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Über dieses Buch

Dorothee Christiane Meinzer geht in ihrer qualitativen Studie der Frage nach, wie sich die kommunikative Konstruktion der Arzt-Patient-Beziehung in einer zunehmend digitalisierten Welt vollzieht. Im Zuge mehrtägiger Feldaufenthalte in allgemeinmedizinischen Praxen wurde die Kommunikation am Empfang, in Wartebereichen und in Sprechstunden beobachtet. Zudem wurden Interviews mit Hausärzten und Patienten geführt. Anhand der empirisch gewonnenen Daten zeigt die Autorin, wie die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten über Medien vermittelt, durch Medien gestützt und auf Medien bezogen verläuft. Es wird deutlich, dass Medien die Arzt-Patient-Beziehung nicht gleichförmig prägen. So werden fünf Patiententypen identifiziert, die ihre Beziehung auf je spezifische Weise konstruieren.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Kommunikation ist für die Beziehung zwischen Ärzten und Patienten wesentlich. Durch Kommunikation lernen Ärzte und Patienten einander kennen und entwickeln ein gemeinsames Verständnis vom Gesundheitszustand des Patienten sowie von etwaigen therapeutischen Zielen und Maßnahmen. Die Kommunikation von Ärzten und Patienten findet in einer Welt statt, die im Zuge der gegenwärtigen „Mediatisierungswelle“ (Couldry/Hepp 2016: 48f.) durch eine zunehmende Digitalisierung gekennzeichnet ist.
Dorothee Christiane Meinzer

Kapitel 2. Die Arzt-Patient-Beziehung als kommunikative Konstruktion

Zusammenfassung
In diesem Kapitel wird – aus kommunikations- und medienwissenschaftlicher Perspektive – das theoretische Verständnis von der Arzt-Patient-Beziehung dargestellt, das der vorliegenden Studie zugrunde liegt. Wie bereits einleitend betont, stellt der Kommunikative Konstruktivismus das theoretische Fundament der Arbeit dar. Dementsprechend fußen auch die folgenden theoretischen Überlegungen auf dieser Tradition.
Dorothee Christiane Meinzer

Kapitel 3. Studien zur Nutzung von Online-Angeboten im Kontext der Arzt-Patient-Beziehung

Zusammenfassung
Im vorausgegangenen Kapitel wurde argumentiert, dass die Arzt-Patient-Beziehung auf Kommunikation basiert und als kommunikative Konstruktion verstanden werden kann. Vor dem Hintergrund der sich ausdifferenzierenden Medienumgebung findet Kommunikation zunehmend medienvermittelt und medien-bezogen statt. Medien eröffnen spezifische Potenziale, die in der Kommunikation von Ärzten und Patienten realisiert werden. Gegenwärtig ist es die Mediatisierungswelle der Digitalisierung, in der neue Potenziale geschaffen und bestehende Potenziale modifiziert werden.
Dorothee Christiane Meinzer

Kapitel 4. Methodisches Vorgehen: Kommunikativ konstruierte Arzt-Patient-Beziehungen erforschen

Zusammenfassung
Die vorliegende Studie zielt darauf ab, zu untersuchen, wie die Aneignung von gesundheitsbezogenen Online-Angeboten die kommunikative Konstruktion der Arzt-Patient-Beziehung prägt. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Arzt-Pati-ent-Beziehung weder substanziell noch uniform ist. Sie wird vielmehr als kontinuierlicher Prozess verstanden, der unterschiedlich verlaufen kann und in den gesundheitsbezogene Online-Angebote von Ärzten und Patienten integriert werden. Zur Untersuchung der kommunikativen Konstruktion der Arzt-Patient-Beziehung in einer digitalisierten Welt wurden qualitative Erhebungs- und Auswertungsmethoden eingesetzt.
Dorothee Christiane Meinzer

Kapitel 5. Beziehungsrelevante kommunikative Handlungen von Hausarzt und Patient

Zusammenfassung
Dass die Arzt-Patient-Beziehung kommunikativ konstruiert wird, wurde bereits theoretisch begründet (vgl. Kapitel 2). Die Arzt-Patient-Beziehung entsteht in situationsübergreifenden Kommunikationsprozessen, wird in und durch Kommunikation erhalten und modifiziert. In diese Kommunikationsprozesse integrieren Ärzte und Patienten zunehmend auch gesundheitsbezogene Online-Angebote. Mit der Frage, wie die Aneignung gesundheitsbezogener Online-Angebote die kommunikative Konstruktion der Arzt-Patient-Beziehung prägt, befasst sich die vorliegende Studie. Die folgenden Kapitel stellen die Erkenntnisse dar, die im Rahmen der qualitativen Datenerhebung und Datenauswertung gewonnen wurden.
Dorothee Christiane Meinzer

Kapitel 6. Kommunikationsstile im Arzt-Patient-Gespräch

Zusammenfassung
In der vorliegenden Studie wird die Arzt-Patient-Beziehung als dynamischer und situationsübergreifender Kommunikationsprozess verstanden (vgl. hierzu Kapitel 2). Innerhalb dieses Gesamtprozesses sind es die direkten Begegnungen von Arzt und Patient, die für den Aufbau und die Aktualisierung der gemeinsamen Wirklichkeit der Beziehungspartner wesentlich sind. Arzt und Patient entwickeln ein Bild von ihrem Gegenüber und ein gemeinsames Verständnis des Gesundheitszustandes des Patienten.
Dorothee Christiane Meinzer

Kapitel 7. Formen der gesundheitsbezogenen Medienaneignung

Zusammenfassung
In Kapitel 6 wurde argumentiert, dass es unterschiedliche Kommunikationsstile im direkten Arzt-Patient-Gespräch gibt. Insgesamt konnten drei Kommunikationsstile identifiziert werden: die zurückhaltende, die offene und die fordernde Kommunikation. In einer digitalisierten Welt komplementieren kommunikative Konstruktionsformen, die auf der Aneignung gesundheitsbezogener Medien basieren, die Beziehungskonstruktion. Dieses Kapitel präsentiert drei Formen der gesundheitsbezogenen Medienaneignung, die im Rahmen der vorliegenden Studie identifiziert wurden: erstens die marginale Medienaneignung, zweitens die fokussierte Medienaneignung und drittens die extensive Medienaneignung.
Dorothee Christiane Meinzer

Kapitel 8. Beziehungskonstruktionen unterschiedlicher Patiententypen

Zusammenfassung
Angesichts einer sich ausdifferenzierenden Medienumgebung wird in der vorliegenden Studie argumentiert, dass die kommunikative Konstruktion der Arzt-Patient-Beziehung nicht mehr ohne Medien verstanden werden kann. Schließlich integrieren Ärzte und Patienten in einer digitalisierten Welt Medien in die situationsübergreifenden Prozesse der Beziehungskonstruktion. Medien prägen dadurch die beziehungsrelevanten kommunikativen Handlungen der Mikro-Koordination sowie der Konstruktion von hausarzt-, patienten- und gesundheitsbezogenem Wissen. In Kapitel 6 und 7 konnte gezeigt werden, dass weder die direkte Kommunikation zwischen den Beziehungspartnern noch die gesundheitsbezogene Medienaneignung durch die Patienten einheitlich verläuft.
Dorothee Christiane Meinzer

Kapitel 9. Die kommunikative Konstruktion der Arzt-Patient-Beziehung in einer digitalisierten Welt

Zusammenfassung
Ausgangspunkt der vorliegenden Studie war die gegenwärtig beobachtbare Ausdifferenzierung der gesundheitsbezogenen Medienumgebung. Im Zuge des jüngsten Mediatisierungsschubes, der Digitalisierung, sind vielfältige gesundheitsbezogene Online-Angebote entstanden, die neue Kommunikationspotenziale für Ärzte und Patienten eröffnen. Ausgehend von dieser Beobachtung stand die Frage im Fokus der Arbeit, wie die kommunikative Konstruktion der Arzt-Patient-Beziehung durch die Aneignung gesundheitsbezogener Online-Angebote geprägt wird. Aus einer kommunikationskonstruktivistischen Perspektive (vgl. Keller et al. 2013) wurde argumentiert, dass Arzt und Patient in situationsübergreifenden Prozessen der kommunikativen Beziehungskonstruktion eine gemeinsame Wirklichkeit schaffen und dass Medien dabei immer wichtiger werden.
Dorothee Christiane Meinzer

Backmatter

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