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Über dieses Buch

Stefan Mayr untersucht die außergerichtliche Sanierung aus einer betriebswirtschaftlichen Sicht und legt neben einer umfassenden Darstellung des State of the Art der Forschung methodische Grundlagen dar und präsentiert empirische Befunde. Als zentrales Ergebnis stellt er fest, dass für den Erfolg der Sanierung Ressourcenaspekte des Unternehmens und die Stakeholderbeziehungen wichtiger erscheinen als institutionelle Fragen, wie die Dauer des Verfahrens oder die Diskretion in der Abwicklung.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Einleitung

Als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise waren die Insolvenzzahlen in Westeuropa über mehrere Jahre auf einem Rekordniveau. Für die Jahre 2014 und 2015 konnten in diesem Zusammenhang erstmals wieder signifikante Rückgänge festgestellt werden, woraus sich eine wirtschaftliche Erholung der Wirtschaft ablesen lässt. Gilson spricht für die USA davon, dass die Restrukturierungsbranche während der Krise mit dem größten jemals beobachteten Ausmaß an notleidenden Unternehmen und der größten Welle an Insolvenzen konfrontiert war.
Stefan Mayr

Chapter 2. State of the Art der Forschung

Das Ziel der folgenden Darstellung zum State of the Art der Forschung zur außergerichtlichen Unternehmenssanierung liegt darin, einen umfassenden Überblick über bisherige Forschungsaktivitäten im Themengebiet zu geben und darauf aufbauend eine Forschungslücke zu definieren. Nach dem Informationsstand des Autors handelt es bei der folgenden Darstellung des State of the Art der Forschung zur außergerichtlichen Sanierung um den ersten systematischen Literature Review, sowohl für den deutschsprachigen Raum als auch in der internationalen Literatur.
Stefan Mayr

Chapter 3. Theoretischer Bezugsrahmen

Die wissenschaftliche Forschung zur außergerichtlichen Sanierung ist durch einen sehr geringen Bezug zu betriebswirtschaftlichen Theorien geprägt. Im Zuge der Analyse des State of the Art der Forschung wurden neben der Spieltheorie, die Prinzipal-Agenten-Theorie, der Ansatz des Relationship Lending sowie der Institutionelle Ansatz als verwendete Referenztheorien identifiziert. Diese Theorien sind auf die finanzwirtschaftlichen Schwerpunkte und teilweise sehr spezifischen Aspekte der Arbeiten zurückzuführen und thematisieren die Unternehmenssanierung oftmals aus der Perspektive der Gläubiger, wie etwa der Anleihegläubiger, der Investoren oder der Banken.
Stefan Mayr

Chapter 4. Regulatorische Rahmenbedingungen der Unternehmenssanierung in Österreich

Seit ihrem Bestehen haben die Insolvenzgesetze in Österreich eine Reihe von Reformen mitgemacht. Teilweise handelte es sich um bloße Adaptierungen, oftmals lagen den Reformen auch konkrete Steuerungsüberlegungen für die Unternehmenspraxis, wie auch im Zuge des Insolvenzrechtsänderungsgesetzes (IRÄG) 2010, zugrunde. Mit dem IRÄG 1982 wurde etwa der so genannte „klassenlose Konkurs“ eingeführt, mit dem die Unterscheidung in Gläubigerklassen entfiel. Mit der KO-Novelle 1993 wurde schließlich der Konkurs natürlicher Personen explizit geregelt durch die Einführung eines dritten Teils in der KO (§§ 181 bis 216 KO).
Stefan Mayr

Chapter 5. Außergerichtliche Unternehmenssanierung aus betriebswirtschaftlicher Sicht

Im Folgenden wird die außergerichtliche Unternehmenssanierung überblicksartig aus einer betriebswirtschaftlichen Gesamtsicht dargestellt. Ausgehend von den unterschiedlichen Zielen einer außergerichtlichen Sanierung wird in einer methodisch-prozesshaften Betrachtung, der mögliche Ablauf einer außergerichtlichen Sanierung skizziert. Im Anschluss daran werden sowohl finanzwirtschaftliche als auch leistungswirtschaftliche Aspekte, primär im Sinne von Sanierungsmaßnahmen, erläutert.
Stefan Mayr

Chapter 6. Hypothesenentwicklung

Eine zentrale Aufgabe des Sanierungsmanagements liegt darin, das Missverhältnis zwischen dem, was das Unternehmen leistet bzw. in der Lage ist zu leisten, und dem was das Wettbewerbsumfeld erfordert, abzubauen. Viele Unternehmen haben Probleme im Umgang mit Veränderungen. Das Lernen aus Fehlern in der Sanierung muss daher zu einer Anpassung und Veränderung der für die Führung des Unternehmens relevanten Strategien und Ziele führen.
Stefan Mayr

Chapter 7. Empirische Studie

Die wissenschaftliche Forschung zur außergerichtlichen Unternehmenssanierung ist bisher geprägt von empirisch-quantitativen Methoden. Von den im Literature Review identifizierten 62 Arbeiten sind 42 quantitativen und lediglich acht qualitativen Methoden zuzuordnen. Die restlichen zwölf Beiträge sind konzeptionell-theoretischer Natur. Die qualitativen Beiträge wurden zumeist als Ergänzung zu den quantitativen Studien bzw. zur Darstellung von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen ausgewählter Sanierungsfälle verwendet.
Stefan Mayr

Chapter 8. Resümee, Handlungsempfehlungen und zukünftige Forschungsfelder

Zur Beseitigung einer eingetretenen Unternehmenskrise lassen sich – jeweils in Abhängigkeit des vorherrschenden insolvenzrechtlichen Rahmens – unterschiedliche Möglichkeiten bzw. Verfahrenswege unterscheiden: Während eine gerichtliche Sanierung sich der insolvenzrechtlichen Rahmenbedingungen zur Beseitigung der Krise bedient, zielt eine außergerichtliche Unternehmenssanierung darauf ab, eine akute Krise noch vor der Eröffnung eines gerichtlichen Verfahrens oder außerhalb eines Insolvenzverfahrens und somit alternativ zu diesem in Abstimmung mit den Gläubigern zu beseitigen.
Stefan Mayr

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