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Über dieses Buch

​Seit jeher hat das Thema Alter(n) für Individuum und Gesellschaft große Bedeutung. Zu allen Zeiten und in allen Kulturen existieren gesellschaftliche und individuelle Vorstellungen vom Alter und vom Altern. Da diese „Altersbilder“ keine unbedeutenden Begleiterscheinungen des Umgangs mit dem Alter(n) sind, sondern eine Realität schaffen, die diesen mitbegründet, ist ihre Reflexion eine wichtige Aufgabe. Altersbilder entstehen immer auf der Basis spezifischer gesellschaftlicher Bedingungen. In diesem Buch wird der Frage nachgegangen, inwiefern Unsicherheiten und Uneindeutigkeiten in der Lebensphase Alter bei der Herausbildung von Altersbildern eine Rolle spielen. Es wird vermutet, dass ungewisse Lebensbedingungen im Alter zu negativen, widersprüchlichen und/oder ambivalenten Altersbildern führen und diese wiederum auf die Lebensbedingungen der Älteren zurückwirken. Dass das Thema Alter(n) auch für junge Menschen interessant ist, zeigt diese Veröffentlichung. Sie wurde von zwölf Studierenden des Masterstudienganges für Staats- und Sozialwissenschaften geschrieben. Deren Ziel war es, einem möglichst großen Kreis von Leserinnen und Lesern einen anregenden und aufschlussreichen Einblick in die Entstehungsbedingungen von Altersbildern zu geben und zugleich die Wechselwirkungen zwischen dem gesellschaftlichen Kontext und den Vorstellungen vom Alter(n) herauszuarbeiten.​

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Uneindeutige Altersbilder als Ausdruck einer ungewissen Lebensphase?

Zusammenfassung
Das Alter bzw. gesellschaftliche Vorstellungen vom Alter und vom Altern hatten und haben zu jeder Zeit und in jeder Gesellschaft große Bedeutung. Und gerade heute ist das Thema aufgrund des demografischen Wandels populärer denn je. Dabei schillern und fluktuieren die Vorstellungen vom Alter – die Altersbilder – dauernd in ihrem Sinngehalt (vgl. Göckenjan 2000a: 93).
Helga Pelizäus-Hojftneister

Theoretische Zugänge

Frontmatter

2. Das sozial vermittelte Alter(n)

Zusammenfassung
Die Kategorie Alter begegnet uns alltäglich, manchmal auch ohne dass wir es bewusst wahrnehmen. Kinder sind zu jung, um Auto zu fahren, Alte gelten als zu alt, um noch sicher fahren zu können. Alkohol kann man erst mit 16 Jahren kaufen, und Türsteher von Diskotheken prüfen am Eingang, ob die Besucher bereits das notwendige Alter erreicht haben. Alte Leute verdienen Respekt und bekommen einen Sitzplatz im Bus, junge Leute sind viel sportlicher als alte.
Simon R.A. Schnelle

3. (Un-)Sicherheiten, Alter(n) und Altersbilder

Zusammenfassung
Wird die These aufgestellt, dass unsichere bzw. ungewisse Lebensbedingungen Älterer bei der Herausbildung von Altersbildern eine wichtige Rolle spielen, dann muss zunächst geklärt werden, was unter Unsicherheit verstanden wird. Und der Begriff muss so konzeptualisiert werden, dass er für die folgenden Untersuchungen ein geeignetes „Messinstrument“ darstellt.
Helga Pelizäus-Hojftneister

Historische Perspektiven

Frontmatter

4. Alter(n) in der griechischen Antike: ein Vergleich zwischen Sparta und Athen

Zusammenfassung
Das Zitat von Jean-Jacques Rousseau, der zwar einem anderen Kulturkreis entstammte und in einer anderen Zeit lebte, wäre im spartanischen Staat sicher auf große Zustimmung gestoßen. Denn Sparta, das in der Antike vor allem aufgrund seiner Militärmacht Berühmtheit erlangte, besaß eine ganz besondere Einstellung zum Alter: Alte Spartaner waren in dieser Gesellschaft hoch angesehen und wurden von den jüngeren Generationen verehrt.
Maximilian Miglanz

5. Alter(n) im Römischen Reich

Zusammenfassung
Schon in Kapitel 4 hat Miglanz gezeigt, wie unterschiedlich das hohe Alter bzw. der Lebensabend in der Antike bewertet und gestaltet wurde. Während das radikaldemokratische Athen die Alten ausgrenzte und verspottete, wurde in Sparta die Altenverehrung schon von Kindesbeinen an eingeübt. Herrmann-Otto beschreibt die Vielfalt des Alters in der Antike folgendermaßen:
Denny Wöhler

6. Hexen: Alte Frauen in der Frühen Neuzeit

Zusammenfassung
Legt man bei der Suche nach Altersbildern den Fokus auf Frauen, so wird man in der Frühen Neuzeit, ebenso wie in den meisten anderen historischen Epochen, aufgrund der untergeordneten gesellschaftlichen Bedeutung der weiblichen Bevölkerung keine entsprechenden Anhaltspunkte dafür finden.
Eva Lechler

7. Alter(n) im Europa der Frühmoderne

Zusammenfassung
Altersbilder und der gesellschaftliche Umgang mit dem Alter(n) unterscheiden sich grundsätzlich nach Raum und Zeit. Auch für die Frühmoderne – im 17. und 18. Jahrhundert – lassen sich unterschiedliche Vorstellungen vom Alter belegen.
Arne Piontek, Michael Voigt

Gegenwartsperspektiven

Frontmatter

8. Altersbilder und ihre Wirkungen auf dem Arbeitsmarkt

Zusammenfassung
Unsere Gesellschaft unterliegt – vor dem Hintergrund rasanter technischer Innovationen – einem steten Wandel und Optimierungsprozess. Besonders betroffen hiervon sind die Wirtschaft und damit auch der Arbeitsmarkt.
Sebastian Gläser

9. Die Rentenversicherung als Strategie der materiellen Sicherung

Zusammenfassung
Ganz selbstverständlich erscheinen uns heute die staatlichen Rentenleistungen, die uns nach Dekaden des Einzahlens in die Rentenkasse und nach Beendigung unseres Arbeitslebens ausgezahlt werden. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war dies noch kaum denkbar: Oftmals arbeiteten die Menschen bis zum eigenen Tode hart für ihre finanzielle Versorgung.
Nadja Schmeißner

10. Alter(n) und Altersbilder in Pflegeheimen

Zusammenfassung
Schwer oder gar unmöglich vorstellbar ist für junge Menschen häufig die mit dem hohen Alter verbundene Metamorphose hin zu einer Person, der die Verrichtung alltäglicher Aufgaben zunehmend schwerer fällt.
Stephan Dathe

11. Alter(n) im Japan der Gegenwart

Zusammenfassung
Japan gilt häufig als ein Land, in dem alte Menschen – gemäß der traditionellen, konfuzianisch geprägten Normen der kindlichen Pietät – hohes Ansehen genießen und von Jüngeren mit Respekt und Hochachtung behandelt werden. Dieses Altersbild existiert immer noch. Allerdings wird es gegenwärtig relativiert durch die faktischen, alltagspraktischen Konsequenzen des demografischen Wandels, so lautet die hier verfolgte These, so dass zunehmend widersprüchliche, ambivalente Altersbilder nebeneinander existieren.
Oliver Buch, Oliver Calov, Dennis Naujoks

12. Schlussbetrachtungen

Zusammenfassung
In diesem Abschlusskapitel werden zwei unterschiedliche Themenfelder berücksichtigt: Zum einen wird der Forschungsprozess selbst mit den Master-Studierenden beschrieben. Und vor diesem Hintergrund wird erläutert, wie ihre gewonnenen Erkenntnisse zu interpretieren sind (12.1). Zum anderen werden die unterschiedlichen Ergebnisse zusammengefasst und in einen übergeordneten Zusammenhang gestellt.
Helga Pelizäus-Hojftneister
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