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Über dieses Buch

Im Hinblick auf die aktuellen Probleme in den meisten Rohstoffexportländern untersucht Sebastian Matthes die Potentiale von primärgüterexportbasierter Entwicklung zum Abbau von sozialen Ungleichheiten. Am Beispiel Ecuadors wird gezeigt, dass die sozialen Disparitäten und damit auch die bestehenden Macht- und Herrschaftsverhältnisse im Entwicklungsmodell des Neo-Extraktivismus im Wesentlichen intakt bleiben bzw. sogar (re-)produziert und perpetuiert werden. Anhand der vergleichenden Fallanalyse zweier Bergbauprojekte wird illustriert, wie politische und sozio-ökologische Rechte der mittelfristigen Aufwärtsmobilität der Gesellschaft zum Opfer fallen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts verzeichneten die internationalen Märkte einen außergewöhnlichen Anstieg der Rohstoffpreise. Zwischen 2003 und 2008 verdreifachte sich der Ölpreis und durchbrach die magische Marke von 100 US-Dollar für ein Barrel Rohöl (BBC News 2008). Auch der Goldpreis kletterte in die Höhe und erreichte Ende 2009 einen neuen Rekord von 1.217,23 US-Dollar pro Unze (BBC News 2009). Abgesehen von einem vorübergehenden Einbruch Ende 2008 im Zuge der globale Wirtschafts- und Finanzkrise befanden sich die Preise für natürliche Ressourcen, darunter fossile Energieträger, (Edel-)Metalle und Mineralien sowie verschiedene landwirtschaftliche Erzeugnisse, über eine Dekade (2003-2013/14) hinweg auf einem historischen Rekordhoch.
Sebastian Matthes

Kapitel 2. Rohstoffwirtschaft und (Neo-)Extraktivismus in Lateinamerika

Zusammenfassung
Die lateinamerikanischen Volkswirtschaften erlebten im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts eine regelrechte Boom-Phase. Während wirtschaftlich bedeutende Industrienationen des Globalen Nordens in dieser Periode nur ein schwaches und unbeständiges Wachstum erzielten oder vorübergehend in eine Rezension fielen (wie z. B. Frankreich, Deutschland oder die USA), wuchsen die Volkswirtschaften des Subkontinents überwiegend konstant und überwanden selbst die globale Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 vergleichsweise unbeschadet (siehe Tab. 2.1).
Sebastian Matthes

Kapitel 3. Theoretischer Zugang und Analyserahmen

Zusammenfassung
Soziale Ungleichheit ist kein neues Phänomen. Trotzdem kommt dem Thema zu Beginn des 21. Jahrhundert besondere Aufmerksamkeit zu. Der Grund hierfür ist als erstes, trotz weltweit zunehmenden Reichtums, eine globale Tendenz ansteigender Einkommensungleichheit (UNDP 2013b: 3; Piketty 2014; Oxfam 2016). In der Konsequenz lebt die Mehrheit der Menschheit in Gesellschaften, welche heute eine höhere ökonomische Ungleichheit aufweisen als noch zu Beginn der 1990er Jahre.
Sebastian Matthes

Kapitel 4. Ecuador: Soziale Ungleichheiten und (Neo-)Extraktivismus

Zusammenfassung
Ecuador untergliedert sich geografisch in vier Regionen. Im Westen am Pazifik befindet sich die Küstenregion (Costa), im Landesinneren verläuft von der nördlichen Grenze mit Kolumbien bis zur südlichen Grenze mit Peru das Andenhochland (Sierra) und im Osten ist die Regenwaldregion (Selva oder Oriente) lokalisiert. Die vierte Region bilden die Galapagos Inseln (Region Insular), die sich ca. 1.000km vom ecuadorianischen Festland entfernt im Pazifischen Ozean befinden (s. Abb. 1.1).
Sebastian Matthes

Kapitel 5. Fallanalyse

Zusammenfassung
Intag liegt an den nordwestlichen Andenhängen, etwa 150 Kilometer nördlich der Hauptstadt Quito. Die Region, im Wesentlichen gebildet durch die Täler Intag-Manduriacos, umfasst sieben Kreisgemeinden (parroquias), diese sind administrativ dem Kanton Cotacachi in der Provinz Imbabura zugeordnet.
Sebastian Matthes

Kapitel 6. Schlussbetrachtung

Zusammenfassung
In den Sozialwissenschaften hat die Frage nach den Chancen und Risiken, bzw. Segen und Fluch von rohstoffbasierten Entwicklungsmodellen im Zuge des Rohstoffbooms zu Beginn des 21. Jahrhunderts erneut an Aufmerksamkeit gewonnen.
Sebastian Matthes

Backmatter

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