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Über dieses Buch

Windenergieanlagen sind aus Klimaschutzgründen wünschenswert, doch im südmexikanischen Isthmus von Tehuantepec ist die Produktion von Windenergie äußerst konflikthaft. Rosa Lehmann beschreibt den Kontext des Konflikts, Machtasymmetrien zwischen den Konfliktparteien und umstrittene Entscheidungsprozesse. Diskurse um die Windenergie als klimafreundliche Energieform und Beitrag zur lokalen Entwicklung drängen die Kritik an der ungleichen Verteilung von Kosten und Nutzen und mangelnder Mitbestimmung in den Hintergrund. Die Arbeit zeigt: Die Frage nach einer sozial gerechten Ausgestaltung der globalen Energiewende ist noch nicht beantwortet.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung: Warum einen Konflikt um Windenergie in Mexiko erforschen?

Zusammenfassung
Die Nutzung von Windenergie zur Produktion von Strom hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Im Jahr 2014 nutzten laut der World Wind Energy Association (WWEA) 105 Länder Elektrizität aus Windkraft (vgl. WWEA 2015: 4). Die installierte Kapazität (off-grid oder grid-connected) steigt insbesondere seit 2011 stetig an, auch, weil Windkraftanlagen immer kostengünstiger produziert werden können.
Rosa Lehmann

Kapitel 2. Theoretische Zugänge: Macht, Partizipation und Diskurse in sozial-ökologischen Konflikten

Zusammenfassung
Im Isthmus von Tehuantepec ist die materielle, politische und sprachlich-symbolische Aneignung von Wind und Land für Windkraftanlagen ein äußerst konfliktiver gesellschaftlicher Prozess. Der vorliegende Abschnitt beschreibt die theoretischen Ausgangspunkte, Konzepte und Begriffe, die für die Analyse dieses Konfliktes hilfreich sind.
Rosa Lehmann

Kapitel 3. Land und Politik: Konfliktlinien und Machtverhältnisse in der Region Isthmus von Tehuantepec

Zusammenfassung
Der Bau der Windkraftanlagen findet in einem konflikthaften Kontext statt. Dieser ist von Auseinandersetzungen um Ressourcen und politische Teilhabe geprägt. Im folgenden Kapitel beschreibe ich historisch gewachsene strukturelle Ungleichheiten, Konfliktlinien und Machtverhältnisse in der Region.
Rosa Lehmann

Kapitel 4. Der Windkorridor: Gesetzlicher Rahmen, Installation der Turbinen und Proteste

Zusammenfassung
Die Entwicklung der Windkraftanlagen im Isthmus von Tehuantepec reiht sich ein in die weltweite Zunahme der Windenergie. Damit verknüpft sind Debatten um die Wirtschaftlichkeit und gesellschaftliche Akzeptanz von Windkraftanlagen sowie ein Diskurs um saubere Energiegewinnung. Die mexikanische Politik zu erneuerbaren Energien war bis zum Ende der Nullerjahre direkt an das Potential im Windkorridor (corredor eólico) und den Bau der Windkraftanlagen im Isthmus von Tehuantepec gekoppelt – und von Anfang an gab es Proteste gegen die Windturbinen.
Rosa Lehmann

Kapitel 5. Akteure im Konflikt um die Windenergieanlagen

Zusammenfassung
Die Akteure, die in dieser Arbeit zu dem Konflikt um die Windenergieanlagen im Isthmus von Tehuantepec eine Rolle spielen, sind Betreiberfirmen und Investoren sowie öffentliche Institutionen, die Kredite für die Anlagen zur Verfügung stellen, staatliche Institutionen und die Oppositionsbewegung. Diese Akteursgruppen sind in sich relativ homogen, von anderen Akteuren abgrenzbar, artikulieren sich selbst als Gruppe im Konflikt um die Windenergieanlagen und sind deshalb „empirisch nachvollziehbar“ (Boris 2008: 11). Dennoch stellen Akteursgruppen keinen einheitlichen Block dar, sondern besitzen eine „innere Heterogenität“ (Buckel et al. 2014: 55).
Rosa Lehmann

Kapitel 6. Wer entscheidet, und wer profitiert? Die ungleiche Verteilung von Kosten und Nutzen der Windenergieanlagen und umstrittene Entscheidungsprozesse

Zusammenfassung
Die Entwicklung der Windenergieanlagen im Isthmus von Tehuantepec ist hochgradig umstritten. Kritik entzündet sich an den Auswirkungen auf die Umwelt, am ökonomischen Nutzen, an Entscheidungsprozessen und der (staatlichen) Gewalt gegenüber der Oppositionsbewegung. Ich arbeite im folgenden Kapitel heraus, welche Auswirkungen die Veränderung der gesellschaftlichen Naturverhältnisse durch den Bau der Windenergieanlagen haben und welche Ungleichheiten sich durch die Planung und den Bau reproduzieren.
Rosa Lehmann

Kapitel 7. Klimaschutz, Arbeitsplätze und eine neue conquista: Sprachliche Rahmung rund um Konflikt und Windkraftanlagen im Isthmus von Tehuantepec

Zusammenfassung
Für was „taugen“ also die Windkraftanlagen im Isthmus von Tehuantepec? Für Befürworter_innen sind sie ein wichtiger Beitrag zu ‚Klimaschutz‘, ‚Energiesouveränität‘ und ‚Entwicklung‘. Für Kritiker_innen sind die Windturbinen Teil einer erneuten ‚Invasion‘, die im Kontext kolonialer und postkolonialer Machtverhältnisse gesehen wird. Bezüge zu einer indigenen Identität und als lokale Besonderheiten gerahmte Dynamiken finden sich in den Diskursfragmenten von Befürworter_innen und Kritiker_innen.
Rosa Lehmann

Kapitel 8. Fazit und Ausblick

Zusammenfassung
Zu Beginn der Arbeit stellte ich zwei Thesen auf: Die erste These lautete, dass dem Konflikt um die Windkraftanlagen im Isthmus von Tehuantepec historisch gewachsene Ungleichheiten und Auseinandersetzungen um politische Partizipation und ökonomische Teilhabe zu Grunde liegen und sich diese durch die Etablierung der Windkraftanlagen reproduzieren bzw. verschärfen. Die zweite These beinhaltete, dass Kritiker_innen der Anlagen, die weitestgehend über weniger Handlungsspielräume aufgrund soziostruktureller Faktoren verfügen, ihre Kritik an ungleicher Ressourcenverteilung, mangelnder Mitbestimmung und sozialökologischer Beeinträchtigung deutlich schwieriger politisieren können. Dies liegt an einer Rahmung der Windenergieanlagen als klimafreundlich und als Beitrag zur Entwicklung der Region.
Rosa Lehmann

Backmatter

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