Deutschland im Europarat
Ein Überblick
- 2025
- Buch
- Verfasst von
- Andreas N. Ludwig
- Birte Wassenberg
- Buchreihe
- essentials
- Verlag
- Springer Fachmedien Wiesbaden
Über dieses Buch
Der Beitritt zum Europarat vor 75 Jahren war für die Deutschen in der Bundesrepublik der erste große Schritt zur europäischen Integration. Er öffnete ihnen den Weg in die (west-) europäische Völkerfamilie und bedeutete nicht weniger als das Bekenntnis Deutschlands zu den Grundwerten Europas: Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit. Doch anders als die Europäische Union oder die NATO erfährt die Straßburger Organisation mit ihren 46 Mitgliedstaaten in Deutschland heute zu Unrecht vergleichsweise wenig politische, mediale, öffentliche, aber auch wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Vor diesem Hintergrund bietet dieses essential einen einführenden interdisziplinären Überblick über die Mitgliedschaft Deutschlands im Europarat. Zum einen skizziert es aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive die wichtigsten Entwicklungen der bundesdeutschen Mitgliedschaft seit 1950. Zum anderen informiert es aus politikwissenschaftlicher Sicht über die gegenwärtige institutionelle Mitwirkung Deutschlands in der paneuropäischen Organisation, den aktuellen Stand der Beteiligung an den völkerrechtlichen Verträgen des Europarates sowie insbesondere die zentrale Rolle der Europäischen Menschenrechtskonvention und des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte für den Grundrechteschutz. Abschließend fasst es die Bedeutung der Arbeit des Europarates für die Deutschen und die Bundesrepublik zusammen.
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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1. Der Europarat: Europas Wertegemeinschaft
Andreas N. Ludwig, Birte WassenbergZusammenfassungEuropas Einigung nach 1945 basiert auf Demokratie, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit – Grundwerte, die der Europarat schützt und weiterentwickelt. Als paneuropäische Wertegemeinschaft schafft er einen Rahmen für Zusammenarbeit und die Lösung grenzüberschreitender Herausforderungen. Deutschlands Beitritt 1950/51 markierte die Rückkehr der Deutschen in die europäische Familie und die erste Möglichkeit gleichberechtiger Mitgestaltung des Projekts Europa. Anders als EU oder NATO erfährt der Europarat in Deutschland heute jedoch zu Unrecht kaum Aufmerksamkeit.Dieses Essential zielt daher darauf ab, das Wissen über die Arbeit des Europarats zu vertiefen und seine zentrale Bedeutung für Deutschland und die Menschen, die hier leben, sichtbar zu machen. -
2. 75 Jahre Deutschland im Europarat
Andreas N. Ludwig, Birte WassenbergZusammenfassungDer Europarat war die erste europäische Institution, die den Traum einer vereinten „europäischen Familie“ Wirklichkeit werden ließ. Für die junge Bundesrepublik markierte der Beitritt 1950/51 die Rückkehr in die europäische Wertegemeinschaft. Trotz Nachkriegslasten bekannte sich Deutschland früh zu Demokratie und Menschenrechten und nutzte die Mitgliedschaft, um Vertrauen zurückzugewinnen und an der europäischen Einigung mitzuwirken. Der Europarat wurde zu einem wichtigen Forum deutscher Außenpolitik – in Fragen der Wiederbewaffnung, der deutschen Einheit, der Berlin-Krise und der Ostpolitik. Nach 1990 setzte sich Deutschland für Erweiterung, Reformen und neue Konventionen ein. Heute unterstreicht es die Rolle des Europarats als Hüter gemeinsamer Werte und fordert eine enge Zusammenarbeit mit der EU – gerade in Krisenzeiten. -
3. Deutschland im Europarat heute
Andreas N. Ludwig, Birte WassenbergZusammenfassungSeit 1951 ist Deutschland Vollmitglied des Europarats und engagiert sich seither intensiv für Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit. Es wirkt aktiv in allen zentralen Institutionen des Mehrebenensystems mit – vom Ministerkomitee bis zur INGO-Konferenz – und zählt zu den größten Beitragszahlern. Herzstück des deutschen Engagements ist die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK), die es Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, individuelle Grundrechte vor dem EGMR einzuklagen. Deutschland hat die meisten Konventionen ratifiziert, steht aber einigen Zusatzprotokollen und Teilabkommen noch zögerlich gegenüber. Mit der Unterstützung neuer Verträge, etwa zu Künstlicher Intelligenz, bekräftigt Deutschland weiter seine aktive Rolle und sein klares Bekenntnis zur paneuropäischen Wertegemeinschaft – politisch, rechtlich und finanziell. -
4. Fazit: Darum braucht Deutschland den Europarat…
Andreas N. Ludwig, Birte WassenbergZusammenfassungDer Europarat hat seit 1949 entscheidend dazu beigetragen, Deutschland in die europäische Wertegemeinschaft von Demokratie, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit einzubinden. Das Fazit resümiert, wie eng Deutschlands politisches Handeln mit den Institutionen und Normen des Europarats verflochten ist – und welchen direkten Nutzen dies für die Bürgerinnen und Bürger hat: vom Schutz individueller Grundrechte durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bis zur Stärkung demokratischer Teilhabe und gesellschaftlicher Resilienz. Angesichts aktueller Krisen wird deutlich, dass der Europarat nicht nur eine politische Institution, sondern ein Garant für Freiheit, Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit im Alltag der Menschen in Deutschland ist. -
Backmatter
- Titel
- Deutschland im Europarat
- Verfasst von
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Andreas N. Ludwig
Birte Wassenberg
- Copyright-Jahr
- 2025
- Electronic ISBN
- 978-3-658-50074-0
- Print ISBN
- 978-3-658-50073-3
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-658-50074-0
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