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Über dieses Buch

Die Stimmen, die eine Abkehr vom mechanistischen Denken innerhalb der Ökonomik fordern, mehren sich. Zunehmend wird dabei der Begriff evolutorische Ökonomik ins Spiel gebracht, ohne jedoch einen geschlossenen und strukturierten Ansatz als wahren Kontrapunkt zu offerieren. Dieses Buch gibt demgegenüber nicht nur einen strukturierten Überblick über die evolutorische Ökonomik, sondern zeigt zugleich auch Wege ihrer praktischen Anwendung am Beispiel eines Evolutionsmodells von Konsumgütermärkten auf. Die Betrachtung von Marktevolution als Wechselspiel von Innovation und Adoption auf Basis eines verhaltenswissenschaftlich fundierten Simulationsmodells erlaubt überraschende Schlußfolgerungen und ist für weite Bereiche der Ökonomik richtungsweisend.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

1. Einleitung

Zusammenfassung
Evolution ist ein Begriff, der spätestens seit den 80er Jahren auch in den nicht biologischen Wissenschaften in Mode gekommen ist; dies betrifft auch die Ökonomik. Möglicherweise befindet sich das abendländische Denken in einem Stadium des Umbruchs, so daß die statische Denkweise, wie sie insbesondere in der Mechanik Newtons zum Ausdruck kommt, nicht mehr ohne weiteres als Idealbild wissenschaftlichen Denkens akzeptiert wird. Wo evolutorisch gedacht wird, soll in allgemeinster Vorstellung Wandel erklärt werden.
Thomas Lauer

Evolutorische Ökonomik

Frontmatter

2. Evolutorische Ökonomik und Evolution

Zusammenfassung
Die Beschäftigung mit evolutorischer Ökonomik schließt zum heutigen Zeitpunkt die Frage, was evolutorische Ökonomik überhaupt sei, notwendigerweise mit ein, ja sie ist sogar unabdingbare Voraussetzung für alle weiteren Überlegungen. Evolutorische Ökonomik ist als Begriff mittlerweile zwar fest etabliert — nicht zuletzt zieren sie als Titel oder Untertitel zahlreiche Veröffentlichungen der letzten zwei Dekaden —, was sich hinter diesen Titeln jedoch verbirgt, ist alles andere als einheitlich, und dies sowohl in Thematik als auch Methodik. Noch weniger kann zum heutigen Zeitpunkt von einer bereits erfolgten Ablösung des mechanistischneoklassischen durch das biologisch-evolutionäre “Paradigma” innerhalb der Wirtschaftswissenschaften gesprochen werden, wie sie etwa Recktenwald schon als vollzogen glaubt.1 Die evolutorische Ökonomik befindet sich allenfalls in der Phase ihrer Konstituierung; darauf deuten zumindest eine Reihe von Veröffentlichungen hin, die sich eben mit der Frage auseinandersetzen, was eine evolutorische Ökonomik sei.2 Andere Indizien sind sich mehrende Tagungen und die Gründung von Forschergemeinschaften3 einschließlich dazugehöriger Publikationsorgane4.
Thomas Lauer

3. Evolutorische Ökonomik und Erkenntnis

Zusammenfassung
In den bisherigen Kapiteln wurde herausgearbeitet, aus welchen Gründen eine evolutorische Theorie zur befriedigenden Beschreibung ökonomischer Sachverhalte eine größere Angemessenheit aufweist als eine statische oder quasi statische. Dabei wurde die Frage, ob evolutorische Theorien überhaupt gültige Erkenntnisse hervorbringen können und wenn ja, in welchem Rahmen, bislang weitgehend ausgeblendet. In diesem Kapitel wird zu zeigen sein, daß der Erkenntniswert evolutorischer Theorien eher eingeschränkt zu beurteilen ist, was jedoch weniger an den Theorien selbst, sondern an den Eigentümlichkeiten ihres Untersuchungsgegenstandes, dem endogen erzeugten Wandel in der Zeit, liegt. Dies gilt insbesondere für die Prognoseproblematik, die weite Teile dieses Kapitels füllen wird. Das Problem der Gefahr tautologischer Erklärungen ist dagegen eher ein der Evolutorik allgemein immanentes, hängt es doch mit den Struktureigentümlichkeiten evolutorischer Erklärungsskizzen zusammen. Es soll deshalb zu Anfang des Kapitels behandelt werden.
Thomas Lauer

Evolutorische Ökonomik und Verhalten

Frontmatter

4. Ökonomik und Verhaltenswissenschaft

Zusammenfassung
Versuche, die Ökonomik mit den Verhaltenswissenschaften — bzw. der Psychologie — zu verbinden, zu ergänzen oder von dieser Warte aus zu kritisieren, sind so alt wie die Wissenschaft Ökonomik selbst, nicht zuletzt weil beide Disziplinen ursprünglich eine Einheit bildeten.1 Ihre allmähliche Trennung im Verlauf des 19. Jahrhunderts war jedoch zu keiner Zeit absolut. So blieb neben den weitgehend apsychologischen Theorien des main-streams stets Raum für alternative, eher psychologische Ansätze, denen insgesamt jedoch — gemessen an der Beachtung seitens der „scientific community“ — nur mäßiger Erfolg beschieden war.
Thomas Lauer

5. Evolutorische Ökonomik und Verhaltenswissenschaft

Zusammenfassung
Neben der Frage nach der Beziehung zwischen der Theorie nicht-linearer stochastischer Prozesse und der evolutorischen Ökonomik hat die Diskussion um eine mögliche Einbeziehung sozial- und insbesondere verhaltenswissenschaftlicher Aspekte die evolutorisch-ökonomische Debatte geprägt. So ist zwar bei nahezu allen der evolutorischen Ökonomik zuzurechnenden Autoren eine mehr oder weniger starke Einbindung verhaltenswissenschaftlicher Theorien zu beobachten, über Ausmaß und Art herrscht jedoch weitgehend Uneinigkeit.
Thomas Lauer

Ein evolutorisches Modell der Konsumgütermärkte

Frontmatter

6. Evolutorische Ökonomik und Konsumgüter

Zusammenfassung
Wie in Kapitel 2 ersichtlich wurde, gibt es durchaus eine Reihe von Eigenschaften, die die evolutorische Ökonomik als eigenständigen Forschungsansatz beschreiben. Andererseits sind gerade im Rahmen der evolutorischen Ökonomik für spezifische Probleme ebenso spezifische Problemlösungsstrategien zu suchen, denn evolutorische Ökonomik erkennt, wie gezeigt, die Unterschiedlichkeit der verschiedenen Phänomene im wirtschaftlichen Geschehen an. Statt fertige, geschlossene Theorien anzuwenden, wird somit eher heuristisch gearbeitet und auf verschiedene Theorieelemente der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zurückgegriffen. Hierin besteht einer der wesentlichen Unterschiede zur neoklassischen Ökonomik, die bekanntlicherweise alle theoretischen Probleme nach der Vorstellung vollständig rational handelnder Akteure löst, deren als unabhängig voneinander angenommenes Verhalten stets zu irgendwelchen gleichgewichtigen Zuständen führt. Evolutorische Ökonomik betrachtet dementgegen die in der Realität anzutreffenden Unterschiede verschiedener Rationalitätstypen und variiert sie je nachdem, wie die betrachtete Situation, Person oder Personengruppe geartet ist. Die Gleichgewichtsvorstellung der Neoklassik wird mit dem Anerkenntnis der Tatsache, daß Wirtschaften selbst nichts statisches, sondern ein zutiefst evolutorisches, endogen erzeugtem Wandel unterliegendes Phänomen ist, überwunden.
Thomas Lauer

7. Sozialpsychologische Grundlagen eines evolutorisch-verhaltenswissenschaftlichen Konsummodells

Zusammenfassung
In diesem Kapitel sollen die sozialpsychologischen Grundlagen eines evolutorisch-verhaltenswissenschaftlichen Konsummodells erarbeitet werden. Die Darstellung beschränkt sich dabei zunächst auf verbale Modi, die mathematische Formulierung ist Kapitel 8 vorbehalten.
Thomas Lauer

8. Die Mastergleichung als Modellierungskonzept eines evolutorisch-verhaltenswissenschaftlichen Konsummodells

Zusammenfassung
Nachdem nun das evolutorisch-verhaltenswissenschaftliche Konsummodell in Kapitel 7 qualitativ entwickelt wurde, ist als nächster Schritt ein geeignetes Modellierungskonzept der diesbezüglich in Kapitel 7.4 zusammengefaßten Gedanken zu suchen. Dieses Modellierungskonzept soll Grundlage der in Kapitel 9 vorzunehmenden Simulationen sein, bei denen die Evolution ganzer Konsumgütermärkte im Blickpunkt steht.
Thomas Lauer

9. Ein Simulationsmodell der Evolution von Konsumgütermärkten

Zusammenfassung
Ziel des vorliegenden Kapitels wird es sein, die Evolution von Konsumgütermärkten unter verschiedenen, noch näher zu spezifizierenden Bedingungen zu untersuchen. In den Kapiteln 7 und 8 wurde die dazu erforderliche theoretische Vorarbeit geleistet. Aus Kapitel 7 resultierte ein evolutorisch-verhaltenswissenschaftliches Konsummodell, das die zeitliche Entwicklung des Konsumverhaltens hinsichtlich bestimmter Produkte auf der Ebene der Mitglieder von Adopter-Gruppen darstellt. Kapitel 8 hatte im Anschluß zur Aufgabe, dieses zunächst qualitativ entwickelte Modell in ein geeignetes formales Modellierungskonzept zu überführen. Damit wurde ein Modell entwickelt, mit dem das Kaufverhalten von Mitgliedern bestimmter Adopter-Gruppen bezüglich der jeweils an einem Markt befindlichen Produkte beschrieben werden kann. Zugleich stellte das verwendete synergetische Modellierungskonzept bereits ein Bindeglied zur Aggregatsebene ganzer Märkte her. Die im Vergleich zur traditionellen Ökonomik adäquatere Abbildung des Verhältnisses von Mikro- zu Makroebene stellte, wie in Kapitel 8.2 erläutert, gerade die Besonderheit des verwendeten Ansatzes dar. Kapitel 9 greift nun die Makroebene in Form der Produktmarktebene als eigentlichen Erklärungsgegenstand des hier zu entwickelnden Modells auf. Im folgenden geht es dementsprechend um die Darstellung der Evolution von Märkten bestimmter Gattungen von Konsumgütern 1 — wie also beispielsweise Zigarettenmärkten, Waschmittelmärkten, PKW-Märkten usw.
Thomas Lauer

10. Zusammenfassung

Zusammenfassung
Evolutorische Ökonomik kann als konkurrierendes Paradigma zur Neoklassik angesehen werden. So unterscheidet sie sich nicht nur in wesentlichen Punkten wie etwa der Existenz von Ungleichgewichten oder der Irreversibilität der Entwicklung, sondern diese Punkte bilden durchaus ein in sich geschlossenes Bild einer zur bisherigen main-stream-Ökonomik konkurrierenden Theorie.
Thomas Lauer

11. Literaturverzeichnis

Ohne Zusammenfassung
Thomas Lauer

Backmatter

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