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Über dieses Buch

Die Autoren zeigen anhand von ausgewählten Porträts, wie es gelingen kann, die ausgeprägten Widerstände gegen die Digitalisierung in Städten, Vereinen, Unternehmen und in selbstverwalteten Organisationen zu knacken und den notwendigen Wandel einzuleiten.
Die Digitalisierung transformiert unaufhaltsam in allen Staaten der Welt das gesellschaftliche Miteinander, die Arbeitswelt und auch die politischen Meinungsbildungsprozesse. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland bei der Digitalisierung jetzt schon hinterher. Auch wenn die Zeit drängt, lässt sich hierzulande an wichtigen Schaltstellen, die die digitale Transformation befördern sollten, ein hartnäckiger Bewahrungswille ausmachen. Statt die Chancen der Digitalisierung zu ergreifen, herrschen vielfach in Politik, Verwaltung, in Unternehmen, selbstverwalteten Organisationen und Vereinen weiter Strukturen vor, die eine erfolgreiche digitale Transformation ausbremsen.
Das Buch macht die wichtigsten Erfolgsfaktoren auf dem Weg der digitalen Transformation sichtbar. Es zeigt vor allem, wie die digitalen Macher die Widerstände in ihren Organisationen überwinden konnten.
Erfahrungsberichte von …Gunter Czisch, Oberbürgermeister der Stadt Ulm, Alexander Otto, Eigentümer und Chef der ECE,Christian Pokropp, Geschäftsführer von kloeckner.i,Anne Kjær Riechert, CEO der ReDI School of Digital Integration, Oliver Risse, CEO von Floatility,Gisbert Rühl, Vorstandsvorsitzender von Klöckner & Co, Boris Schmidt, Vorsitzender der TSG Bergedorf,Manouchehr Shamsrizi, Mitgründer von RetroBrain R&D,Sebastian Täger, Bürgermeister der Gemeinde Senden,Felix Thielmann, Projektentwickler bei der DB Regio Bus,Professor Gesa Ziemer von der HafenCity Universität Hamburg.

... und mit Expertenwissen von Prof. Henning Vöpel (Hamburger WeltWirtschaftsInstitut), Prof. Björn Bloching (Leiter Digitalsparte, Roland Berger), Lars Hinrichs (Gründer von Xing), Stephan Balzer (Veranstalter TEDx/Boma), Willi Kaczorowski (Experte für digitale Verwaltung)

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Mehltau statt Visionen

Zusammenfassung
Die Digitalisierung ist auch in Deutschland gekommen, um nicht mehr zu gehen. Dies registrieren inzwischen viele maßgebliche Akteure in der Bundespolitik, aber es ist nicht erkennbar, dass es einen Plan geschweige denn einen wirklichen Willen gibt, sich den Herausforderungen der Digitalisierung zu stellen und sie in Angriff zu nehmen. Anhand des Gezerres um den Digitalpakt, der den Schulen eine bessere Ausstattung insbesondere mit Hardware bringen soll, sowie des Ablaufs und Gegenstands der 5G-Auktion wird exemplarisch gezeigt, wie wichtige Entscheidungen hinsichtlich der digitalen Infrastruktur des Landes zum Spielball im Interessenkampf von Politikern oder Unternehmen werden. Ferner wird dargestellt, wie schlecht die personale Ausstattung vor allem auf der bundesdeutschen Ministerialebene bei der Umsetzung der Digitalisierung ist und wie schwer es deshalb in Zukunft werden kann, um bei diesem zentralen Thema international nicht den Anschluss zu verpassen.
Mirko Bass, Herbert Stoffels

Kapitel 2. Große Herausforderungen und viele Chancen

Zusammenfassung
Ob Deutschland bei der Digitalisierung am Ende reüssieren oder den Wettkampf um eine Vorreiterrolle im internationalen Vergleich verlieren wird, ist längst noch nicht ausgemacht. Sicherlich hinkt die deutsche Wirtschaft beim Einsatz der Plattformtechnologie insbesondere im Business-to-Consumer-Bereich hinterher. Auch hat es den Anschein, als fühlten sich viele Unternehmen noch immer sehr wohl mit ihren vermeintlich gut laufenden Geschäftsmodellen und zeigten wenig Neigung, neue, erfolgversprechende Wege zu gehen. Allerdings wäre es auch verfrüht, die deutsche Wirtschaft in Sachen Digitalisierung abzuschreiben. Traditionell punktet sie insbesondere im Business-to-Business-Bereich, was ihr durch das Heben des Potenzials der Digitalisierung in Zukunft auch in diesem Feld gelingen könnte. Auch beim Thema Künstliche Intelligenz ist die Situation nicht aussichtslos, obwohl beispielsweise China und die USA deutlich mehr in diesen Kernbereich der Digitalisierung investieren. Gleiches gilt für junge Unternehmen. Sie erhalten in den genannten Ländern ebenfalls deutlich mehr Mittel. Trotzdem agieren auch in Deutschland im internationalen Vergleich vielversprechende Start-ups. Schließlich beleuchten wir auch noch die ganz eigenen Herausforderungen der Kommunen, die sich dem Thema Smart City stellen müssen.
Mirko Bass, Herbert Stoffels

Kapitel 3. Widerstand und Wandel, zwei Seiten einer Medaille

Zusammenfassung
Widerstände sind im Grundsatz zunächst einmal nicht abzulehnen. Sie dienen im guten Fall als Steilvorlage für eine Reflexion, wie sie am besten für alle Beteiligten aus der Welt zu schaffen sind, damit der Wandel gewinnbringend gelingen kann. In diesem Kapitel beleuchten wir zunächst die psychologischen Grundlagen, warum Menschen Widerstand gegen Veränderungen leisten. Wir zeigen ferner, wie diese auch aus der individuellen Interessenlage heraus oder ganz schlicht aus Ignoranz den Fakten und künftigen Entwicklungen gegenüber resultieren können. Auf dem weiten Feld der Widerstände lassen sich aber noch etliche andere Spielarten beobachten. Dazu gehören zum Beispiel scheinbar ernst gemeinte Initiativen, die sich am Ende als Scheinmanöver entpuppen, oder eine hartnäckige Verweigerungshaltung. Doch am Ende kann der Widerstand noch so ausgeprägt sein, einen Weg ihn zu überwinden findet sich immer.
Mirko Bass, Herbert Stoffels

Kapitel 4. Politik und Verwaltung – Mit Herz und Hirn die Zukunft gestalten

Zusammenfassung
Um die Digitalisierung in einer Kommune erfolgreich zu gestalten, gibt es drei wesentliche Dinge, die diese in Angriff nehmen muss. Ohne eine tragfähige Breitbandverbindung droht jede Kommune schnell den Anschluss zu verlieren. Auch verlangen die Bürger immer stärker, in wichtige Entscheidungsprozesse, die ihr tägliches Leben betreffen, eingebunden zu werden. Die Digitalisierung einer Kommune ist eine komplexe Aufgabe. Wenn sie gelingen soll, müssen viele Teile ineinander greifen. Dazu bedarf es eines umfassenden Plans. Anhand des erfolgreichen Breitbandprojekts der Gemeinde Senden in Westfalen, der Funktionsweise eines digitalen Bürgerbeteiligungsformats, das von der HafenCity Universität Hamburg entwickelt wurde und erfolgreich zum Einsatz kommt, sowie der umfassenden Digitalisierungsstrategie der Stadt Ulm erhält der Leser Einblicke sowohl in die Lösung wichtiger Einzelaspekte der Digitalisierung einer Kommune wie etwa die Gewährleistung einer leistungsfähigen Infrastruktur als auch darüber, wie sich eine Stadt in allen ihren Verästelungen auf den Weg der Digitalisierung machen kann.
Mirko Bass, Herbert Stoffels

Kapitel 5. Etablierte Unternehmen – Von der Kunst, dem digitalen Wandel Raum zu geben

Zusammenfassung
Deutsche Firmen gehören bislang kaum zu Vorreitern der Digitalisierung. Umso interessanter ist es zu betrachten, wie Digitalisierungsprojekte insbesondere in etablierten Unternehmen gelingen können. Klar ist natürlich, dass Firmen und ihre Kulturen vielfältig sind. Aus diesem Grunde beschreiben wir drei Beispiele von Unternehmen, die alle unterschiedlichen Rahmenbedingungen unterliegen. Wir beginnen mit dem alten Staatskonzern Deutsche Bahn und erläutern, mit welcher Strategie ein von einem Managementteam aus der zweiten Reihe getriebenes Digitalisierungsprojekt inzwischen bundesweit für Furore sorgt, obwohl zunächst wenig für den späteren Erfolg sprach. Ganz andere Bedingungen herrschen wiederum in einem börsennotierten Unternehmen wie dem S-Dax-Unternehmen Klöckner & Co. Hier porträtieren wir den Top-Manager und zeigen, wie es ihm gelingt, eine Vorreiterrolle mit seinem Unternehmen in der Digitalisierung einzunehmen. Schließlich zeigen wir anhand des inhabergeführten Unternehmens ECE von Alexander Otto, wie sich der Eigentümer und Firmenchef in einer Person der Digitalisierung stellt.
Mirko Bass, Herbert Stoffels

Kapitel 6. Kraft der Start-ups – Schnellster Weg, Innovation zu skalieren

Zusammenfassung
Start-ups haben immer wieder gezeigt, dass in ihnen die Kraft stecken kann, Abläufe in der Wirtschaft neu zu definieren und durch ihre Produkte beziehungsweise Dienstleistungen nachhaltige Veränderungen zu bewerkstelligen, auch wenn die Erfolgschancen zunächst gering erscheinen. Zu diesen Firmen zählen zum Beispiel aus der jüngeren Zeit Facebook, Amazon oder Apple. Neben diesen „Winner takes it all“-Unternehmen etablieren sich auch immer mehr Start-ups, deren Gründer sich Social Entrepreneure nennen und mit ihrem Geschäftsmodell zur Verbesserung der Gesellschaft beitragen wollen. Zwei von diesen Firmen werden hier porträtiert. Manouchehr Shamsrizi entwickelte mit seiner Firma RetroBrain R&D eine digitale Lösung für die Sturzprävention von Senioren. Lange war nicht klar, ob Kranken- oder Pflegekasse bereit sein würden, für seine Lösung zu zahlen. Auch die ReDI School von Anne Kjær Riechert hat einen klaren Mangel entdeckt: 82.000 offene Stellen gab es im Jahr 2018 in der deutschen IT-Branche. Ihre Idee war, mit einer eigenen Schule „digitalen Talenten“ unter anderem aus dem Migrantenumfeld ein Sprungbrett in den hiesigen IT-Arbeitsmarkt zu bieten. Ob und wie sie daraus ein längerfristiges Geschäftsmodell machen konnte, erzählen wir in diesem Kapitel. Schließlich zeigen wir anhand von Oliver Risse und seiner Firma Floatility, wie mutig man sein muss, um seine Geschäftsidee zu realisieren, weil die deutsche Gesetzgebung über Jahre die Zulassung von simplen E-Rollern blockierte.
Mirko Bass, Herbert Stoffels

Kapitel 7. Selbstverwaltung – Einflussnahme auf Digitalisierung oder Hemmschuh?

Zusammenfassung
Die Auswirkungen der Digitalisierung sind in den unterschiedlichsten Institutionen und Gebilden in Deutschland zu spüren – so auch im Gesundheitswesen. Im internationalen Vergleich stellt das hiesige Gesundheitswesen mit Akteuren, die der Selbstverwaltung unterliegen, ein Unikum dar. Es gilt als träge und kompliziert, zeigt sich aber gerade deshalb auch anfällig für mögliche Disruptionen von Digitalfirmen, die Geschäftsmöglichkeiten im Gesundheitsmarkt für sich entdecken. Kenner des Systems wissen, dass auch der deutsche Gesundheitsmarkt in Zukunft maßgeblichen Veränderungen unterliegen wird. Wie insbesondere die Ärzteschaft mit einem Thema wie der Telemedizin, das in Nachbarländern wie etwa der Schweiz schon längst erprobt ist, verfährt und wie der Wandel trotz massiver Vorbehalte Einzug halten kann, ist Gegenstand dieses Kapitels.
Mirko Bass, Herbert Stoffels

Kapitel 8. Vereine – Mehr Spaß am Ehrenamt durch Digitalisierung

Zusammenfassung
Es hat in Deutschland eine lange Tradition, dass Vereine das gesellschaftliche Leben entscheidend mitgestalten. Eigentlich wenig überraschend stellte sich die Alexander Otto Sportstiftung die Frage, ob es möglich sei, dass beispielsweise auch Sportvereine die mit der Digitalisierung verbundenen Chancen nutzen könnten. Die Stiftung ging auf die Suche nach einem geeigneten Verein, der eine Digitalisierungsstrategie entwickeln und Maßnahmen umsetzen könnte. Sie wurde im Hamburger Stadtteil Bergedorf fündig. Die Organisation von Vereinen unterliegt allerdings eigenen Gesetzen. So übernehmen bekanntermaßen Ehrenamtliche wichtige Funktionen. Vereine sind quasi basisdemokratisch geführte Konstrukte. Um Veränderungen in diesen Strukturen zu realisieren, bedarf es wiederum einer eigenen Herangehensweise. Wie der Hamburger Breitensportverein, die TSG Bergedorf, als erster deutscher Club sich in großem Stil an die Digitalisierung heranwagte und erste positive Ergebnisse vorweisen kann, erfahren Sie auf den nächsten Seiten.
Mirko Bass, Herbert Stoffels

Kapitel 9. So gelingt die digitale Transformation

Zusammenfassung
Die Beispiele der digitalen Macher haben gezeigt, wie man in Zeiten großer Unsicherheit und Unübersichtlichkeit die Digitalisierung in Verwaltungen und Kommunen, in Unternehmen, in selbstverwalteten Organisationen bis hin zu Vereinen erfolgreich gestalten kann. In einer Analogie zum Krisenmanagement wird in diesem Kapitel gezeigt, welche Faktoren wesentlich für den Erfolg der zuvor dargestellten Projekte waren. Zum Schluss erfährt der Leser tröstlich und aufmunternd zugleich, warum es sich lohnt, den digitalen Machern zu folgen.
Mirko Bass, Herbert Stoffels
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