrevitalisierungen, die Berücksichtigung der gewässertypspezifischen Ufervegetation sowie eine entsprechende aquatische Habitatausstattung unumgänglich ist.

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