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Die deutsche Außenpolitik gegenüber aufstrebenden Mächten

Globalisierung mitgestalten

  • 2026
  • Buch

Über dieses Buch

Dieses Buch untersucht den komplexen Prozess der Anpassung der deutschen Außenpolitik an eine sich wandelnde globale Landschaft, insbesondere im Hinblick auf den Aufstieg neuer Mächte. Es richtet sich an ein wissenschaftliches Publikum und beleuchtet die Entwicklung der internationalen Rolle Deutschlands nach der Wiedervereinigung über die euro-atlantische Struktur hinaus.

Verankert im theoretischen Rahmen des neoklassischen Realismus analysiert das Buch die inneren Abläufe der deutschen Globalpolitikformulierung. Es untersucht die Beziehungen des Staates zu aufstrebenden und sich entwickelnden Mächten, darunter China, Brasilien, Indien, Südafrika, Mexiko, Vietnam, Indonesien, Nigeria, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, und beleuchtet detailliert Berlins Ansatz. Das Buch stellt die Motive, Ziele, Instrumente und Zukunftsperspektiven der deutschen Außenpolitik gegenüber diesen Staaten dar. Zudem untersucht es die Dynamik der zivilen und wirtschaftlichen Macht Deutschlands und geht auf den zunehmenden Ruf nach mehr Verantwortung innerhalb der Europäischen Union sowie in der globalen Politik ein.

Die Leserinnen und Leser erhalten Einblicke in die Grundlagen, Instrumente und Wirksamkeit der deutschen Außenpolitik und finden eine exemplarische Fallstudie darüber, wie ein europäischer Staat die Herausforderungen einer sich rasch verändernden Weltordnung meistert. Damit ist das Buch eine unverzichtbare Lektüre für Forschende im Bereich der Deutschlandstudien sowie für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der internationalen Beziehungen und Außenpolitik.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. Kapitel 1. Einführung

    Tomasz Morozowski
    In diesem Kapitel wird die Entwicklung der deutschen Außenpolitik gegenüber aufstrebenden Mächten seit den 1990er-Jahren analysiert. Es wird untersucht, wie Deutschland seine Beziehungen zu Ländern wie China, Indien und Brasilien intensiviert hat, um wirtschaftliche Vorteile zu erzielen und seinen Einfluss auf die internationale Ordnung zu erhöhen. Der Text beleuchtet die politischen und wirtschaftlichen Ziele Deutschlands sowie die Herausforderungen und Erfolge dieser Strategie. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Analyse der deutschen Politik gegenüber den BRICS-Staaten und anderen aufstrebenden Mächten. Zudem wird die Rolle Deutschlands als Gestaltungsmacht und die Auswirkungen der Globalisierung auf die internationale Ordnung untersucht. Das Kapitel kommt zu dem Schluss, dass die deutsche Politik gegenüber aufstrebenden Mächten zu gemischten Ergebnissen geführt hat, wobei wirtschaftliche Ziele oft erfolgreicher verfolgt wurden als politische Ziele. Die Analyse zeigt, dass die Heterogenität der aufstrebenden Mächte und ihre unterschiedlichen Interessen eine vollständige Konvergenz mit den deutschen Zielen erschweren. Der Text bietet eine detaillierte und kritische Bewertung der deutschen Außenpolitik und ihrer Auswirkungen auf die internationale Ordnung.
  3. Kapitel 2. Überholungsbedürftig: Wie Außenpolitik im Kontext der Globalisierung untersucht werden sollte

    Tomasz Morozowski
    Dieses Kapitel untersucht, wie die Globalisierung die Bedingungen für die Gestaltung und Umsetzung von Außenpolitik verändert und welche Herausforderungen dies für die traditionelle Außenpolitikanalyse (FPA) mit sich bringt. Es wird argumentiert, dass die FPA, um den globalen Transformationsprozessen gerecht zu werden, eine theoretische Fundierung sowohl in der FPA als auch in der Globalisierungstheorie (GT) benötige. Der Text analysiert die wichtigsten Herausforderungen, die die Globalisierung für die FPA mit sich bringt, wie die Entterritorialisierung und Entnationalisierung der Außenpolitik, die Proliferation und Diversifizierung von Akteuren in den internationalen Beziehungen sowie ein verändertes Verständnis von staatlicher Macht. Es wird diskutiert, ob und wie die FPA an die neuen Bedingungen der Globalisierung angepasst werden kann, und verschiedene theoretische Ansätze werden vorgestellt, darunter die Weltgesellschaftstheorie, die Theorie der Global Governance, der synergistische transformationalistische Ansatz und das Weltsystem-Paradigma. Das Kapitel kommt zu dem Schluss, dass die FPA durch die Integration systemischer Perspektiven und die Berücksichtigung nichtstaatlicher Akteure weiterentwickelt werden muss, um die Realität der Außenpolitik in einer globalisierten Welt angemessen zu erklären.
  4. Kapitel 3. Systemische Veränderungen mit innenpolitischen Faktoren verknüpfen: Neoklassischer Realismus als Instrument zur Analyse der globalen Politik eines Staates

    Tomasz Morozowski
    Dieses Kapitel beleuchtet den Neoklassischen Realismus als Instrument zur Analyse der globalen Politik eines Staates, insbesondere Deutschlands gegenüber aufstrebenden Mächten. Es verbindet systemische Zwänge mit innerstaatlichen Faktoren und zeigt, wie Deutschland auf Veränderungen im internationalen System reagiert. Der Text analysiert die Position Deutschlands im internationalen System, die Wahrnehmung systemischer Veränderungen und die daraus resultierenden Reaktionen. Zudem werden intervenierende Variablen wie politische Parteien, Forschungszentren und Wirtschaftsorganisationen untersucht, die die deutsche Außenpolitik beeinflussen. Abschließend wird die Anwendung des Neoklassischen Realismus auf die deutsche Politik gegenüber aufstrebenden Mächten diskutiert, wobei die Bedeutung der wirtschaftlichen Stärke und der globalen Vernetzung Deutschlands hervorgehoben wird.
  5. Kapitel 4. Von den Köpfen der Analysten zu formellen Gruppierungen: Der Aufstieg der aufstrebenden Mächte

    Tomasz Morozowski
    Das Kapitel analysiert den Aufstieg der BRICS-Staaten und anderer aufstrebender Mächte und deren Einfluss auf die globale Machtstruktur. Es wird gezeigt, wie die wirtschaftliche und demografische Entwicklung dieser Länder zu einer Verschiebung der globalen Machtverhältnisse geführt hat. Die BRICS-Staaten haben nicht nur ihre wirtschaftliche Bedeutung erhöht, sondern auch ihre politische und institutionelle Zusammenarbeit gestärkt, was zu einer Reform der internationalen Organisationen wie UN, IWF und Weltbank geführt hat. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Rolle Chinas als systemischer Rivale der westlichen Welt und den Herausforderungen, die sich für Deutschland und andere Industrieländer aus diesen Entwicklungen ergeben. Das Fazit betont die Notwendigkeit für Deutschland, seine globale Politik an die neuen Bedingungen anzupassen, um die Vorteile der Zusammenarbeit mit den aufstrebenden Mächten zu maximieren und gleichzeitig die Bedrohungen für die bestehende Ordnung zu minimieren.
  6. Kapitel 5. Kontinuität aufgeben zugunsten von Anpassung: Die Gedankenlandschaft zur Entwicklung der deutschen Außenpolitik

    Tomasz Morozowski
    Das Kapitel analysiert die Entwicklung der deutschen Außenpolitik von 2004 bis 2013, insbesondere die Diskussion über die Anpassung an neue globale Bedingungen. Es werden vier zentrale Programme vorgestellt, die aus dieser Debatte hervorgegangen sind: das Ankerländer-Programm, das Regionale Führungsmächte-Programm, das Neue Führungsmächte-Programm und das Programm Neue Macht, neue Verantwortung. Diese Programme zielen darauf ab, Deutschlands Rolle in der globalen Politik zu stärken und neue Partnerschaften mit aufstrebenden Mächten zu entwickeln. Die Analyse zeigt, dass die deutsche Politik sich von einer kontinuierlichen Haltung hin zu einer flexibleren und anpassungsfähigeren Strategie bewegt. Die Programme unterscheiden sich in ihren Ansätzen und Empfehlungen, betonen jedoch alle die Notwendigkeit, Deutschlands Position in einer sich wandelnden globalen Ordnung zu stärken. Die Diskussion umfasst auch die Rolle Deutschlands in der Europäischen Union und die Herausforderungen, die sich aus der Zusammenarbeit mit neuen globalen Partnern ergeben. Das Fazit des Kapitels betont die Bedeutung einer strategischen Anpassung der deutschen Außenpolitik, um den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden.
  7. Kapitel 6. Globale Vernetzung in der Praxis: Regierungsstrategien für das deutsche Engagement mit aufstrebenden Mächten

    Tomasz Morozowski
    Das Kapitel analysiert die Entwicklung der globalen Strategie Deutschlands für das Engagement mit aufstrebenden Mächten. Es beginnt mit einer historischen Betrachtung der systemischen Transformationen und des Wachstums neuer Mächte, die die deutsche Außenpolitik seit den 1990er Jahren geprägt haben. Die Zusammenarbeit mit aufstrebenden Mächten umfasst wirtschaftliche, politische und sicherheitspolitische Aspekte, mit dem Ziel, die Globalisierung mitzugestalten und globale Verantwortung zu teilen. Der Text untersucht die Rolle verschiedener Akteure, darunter das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie Wirtschaftsorganisationen. Besonders hervorgehoben wird das Dokument „Globalisierung gestalten – Partnerschaften ausbauen – Verantwortung teilen“ von 2012, das als Kulminationspunkt der Debatten und als Rahmen für die weitere Entwicklung der deutschen Globalstrategie dient. Das Kapitel analysiert auch die Rezeption des Dokuments in der deutschen Politik und Wirtschaft sowie die weiteren Entwicklungen nach dem Regierungswechsel 2013. Abschließend wird die Bedeutung der Zusammenarbeit mit aufstrebenden Mächten für die deutsche Außenpolitik und die globale Ordnung diskutiert.
  8. Kapitel 7. Die Verschmelzung von Interessen und Werten: Dimensionen der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und aufstrebenden Mächten

    Tomasz Morozowski
    Das Kapitel analysiert die wirtschaftliche und ordnungspolitische Zusammenarbeit Deutschlands mit aufstrebenden Mächten wie China, Indien, Brasilien, Südafrika und weiteren Ländern. Es untersucht die Entwicklung des Handelsvolumens, der Investitionen und der strategischen Partnerschaften im Zeitraum von 2004 bis 2020. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Rolle Chinas als wichtigstem Handelspartner Deutschlands und den Herausforderungen, die sich aus den wirtschaftlichen und politischen Veränderungen in den aufstrebenden Mächten ergeben. Die Analyse zeigt, wie Deutschland durch multilaterale Initiativen und bilaterale Kooperationen versucht, seine globalen Interessen zu wahren und gleichzeitig die internationale Ordnung mitzugestalten. Ein weiteres Thema ist die Bedeutung der Wertegemeinschaft und der gemeinsamen politischen Modelle für die Zusammenarbeit. Das Fazit des Kapitels betont die gemischten Auswirkungen der deutschen Globalstrategie auf die Wirtschaftsbeziehungen und die ordnungspolitische Zusammenarbeit mit den aufstrebenden Mächten. Die detaillierte Betrachtung der wirtschaftlichen und ordnungspolitischen Dimensionen bietet einen umfassenden Einblick in die strategischen Herausforderungen und Chancen der deutschen Außenpolitik.
  9. Kapitel 8. Die Herausforderung der Vielfalt: Fallstudien zu Deutschlands Partnerschaften mit aufstrebenden Mächten

    Tomasz Morozowski
    Das Kapitel analysiert die strategischen Partnerschaften Deutschlands mit verschiedenen aufstrebenden Mächten, darunter China, Brasilien, Indien, Südafrika, Mexiko und Vietnam. Es untersucht die wirtschaftlichen und ordnungspolitischen Aspekte dieser Beziehungen und hebt die Herausforderungen und Chancen hervor, die mit der Zusammenarbeit verbunden sind. Die Fallstudien zeigen, wie Deutschland seine Interessen in diesen Partnerschaften verfolgt und welche Rolle diese Länder bei der Gestaltung der globalen Ordnung spielen. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung der wirtschaftlichen Verflechtungen und die Mitgestaltung der internationalen Ordnung. Das Kapitel kommt zu dem Schluss, dass die strategischen Partnerschaften Deutschlands mit aufstrebenden Mächten sowohl wirtschaftliche als auch politische Aspekte umfassen und dass die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen unterschiedlich erfolgreich ist. Die Analyse zeigt, dass die Partnerschaften mit China, Brasilien, Indien und Südafrika am stärksten institutionalisiert sind, während die Beziehungen zu Mexiko und Vietnam vor allem im wirtschaftlichen Bereich erfolgreich sind. Die Fallstudien zu Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten zeigen, dass diese Beziehungen enger und selektiver sind, mit einem besonderen Fokus auf Rüstungsexporte. Insgesamt bietet das Kapitel eine umfassende Bewertung der deutschen Zusammenarbeit mit aufstrebenden Mächten und zeigt auf, wie diese Partnerschaften die globale Ordnung beeinflussen.
  10. Kapitel 9. Fazit

    Tomasz Morozowski
    In diesem Kapitel wird die deutsche Politik gegenüber aufstrebenden Mächten nach 2004 untersucht. Es wird analysiert, wie Deutschland auf den Aufstieg neuer Mächte reagiert hat und welche Strategien verfolgt wurden, um wirtschaftliche Vorteile zu erzielen und Einfluss auf die internationale Ordnung zu nehmen. Die Studie zeigt, dass Deutschland eine präzise Diagnose der systemischen Veränderungen vorgenommen hat und versucht hat, seine Beziehungen zu diesen Mächten zu intensivieren. Die Analyse umfasst sowohl die wirtschaftliche als auch die ordnungspolitische Dimension der deutschen Politik. Es wird festgestellt, dass die Ergebnisse der deutschen Bemühungen gemischt sind, wobei die wirtschaftlichen Interessen oft im Vordergrund standen. Die Studie betont die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Anpassung der deutschen Politik an die sich wandelnden globalen Rahmenbedingungen. Die Fallstudien zeigen, dass die Zusammenarbeit mit bestimmten Ländern, wie Brasilien, Indien und Südafrika, besonders erfolgreich war, während andere Länder, wie China und Saudi-Arabien, aufgrund unterschiedlicher politischer Systeme und Interessen weniger kooperativ waren. Die Studie schließt mit der Feststellung, dass die deutsche Politik gegenüber aufstrebenden Mächten weiterhin eine wichtige Rolle in der globalen Ordnung spielt und dass eine kontinuierliche Anpassung an die sich wandelnden globalen Bedingungen notwendig ist.
Titel
Die deutsche Außenpolitik gegenüber aufstrebenden Mächten
Verfasst von
Tomasz Morozowski
Copyright-Jahr
2026
Electronic ISBN
978-3-032-11361-0
Print ISBN
978-3-032-11360-3
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-032-11361-0

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