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Über dieses Buch

Technologien wie künstliche Intelligenz und Natural Language Programming werden zu Auslösern der sogenannten „Dialogwende“. Darunter versteht dieses Buch die massenweise Verbreitung von autonom sprechenden Sprachdialogsystemen und automatischen Sprachassistenten. Der Autor geht der Frage nach, welche Technologien bereits zur Verfügung stehen oder bald zur Serienreife kommen. Er analysiert konkrete Verwendungen und Einsatzfelder von Bots und stellt sich die Frage, was bei der Planung und Konzeption bedacht werden muss, welche Veränderungen in Medien und Unternehmenskommunikation zu erwarten sind. Das Buch beleuchtet darüber hinaus auch die psychosozialen Folgen, die auf unsere Gesellschaft zukommen, wenn Sprachdialogsysteme in großer Zahl zum Einsatz kommen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Vorwort

Man kann über die Qualität von Witzen streiten. Dass Witze aber oft gesellschaftliche Trends aufgreifen und markieren, ist unbestritten. Ja, es mag sogar sein, dass Witze ein Stück Normalisierung oder gar Entdämonisierung von neuen, unbekannten oder gar einschüchternden Entwicklungen darstellen. Wie dem auch sei, dieser und viele andere Witze, Satiren oder Bonmots, die man in letzter Zeit zu hören bekommt, zeigen eines deutlich: Dialogroboter, Sprachdialogsysteme, Bots – oder wie auch immer man sie nennen mag − sind in der allgemeinen Wahrnehmung angekommen.
Armin Sieber

Kapitel 2. Die Dialogwende

Die Medienwelt befindet sich in einer Phase radikaler Transformation, die vor allem von den Kräften der Digitalisierung geprägt ist. Computer, Internet und soziale Medien haben bereits gravierende Veränderungen angestoßen. Jetzt zeichnet sich ein weiterer Einschnitt ab: Dialogroboter beginnen, autonom mit uns zu sprechen. Sie sind zugleich Werkzeug und Medium einer neuen Kommunikationswelt. Dialoge sind die natürliche Form des Informationsaustausches zwischen Menschen. Sie üben eine starke Verführungskraft auf die Nutzer aus. In den Massenmedien kann man daher eine stetige Zunahme von dialogischer Kommunikation beobachten. Ein wesentlicher Treiber der digitalen Transformation in den Medien könnten in Zukunft Sprachdialogsysteme sein. Dialogroboter werden funktional wie Massenmedien eingesetzt, funktionieren strukturell aber nach den Prinzipien interpersoneller Kommunikation. Wir fassen diese Entwicklungen unter dem Begriff Dialogwende zusammen.
Armin Sieber

Kapitel 3. Die Digitalisierung als Treiber der Dialogwende

Die Digitalisierung hat eine Reihe von Technologien hervorgebracht, mit deren Hilfe Prozesse in der Medienwelt automatisiert werden. Zahlreiche Bereiche in der medialen Wertschöpfungskette können bereits automatisiert werden – von der Recherche bis zur Distribution. Natural Language Generation (NLG)-Algorithmen erlauben das automatisierte Schreiben von Texten. Dialogroboter sind nur der nächste logische Schritt im Zuge eines fortschreitenden Automatisierungsprozesses. Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Stand der technischen Entwicklungen der Digitalisierung als Voraussetzung für die Dialogwende.
Armin Sieber

Kapitel 4. Dialogsysteme in der Praxis

Die natürlichsprachliche Mensch-Maschine-Interaktion wird bereits in verschiedenen Anwendungsfeldern eingesetzt. Wir unterscheiden dabei Sprachassistenzsysteme von Sprachdialogsystemen. Sie unterscheiden sich im Hinblick auf die Dialogkompetenz, aber auch auf die inhaltliche Tiefe und funktionale Breite. Im folgenden Kapitel wird der Versuch unternommen, Sprachdialogsysteme aufgrund ihrer wesentlichen Anwendungskontexte zu klassifizieren. Wir unterscheiden dabei sechs verschiedene Kategorien von Dialogrobotern, mit einem teils sehr unterschiedlichen Erscheinungsbild.
Armin Sieber

Kapitel 5. Conversational Design

Sprachdialogsysteme werden in Medien und Wirtschaft eine immer größere Rolle spielen. Auch Unternehmen und Individuen werden sie für sich einsetzen und nutzen. Bot-Ökosysteme werden daher immer mehr kommunikative Nischen besetzen. Das wird nicht nur das massenkommunikative System erweitern. Durch diese Entwicklung wird auch eine Vielzahl neuer, hochspezialisierter Aufgaben und Berufe entstehen. Bereits heute kann man Stellenanzeigen für Berufe lesen wie Conversational Designer, Conversation Editor und Conversation Manager. Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den Eckpunkten eines neuen Aufgaben- und Berufsfeldes, das gerade entsteht: dem Conversational Design.
Armin Sieber

Kapitel 6. Psychosoziale Folgen der Dialogwende

Dialogroboter könnten eine Grenzverschiebung zwischen Mensch und Maschine vorantreiben. Dabei wird die Frage immer drängender: Machen wir die Maschinen immer menschlicher? Oder machen uns die Maschinen immer unmenschlicher? Ein wesentlicher Erfolgsfaktor von Bots dürfte in dem Aufbau von Nähe liegen, die dem dialogischen Prinzip inhärent ist. Das lässt uns die Form des Dialogs vertrauter erscheinen, als andere textbasierte Kommunikationsformen. Dabei handelt es sich allerdings nur um die Simulation von Nähe und Vertrautheit. Es besteht durchaus die Gefahr, dass die zunehmende Nutzung von künstlich intelligenten Sprachdialogsystemen die Erfahrung von Entfremdung, sozialer Isolation und Entpersönlichung eher steigern. Bezüge zur japanischen Otaku-Gesellschaft zeigen, wie das Einspinnen in einer hochsimulierten Kunstwelt Isolation und Entfremdung verschärfen können. Die Funktion von Dialogrobotern ist in dieser Hinsicht ambivalent: Sie können diese Entwicklung verstärken – oder dazu beitragen, sie zu durchbrechen.
Armin Sieber

Kapitel 7. Postscriptum

Die Digitalisierung der Medien hat einen tiefgreifenden Einfluss auf den Sprachgebrauch der Menschen sowie ihre Denk- und Handlungsweisen. Dieser Prozess hat bereits mit der Verbreitung von Computern und Smartphones, mit der Vernetzung der Lebenswelten durch das Internet und die massenhafte Nutzung der sozialen Medien eingesetzt. Die Auseinandersetzung mit Dialogrobotern könnte diesen Prozess noch einmal erheblich beschleunigen. Als gravierender Einflussfaktor könnte sich das Zurückdrängen der Schrift erweisen, was noch viel grundlegender in den Prozess der kognitiven Verarbeitung von Welt eingreift.
Armin Sieber

Kapitel 8. Konsequenzen aus der Dialogwende

Institutionelle Medien und Unternehmen stehen am Anfang einer kommunikativen Wende: der Dialogwende. Die Bedeutung von Konversation und Dialog wird in den Massenmedien stetig wachsen. Ein Teil dieser Dialoge wird automatisiert ablaufen. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung sind künstliche Intelligenz und NLG-Technologien. Sie machen sogenannte Dialogroboter möglich. Sie ermöglichen erstmals in der Geschichte eine automatisierte Dialogkommunikation, bei der Algorithmen teilweise autonom kommunizieren und Dialoge führen können. Der Erfolg von Medien und Unternehmen wird zunehmend von ihrer Dialogfähigkeit und dem Grad ihrer Automatisierung abhängig sein. Dieser Medienwandel kann erhebliche soziale, politische und psychologische Konsequenzen haben: Denn die Automatisierung von Dialog kann Nähe schaffen – aber auch Entfremdung vertiefen.
Armin Sieber

Backmatter

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