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2020 | OriginalPaper | Buchkapitel

21. Der Fortbestand der Europäischen Währungsunion wird durch Italien infrage gestellt

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Zusammenfassung

Italien ist mit einem Anteil von 15 % des Eurozonen-BIP ein ökonomisches Schwergewicht. Zugleich hält Italien 23 % der Euro-Staatsverschuldung. Bei einer Schuldenquote von 132 % und einem Bankensektor, den ein überaus hoher Bestand an Problemkrediten prägt, wird das Doppelrisiko einer Staatsinsolvenz und einer Bankenkrise deutlich. Zwei Indizien unterstützen diese Aussage: Zum einen sind die italienischen TARGET-Defizite seit 2011 auf 492 Mrd. EUR (Stand Nov. 2018) angestiegen, zum anderen ermöglicht das sogenannte ANFA-Abkommen den nationalen Notenbanken den Erwerb von Wertpapieren - bspw. eigene Staatsanleihen. Dieser “Geld-Eigendruck” machte etwa 13 % (2017) der Bilanzsumme der Banca d’Italia aus. Rechnet man die Staatsanleihekäufe der Banca d’Italia im Rahmen des SMP- und des PSPP-Programms hinzu, dann erhöhen sich die Eigengeschäfte auf 46 % der Bilanzsumme. Damit ist der Grundsatz der Kongruenz von Emissions- und Geldannahmegemeinschaft als Stabilitätsvoraussetzung einer jeden Währungsunion infrage gestellt.
Fußnoten
1
Eigene Berechnungen auf der Grundlage der Banca d’Italia (2018, S. 41 f.).
 
Literatur
Zurück zum Zitat Banca d’Italia. (2018). Annual accounts 2017, Rome 2018. Banca d’Italia. (2018). Annual accounts 2017, Rome 2018.
Zurück zum Zitat Europäischer Gerichtshof. (2018). Urteil zum PSPP-Programm in der Rs. C-493/17 v. 11.12.2018. Europäischer Gerichtshof. (2018). Urteil zum PSPP-Programm in der Rs. C-493/17 v. 11.12.2018.
Zurück zum Zitat Meyer, D. (2018a). Der Fortbestand der Europäischen Währungsunion hängt von Italien ab. In Ludwig-Erhard-Stiftung (Hrsg.), Wohlstand für alle – 70 Jahre Währungsreform, Sonderveröffentlichung der Ludwig-Erhard-Stiftung (S. 22–23). München: Finance Verlag. Meyer, D. (2018a). Der Fortbestand der Europäischen Währungsunion hängt von Italien ab. In Ludwig-Erhard-Stiftung (Hrsg.), Wohlstand für alle – 70 Jahre Währungsreform, Sonderveröffentlichung der Ludwig-Erhard-Stiftung (S. 22–23). München: Finance Verlag.
Zurück zum Zitat Piller, T. (1. Nov. 2018). Italiens Staatschef fürchtet um Souveränität des Landes. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Piller, T. (1. Nov. 2018). Italiens Staatschef fürchtet um Souveränität des Landes. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.
Metadaten
Titel
Der Fortbestand der Europäischen Währungsunion wird durch Italien infrage gestellt
verfasst von
Dirk Meyer
Copyright-Jahr
2020
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-27177-0_21

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