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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung

1. Einleitung

Zusammenfassung
In der Periode des Hochwachstums in den Jahren 1950 bis 1973 wurde der japanische Finanzmarkt streng durch die Finanzbehörden reguliert. Während das Finanzministerium (Ōkurashō) für die Aufstellung der Gesetze und Vorschriften verantwortlich war, lag es in Händen der Bank von Japan (Nihon Ginkō), als Zentralbank die Geldmenge durch Kreditrationierung und andere direkte Eingriffe in den Geldkreislauf zu lenken (s. dazu Schaede 1989a, Suzuki 1987).
Ulrike Schaede

2. Finanzfutures

Zusammenfassung
Die folgende Einführung in die Mechanismen des Futureshandels ist die Grundlage für die Darstellung der japanischen Futuresmärkte und die abschließende Bewertung der japanischen Finanzfutures im Vergleich zur herrschenden Futurestheorie. Die Einführung basiert auf den Standardwerken von Powers/Vogel (1984), Kolb (1985), Rothstein/Little (1984), Kaufman (1984), Fitzgerald (1983), Teweles/Jones (1987) sowie Brealey/ Myers (1988), die im Text durch Hinweise auf weiterführende Untersuchungen ergänzt werden.
Ulrike Schaede

Die Ersten Futures

3. Forwards und Futures auf dem Dōjima-Reismarkt der Tokugawa-Zeit

Zusammenfassung
Die meisten Untersuchungen über die Geschichte des Futures-Geschäftes sehen die ersten wirklich organisierten Handelsplätze mit verschiedenen Kontrakten und einer systematischen Glattstellung in bar in den Börsen Frankfurt (im Jahre 1867) und London (1877). 1848 wurde in Chicago das Board of Trade als organisierte Börse für den Terminhandel eröffnet, doch sind wegen des Großfeuers, das im Jahre 1871 die ganze Stadt zerstörte, keine Aufzeichnungen über die dortigen Futuresgeschäfte erhalten geblieben. Die im Jahre 1872 gegründete New York Cotton Exchange wurde erst mit der Errichtung einer eigenen Abrechnungszentrale im Jahre 1892 zu einer organisierten Futuresbörse (Seki 1985:10, Kaufman 1984:11, Kolb 1985:3).
Ulrike Schaede

Der Kapitalmarkt

4. Die Börsen

Zusammenfassung
Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben die Börsen bis 1949 geschlossen. Durch die Auflösung der Zaibatsu (wirtschaftliche Verbundgruppen) durch die amerikanische Besatzungsmacht (SCAP, Supreme Commander for the Allied Powers) kam es im Jahre 1947 zur “Demokratisierung” der Aktienhaltung; die Aktien gingen zu 60% an individuelle Anleger und der Handel in diesen Aktien fand auf inoffiziellen Märkten statt (zum Hintergrund zur Wiedereröffnung der Börsen s. Pkt. 7.1.). Das Wertpapier- und Börsengesetz (WPG, Shōken torihiki-hō) aus dem Jahre 1948 war an dem amerikanischen Glass-Steagall Act von 1933 und dem Securities and Exchange Act von 1934 ausgerichtet und führte unter §65 die Ausschließung der Banken vom Wertpapiergeschäft ein.
Ulrike Schaede

5. Der Anleihemarkt

Zusammenfassung
1987 betrug der Wert der ausstehenden langfristigen Regierungspassiva 51,6% des Bruttosozialproduktes (zum Vergleich: USA 43,6%, BRD 1986: 21,5%). Das ausstehende Volumen des Anleihemarktes belief sich im Jahre 1986 auf 142 Billionen Yen (s. Tab. 2); 1987 war es auf 296,4 Billionen Yen angestiegen, davon waren 71,3% Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren (KSHK 1988b:17).
Ulrike Schaede

6. Der Aktienmarkt

Zusammenfassung
Zu der steilen Entwicklung des Aktienmarktes in den 80er Jahren trugen sechs Faktoren bei:
1)
in Folge der amerikanischen Forderungen nach einer Ausweitung der japanischen Inlandsnachfrage stiegen die Regierungsausgaben für öffentliche Investitionen, die sich positiv auf die inländischen Unternehmenserträge auswirkten;
 
2)
das “triple merit” von niedrigen Rohölpreisen, niedrigen Zinsen und einem Anstieg des Yen im Vergleich zum Dollar erhöhte die Unternehmensgewinne in den 80er Jahren weiterhin;
 
3)
dies geschah vor dem Hintergrund eines langfristig niedrigen Zinsniveaus in einer Phase der Überschußliquidität;
 
4)
mit dem Übergang von der starken Abhängigkeit von Bankkrediten zur direkten Finanzierung durch die Unternehmen zum Ende der 70er Jahre fiel dem Aktienmarkt ein stärkeres Gewicht zu: Unternehmen emittierten nicht nur mehr Aktien, sondern investierten ihre Überschüsse ebenso wie die zinsbewußten individuellen Anleger verstärkt in Aktien;
 
5)
die hohe Sparrate von ca. 14% des verfügbaren Einkommens erhöhte die “Cash-Basis” des Aktienmarktes: viele Spargelder flossen zu Lebensversicherungen, Pensionskassen oder Investmentfonds, und die Regulierungen, die auf die Anlagen dieser institutionellen Investoren gelten, wurden seit Beginn der 80er Jahre schrittweise gelockert; der Anteil der institutionellen Investoren an der gesamten Aktienhaltung stieg stark an (s. Tab. 6); und
 
6)
aufgrund der Überschußliquidität der japanischen Wirtschaft in der zweiten Hälfte der 80er Jahre wurden relativ wenig Aktien begeben; die Nachfrage nach Aktien war größer als das Angebot, so daß die Kurse stiegen.
 
Ulrike Schaede

Die Ersten Neuen Futures 1985–1987

7. Futures auf Staatsanleihen, Tōkyō

Zusammenfassung
Die Börse in Dōjima, an der Futures auf Reiswechsel gehandelt wurden, wurde 1869 für zwei Jahre geschlossen, doch die Handelsmechanismen der Tokugawa-zeitlichen Futures gingen in die Moderne über. Die Tradition wurde nach dem Zweiten Weltkrieg unterbrochen, und die in den 1980er Jahren eingeführten Futures waren eher an dem amerikanischen als dem alten japanischen Vorbild ausgerichtet.
Ulrike Schaede

8. 50-Titel-Aktienfutures, Ōsaka

Zusammenfassung
Am 9.6.1987 wurde an der Börse in Ōsaka (OSE) der Futureshandel auf ein Aktienpaket, das sich aus 50 Werten zusammensetzt (Kabusaki 50, Ōsaka Stock Futures 50, OSF 50), eingeführt. Da das Wertpapier- und Börsengesetz den Futureshandel auf einen Index mit ausschließlicher Glattstellung in bar zu dieser Zeit noch nicht zuließ, hat das Aktienpaket die Funktion eines Quasi-Indexes, und die physische Andienung des Kontraktes ist möglich.
Ulrike Schaede

9. Futures auf Japanische Titel im Ausland

Zusammenfassung
Die steigende Attraktivität des Yen als internationale Währung und die hohe Bonität japanischer Wertpapiere machen Futureskontrakte in Yen auf japanische Titel auch für ausländische Investoren interessant. Am 3. September 1986 wurde an der Futuresbörse in Singapur, SIMEX, der Handel in Aktienindexfutures auf den Nikkei 225-Index eröffnet, und am 13. Juli 1987 wurde an der Internationalen Futuresbörse in London, LIFFE, ein Kontrakt auf japanische Staatsanleihen eingeführt. Beide Kontrakte gewannen jedoch erst an Volumen, nachdem es im Mai 1987 für japanische institutionelle Investoren möglich wurde, von Tōkyō aus am Futureshandel an ausländischen Börsen teilzunehmen.
Ulrike Schaede

Die Neuen Futures 1988/89

10. Futures auf 20jährige Staatsanleihen, Tōkyō

Zusammenfassung
Am 8.7.1988 wurde an der Börse in Tōkyō der Handel in einem Futureskontrakt auf Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 20 Jahren (chōchōki-kokusai-sakimono,wörtl.: “Futures auf sehr langfristige Staatsanleihen”) aufgenommen. Die TSE hatte die Kontraktspezifikationen bereits im März 1988 vorgelegt, aber die für Mai geplante Einführung des Kontraktes verzögerte sich, weil der Standardtitel, wie bei den Futures auf 10jährige Staatsanleihen, erst an der Börse notiert werden mußte, um vor dem Gesetz als Staatsanleihe zu gelten, und weil außerdem zu diesem Zeitpunkt das neue Börsengebäude noch nicht fertiggestellt war.
Ulrike Schaede

11. Aktienindexfutures

Zusammenfassung
Bei der Einführung von Aktienfutures in Ōsaka im Juni 1987 mußten die Kontraktspezifikationen so gestaltet werden, daß die physische Andienung des Aktienpaketes möglich ist, damit der Kontrakt vor geltendem Wertpapier- und Börsengesetz (WPG) gehandelt werden konnte; die Börsen in Tōkyō und Ōsaka planten jedoch schon seit 1986 die Einführung von Futures auf einen Aktienindex. Nach einer lang andauernden Diskussion zwischen Banken und Effektenfirmen um die Form sowohl des Marktes als auch des Gesetzes wurde am 3. September 1988 der Handel in AlF auf den TOPIX-Index an der Börse in Tōkyō, und auf den Nikkei 225-Index an der Börse in Ōsaka aufgenommen.
Ulrike Schaede

12. Die Terminbörse in Tōkyō

Zusammenfassung
Am 30.6.1989 wurde der Futureshandel an der neu errichteten TIFFE (Tōkyō knyū-sakimono torihikisho, Tōkyō International Financial Futures Exchange) aufgenommen Es wurden zunächst drei Kontrakte eingeführt: Zinsfutures auf Euroyen-Einlagen und Eurodollar-Einlagen sowie Yen/ US$ Devisenfutures; nach einer Anlaufphase ist die Einführung von Futureskontrakten auf Deutsche Mark und Schweizer Franken, Zinsfutures auf amerikanische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren sowie Devisenoptionen geplant. Der Errichtung der Terminbörse ging die Einführung des Finanzfuturesgesetzes voraus.
Ulrike Schaede

Futures und das Finanzsystem — Zusammenfassung

13. Strukturveränderungen im Finanzsystem

Zusammenfassung
Die 80er Jahre waren das Jahrzehnt der Veränderungen im japanischen Finanzsystem: die Geldströme und Handelsstrukturen, der regulative Rahmen im Inland und das Verhältnis zu ausländischen Finanzmärkten wurden durch die Einführung neuer Marktsegmente und die Lockerung der Vorschriften fast täglich verändert. Welche Rolle spielten die Finanzfutures in diesem Umwandlungsprozeß?
Ulrike Schaede

14. Zusammenfassende Wertung

Zusammenfassung
Gegenstand dieser Arbeit waren die japanischen Finanzfutures: die Hintergründe ihrer Einführung, ihr Aufbau und ihre Funktionsweisen, ihre Performance, Unterschiede zu Finanzfutures in anderen Ländern sowie ihre Einfügung in das japanische Finanzsystem. Ausgangspunkt der Untersuchung waren drei inhaltliche Fragen:
  • Warum wurden die Finanzfutures in der zweiten Hälfte der 80er Jahre eingeführt?
  • Was bedeuten die Finanzfutures für das japanische Finanzsystem?
  • Welche Unterschiede gibt es zu den in anderen Ländern gehandelten Futureskontrakten, und wie erklären sich diese Unterschiede?
Ulrike Schaede

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