Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Der zunehmende Wettbewerb um knappes Kapital macht es auch für deutsche Unter­ nehmen erforderlich, Investoren auf ausländischen Kapitalmärkten zu gewinnen. Eine unabdingbare Voraussetzung hierfür ist jedoch eine externe Rechnungslegung, die den Erwartungen der Anleger in den jeweiligen Ländern entspricht. Dies gilt vor allem für die USA als weltgrößten Kapitalmarkt. Um eine effiziente Umstellung von deutscher auf amerikanische Bilanzierung zu gewährleisten, muß in Deutschland zunächst der Kennt­ nisstand über die Rechnungslegungsprinzipien und -Vorschriften in den USA erheblich vertieft werden. Die Arbeit von Herrn Lorenz leistet hierzu einen wichtigen Beitrag, indem sie die Bi­ lanzierung moderner derivativer Finanzinstrumente in den USA ausführlich darstellt und diskutiert. Auch die an der Normenentwicklung in den USA beteiligten Institutionen werden im Detail beschrieben, so daß der Leser einen guten Eindruck davon erhält, wie Rechnungslegungsvorschriften überhaupt entstehen. Ein zentrales Problem im Zusammenhang mit der Bilanzierung von Derivaten ist das sogenannte Hedge Accounting, also die Abbildung von Redgingaktivitäten im externen Rechnungswesen der Unternehmung. Herr Lorenz beschreibt sehr präzise die wesentlichen Vorschriften und unterzieht sie einer kritischen Analyse. Ferner bietet seine Arbeit in Ka­ pitel 6 ein knappes Nachschlagewerk für Einzelfragen, das vor allem dem Bilanzierungs­ praktiker von Nutzen sein kann. Nicht zuletzt der Bezug zum Fall "Metallgesellschaft" dokumentiert die hohe Aktualität der Untersuchung, die sicherlich dazu beitragen kann, Verständnisprobleme im Zusammenhang mit US-amerikanischer Bilanzierung abzubauen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Zusammenfassung
Im Jahr 1992 begann die MG Corporation, die amerikanische Tochtergesellschaft der deutschen Metallgesellschaft AG, ein aggressives Marketing von Ölprodukten wie Heizöl und Benzin auf dem amerikanischen Markt, um ihre Marktstellung im Ölhandel auszuweiten. Zu diesem Zweck schloß sie mit Kunden wie Verbrauchermärkten oder Tankstellen langfristige Lieferverträge zu Festpreisen ab. Beide Parteien schätzten offensichtlich den Vorteil der Planungssicherheit so hoch ein, daß sie dafür Verpflichtungen mit einer Laufzeit von bis zu fünf oder gar zehn Jahren eingingen. Nach Abschluß der Verträge existierte für die MG Corp. jedoch ein erhebliches Marktrisiko auf der Einkaufsseite: Sollte der Olpreis während der Laufzeit der Verträge deutlich steigen, könnte sich der auf der Basis aktueller Ölpreise kalkulierte Gewinn in einen hohen Verlust verwandeln, weil die Verkaufspreise der Ölprodukte an die Kunden der MG Corp. vertraglich fixiert waren. Um sich nun gegen dieses Risiko abzusichern, begann die MG Corp. unter anderem Ölfutures an der New York Mercantile Exchange (Nymex) zu kaufen. Höheren Einkaufskosten aufgrund steigender Olpreise würden dann entsprechende Futuresgewinne gegenüberstehen, niedrigere Einkaufskosten würden allerdings aufgrund der zugehörigen Futuresverluste nicht in höheren Gewinnen resultieren.
Volkmar Lorenz

Kapitel 1. Regulierung und Institutionen der Rechnungslegung in den USA

Zusammenfassung
Die externe Rechnungslegung von Unternehmen und anderen Organisationen in den Vereinigten Staaten unterscheidet sich auf den ersten Blick in einzelnen Normen und Bilanzierungspraktiken von den deutschen Verhältnissen. Doch auch der Prozeß ihrer Entstehung findet in einem ganz anderen gesellschaftlichen Rahmen statt als in Deutschland. Zum grundlegenden Verständnis der Bedingungen der externen Rechnungslegung in den USA ist ein Vergleich mit dem allgemeinen Rechtssystem der Vereinigten Staaten hilfreich2.
Volkmar Lorenz

Kapitel 2. Grundsätze der amerikanischen Rechnungslegung

Zusammenfassung
Die Entstehung der GAAP ist bis heute eine Entwicklung, die gewissermaßen zweigleisig verläuft: Zu der Anerkennung von Rechnungslegungsnormen gehören neben den Vorschriften der relevanten regulierenden Institutionen auch eine verbreitete Anwendung dieser Regeln bei Unternehmen und ihre Akzeptanz durch die praktizierenden Wirtschaftsprüfer2. Für die Entstehung eines neuen Grundsatzes sollten möglichst beide Voraussetzungen erfüllt sein. Insofern werden in den autoritativen Vorschriften selten neue Verfahren entwickelt, es wird vielmehr die Vielfalt der bereits angewandten Verfahren eingeschränkt3.
Volkmar Lorenz

Kapitel 3. Die Entwicklung autoritativer Vorschriften bis 1986

Zusammenfassung
Auf dem Gebiet der Finanzinstrumente zeigen sich die Probleme einer „ad-hoc“-Bewältigung von Rechnungslegungsfragen sehr deutlich: Die existierenden autoritativen Vorschriften decken das weite Spektrum moderner Finanzinstrumente nicht annähernd ab. Nur wenige Statements beschäftigen sich ausführlich mit den inzwischen weit verbreiteten Produkten wie Optionen, Swaps und anderen Derivaten. Nicht von ungefähr kommt deshalb der Vorwurf, das FASB liege mit seinen Bestimmungen ein Jahrzehnt hinter den Entwicklungen auf den Finanzmärkten. Um seinen Rückstand aufzuholen, begann das FASB 1986 mit einem eigenständigen Projekt, das sich grundlegend und umfassend mit Finanzinstrumenten beschäftigen und Regeln entwickeln sollte, die eine konsistente Bilanzierung vorhandener wie auch zukünftig zu erwartender, neuer Produkte ermöglichen.
Volkmar Lorenz

Kapitel 4. Die Vorschriften des „Project on Financial Instruments“

Zusammenfassung
Die bis Mitte der 80er Jahre verabschiedeten Rechnungslegungsvorschriften für Finanzinstrumente bestimmen im wesentlichen die Bilanzierung der Fremdwährungsinstrumente (SFAS 52) sowie aller Futureskontrakte (SFAS 80)2. Dieser Geltungsbereich ist jedoch nur ein kleiner Ausschnitt des inzwischen fast unüberschaubaren Bereichs der Finanzinnovationen3: Deregulierung und Wettbewerb der Finanzdienstleistungsbranche, Volatilität an Zins- und Währungsmärkten, Veränderung der Steuervorschriften und technologische Neuerungen haben zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Finanzprodukte geführt4. In zunehmendem Maße werden die neugeschaffenen Instrumente auch von Nichtbanken verwendet. Die Rechnungslegungsprobleme betreffen deshalb nicht nur Banken, sondern praktisch alle Arten von Unternehmen.
Volkmar Lorenz

Kapitel 5. Hedge Accounting

Zusammenfassung
Hedge Accounting ist eine besondere Form der Bilanzierung bestimmter Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten und der Behandlung damit zusammenhängender Gewinne und Verluste. Die autoritativen Bestimmungen für eine kompensierende Bilanzierung wurden bereits in den Gliederungsabschnitten 3.3 und 3.4 ausführlich behandelt. Allerdings ist die Kodifizierung der Regeln zum Hedge Accounting heute keineswegs abgeschlossen: Die bestehenden Bestimmungen können höchstens als Arbeitsgrundlage angesehen werden. Angesichts des Umfangs der aktuellen Probleme beim Hedge Accounting ist eine umfassende, in sich schlüssige Regelung dringend notwendig.
Volkmar Lorenz

Kapitel 6. Übersicht über die Bilanzierung von Finanzinstrumenten

Zusammenfassung
Dieses Kapitel bietet einen knappen Überblick über die Bilanzierung verschiedener Finanzinstrumente und ist nach den gängigen Kategorien dieser Instrumente gegliedert. Nur die wesentlichen Aspekte der Bilanzierungsvorschriften werden hier behandelt. Eine ausführlichere Beschreibung der autoritativen Regelungen sowie ihre Diskussion findet sich in den Kapiteln 3 und 4. Für Zinsswaps gibt es bisher keine autoritativen Vorschriften, deshalb wird ihre Bilanzierung hier etwas ausführlicher behandelt.
Volkmar Lorenz

Schlußbemerkungen

Zusammenfassung
Die aktuelle Entwicklung der Bilanzierungsregeln für Finanzinstrumente in den USA bewegt sich deutlich in Richtung einer stärkeren Verwendung von Markt- oder Tageswerten. Diese Entwicklung wird begleitet und gefördert durch das Wachstum der Kapital- und Informationsmärkte. Einerseits werden dadurch Marktwerte besser verfügbar, andererseits sind heute auch Modellwerte für Finanzinstrumente in Märkten mit geringer Liquidität aussagekräftiger als früher, obschon sie weiterhin subjektiv bleiben: Informationen auf der Basis historischer Kosten dagegen verlieren bei volatilen Märkten deutlich an Relevanz.
Volkmar Lorenz

Backmatter

Weitere Informationen