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Über dieses Buch

Obwohl Beratung aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken ist, existiert in der Soziologie keine konsistente Theorie. Die Studie analysiert Beratungsanlässe und -praxen in Psychotherapie, Coaching und Seelsorge und schließt mit diesem Vergleich eine markante Forschungslücke. Beratung ist weniger der Ausdruck von Sinnsuche und Selbstoptimierung, sondern antwortet auf eine Erfahrung der Entkopplung des Selbst. Vor diesem Hintergrund lassen sich gelingende und misslingende Formen der Beratung benennen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Los!

Zusammenfassung
„Kein Pilot darf allein im Cockpit sein. Das ist die Konsequenz, die die größten deutschen und mehrere internationale Airlines aus dem Germanwings-Absturz ziehen“ (I1). Erinnern Sie sich noch? Ein Airbus A320 ist am 24.03.2015 während des Flugs 4U9525 von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen auf eine Felswand geprallt. Alle 150 Insassen kamen ums Leben.
Sarah Mönkeberg

Kapitel 2. Beratung ohne Grund?

(Un-)Behagliche Schleifen in der soziologischen Beratungsforschung
Zusammenfassung
Beratung ist aus der gegenwärtigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Sie kommt bei Fragen der Ausgestaltung von Familien-, Liebes- und Berufsbeziehungen genauso zum Einsatz wie in der Personalentwicklung und Organisation von Unternehmen, in den Institutionen von Erziehung und Bildung, den Arbeitsagenturen und im Sport. In allen traditionellen Dienstleistungsberufen nimmt parallel zur Zunahme von Berufsbildern und Studiengängen mit explizitem Beratungsprofil der Beratungsanteil zu, und Organisationsberatung kann zu den stärksten Wachstumsbranchen gezählt werden (vgl. Schroer 2010: 26f.).
Sarah Mönkeberg

Kapitel 3. Der Beratung auf den Fersen

Anlage und Ziele der Studie
Zusammenfassung
Die Rekonstruktion der verschiedenen Perspektiven der soziologischen Beratungsforschung hat gezeigt, dass diese beständig ihre eigenen Voraussetzungen reproduzieren: Im ersten Fall wird ein subjektivierungsfähiges Subjekt subjektiviert, im zweiten ein sinnfälliges Individuum besser oder schlechter individualisiert und im dritten tun Beobachter vor allem eins, nämlich beobachten. Ein Ausweg aus dieser Begründungsmisere scheint darin zu liegen, sich in den Kreis der Ratgebenden einzureihen. Diese unbehaglichen, aber durchaus produktiven Begründungsschleifen entstehen m. E. dadurch, dass diese Forschung nicht zum Grund der Beratung vorstößt.
Sarah Mönkeberg

Kapitel 4. Die stillstellenden Voraussetzungen der Beratung

Eingeschränkte Konnektivität in einer gefährlichen Welt
Zusammenfassung
Eine basale Funktion der Beratung ist herauszufinden was einem System hilft und es weiterbringt (vgl. Wimmer 2004, zitiert nach Baecker 2005: 9). Beratung wäre also ein Mittel gegen den Stopp – und genau das trifft auf die drei Untersuchungsfelder zu: Personen beginnen eine Psychotherapie, ein Coaching oder nehmen seelsorgerische Angebote in Anspruch, wenn es nicht weitergeht. Aber was bedeutet das eigentlich für sie?
Sarah Mönkeberg

Kapitel 5. Beratung als Verbindungsarbeit

Erweiternde Einstellungen
Zusammenfassung
Im vorausgegangenen Kapitel wurden die Beratungsanlässe mit Leben gefüllt. Für jedes Untersuchungsfeld ließ sich eine Situation der Ausweglosigkeit identifizieren und auf verschiedene Beratungsvoraussetzungen zurückführen. Dabei hat sich die Entkopplung des Selbst als Gradmesser der Beratung erwiesen. Sie bestimmt die Verteilung ratsuchender Menschen in die drei Untersuchungsfelder und ist Faktor ihrer Hierarchisierung.
Sarah Mönkeberg

Kapitel 6. Der (Un-)Sinn der Beratung

Zusammenführung der Ergebnisse, Analyse und Ausblick
Zusammenfassung
Im Anschluss an die Darstellung der Ergebnisse zu den Beratungsanlässen und der Beratungspraxis kann eine Antwort auf die Frage gegeben werden, was die ganze Beraterei am Laufen hält: Es ist der Stillstand des Selbst, der ihr den Fortgang sichert. Dieser Stillstand ließ sich in den drei Untersuchungsfeldern in verschiedenen Hinsichten auf eine ich-fixierte und isolierende Erfahrungseinstellung zurückführen, welche die Beratung durchbricht, wenn sie Betroffene zu neuen Selbstverständnissen führt. Demnach besteht das Bezugsproblem der Beratung in einer ängstlich-gefährlichen und bewegungshemmenden Elimination von Kontingenz. Sie führt die Ratsuchenden in ihre ausweglose Lage.
Sarah Mönkeberg

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