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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Vorträge

Elbebewirtschaftung — Ökonomisch / ökologische Strategien

Stand der Durchführung der im „Sofortprogramm“ der IKSE enthaltenen Maßnahmen und deren Auswirkungen auf die Gewässer

Mit der am 08. Oktober 1990 in Magdeburg unterzeichneten „Vereinbarung über die IKSE“ wurden für die Elbe und ihr Einzugsgebiet nachstehende Hauptziele vereinbart: die Nutzungen, vor allem die Gewinnung von Trinkwasser aus Uferfiltrat und die landwirtschaftliche Verwendung des Wassers und der Sedimente zu ermöglichen,ein möglichst naturnahes Ökosystem mit einer gesunden Artenvielfalt zu erreichen unddie Belastung der Nordsee aus dem Elbeeinzugsgebiet nachhaltig zu verringern.

M. Simon

Die Identifikation der Hauptverschmutzungsquellen in der ČR durch das tschechische Elbeprojekt

Das Vorhaben des Nationalprojektes Elbe, das im Zusammenhang mit dem Abschluß der Vereinbarung über die Gestaltung der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE) entstanden ist, war einerseits auf die Verarbeitung der Unterlagen für die Formulierung der staatlichen ökologischen Politik auf dem Gebiet des Gewässerschutzes für das Einzugsgebiet Elbe und andererseits auf die allmähliche Bereitstellung von Unterlagen für weitere Arbeitsgruppen der IKSE zum Zeitpunkt des Beginnes ihrer Tätigkeit gerichtet.

I. Nesměrák

Die Bedeutung der Wassergütemeßstationen des internationalen Meßnetzes der IKSE für die Wassergütebetrachtung der Elbe

Zur Überprüfung der Ziele der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe, die insbesondere im Rahmen von Aktionsprogrammen die Reduzierung der Schadstofffrachten in der Elbe durch Sanierungsmaßnahmen bei den Einleitern, Verringerung der diffusen Stoffeinträge sowie Vorsorgemaßnahmen zur Vermeidung unfallbedingter Gewässerbelastungen beinhalten, ist es notwendig, durch ein leistungsfähiges Gütemeßnetz die entsprechenden Dokumentationen und Nachweise zu erbringen. Zur Darstellung der Gewässergüte und zur Kontrolle der Lastsenkungen als Folge von Sanierungsmaßnahmen wurde seinerzeit ein international abgestimmtes Meß- und Untersuchungsprogramm unter Anbindung zahlreicher Meßstationen aktiviert. Neben den bereits vorhandenen Stationen in den alten Bundesländern wurden im Gebiet der Tschechischen Republik und in dem Gebiet der neuen Bundesländer nach einheitlichen Gesichtspunkten insgesamt 11 Meßstationen errichtet. Die Finanzierung erfolgt im Gebiet der Tschechischen Republik durch die EG im Rahmen des Phare-Projektes Nr. 90/ec/wat/13 „Monitoring Systems for Waterquality in the Elbe catchment area“ und auf der Seite der Bundesrepublik Deutschland durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Das Informationsnetz INES in beiden Ländern wurde aus Mitteln der Firma IBM (Schenkung) sowie des BMU zur Verfügung gestellt. Durch die Kombination der Datenermittlung aus Meßstationen und den Befunden aus den analytischen Laboratorien wird eine gemeinsame und vergleichbare Datenbasis zu Beschreibung der Verhältnisse der Gewässerbelastung an der Elbe umgesetzt.

Die Entwicklung der Belastung der Nordsee durch die Elbe und deren Anteil an der Gesamtbelastung der Nordsee

Daten über die Einleitung von Schad- und Nährstoffen in die Nordsee werden national durch die Überwachungsprogramme der Flußgebietsgemeinschaften und Länderbehörden sowie zahlreiche Forschungsprojekte erhoben und bewertet. Im internationalen Rahmen erfolgt über die Kommissionen von Oslo und Paris (OSPARCOM) und die Internationale Nordseeschutzkonferenz eine Zusammenstellung und Bewertung der gesamten Einträge aller Anliegerstaaten in die Nordsee. Für einen Vergleich der über die Elbe, die Bundesrepublik Deutschland sowie über alle Nordseeanrainerstaaten eingetragenen Nähr- und Schadstoffe soll die Veröffentlichung der Oslo- und Paris-Kommission für 1990 herangezogen werden, wobei zur Beschreibung der Änderungen von Einträgen aus dem deutschen Einzugsgebiet auch Daten vor und nach 1990 Berücksichtigung finden.

H. Herata

Von WATiS bis ELBiS — Übertragung eines Informationssystems für Forschung und Verwaltung von der Küste auf die Elbe

Nutzung und Schutz von großen Naturräumen wie dem Wattenmeer oder auch großer Flußsysteme wie das Elbeeinzugsgebiet stehen in einem Interessenkonflikt, der auf Grundlage fundierten Wissens über die eng miteinander verflochtenen physikalischen, chemischen und biologischen Vorgänge sowie den Wechselwirkungen mit menschlicher Aktivität angemessen zu bewerten ist. Wissensgrundlagen sollen sowohl langfristige ökologische Umweltbeobachtungen wie das trilaterale Wattenmeermonitoring als auch koordinierte Schwerpunktforschung liefern (SRU 1990, IKSE 1990, TMEG 1993, ELBE2000, GOAP).

H. L. Krasemann, R. Riethmüller

Belastungspotential: Elbenebenflüsse

Schwermetalle in den Sedimenten der Elbe und ihrer Zuflüsse

Bereits 1971 /1/ wurde die Elbe als das Gewässer der („alten“) Bundesrepublik mit der insgesamt höchsten Schwermetallbelastung der Sedimente, insbesondere mit Quecksilber und Cadmium, beschrieben. Die beim Cadmium gemessenen Konzentrationen wurden seinerzeit nur noch vom Neckar übertroffen. In einer 1985 durchgeführten Vergleichsuntersuchung /2/ ergab sich für Rhein (mit Neckar und Main), Weser, Ems und Donau generell ein starker Rückgang der Schwermetallbelastung, nicht jedoch für die Elbe, die nach wie vor ähnlich hohe Quecksilber- und Cadmiumkonzentrationen wie 1971 aufwies. Da es aus der ehemaligen DDR keine publizierten Daten über die Belastung der Gewässer mit Schadstoffen gab, konnte nur vermutet werden, daß die hohen Quecksilberwerte zu einem wesentlichen Teil aus Betrieben der Chloralkalielektrolyse nach dem Amalgamverfahren stammten.

G. Müller, R. Furrer

Bestandsaufnahme und Interpretation der Schwermetallbelastung in Wasser und Sediment der Mulde in den Jahren 1991 – 1993

Das Programm der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe beinhaltet neben der Untersuchung der Belastung der Elbe auch die Bestandsaufnahme des Schadstoffpotentials der Elbenebenflüsse. Seit 1991 wurden jährlich 2 Beprobungskampagnen an der Mulde durchgeführt, die mit Detailuntersuchungen und Fall-analysen untersetzt werden. Dabei sind ca. 25 Parameter, u.a. die Arsen- und Uraniumbelastung, untersucht worden. Die im Repräsentanz der Untersuchungen jahreszeitliche Unterschiede in der Schwermetallführung und zeitliche Ver-änderungen der Schadstofffrachten infolge der industriellen und landwirtschaftlichen Umstrukturierungen in Sachsen sind zu untersuchen und in ihrer Auswirkung auf die Elbe zu beurteilen. Es sind im Rahmen des vom BMFT geförderten Projekts „Bestandsaufnahme der Schwermetallsituation in den Gewässersystemen von Mulde und Weißer Elster Hinblick auf die zukünftige Gewässergüte; Teilprojekt 2: Freiberger, Zwickauer und vereinte Mulde“ (02-WT-9113/9) Aussagen zu Belastungsursachen und Sanierungsmöglichkeiten zu treffen.

A. Kluge, P. Beuge, A. Greif, T. Hoppe, W. Klemm, R. Starke

Die wichtigsten Belastungsquellen und ihr Einfluß auf die Wassergüte im Meßprofil Moldau-Zelčín im Jahre 1993

Im Zusammenhang mit dem nationalem Elbeprojekt konzentrierte sich das Hauptinteresse der Wasserwirtschaftler aus vielen Sachgründen auf die Problematik der Elbe. Die Moldau ist jedoch ihr wichtigster Zufluß. Anliegen dieses Beitrages ist es, einige Informationen über diesen wasserwirtschaftlich bedeutsamen Fluß zu vermitteln.

K. Forejt, J. Válek, V. Kulhánek, J. Goldbach

Belastungspotential: Elbestrom

Elementverteilungsmuster in Schwebstoff- und Wasserphase der Elbe von der Mündung bis zur Quelle

Mit Hilfe der modernen Elementanalytik ist es möglich, soviele Stoffe qualififziert so zu messen, daß ihre unterschiedlichen Konzentrationsverhältnisse zueinander für eine Musteranalyse oder eine Mustererkennung genutzt werden können. Damit ist es möglich, Quellen, Verluste, Einträge und Austräge aus einem Flußsystem statistisch signifikant zu erkennen.

A. Prange, R. Niedergesäß, P. Krause, K. Trejtnar, J. Schindler, H. Reincke

Die Entwicklung der Gewässergüte im tschechischen Abschnitt der Elbe und in den Nebenflüssen

Die Gewässergüte in den Flüssen wird von einer großen Anzahl verschiedener Stoffe beeinflußt. Einige davon sind schädlich bis gefährlich, sie erschweren oder machen sogar die Nutzung des Wassers für den Menschen unmöglich, sie beschädigen oder liquidieren das natürliche Ökosystem des Flusses. Die staatliche Untersuchung der Gewässergüte bot in dieser Hinsicht darüber keine genügenden Informationen. Eine Erweiterung sowie Präzisierung der Informationen über die Gewässergüte forderte nicht nur die beginnende internationale Zusammenarbeit im Rahmen der IKSE, sondern auch der erhöhte Druck auf den Schutz der Gewässergüte bei uns. Die nötige ergänzende Untersuchung erfolgte im Rahmen des nationalen Elbeprojektes (1).

M. Kalinová

Schadstoffe in Sedimenten und Schwebstoffen der Elbe

Ein in der BfG im Januar 1991 begonnenes Untersuchungsprogramm ist dem Problem der Schadstoffbelastung von Sedimenten der Elbe und ihrer zeitlichen und räumlichen Veränderung gewidmet.

P. Heininger, J. Pelzer, P. Tippmann, E. Claus

Ergebnisse der Hochwassermessungen 1993/94

Der Abfluß der Elbe hat ein typisches Regen/Schnee — Muster mit hohen Wasserabflüssen im Frühling und geringen Abflüssen im Sommer. Typische Werte liegen über 2000 m3/s im Dezember, Januar oder Anfang Februar, und um 250 m3/s im Juli und August [1], Diese Unterschiede mit einem Faktor von etwa 10 führen zu einem sehr unterschiedlichen Schwebstofftransport über das Jahr [2]. Mit dem Schwebstofftransport ist auch der Schadstofftransport verbunden. Für Sanierungsmaßnahmen an der Elbe ist die Frage wichtig, ob und wie lange noch schwebstoffgebundene Schadstoffe in der Elbe vorhanden sind und wirken können. Zur Beantwortung dieser Frage sollen die im folgenden dargelegten Untersuchungsergebnisse dienen.

R.-D. Wilken, H.-U. Fanger, H. Guhr

Stand und Perspektiven der kommunalen Abwasserbehandlung

Die aktuelle Situation der zentralen Kläranlage in Prag

Die Bestrebungen, als Ersatz für die unbefriedigende Lindley’s mechanische Kläranlage eine neue Kapazität zu errichten, wurden erst durch den Bau einer mechanisch-biologischen Kläranlage auf der Kaiserinsel (Císařský ostrov) in Prag-Troja in den Jahren 1957 bis 1967 verwirklicht.

J. Kutil

Belastung des Elbeunterlaufes in der tschechischen Republik durch Kommunalabwasser

Die „Nordböhmischen Wasserleitungen und Kanalisationen Teplice“ (SČVK) sind am 1.10.1993 eine Aktiengesellschaft geworden. Diesem Schritt gingen jedoch zahlreiche Vorbereitungen und Verhandlungen voraus. Das bestehende staatliche Unternehmen wurde in zwei selbständige Aktiengesellschaften geteilt, von denen die eine das gesamte Infrastrukturvermögen (Kanalisationen, Wasserleitungen, Wasseraufbereitungen, Kläranlagen, Wasserbehälter, Pumpstationen u.ä.) und die zweite nur die zum Betreiben dieses Infrastrukturvermögens notwendigen Voraussetzungen besitzt. Wertgemäß ausgedrückt handelte es sich ungefähr um eine Teilung im Verhältnis 8 Milliarden zu 600 Millionen Kč. Mittels Fonds des Nationalvermögens wurden zwei Aktiengesellschaften gegründet, wobei die Nordböhmische Wasserversorgungsgesellschaft AG ca. 450 Städte und Ortschaften der Nordböhmischen Region verbindet. Diese haben in dieser AG einen Aktienanteil, der der Anzahl ihrer Einwohner entspricht. Ferner wurde die Aktiengesellschaft Nordböhmische Wasserleitungen und Kanalisationen, die das Betreiben des Vermögens der Aktiengesellschaft in den Städten und Ortschaften sichert, gegründet. Zwischen beiden AG besteht ein Betriebsvertrag über Vermietung und Betreibung des Vermögens über 15 Jahre. Die Wasserpreise und Kanalisationsgebühren sind in dieser Gesellschaft einheitlich.

J. Šverma

Entlastung der Elbe durch den Ausbau der Kläranlage Dresden — Kaditz

Das auch heute noch gültige Grundkonzept des Dresdner Kanalisationsnetzes wurde bereits 1867 vom Stadtbauamt ausgearbeitet. Der vorgelegte „Beschleusungsplan“ sah die Errichtung mehrerer nahezu rechtwinklig gegen den Elbestrom gerichteter Sammelkanäle vor. Zugleich verfolgte er die Absicht, sämtliche in den Strom mündenden Sammelkanäle parallel zum Elbufer abzufangen und die Schmutzwässer unterhalb der Stadtgrenze vorläufig in den Elbestrom abzuwerfen.

R. Böhm, G. Ermel, L. Fuchs

Sanierung von Elbe-Dükern in Dresden mittels Schlauchrelining-Verfahren INSITUFORM ®

Im Jahr 1907 wurde in Dresden ein Doppel-Düker DN 2000 und DN 1150 durch die Elbe verlegt — schon damals ein Wunderwerk der Technik: die gewaltigen genieteten Stahlrohre wurden nach ihrem Zusammenbau geflutet und auf die Elbesohle ab-gelassen.

R. Dilg

Vorstellung des Brochier „Partner — Modells“ am Beispiel des Abwasserverbandes Saale Rippachtal

Ein neu gebildeter Abwasserzweckverband sucht nach Lösungen für die anstehenden Aufgaben im Bereich der Abwasserentsorgung.

B. Heine

Stand und Perspektiven der industriellen Abwasserbehandlung

Der Zustand der Industrieabwasserklärung im Betrieb Synthesia AG

Ein Vertreter unserer Firma präsentierte die Herangehensweise an die Lösung von Umweltschutzfragen, die die Elbe betreffen, auf dem „4. Magdeburger Gewässerschutzseminar“, 1992. Seitdem kam es zu Änderungen sowohl in der wasserwirtschaftlichen Legislative resp. ihrer Anwendung, als auch in der Intensität und Qualität der Herangehensweise des Betriebs Synthesia an die Lösung der wasserwirtschaftlichen Probleme. Den entscheidenden Leitfaden für die Vorbereitung und Realisierung der Abhilfemaßnahmen bilden die Bedingungen für die Genehmigung zum Umgang mit dem Wasser. Diese werden von dem wasserwirtschaftlichen Organ im Einklang mit dem Gesetz Nr. 138/73 Slg., das Gewässerfragen regelt, ausgegeben.

J. Kumštát

Lösung der Abwasserproblematik in der Spolchemie AG in Beziehung zum Elbe — Projekt

Zu den größten chemischen Betrieben in der Tschechischen Republik gehört Spolek pro chemickou a hutní vyrobu (Verein für chemische und Hüttenproduktion) in Ústí nad Labem, der 1856 gegründet wurde, und das sowohl was seine Flächen, Produktionsumfang und Sortiment als auch die Anzahl der Angestellten (ca 3000) anbelangt.

P. Barcal

Industrielle Abwasserreinigung im Einzugsgebiet der Elbe — Beispiel BASF Schwarzheide —

Schwarzheide, ca. 50 km nördlich von Dresden an der Schwarzen Elster gelegen, ist seit 1936 ein Standort der chemischen Grundstoffproduktion. Nachdem ca. 35 Jahre Kohlenwasserstoffe aus Braunkohle hergestellt wurden, begann Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre mit der Errichtung von Anlagen zur Herstellung von Herbiziden und Polyurethanrohstoffen eine grundlegende Produktionsumstellung. Nach der Übernahme der damaligen Synthesewerk Schwarzheide AG durch die BASF Ende 1990 wird das Werk Schwarzheide mit einem Investitionsaufwand von ca. 1,3 Milliarden DM bis 1996 zu einem leistungsfähigen europäischen Chemiestandort ausgebaut.

R. Socher

Stand der Abwasserreinigung des Werkes Stade der Dow Deutschland Inc (DDI)

Die DDI mit dem Werk Stade, eine Tochter der Dow Chemical Company, betreibt an der Unterelbe bei Stade eines ihrer größten Chemischen Werke weltweit.

E. Schüttemeyer

Stand der Abwasserreinigung im Werk Brunsbüttel der Bayer AG

In dem jüngsten Produktionsstandort der Bayer AG, dem Werk Brunsbüttel, stellen etwa 1600 Mitarbeiter eine Vielzahl von organischen Chemikalien her. Neben einer Reihe von Zwischenprodukten, die teils verkauft, teils aber auch intern weiterverarbeitet werden, werden in Brunsbüttel Polyurethan- Vorprodukte (Isocyanate) und Farbstoffe sowie ein Alterungsschutzmittel für Kautschuke synthetisiert. Bei diesen chemisch und verfahrenstechnisch ganz unterschiedlichen Produktionen fallen zwangsläufig eine Vielzahl in Volumen und/oder Belastung differierende Abwässer an, woraus sich erhebliche Anforderungen an das Abwassermanagementsystem ergeben.

J. Zirner

Wasserbauliche Maßnahmen und Ökologie

Der Einfluß der Staustufen in der Elbe auf die Gewässergüte

In den vergangenen Jahrzehnten wurde bei uns, ähnlich wie bei anderen europäischen Ländern, der Beseitigung der negativen Folgen der einseitigen wirtschaftlichen Nutzung des Wassers und der Wasserläufe nicht die gebührende Aufmerksamkeit gewidmet, die vor allem durch die extensive Entfaltung der Industrie, der Landwirtschaft und durch Konzentration der Einwohner in den städtischen Gebieten verursacht wurden. Infolge der Belastung der Wasserläufe durch nicht oder nur ungenügend geklärte Abwässer und durch Abschwemmungen von den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen kam es zur allmählicher Verschlechterung der Gewässergüte in den Wasserläufen, des öfteren auch um den Preis der Abtötung allen Lebens in der Wasserumwelt.

Z. Šámalová

Auswirkung der geplanten wasserbaulichen Maßnahmen in der Elbe auf die Sohlenerosion

Flußläufe gestalten als hydro-geologische Elemente entscheidend das Bild der Erdoberfläche. Infolge der Strömungsvorgänge werden die im Fluß vorhandenen Feststoffe umgelagert und zwar in Form von Geschiebe- und Schwebstofftransport. Das morphologische Verhalten eines Flusses in seinem Bett wird daher entscheidend von den Wechselwirkungen zwischen den Strömungsvorgängen und dem Feststofftransport beeinflußt.

F. Nestmann

Der Einfluß der Bauregelungen auf das Ökosystem der tschechischen Elbe und des Flusses Orlice

Aufgrund der Ergebnisse aus der Verhandlung der Arbeitsgruppe „O“ der IKSE wurde von der tschechischen und deutschen Seite eine hilfreiche „Ökologische Studie zum Schutz und zur Gestaltung von Gewässerstrukturen und der Uferrandregionen der Elbe“ erarbeitet. Sie ermöglicht die Eingangsinformationen für die Synthese von ökologischen Fragen mit denen, die mit dem Wasserlauf und seiner Flußgebietszone verbunden sind, zu erfassen. Neben den weiteren Schlußfolgerungen wurde auch die Struktur dieser Studien für bedeutsame Zuflüsse der Elbe formuliert, die nach Abstimmung von der Arbeitsgruppe „O“ den Regierungen der einzelnen Länder empfohlen wurde. In der Tschechischen Republik wurde gemäß der empfohlenen Struktur eine zweckmäßige ökologische Studie der Orlice (Tichá = Stille, Divoká = Wilde und Spojená = Zusammengefügte), und der erste Teil der ökologischen Studie der Moldau erarbeitet. Diese Ausführungen sind detaillierter als die Studie über die Elbe und ihr Umfang kann fast als eine „ökologische Monographie“ der einbezogenen Wasserläufe bezeichnet werden. Heute dienen diese Ausführungen neben ihrem Hauptziel auch zur Verifikation der benutzten Methodik der Bearbeitung, vor allem vom Standpunkt der Effektivität der Ausführlichkeit hinsichtlich der Aussagen.

M. Šindlar

Ichthyozönosen in der tschechischen Elbe und Rückkehrmöglichkeiten von Zugfischen in das böhmische Elbegebiet

Die Elbe ist der größte tschechische Fluß, der nicht nur die meisten auf dem Gebiet der Tschechischen Republik (ČR) entsprungenden Wasserläufe abführt, sondern auch das Gebiet der ČR mit der Nordsee verbindet. Mit den Hauptzuflüssen Moldau (432 km), Eger (257 km), Orlice (240 km) bildet das Einzugsgebiet der Elbe ein Flußnetz, das die ganze westliche Hälfte der ČR bedeckt. Der eigentliche Flußlauf (gemeinsam mit den bestehenden Armen) stellt auf dem Gebiet der ČR eine Wasserfläche von ungefähr 3800 ha dar, die in 39 Fischereireviere gegliedert, von 25 Fischereiorganisationen, im Tschechischen Fischereiverband vereinigt, bewirtschaftet wird. Aus der Geschichte sind eine Menge von Berichten über Elbefischerei und Fische, die von der Nordsee bis auf das tschechische Gebiet kommen, erhalten. Die Informationen über Migrationen vom Lachs (Salmo salar) bilden einen unzertrennlichen Teil der historischen Entwicklung dieses Flusses.

J. Vostradovský

Belastungsveränderungen und ihre Auswirkungen auf Lebensgemeinschaften

Die aquatische Lebensgemeinschaft der Elbe — einst und jetzt

Eine wichtige Voraussetzung für eine Verbesserung der ökologischen Verhältnisse der Elbe sind Kenntnisse ihres ursprünglichen Arteninventars sowie dessen qualitativer und quantitativer zeitlicher Veränderung und deren Ursachen. Die aus Mitteln des BMU geförderte Literaturstudie „Historische Entwicklung der aquatischen Lebensgemeinschaft der Elbe“ sammelt und arbeitet das vorhandene Wissen zu diesem Thema aus verfügbaren Veröffentlichungen und Datenbeständen auf.

A. Petermeier, F. Schöll, T. Tittizer

Trendstudie zur langfristigen Schadstoffkontamination von Elbfischen zwischen 1979 und 1994

Das Aufkommen von marktfähigen Fischarten in der Elbe führte noch im ersten Drittel unseres Jahrhunderts stellenweise zu Jahreserträgen von mehreren 10 kg pro Hektar [1]. Als Folge wasserbaulicher Maßnahmen sowie zivilisatorischer stofflicher Gewässerbelastung hat die kommerzielle Elbfischerei ihre Bedeutung in den zurückliegenden Jahrzehnten fast völlig eingebüßt. An nutzbaren Arten spielt praktisch nur noch der Aal eine gewisse Rolle.

R. Kruse, U. Ballin, K.-E. Krüger

Beziehungen zwischen Nahrungsbasis, Wachstum und Kontamination von Fischen in der mittleren Elbe

Zielstellung der Untersuchungen war es, im Ökosystem Elbe die Entwicklung der Schadstoffkontamination und deren mögliche Auswirkungen auf die Organismen unter der seit Ende der 1980er/ Anfang der 1990er Jahre stark veränderten Belastungssituation zu verfolgen. Dazu wurden u.a. umfangreiche Untersuchungen an Fischen durchgeführt. Dabei sollte auch zur Frage Stellung genommen werden, ob sich im Zuge der Änderungen in der Besiedlung der Elbe mit Makrozoobenthon auch die Nahrungsbasis für die Fischfauna geändert hat. Desweiteren sollte das Wachstum der Fische unter den gegebenen Bedingungen untersucht und verschiedene weitere Parameter erfaßt werden, die nähere Aussagen über eine Fischpopulation zulassen. Parallel dazu sollte die Kontamination verschiedener Organe der Fische mit Quecksilber (Hg) als ein prioritär zu untersuchender Schadstoff ermittelt werden, um mögliche Beziehungen zwischen Nahrungsbasis, Wachstum und Schadstoffbelastung in den Fischen herauszufinden.

T. Augst

Charakteristik der Struktur und Biomasse der Gesellschaften von Organismen im Längsprofil der Elbe auf dem Gebiet der Tschechischen Republik

Eines der Ziele der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE) besteht darin, eine Verbesserung der Gewässerökosysteme im Einzugsgebiet der Elbe zu erreichen, ihren Schutz zu gewährleisten und dadurch dem naturnahen Zustand mit einer natürlichen Artendiversität anzunähern.

P. Punčochář

Regeneration der Makrozoobenthos-Lebensgemeinschaft in der Mittelelbe

Die Lebensgemeinschaft des Makrozoobenthos der Elbe wurde durch intensive menschliche Nutzung verändert und teilweise zerstört. Vor allem die z.T. extremen Belastungen aus industriellen und kommunalen Abwassereinleitungen vor 1990 führten zu einer verarmten Fauna mit wenigen verschmutzungstoleranten Arten. Mit der Verbesserung der Belastungssituation der Elbe durch den wirtschaftlichen Strukturwandel besonders durch die verbesserten Sauerstoffverhältnisse sind Veränderungen in der Makrozoobenthos-Lebensgemeinschaft zu erwarten. Die Voraussetzungen hierfür sind günstig, da die Ufer der Elbe durch die zu DDR-Zeiten eingeschränkten Wasserbaumaßnahmen eine relativ naturnahe Struktur aufweisen. Naturnah ist die Habitatvielfalt mit Hart-und Weichsubstraten, stark strömenden Zonen und strömungsberuhigten Bereichen, Buhnenfeldern, lockeren Steinschüttungen an Buhnenköpfen und Längswerken, Sand- bzw. Kiesbänken und Felszonen (Domfelsen, Herrenkrugfelsen bei Magdeburg) und zahlreichen angeschlossenen Altarmen. Die Vielfalt an vorhandenen Lebensräumen bietet die Möglichkeit der Ansiedlung von Organismen mit unterschiedlichen Ansprüchen an Strömung und Substrat in der Elbe bei verbesserter Wasserqualität.

U. Dreyer

Verteilung von Chlorophyll-A und Phytoplankton im Längsprofil der Elbe

Eines der Hauptziele des Elbeprojektes ist die Erfassung der aktuellen Situation der Gewässergüte der Elbe und ihrer Zuflüsse sowie die Beschreibung des Ökosystems dieser Biotope, deren Bestandteil biologische Komponenten sind.

B. Desortová, T. Gaumert, V. Koza

Elbauen: ihre ökologischen Aspekte

Auen und Marschen als Senken für belastete Sedimente der Elbe

Seit ca. 2 Jahrzehnten werden in Mitteleuropa intensive Anstrengungen unternommen, die Schadstoffbelastung der Flüsse zu reduzieren. Nach den politischen Umwälzungen vor fünf Jahren konnte auch für die Elbe ein internationales Sanierungsprogramm begonnen werden. Häufig wird dabei übersehen, daß auch die Überschwemmungsgebiete durch kontaminierte Sedimente belastet sind. Anhand von Schwermetallgehalten in Böden soll dieser Beitrag für drei Standorte das Ausmaß der Belastung von Auen und Marschen der Elbe aufzeigen.

G. Miehlich

Untersuchungen zum Wasserhaushalt tidebeeinflußter Vorlandsmarschen im Ästuar der Elbe. Charakteristische Prozesse und Faktoren

In einer Zeit intensiver menschlicher Einflußnahme auf die natürliche Umwelt und den immer deutlicher werdenden Folgen anthropogener Eingriffe in den Naturhaushalt gewinnt das Wissen um die Struktur und die inneren Regelmechanismen der betroffenen Ökosysteme zunehmend an Bedeutung. Auch an einen Fluß wie die Elbe mit einem Gesamteinzugsgebiet von von 148.268 km2 werden unterschiedlichste Nutzungsansprüche gestellt, die vielfach konträrer Natur sind. Das Konfliktpotential und die Auswirkungen sind im Rahmen des 3. und 4. Magdeburger Gewässerschutzseminars detailliert dargestellt worden [vgl. 1,2].

S. M. Fischer, A. Steingräber, J. Andresen, G. Miehlich

Vorschläge zur Verbesserung des gewässerökologischen Zustandes der Elbe im Auebereich zwischen südöstlicher Landesgrenze Sachsen-Anhalt und Aken

Länderübergreifend von der Quelle in der Tschechischen Republik bis hin zur Mündung in die Nordsee nimmt die Elbe als verbindendes und landschaftsprägendes Element eine zentrale Stellung für alle Anrainerländer ein.

W. Leßmann

Bereiche möglicher Deichrückverlegungen in der Elbaue im Bereich der Mittelelbe — Vorschläge aus ökologischer Sicht als Beitrag zu einer interdisziplinären Diskussion

Für die Elbe und deren unmittelbare Auenbereiche besteht, wie für kaum einen anderen Strom in Mitteleuropa, die dringende Notwendigkeit der Sanierung und der Erhaltung sowie der Verbesserung nach ganzheitlichen und ökologisch komplexen Gesichtspunkten. Sowohl hinsichtlich der Wasserbeschaffenheit als auch der Gewässermorphologie und der Auenstruktur sollten unter Beachtung der veränderten Bedingungen neue Denkansätze gefunden und realisiert werden. Neben der dringenden Notwendigkeit besteht in weiten Bereichen entlang der Elbe die grundsätzliche Möglichkeit der Findung und Realisierung komplex-ökologischer Sanierungen, wie dies an vergleichbaren mitteleuropäischen Strömen sehr oft nicht mehr möglich ist. Im vorliegenden Vortrag werden mögliche Bereiche von Deichrückverlegungen vom rein ökologischen Gesichtspunkt betrachtet und vorgeschlagen. Diese verstehen sich in keinem Fall als Dogma, sondern sollten als mögliche Grundlage und als Versuch der Einleitung einer interdisziplinären und fachlich übergreifenden Diskussion angesehen werden. Auf diesem Wege lassen sich für die Elbe und deren Auengebiete mit den Möglichkeiten des modernen Wasserbaues, den neuesten Erkenntnissen der Ökologie großer Ströme und deren Auen sowie den administrativen Mitteln der Bundesländer gangbare Kompromisse zur Erhaltung, Stabilisierung und Verbesserung der ökologischen Bedeutung der Elbeauen erzielen.

K.-H. Jährling

Posterbeiträge

Belastungsquellen und Methoden der Erfassung

Ausgewählte Probleme der Sprengstoffanalytik am Beispiel der Rüstungsaltlast Torgau-Elsnig (Sachsen)

In Vorbereitung des 2. Weltkrieges wurden in den 30er Jahren eine Vielzahl von Sprengstoffbetrieben gebaut. Der Bau des Werkes in Elsnig wurde 1936 begonnen und bereits 1937 begann man mit der TNT-Produktion. Nach Erkundungen der Hydrogeologie GmbH Nordhausen NL Torgau wurden im Gebiet Torgau/Elsnig auf dem ehemaligen Gelände der WASAG von 1936 bis 1945 Sprengstoffe für die militärische Verwendung (TNT, Hexogen, Hexyl) hergestellt, zu den unterschiedlichsten Mischungen zusammengestellt und in den Füllstellen des Heeres und der Marine in Granaten, Minen und Torpedos abgefüllt.

A. Bongartz, C. Merckel

Die Vordeichsländer als Quelle für Carbonat in der Elbe

Durch die Eindeichung der Elbe seit dem 11. Jahrhundert wurden die Deichvorländer ständig reduziert. Heute beträgt ihre Fläche entlang der Unterelbe (Geesthacht bis Cuxhaven) nur noch ca. 11000 ha.

J. Duve, G. Miehlich, A. Gröngröft

Untersuchungen zur Sanierung sprengstoffbelasteter Grund- und Sickerwässer im Auengebiet Torgau

In den im Rahmen des EG-Phare-Projektes untersuchten Grund- und Oberflächenwässern im Umfeld der WASAG wurden Sprengstoffe und deren Metaboliten nachgewiesen. Bei den gefundenen Sprengstoffen und deren Abbauprodukten handelt es sich um Nitro- und Aminoaromaten unterschiedlicher Struktur.

H. Junge, L. Ebner, H. Zarmer

Verunreinigung der Elbe in der Nähe der Agglomeration Hradec-Pardubice

Das Gebiet, manchmal als Mittelelbebecken bezeichnet, ist ein Gebiet des tschechischen Abschnittes des Elbelaufes in der Nähe der Siedlungsagglomeration der Städte Hradec Králové und Pardubice. Es handelt sich um eine Region mit entwickelter Industrie, dichter Besiedlung, einem umfangreichem Verkehrsnetz und intensiver Landwirtschaft.

J. Langhammer

Genese, Chemismus und Bedeutung von Grubenwässern im Erzgebirge

Das Erzgebirge ist eine bedeutende Bergbauregion Europas. Durch seine Lage im Einzugsgebiet von Zwickauer und Freiberger Mulde hat es beträchtlichen Anteil an der Schwermetallbelastung der Elbe. Neben Bergbau- und Erzaufbereitungshalden und deren Sickerwässer tragen besonders Grubenwässer Schwermetalle in die Vorfluter ein.

M. Martin

Zur Schwermetallsituation im Flußgebiet der Weißen Elster

Die Weiße Elster als Nebenfluß der Saale und indirekt der Elbe ist mitverantwortlich für gewaltige in Richtung Nordsee verfrachtete Schadstofflasten. Hierbei spielen auch die Schwermetalle eine beachtliche Rolle. Im Rahmen eines vom Bundesminister für Forschung und Technologie geförderten Verbundprojektes wird derzeit vor allem der Ist-Zustand der Schwermetallkontamination des rezenten Flußsediments erfaßt, um das Gefahrenpotential einschätzen und Sanierungsschwerpunkte festlegen zu können. Weiterhin geht es darum, die räumliche und zeitliche Entwicklung der Belastung zu verfolgen, anthropogene und geogene Einträge zu unterscheiden sowie das Transport- und Sedimentationsverhalten der einzelnen Metallspezies’ zu verfolgen. Hierbei spielen Staueinrichtungen eine besondere Rolle.

A. Müller, C. Hanisch, L. Zerling

Jihočeské papírny a.s. Vètřní (Südböhmische Papierfabriken AG Vètřní)

Die Papierfabriken Jihočeské papírny a.s. Vétřní gliedern sich wie folgt auf: JlP-Papírny Vétřní AG (SBP-Papierfabriken Vétřní AG)JIP-Papírny Vltavský mlýn Loučovice (Papierfabriken Vltavský mlýn Loučovice)JlP-Českobudèjovické papírny Č. BudèjoviceJIP-CEREPA Červená ŘečiceMANN-FILTR-JIPAP PřibyslaviceJIP-PACK Přibyslavice.

V. Prokop

Phosphate im Einzugsgebiet der oberen Moldau

Natürliche Quellen des anorganischen Phosphors in den Gewässern sind: Auflösung einiger verwitterter Gesteine und Minerale (Apatit, Phosphorit, Kaolinit), Abschwemmungen von den landwirtschaftlich bearbeiteten, mit Phosphatdüngern gedüngten Böden, Abwässer aus Brauereien, Wäschereien und der Textilindustrie und kommunale Abfälle, die Polyphosphate beinhalten, die den Waschmitteln beigesetzt werden. Quelle des Phosphates organischer Herkunft ist die sich zersetzende abgestorbene Flora und Fauna, die sich am Fluß-, Staubecken- und Seeboden ablagert hat.

E. Skořepová

Verhältnisse der Belastung der Elbesedimente und Wirkung der Flußbettdynamik auf die Verbesserung ihrer Qualität

Der Verfasser hat sich im Rahmen des tschechischen Elbeprojekts in den Jahren 1991 bis 1993 mit Problemen des Schwebstofftransportes und der Sedimentation in der Elbe ab Jaromef bis zur Staatsgrenze befaßt. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurde 1992 eine Sedimentbeprobung durchgeführt. Die entnommenen Proben wurden auf ihren Gehalt an Schwermetallen analysiert. Die Probenahmestellen wurden so ausgewählt, daß die zu gewinnenden Ergebnisse typisch für verschiedene dynamische Stromwirkungen sein würden. Zur dynamischen Wirkung wurde nicht nur die natürliche Stromgeschwindigkeit, sondern auch die Wirkung der Schiffahrt eingerechnet, die an den Wasserlauf eine beträchtliche Menge Energie abgibt. Diese kommt vor allem in dem kanalisierten Teil zur Wirkung. Die Ergebnisse der Analysen wurden mit den Analysen von älteren Sedimentenproben von 1990 verglichen. Die Proben wurden an den typischen Stellen der Sedimentation genommen, wo weder die natürliche Stromdynamik noch die Wirkung der Schiffahrt eingegriffen haben. Der Vergleich ergab, daß sich die Konzentration der entscheidenden Schwermetalle vermindert. Die Ursache dafür ist einerseits die allgemeine Einschränkung der Produktion. Diese äußert sich durch eine mäßige allgemeine Verminderung der Belastung durch Metalle, die ihren Ursprung in der industriellen Produktion haben. Andererseits zeigt sich eine örtliche Verminderung, die proportional zur Stromdynamik ist, unter Einrechnung all ihrer Komponenten, einschließlich der Wirkungen der Schiffahrt.

M. Rudiš

MIKE 11 als Instrument zur Steuerung der Gewässergüte der Elbe

Das Programmpaket des Dänischen hydraulischen Institutes MIKE 11 stellt ein integriertes System dar, das eine statisch-dynamische Modellierung der hydraulischen Verhältnisse der Wasserläufe und der Gewässergüte in den Wasserläufen ermöglicht. Die grobe Modellberechnung der durchschnittlichen Gewässergüte der Elbe (für BSB5 und CSB) auf dem tschechischen Gebiet unter Anwendung von MIKE 11 wurde zum ersten Mal 1992 von der Firma Dorsch Consult GmbH München in Zusammenarbeit mit der Firma Hydroprojekt Prag vorgenommen.

S. Verner, P. Martínek, D. Rychecký

Auswirkungen und Gewässerschutzmaßnahmen

Analyse von Schwermetallen und Nachweis induzierter schwefelhaltiger Peptide im Wassermoos Fontinalis antipyretica hedw

Aquatische Makrophyten werden zunehmend als Schwermetallindikatoren genutzt. Moose haben sich als besonders geeignet erwiesen, da sie aufgrund ihrer Anatomie über gute Akkumulationseigenschaften von Schwermetallen verfügen und somit deren Analytik vereinfachen. Das Wassermoos F. antipyretica findet wegen seiner hohen Schwermetall-Akkumulationsleistung als Bioindikator Verwendung. Erste Versuche zur Exposition von F. antipyretica in der Elbe an Standorten des Landes- meßnetzes Sachsen-Anhalt wurden durchgeführt und belegen eine Anreicherung von Schwermetallen. Die Vitalität des Pflanzenmaterials wurde begleitend mittels Chlorophyllgehalts-Bestimmungen und Plasmolyse Tests bestimmt.

I. Bruns, G.-J. Krauss, J. Miersch, R. Baumbach, A. Siebert, B. Markert

Wasserinjektionsbaggerungen — Ergebnisse begleitender hydrologischer Messungen (Unterelbe)

Verfahrenstechnisch kann die Beseitigung von Mindertiefen in schiffbaren Ge-wässern nicht nur mittels konventioneller Baggerung, sondern auch über die Methode der „Wasserinjektion“ vorgenommen werden.

H.-J. Dammschneider

Erkenntnisse zum Feststofftransport in der Elbe über die Ermittlung der relativen Mineralverhältnisse in Schwebstoffen

Die relativen Mineralverhältnisse in den Schwebstoffen, insbesondere das Quarz/Tonmineralverhältnis, in Verbindung mit der Erfassung verschiedener Begleitparameter (Feststoffkonzentration, POC, Korngrößenverteilung etc.) geben Informationen zur Herkunft der Schwebstoffe, zur Schwebstoffzusammensetzung und der damit einhergehenden Transportkraft der Schwebstoffflocken. Das Relief im Einzugsgebiet, der daraus resultierende Stromausbau, die hydrologische Situation sowie die saisonalen Veränderungen der biogenen Phasen zeichnen sich als die entscheidenden Einflußgrößen auf die Schwebstoffzusammensetzung ab.

A. Ernst, J. Kasbohm, J. Lehmann, K.-H. Henning

Glühverlust — Maß für den Gehalt an organischer Substanz ?

Entsprechend der DIN 38 414, Teil 3 (Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-Abwasser- und Schlammuntersuchung — Schlamm und Sedimente, Gruppe S, November 85) wird der Glühverlust als der durch das „Glühen (550°C) der Trockenmasse eines Schlammes oder Sedimentes als Gas entwichene Massenanteil (%)“ angegeben, der „auch eine Aussage über den Gehalt … an organischer Substanz erlaubt“.

A. Ernst, St. Richter, H. Meyer

Überwachung der Gewässergüte im „ELBE-WESER-DREIECK“

Zwischen den Mündungsabschnitten der beiden größten deutschen Tideflüsse Elbe und Weser — unterhalb von Hamburg und Bremen — liegt das sogenannte „Elbe-Weser-Dreieck“ oder auch das oft als „Nasses Dreieck“ bezeichnete Gebiet, an dessen äußerer nordwestlicher Spitze Cuxhaven gelegen ist. Diese Region deckt sich weitgehend mit dem Amtsbezirk des Staatlichen Amtes für Wasser und Abfall Stade (StAWA Stade).

H. D. Franke

Charakterisierung der Schwebstoffe der Mulde hinsichtlich ihrer Schwermetallgehalte in den Jahren 1992/93

Mit diesem Poster sollen anhand von geochemischen Untersuchungen an Schwebstoffen der Mulde folgende zwei Bereiche betrachtet und miteinander in Beziehung gesetzt werden: die Komplexität der Schwebstoffe als Partikel mit mineralischen und organischen Anteilen, deren spezifische Dichte dem Flußwasser nahekommt, und die aufgrund ihrer großen spezifischen Oberfläche und ihrer Zusammensetzung Schwermetalle adsorbieren und transportieren; unddie Spezifik des Einzugsgebietes der Mulde mit seinen erhöhten geogenen Untergrundwerten und umfangreichen Mineralisationen, seiner historischen industriellen Entwicklung (u.a. Bergbau) und hohen Bevölkerungsdichte.

A. Greif

Untersuchungen zur Kolmationszone der Elbe im Bereich von Uferfiltratwasserwerken

Während für die Wasserwerksbetreiber vor einigen Jahren noch die gewinnbare Menge an Uferfiltrat (hydraulischer Aspekt der Kolmation) Priorität hatte, steht heute die Kontrolle der Wasserbeschaffenheit im Mittelpunkt des Interesses (Beschaffenheitsaspekt der Kolmation).

T. Grischek, W. Nestler, T. Fischer

Die Abhängigkeit der Zusammensetzung von Marschsedimenten von den holozänen und rezenten Ablagerungsvorgängen an der Unterelbe

In den Tideästuaren stellen die an die Wattflächen angrenzenden Vordeichsländer sowohl unter dem Gesichtspunkt des Biotopschutzes als auch unter dem Gesichtspunkt des Stoffhaushalts wichtige Landschaftseinheiten dar. Die dort vorkommenden Marschböden sind typischerweise aus schichtig abgelagerten, mehr oder weniger feinkörnigen Sedimenten aufgebaut, die durch Bodenbildungsprozesse überformt sind. Im Zusammenhang mit der ökologischen Funktionsweise und der genetischen Entstehung ist es von Interesse, die Eigenschaften der Marschsedimente zu charakterisieren und, soweit möglich, eine Typisierung der feinkörnigen Kleie vor-nehmen zu können. Dabei ist zu berücksichtigen, daß das Alter der Sedimente stark variieren kann — erste Kleiablagerungen an der Unterelbe traten bereits im Atlantikum auf (LINKE 1979) — und daß innerhalb des Tideästuars eine Überlagerung von Sedimenten mariner und limnischer Herkunft stattfindet, wobei sich diese Ver-mischung ebenfalls in der Zeit regional verlagert haben kann.

A. Gröngröft, G. Miehlich

Biochemische Untersuchungen zum Schwermetalltransport im Elbelängsschnitt-Schmilka-Geesthacht-

In der Diskussion um die Schadstoffdynamik der Elbe hat es sich gezeigt, daß neben den Schwebstoff- und Schadstoffkonzentrationen im Gewässer die Veränderungen der Schwebstoffzusammensetzung erfaßt werden müssen. Zunehmendes Interesse gilt dabei der Klärung des jahreszeitabhängigen, biogenen Einflusses auf den partikulären Schadstofftransport.

C. Hammer, A. Ernst, J. Lehmann, K.-H. Henning, U. Brockmann

Schwerminerale und Schwerepartikel in Schwebstoffen der Elbe

Im Rahmen des DFG-Projektes „Mineralogisch-geochemisch-sedimentologische Untersuchungen der Schwebstoffe und Sedimente in der deutschen Mittel- und Oberelbe“ (HENNING u.a. 1993) wurden Schwerminerale und Schwerepartikel (Dichte > 2,9 g/cm3) nach der in der Petrographie üblichen Methode der Schwermineraltrennung aus Schwebstoff-Flocken gewonnen und lichtmikroskopisch sowie rasterelektronenmikroskopisch unter Einbeziehung der Elektronenstrahlmikroanalyse untersucht. Dabei sind in den Sedimenten und Schwebstoffen der Elbe, wie auch anderer Flüsse, in den Schwermineralassoziationen außer geogenen Mineralanteilen auch anthropogene und biogene Schwerepartikel zu erwarten. Die Untersuchungen wurden zunächst an Proben aus dem Raum Schmilka und Roßlau durchgeführt.

K.-H. Henning, J. Lehmann, A. Ernst

Ergebnisse phasenanalytischer Untersuchungen an Schwebstoffen der Elbe

Im Rahmen des DFG-Projektes „Mineralogisch-geochemisch-sedimentologische Untersuchungen der Schwebstoffe und Sedimente in der deutschen Mittel- und Oberelbe“ (HENNING u.a. 1993) wurden Schwebstoff-Flocken phasenanalytisch untersucht: u.a. die Menge der anorganischen Schwebstoffe in den Flocken, der Mineralbestand im anorganischen Anteil, der Anteil an biogenem Opal, die Korngrößenverteilung, die Schwermineral- und Schwerepartikelassoziation und der Aufbau und das Gefüge der Schwebstoff-Flocken. In der folgenden kurzen Zusammenfassung werden einige vorläufige Ergebnisse vorgestellt, wobei auf das Poster und die übrigen Zusammenfassungen und Poster unserer Arbeitsgruppe zum „6. Magdeburger Gewässerschutzseminar“ in Cuxhaven verwiesen werden kann. Zur Untersuchung gelangten und gelangen Schwebstoff-Proben von ca. 25 Probenahmepunkten auf ca. 380 km Länge von Schmilka bis Geesthacht von 10 Bereisungen im Zeitraum von Februar 1989 bis Juli 1994. Dabei sollten sowohl saisonale jahreszeitliche Trends als auch besondere Ereignisse (z.B. Hochwasser-Beprobung April 1992) erfaßt werden.

K.-H. Henning, J. Lehmann, A. Ernst, J. Kasbohm, T. Bähr

Lignin-Komponenten in Schwebstoffen

Ziel der Untersuchungen ist es, den Beitrag der Makrophyten an der Schwebstoff-bildung der Unterelbe qualitativ und quantitativ zu erfassen. Das ausschließlich in höheren Pflanzen vorkommende und vergleichsweise abbauresistente Lignin wird dabei als Biotracer für die Phytobiomasse in Schwebstoffen verwendet.

M. Hoberg, L. Neugebohrn, L. Kies

Anlagerung von Metallen an Schwebstoffe

Ziel der Untersuchungen war es, Aussagen über das Anlagerungsverhalten von Metallen, insbesondere von Kupfer an suspended particulate matter (SPM) zu machen. SPM bildet unter natürlichen Verhältnissen Flocken, die aus organischen (z.B. Makrophyten- und Mikrophytendetritus, Mikrophyten, Bakterien, Exopolymeren) und anorganischen Komponenten (z.B. Ton, Schluff, Sand, biogenem Opal) zusammengesetzt sind. In diesem Zusammenhang ist die Rolle der Flocken als Transportvehikel für Nährstoffe und toxische Substanzen ebenso interessant wie die lokale Verteilung dieser Stoffe an den Flocken.

M. Hoberg, L. Neugebohrn, L. Kies

Der See Mladotické Jezero — Dynamik der Verlandung von Seebecken

In der Tschechischen Republik befinden sich verhältnismäßig wenige Seen natürlicher Herkunft. Vom Standpunkt der Seengenese überwiegen die Seen der Gletscherherkunft, deren Becken in der Zeit des größten Umfanges der Pleistozän-Vereisung im Böhmerwald ausgehöhlt und eingedämmt wurden. Verhältnismäßig zahlreich sind auch Seebecken in Torf- und Moorgründen, die in Hrubý Jeseník, Böhmerwald, Erzgebirge, Slavkovský les entstanden sind. Zu den Seen natürlicher Herkunft gehören auch verlassene Flußmäander (Altarme) im Mittelelbebecken und kleine Seen in den Karstgebieten Moravský und Hranický kras.

B. Janský

Beitrag der Algen zum Schwebstoff in der Elbe

Das Phytoplankton spielt durch die Bereitstellung von Matrixmaterial, das über-wiegend aus sauren, teilweise sulfatisierten Polysacchariden (exopolymeric substances, EPS) besteht, eine wichtige Rolle bei der Bildung von Schwebstoff-Flocken. Die Zusammensetzung des Schwebstoffes ändert sich quantitativ und qualitativ im Jahresgang und im Längsschnitt der Tide-Elbe.

L. Kies, Th. Fast, K. Wolfstein, M. Hoberg

Makrozoobenthos der Elbe im Netz der staatlichen Kontrollprofile und Bedeutung seiner saprobiellen Auswertung

Die biologische Bewertung des Belastungsgrades, einschließlich der Oberflächenwassergüte, ist in der Tschechischen Republik Bestandteil standardisierter Norm-methoden der Oberflächenwasseranalysen seit Ende der 70-er Jahre. Gleichzeitig ist die biologische Bewertung der Wassergüte eines der Kriterien bei der Beurteilung der Oberflächenwassergüte geworden. Die Elbe wurde aus dieser Sicht schon früher untersucht (z.B. Vágner, 1970), regelmäßige Untersuchungen werden jedoch erst seit 1986 vorgenommen. An 12 von insgesamt 16 Meßprofilen des staatlichen Kontrollnetzes wird auch Makrozoobenthos entnommen und ausgewertet.

V. Koza

Schadstoffmonitoring mit Dreissena polymorpha in der tidefreien Elbe zwischen Schmilka und Schnackenburg

Mit dem Ziel der Dokumentation des bioverfügbaren Anteils der Schadstoffe in der Elbe begann im Frühjahr 1992 ein Schadstoffmonitoring mit „Dreissena polymorpha“in 4 Meßstationen zwischen Schmilka und Schnackenburg. Erfahrungsgemäß eignen sich Muscheln als festsitzende filtrierende Organismen besonders gut für derartige Untersuchungen. Neben der absoluten Höhe der Belastung an den Meßstationen läßt sich langfristig gesehen die Entwicklung der Schadstoffbelastung in der Elbe dokumentieren. So kann bespielsweise aufgezeigt werden, ob die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen entlang dieses Elbabschnittes greifen und somit der gewünschte Rückgang hinsichtlich der Gefährdung der Biozönose durch den bioverfügbaren Anteil der Kontaminanten tatsächlich eintritt.

Th. Gaumert, L. Küchler, U. Raschewski, S. Thieme

Zur Bestimmung der Schwermetallführung von Schwebstoffen der Elbe

Seit 1989 sind in mehrmonatigen Abständen an gleichen Meßpunkten der Elbe im Flußabschnitt zwischen Schmilka und Wahrenberg bzw. Geesthacht (seit 1990) Schwebstoffe zur mineralogisch-phasenanalytischen Untersuchung entnommen worden. Die Proben wurden als Punktproben mit einem Volumen von jeweils 200 Litern Flußwasser aus einer Wassertiefe von ca. 1 m mittels Schöpfern von Brükken, Fähren oder ausladenden Pontons entnommen. Die Feststoffanteile sind durch Sedimentation angereichert und mittels Vakuumfiltration über Membranfilter der Porenweite 0,45 µm gewonnen und gefriergetrocknet worden.

J. Lehmann, A. Ernst, K.-H. Henning, J. Kasbohm

Die Entwicklung des Makrozoobenthon im Sächsischen Elbeabschnitt in den Jahren 1989 bis 1994 — Ein Spiegelbild der Belastungsverminderung

Mit Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Umweltbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg

K. Mädler

Auswirkungen der Agrarstrukturreform in den neuen Bundesländern auf die Veränderung des diffusen Stoffeintrages in die Elbe

Besonders die Eutrophierung der Nordsee hat sich in den letzten Jahren zu einem zentralen Umweltproblem entwickelt. Deshalb wurde auf den internationalen Nordseeschutzkonferenzen beschlossen, im Zeitraum 1985 bis 1995 den Eintrag an den maßgeblich eutrophierungsbeeinflussenden Nährstoffen Stickstoff (N) und Phosphor (P) um 50% zu senken.

R. Meißner, J. Seeger, H. Rupp, P. Schonert

Problematik der radioaktiven Kontamination der Flußsedimente in der Litoralzone der Ploučnice

Das Pilotprojekt Ploučnice wurde 1992 im Rahmen des Revitalisierungsprogramms des Flußsystems der Ploučnice entsprechend den Regierungsberatungen zwischen FV ŽP ČSFR (Föderalkomitee für die Umwelt) und dem Dänischem Umweltministerium vorbereitet. Die Durchführung und Koordination lag auf tschechischer Seite bei Povodí Ohře a.s. (die Wasserwirtschaftsdirektion Eger AG), Sektion HEPS AIP, und auf dänischer Seite beim Danish Hydraulic Institute (DHI).

J. Novák

Einfluß des hydrochemischen Milieus auf Biozönosen in Kleinfließgewässern der Dübener und Dahlener Heide

Im Rahmen der Umsetzung der TA Luft in den Neuen Bundesländern ist durch die Modernisierung industrieller Großfeuerungsanlagen in naher Zukunft mit einer signifikanten Abnahme der Schadstoffemission zu rechnen, deren Komponenten (basische Stäube und vorwiegend SO2) in den vergangenen ca. 100 Jahren im Untersuchungsgebiet sedimentierten. Wenn jedoch nicht gleichzeitig mit der Verminderung der Flugstaubemission die saure Belastung der Atmosphäre mit SO2 und NOX abnimmt, so ist mit einer zunehmenden Versauerung der Gesamtdeposition zu rechnen. Dabei sind Folgewirkungen für die Böden und Gewässer (längerfristige Versauerung und gleichzeitige Mobilisierung von sedimentierten Schwermetallen) durch Niederschläge mit fallendem pH-Wert zu erwarten, die vorher durch die basischen Sedimentationsstäube aufgekalkt wurden.

C. Orendt, L. Weißflog

Phasenanalytische und chemische Untersuchungen am Sediment der „Alten Elbe“ in der Kreuzhorst bei Magdeburg

Mit der vollständigen Abriegelung der Alten Elbe von der Stromelbe durch den Bau des Umflutkanals (um 1870) setzte eine beschleunigte Verlandung des nun stehenden Gewässers ein.

S. Richter, A. Ernst

Umweltprobenbankaktivitäten in der Elbe und im Elbeästuar

Eine Umweltprobenbank stellt die moderne Form einer systematisch angelegten Sammlung ausgewählter Umweltproben zur Langzeitlagerung für zukünftige analytische Charakterisierungen sowie für die Trendermittlung und die Bewertung von Umweltchemikalien dar. Dieses authentische Material aus den verschiedensten Umweltkompartimenten spielt sowohl in der Überwachung der aktuellen Schadstoffbelastung (Monitoring) als auch in der retro- und prospektiven Beurteilung der Schadstoffsituation eine wesentliche Rolle.

J. D. Schladot, H. W. Dürbeck

Hochwasserschutz im Einzugsgebiet der Elbe

Große Teile des Einzugsgebietes der Elbe liegen im Mittelgebirgsraum, zu denen u. a. gehören: Riesengebirge, Adlergebirge, Isergebirge, Böhmerwald, Böhmisches Mittelgebirge, Lausitzer Bergland, Erzgebirge, Frankenwald, Thüringer Wald und Harz. Die Elbe gehört aufgrund ihrer Durchflußparameter und ihrer Regimekennziffern zu den Strömen des Regen-Schnee-Typs. Das Abflußverhalten wird daher vorwiegend durch Winter- und Frühjahrshochwässer geprägt.

M. Simon

Schwebstoff- und Schwermetallbelastung der Elbe bei Hochwasser — Untersuchungen am linken Ufer von Magdeburg im Zeitraum Dezember 1993 bis Mai 1994

Die bei Hochwasser stark erhöhten Schwebstoff- und Schwermetallgehalte der Elbe sind u.a. deshalb von besonderem Interesse, weil die Schadstoffe bei Überflutungen auf die Auenflächen ausgetragen werden und hier zu entsprechenden Bodenbelastungen führen.

D. Spott

Produktions- und selbstreinigende Prozesse in der Moldaukaskade bei Veränderungen der Belastung durch Nährstoffe

Die Moldau als größter Zufluß des tschechischen Abschnittes der Elbe wird an ihrem Wasserlauf mit der Gesamtlänge von 430 km in eine Reihe von Talstaubecken, deren Stau insgesamt 244 Flußkilometer einnimmt, umgewandelt. Im Mittellauf bilden diese Staubecken eine durchgehende Kaskade. Das letzte der großen Staubecken wurde 1960 eingelassen.

V. Straškrabová

Der Belastungszustand von Vordeichländern der Elbe mit organischen Schadstoffen

Bei Hochwasser werden die den Deichen vorgelagerten Auen der Elbe für einige Tage oder Wochen überflutet. Durch sedimentierte Schwebstoffe und durch einsickerndes Flußwasser kann daraus eine Kontamination der Vordeichländer mit den im Fluß transportierten Schadstoffen resultieren. Anders als die Sedimente im Flußbett werden diese Materialien nur bei extremen Hochwässern resuspendiert, so daß die landwirtschaftlich genutzten Flächen langfristig belastet werden. Man weiß bisher nur wenig über den Kontaminationsgrad der Auen im Elbebereich hinsichtlich organischer Schadstoffe, hingegen liegen für anorganische Schadstoffe ausführliche Untersuchungen von Auen im Kreis Lüchow-Dannenberg vor [5].

B. Witter

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