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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Leitgedanken

1. Leitgedanken

Zusammenfassung
Der deutsche Stereotypenforscher Peter R. Hofstätter zitiert in seinem 1960 erschienenen Buch “Das Denken in Stereotypen” den folgenden Witz: Ein Amerikaner, ein Franzose und ein Deutscher durchreisen Asien. Der Amerikaner schreibt nach der Rückkehr aus Asien einen Aufsatz über “How to make bigger and better elephants”, der Franzose einen geistvollen Essay über “L’éléphant et ses amours!”, der Deutsche aber verfaßt einen “Kurzen Abriß der Elephantologie in sechs Bänden”.
Roy Langer

Zur Konstruktion von Nationalität

Frontmatter

2. Theoretische Perspektiven und Begriffsklärungen

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden drei Grundpositionen im gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskurs über nationale Identität definiert. Bei diesen Grundpositionen handelt es sich um den in der Tradition der Nationalromantik verankerten Essentialismus, um den der historisch-materialistischen Tradition verpflichteten Realismus und schließlich um den Konstruktivismus. Ziel der Diskussion dieser Grundpositionen ist es, den Leser von einer konstruktivistischen Sichtweise auf das Phänomen “Nationalität” zu über­zeugen und damit die perspektivische Grundlage für die Beobachtung von Deutsch­landdarstellungen in dänischen Medien vorzustellen. Ich werde argumentieren, daß Nationalität vor allem ein rhetorisches Phänomen darstellt. Begründet werden kann der rhetorische Fokus damit, daß sich Diskurse über Nationalität historisch in und über die Konstruktion der Nationalsprache entfalteten (Inventio) und die Rhetorik des Nationalismus im Zuge dessen die konkurrierenden Paradigmen Religion und Ratio­nalität verdrängte. Denn weder aus Glauben gewonnene Offenbarung noch aus Ver­nunft gewonnene Gewißheit bestimmten und bestimmen Diskurse über Nationalität. Wohl wurde und wird sich immer wieder — und hier insbesondere in den nichtwissen­schaftlichen Diskursen nationaler Propaganda — auf Glaube und Vernunft berufen, letztlich sind auch dies allein rhetorische Strategien des Überzeugens (vgl. Finsen, 1998:3ff.). Eine Auffassung von Nationalität als rhetorische Konstruktion hat weitrei­chende Konsequenzen. Sie bedeutet nicht — dies wäre übereilt und unzutreffend anzunehmen — daß Nationalität weniger bedeutsam, weniger wirklich oder weniger sinnvoll ist. Sie bedeutet aber wohl, daß Nationalität eine Kategorie ist, die historisch und soziokulturell determiniert ist.
Roy Langer

3. Aktuelle Themen der Nationalismus- und Nationenbild-Forschung

Zusammenfassung
Im vorhergehenden Kapitel wurden die perspektivischen und terminologischen Prämissen für die Untersuchung der Medienberichterstattung über bestimmte Nationen geklärt. In diesem Kapitel stelle ich nun einige der zentralen Themen auf dem Gebiet der historischen, politologischen, soziologischen und sozialanthropologischen Nationalismusforschung vor. Dabei werden insbesondere die Beiträge von Montserrat Guibernau (1996), Rogers Brubaker (1996 & 1992), Samuel P. Huntington (1993, 1996 a,b), Ernest Gellner (1998), Thomas Hylland Eriksen (1993a, 1993b) und Benedict Anderson (1983) berücksichtigt. Alle diese Beiträge thematisieren den Nationalstaat und den Nationalismus unter dem Eindruck der politischen Entwicklungen der Gegenwart, wobei sie Phänomene wie Globalisierung, Auflösung des Nationalstaates und nationale Identität jedoch unterschiedlich interpretieren. Allen ist darüber hinaus gemein, daß sie die Diskussion im Forschungsfeld nachhaltig prägten und m.E, drei Grundpositionen repräsentieren, die sich auch auf anderen Forschungsgebieten (z.B. in der Soziologie und der Kommunikationswissenschaft) nachweisen lassen.
Roy Langer

4. Methodische Ansätze in der Nationenbildforschung

Zusammenfassung
Ausgehend von den in den beiden ersten Kapiteln vorgenommenen terminologischen und perspektivischen Klärungen erscheint es mir wichtig, zwischen verschiedenen Methoden der Nationenbildforschung zu unterscheiden. Koch-Hillebrecht (1977:23ff.) listet sieben Methoden zur Vorurteils-, Stereotypen- und Nationenbildforschung auf. Diese sind:
  • die historische Quellenforschung,
  • die Literaturanalyse,
  • die Lehrbuchanalyse,
  • Pressestudien,
  • die sozialpsychologische Befragungsmethode,
  • das Eigenschaftslistungsverfahren und
  • das Experiment.
Roy Langer

Zur Konstruktion öffentlicher Meinung in Mediendiskursen

Frontmatter

5. Spannungsfeld I: Öffentlichkeitstheoretische Perspektiven

Zusammenfassung
Im ersten Teil dieser Studie argumentierte ich dafür, daß die Untersuchung des Phänomens Nationalität in Medien einer analytischen Diskursperspektive bedarf, da Diskurse eine Vermittlungsinstanz zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos sowie zwischen Strukturen und Handlungen darstellen. Darüber hinaus wurde im ersten Teil der Studie konstatiert, daß nationale Images Teil der öffentlichen Meinung sind. Im Folgenden gilt es nun zu klären, was öffentliche Meinung ist, wie sie entsteht und welche Rolle Mediendiskurse in der öffentlichen Meinungsbildung haben. Dabei erscheint es mir notwendig, die Verankerung des vermittelnden Mezzo-Konzeptes Diskurs auf den Theorieebenen der “grand theory” und “grounded theory” zu veranschaulichen.23 Auf der Ebene der “grand theory” steht die Klärung verschiedener Modelle zur öffentlichen Meinungsbildung im Mittelpunkt. Ich werde darüber hinaus dafür argumentieren, daß das Kernstück eines Verfahrens zur Mediendiskursanalyse auf der Ebene der “grounded theory” eine in der modernen Hermeneutik und Rhetorik situierte Verständigungstheorie sein muß, die Begriffe und Instrumente zur Analyse der Textebene bereitstellt (Kap. 6). Den Theorien mittlerer Reichweite (“middle-range theories”) kommt mit ihren Konzepten Diskurs, Genre, Narrativität etc. als Vermittler zwischen Makro-und Mikrokosmos die größte Aufmerksamkeit zu.
Roy Langer

6. Spannungsfeld II: Kommunikationsforschung und Diskursanalyse

Zusammenfassung
Der niederländische Diskursforscher Teun A. van Dijk leitete sein 1985 erschienenes Buch “Discourse and communication: new approaches to the analysis of mass media and communication” mit den folgenden Worten ein: “There are two vast fields of research that, despite their common interest for text, talk and communication, seem to virtually ignore each other: the study of mass communication an the one hand and discourse analysis an the other hand” (van Dijk, 1985:V). Mehr als ein Jahrzehnt später kann ein steigendes gegenseitiges Interesse zwischen den genannten Forschungsfeldern festgestellt werden — neue Theorien über die Analyse von Mediendiskursen sind entwickelt worden und einige größere empirische Studien, die die Diskursanalyse als Methode zur Erforschung komplexer kommunikativer Ereignisse angewendet haben, liegen nun vor.
Roy Langer

7. Spannungsfeld III: Hermeneutik und Diskursrhetorik

Zusammenfassung
Im vorhergehenden Kapitel wurde die Bedeutung von Argumentationsstrategien und Argumentationstechniken für die Konstruktion von Images und Aussagen ganz allgemein unterstrichen. Für die Integration einer rhetorischen Dimension in die Mediendiskursanalyse und die Analyse öffentlicher Meinungsbildung in Massenmedien spricht bereits das klassische Diktum der Rhetorik: Vox populi communis opinio.44 Ein analytischer Fokus auf die verwendeten Argumentationsmuster ergibt sich zudem aus der engen Verbindung zwischen den Begriffen “Diskurs” und “Rhetorik”. “Rhetorik” stammt vom griechischen “rhema” und bedeutet “öffentliche Rede”. “Diskurs” ist eine Ableitung vom lateinischen “discurso”, welches wiederum vom griechischen “logos” abstammt. “Logos” bezeichnet die stringente Argumentation von Begriff zu Begriff in der öffentlichen Rede (Lund, 1993:9).
Roy Langer

Zur Darstellung Deutschlands in dänischen Mediendiskursen

Frontmatter

8. Deutschlandimages in Dänemark im Kontext von Geschichte, Nationalismus und Globalisierung

Zusammenfassung
Dem Thema der dänisch-deutschen Verhältnisse wurde insbesondere von dänischen Forschern große Aufmerksamkeit entgegengebracht, welches zu einer Reihe von Studien aus historischer, literarischer und kulturanalytischer Perspektive führte. Dies veranlaßte Henningsen (1996:144) zu der folgenden Feststellung: “Wenn man sich die Literatur zur dänischen nationalen Identität anschaut -...-, wenn man darüber hinaus die Literatur zum deutsch-dänischen Verhältnis konsultiert, dann muß man zu dem frustierenden Schluß kommen, daß bereits alles zum Thema gesagt ist.” Dieser Aussage ist m.E. so nicht zuzustimmen, denn wenngleich es eine Reihe von kürzeren Studien und Artikeln zum Thema gibt, liegen bislang nur wenige interdisziplinäre empirische Analysen zum Thema vor. Dies gilt insbesondere für systematische Analysen, die die Darstellungen Deutschlands in den dänischen Medien in den Mittelpunkt ihres Interesses stellen.
Roy Langer

9. Empirische Grundlagen der Untersuchung

Zusammenfassung
Im folgenden Kapitel geht es um die Klärung der empirischen Grundlage und der Cser Mediendiskursanalyse. Neben einer Begründung für die Wahl der dieser Studie zugrunde liegenden Medien erfolgt eine kurze Profilbestimmung der Medien und ihrer Leser- und Zielgruppen. Denn die Berichterstattung über Deutschland und Deutsche orientiert sich eben nicht allein an der Realität, sondern auch an den Erwartungshaltungen der Leser und dem sich daraus ergebenen redaktionellen Profil und der Zielgruppenorientierung des konkreten Mediums.
Roy Langer

10. Quantitative Analyse der primären Datengrundlage

Zusammenfassung
Das folgende Kapitel hat zum Ziel die Informationsangebote dänischer Medien zu Deutschland und Deutschen in der primären Datenerhebungsperiode näher zu charakterisieren. Es existiert keine Vergleichsgrundlage für eine solche Charakteristik, weshalb eine Bewertung der Informationsgrundlage — abgesehen von internen Unterschieden zwischen den gewählten Medien — nicht möglich ist. Trotzdem lassen sich unter Berücksichtigung der in Kap. 9 vorgenommenen Charakteristik des Untersuchungszeitraumes, der untersuchten Medien, ihrer primären Zielgruppen und Nachrichtenfaktoren, Schlußfolgerungen zu den thematischen Orientierungen und Gewichtungen vornehmen. Dabei gebührt dem Umfang der Textualisierung Deutschlands und Deutscher, der Verteilung der Diskursfragmente auf verschiedene Medien und im Untersuchungszeitraum besondere Aufmerksamkeit. In den darauffolgenden Abschnitten werden die journalistischen Darstellungsformen zu ermitteln sein, die bei der Textualisierung Deutschlands und Deutscher verwendet wurden. Schließlich werden die Informationen zu den Textproduzenten der einzelnen Medien und die thematischen Makrostrukturen der Textualisierungen in Schlüsselwortanalysen ermittelt.
Roy Langer

11. Fallstudie 1 — Der deutsche Wiedervereinigungsprozeß

Zusammenfassung
Die quantitativen Schlüsselwortanalysen der vorliegenden Studien ermittelten u.a. die Darstellung des deutschen Vereinigungsprozesses, die üblicherweise die Ereignisse um die 1990 vorgenommene Wiedervereinigung der ehemaligen DDR mit der BRD bezeichnet, als eine der zentralen topikalen Makrostrukturen im gesamten Textkorpus.
Roy Langer

12. Fallstudie 2 — Deutsche Immobilienkäufe in Dänemark

Zusammenfassung
Während der nationale Exklusivanspruch auf den Besitz von Immobilien im Zeitalter des Nationalismus durchaus Normalität war und mit dem Zusammenfall von Sprache, Kultur und Gebiet begründet wurde, gerät dieser Exklusivanspruch in der Gegenwart zunehmend unter Druck. Aus primär wirtschaftlichen nationalen Interessen — die vergleichbar mit der Subventionierung bestimmter Unternehmen oder Branchen sind 175 — wird jedoch in einer Reihe von Ländern (z.B. in Dänemark, Österreich und Polen) auch weiterhin an diesem Exklusivanspruch festgehalten.176
Roy Langer

13. Zusammenfassung und Ausblick

Zusammenfassung
Im diesem letzten Kapitel wird über die Ergebnisse der im Verlaufe der Arbeit vorgenommenen Studien zur diskursiven Konstruktion von Nationalität, zur diskursiven Konstruktion öffentlicher Meinung und zu diskursiven Darstellungen von Deutschland und von Deutschen in dänischen Medien unter Einbeziehung rezeptions- und öffentlichkeitstheoretischer Überlegungen und vergleichbarer empirischer Studien reflektiert. Damit werden die theoretischen, empirischen und methodischen Einsichten dieser Arbeit, die die Konstruktion von nationalen Images in Medien betreffen, zusammengefaßt.
Roy Langer

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