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Über dieses Buch

Medien und Design sind prominente Gegenstände philosophischer Reflexion geworden. Dabei formieren sich Disziplinen übergreifende Diskurse: insbesondere, wenn sich ›angewandte Philosophie‹ im Dialog mit Gestalterinnen, Gestaltern, Künstlerinnen und Künstlern befindet. Aus der methodologischen Perspektive der kritischen Theorie im Kontext von Design- und Medienphilosophie behandeln die Studien im vorliegenden Band Fragen des Zusammenhangs von Kommunikationsdesign mit ethischen, ästhetischen und sozialphilosophischen Theoremen. Sie dokumentieren Schwerpunkte der Grundlagenforschung an der Fakultät Gestaltung der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Würzburg.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Design und Philosophie

Frontmatter

Design und Ästhetik

Design ist eine »formgebende Tätigkeit« (Marx 1856–58: 222), die Materie, Praktiken und Kommunikationen, vermittelt durch Entwerfen, brauchbar macht. Dadurch ist Design in zweifacher Hinsicht auf Ästhetik bezogen, denn die Wahrnehmung von Formen gehört akzidentell stets zum Modus des Gebrauchs, aber sie kann mitunter auch selbst substantielle Gebrauchsweise sein.
Gerhard Schweppenhäuser

Philosophie und kritische Theorie des Designs

Der erste Teil dieses Textes enthält eine kurze Beschreibung der Gegenstände und Methoden kritischer Theorie. Im zweiten Teil werden die Umrisse einer kritischen Theorie des Designs mithilfe eines ideengeschichtlichen Exkurses skizziert. Im dritten Teil wird – in Auseinandersetzung mit einem kürzlich vorgelegten Beitrag zu einer politischen Designphilosophie – zu zeigen versucht, was kritische Designtheorie als Ideologiekritik leisten kann.
Gerhard Schweppenhäuser

Designtheorie zwischen Aufklärungskritik und Gegenaufklärung

In der Diskussion über eine wissenschaftliche Fundierung der Praxis von Gestalterinnen und Gestaltern wird seit Langem zwischen einem engen und einem erweiterten Begriff von Design unterschieden. Claudia Mareis (2014: 41) spricht zutreffend von einer »Entgrenzung des Designbegriffs«. Bruno Latour hat sich vor einigen Jahren – mit einer Hommage an Peter Sloterdijk, der seinerzeit der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe als Rektor vorstand – in diese Debatte eingebracht. Latour arbeitet mit einem sehr weiten Designbegriff, der jegliche gestalterische Aktivität umfasst – nicht bloß die Gestaltung »alltäglicher Objekte« des Gebrauchs, sondern überhaupt gestaltende Eingriffe in »Städte, Landschaften, Nationen, Kulturen, Körper, Gene und […] die Natur selbst« (Latour 2009: 357).
Gerhard Schweppenhäuser

Nominalismus und Realismus in der Ästhetik des Designs

Ästhetik als philosophische Theorie der Kunst fragt traditionell nach der freien Schönheit von Objekten; sie vernachlässigt die Frage, ob es eine Schönheit des Brauchbaren gibt. Die Designästhetik des Funktionalismus behauptet dagegen, dass es eine von der Brauchbarkeit getrennte Schönheit nicht gibt. – Im Folgenden befrage ich philosophische Konzepte der Schönheit auf ihre Brauchbarkeit für eine Ästhetik des Designs.
Gerhard Schweppenhäuser

Philosophische Aspekte des Kommunikationsdesigns

Frontmatter

Ästhetische Erfahrung, Design und Kommunikation

Es gibt nicht viele philosophische Beiträge zur Ästhetik des Designs, und die sind zumeist dem Produktdesign gewidmet. Das könnte mit dem zugrundeliegenden Konzept ästhetischer Erfahrung zusammenhängen. Darauf möchte ich zu Beginn eingehen und anschließend einen neueren Ansatz zu einer philosophischen Designästhetik diskutieren. In Abgrenzung davon werde ich dann, aus der Perspektive der Kritischen Theorie, über Grundlagen einer Ästhetik des Kommunikationsdesigns nachdenken. Danach werde ich noch einmal das Thema der ästhetischen Erfahrung aufgreifen, nun aber unter Aspekten der Gehalts- und der Ereignisästhetik.
Gerhard Schweppenhäuser

Photographie und ästhetische Reflexion

Die antike Philosophie kannte den neuzeitlichen Begriff der Ästhetik noch nicht. Aisthesis hieß Wahrnehmung, auch Empfindung und Gefühl. In der Neuzeit war Ästhetik zunächst die Lehre von den Erkenntnissen, die wir auf Grundlage der sinnlichen Wahrnehmung haben.
Gerhard Schweppenhäuser

Kommunikationsdesign und visuelle Dialektik der Aufklärung

Im Folgenden werden philosophische Aspekte des Kommunikationsdesigns aus der Perspektive der semiotischen Kulturtheorie und der kritischen Theorie skizziert. Ich werde argumentieren, dass diese Aspekte als Dialektik visueller Aufklärung beschrieben werden können: Im Kommunikationsdesign manifestiert sich gleichzeitig der normative Gedanke eines vernünftigen Allgemeinen (die autonom gestaltete Lebenswirklichkeit in privater und öffentlicher Sphäre) und das Verwertungsinteresse unter herrschaftlichen Konditionen (die Befreiung des Besonderen als Antizipation eines konkret Allgemeinen, deren partikulare Form dessen Realisierung jedoch blockiert). Vor diesem Hintergrund werde ich mich mit Otto Neuraths Ansatz und der aktuellen Debatte über Ziele und Methoden der Designwissenschaft auseinandersetzen. In der heutigen Designforschung wird Neurath nicht gerecht, wer verkennt, dass er die Verbindung von Wissenschaft und Kommunikationsdesign als Teil einer gesellschaftlichen Revolutionierung der Produktions- und Distributionsverhältnisse entworfen hat, die nach einem vernünftigen Plan verlaufen sollte.
Gerhard Schweppenhäuser

Zur Dialektik des visuellen Nominalismus

Kommunikationsdesign und »alter Realismus«
In der sozialen Porträtfotografie des 20. Jahrhunderts steckt ein unerledigtes Problempotenzial aus der Tradition des philosophischen Universalienrealismus. Das werde ich in Anknüpfung an Alfred Döblins Lesart der Arbeiten von August Sander rekonstruieren. Aber ist über den Klassiker sozialdokumentarischer Porträtfotografie nicht schon längst alles gesagt? Kürzlich war zum Beispiel in Hans Beltings Buch Faces.
Gerhard Schweppenhäuser

Kommunikationsdesign und Ethik

Frontmatter

Moralphilosophie im Kommunikationsdesign

Kommunikationsdesign ist kein »moralfreier Raum«, denn dergleichen gibt es in der Gesellschaft und Kultur nicht. Die Verbindung von Kommunikationsdesign und Ethik ist daher keine bloße Zuschreibung »von außen«. Kommunikationsdesigner entwickeln nicht nur Strategien für irgendwelche Mitteilungsziele, die man bei ihnen in Auftrag gibt.
Gerhard Schweppenhäuser

Die visuelle Sprache der Moral: Überlegungen zu einer Ethik des Kommunikationsdesigns

Gibt es ein »ethos« der Kommunikationsdesigner? Das Wort »Ethos« steht in der griechischen Philosophie für Herkommen und Gewohnheit, für Sitte und Brauch in Gemeinschaften, aber auch für den Charakter, also für Überlegung, Einsicht und Urteilsfähigkeit. Früher sagte man: für den Charakter eines tugendhaften Menschen. Heute wird man das Wort »Tugend« eher vermeiden und, in der Terminologie moderner Psychologie, von einer Verhaltensdisposition sprechen, also von einer stabilen Charaktereigenschaft. Der Sachgehalt des Begriffs ist deshalb jedoch nicht überholt.
Gerhard Schweppenhäuser

Medienphilosophie und Ethik

Frontmatter

Erschließung und Virtualisierung der Welt

Methodologische und ethische Aspekte der Medienphilosophie
Günther Anders (1986: 441) bemerkte im Jahre 1980: »Ob der Ausdruck ›Medialität‹ […] den Anspruch erheben darf, eine philosophische Kategorie zu sein, das bleibe dahingestellt.« Ich belasse es vorerst bei dieser Andeutung; am Ende werde ich darauf zurückkommen. Der vorliegende Beitrag gibt zuerst einen knappen Überblick zum Stand der Diskussion über Medienphilosophie als eigenständiges akademisches Fach. Danach werden inhaltliche Überlegungen zur Medienphilosophie vorgestellt und zum Schluss wird ein Ausblick auf medienethische Fragen skizziert.
Gerhard Schweppenhäuser

Zur Kritik der Medienethik

Die Verwendung des Begriffs ist mehrdeutig – häufig ist von »Medienethik« die Rede, wenn es um die »Moral« der Massenmedien geht: Was gilt dort als üblich, sittlich geboten und erwünscht oder als illegitim, verachtenswert und empörend? Diese Verwendungsweise entspricht der Rede von der Wirtschaftsethik, verstanden als Arbeitsmoral oder als Werte und Handlungsnormen, die man in der ökonomischen Welt für rechtschaffen und erstrebenswert hält. Zugleich bezeichnet der Begriff »Medienethik« aber auch die wissenschaftliche Untersuchung der Moral, die dem Betrieb der Massenmedien inhärent ist. Die äquivoke Verwendung von »Medienethik« entspricht der Unterscheidung zwischen »Moral« und »Ethik«.
Gerhard Schweppenhäuser
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