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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Vorwort

Zusammenfassung
Die vorliegende Studie „Die Erfindung der Balkanvölker. Identitätspolitik zwischen Konflikt und Integration“ ist als ein Habilitationsprojekt am Institut für Politikwissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg entstanden. Im Rahmen einer interdisziplinären Forschungsgruppe konnte die Autorin ihre politikwissenschaftlichen, islamkundlichen und linguistischen Kompetenzen einbringen, um folgende Forschungsfragen zu bearbeiten: Welche Identitätsmuster und welche Formen von Identitätspolitik sind bei den aktuellen Konflikten in Südosteuropa wirksam? Wie ist der Faktor Identität als Teil der Politik in die Debatte um Grundwerte von Gesellschaften, Staaten und internationalen Konflikten einzuordnen? Und schließlich: Welches Konzept bietet sich an, um die mit Identitätspolitik verknüpften innerstaatlichen und internationalen Konflikte friedlich zu lösen?
Erhard Forndran

1. Einleitung: Religion, Ethnizität und Kultur als politische Ordnungsfaktoren

Zusammenfassung
Ende Dezember des Jahres 2004 berichtet eine deutschsprachige Tageszeitung über die Vorbereitung erster freier Parlamentswahlen im Irak seit mehr als 35 Jahren. „Washington erwägt Wahlgarantien für irakische Sunniten“ heißt es in der Schlagzeile. Mit der Zusicherung von festen Parlamentssitzen und einer Regierungsbeteiligung — unabhängig vom Ausgang der Wahlen — wollen die USA verhindern, „dass ein eindeutiger Wahlsieg der Schiiten, zu denen etwa 60% der Bevölkerung zählen, zu einem weitgehenden Ausschluss der Sunniten aus dem politischen Leben […] fuhren könnte“ (Neue Zürcher Zeitung, 27.12.2004, S. 3). Mit diesem Proporzmodell tritt jedoch eines der größten ordnungspolitischen Dilemmata seit dem Ende des Kalten Krieges zutage: Die Partizipation verschiede-ner ethnischer bzw. religiöser Gruppen wird mittlerweile als ein entscheidendes Strukturelement vorausgesetzt, um ehemals autoritäre Regime zur Demokratie zu fuhren.
Sabine Riedel

2. Bestimmung der Begriffe und Forschungsansatz

Zusammenfassung
Das folgende Kapitel setzt sich zum Ziel, die zentralen Begriffe der vorliegenden Arbeit zu erläutern. Dabei wird jedoch keine ausfuhrliche Darstellung geboten, die sämtliche Varianten von Begriffsdefinitionen behandelt und erklärt. Vielmehr geht es hier lediglich um die Begründung, warum bestimmte Definitionen für die Bearbeitung des vorliegenden Themas ausgewählt, andere dagegen als weniger praktikabel zurückgestellt werden. Dabei sind insgesamt vier größere Themenbereiche zu berücksichtigen: In einem ersten Unterkapitel geht es um die Klärung des Kulturbegriffs, denn Identitätspolitik ist in der Regel auf gesellschaftliche Identitäten gerichtet, die sich in Form kultureller Differenzen zur übrigen Gesellschaft präsentieren. In diesem Zusammenhang ist eine Reflexion über den Kulturbegriff deshalb von zentraler Bedeutung, weil dadurch der Zusammenhang zwischen der begrifflichen Mehrdeutigkeit von Kultur und der Möglichkeit ihrer politischen Instrumentalisierung erkennbar wird.
Sabine Riedel

3. Aktuelle Identitätskonflikte in Südosteuropa

Zusammenfassung
Wie schon in der Einleitung erläutert, geht es in diesem Kapitel um eine systematische Darstellung der Identitätskonflikte, die im Kapitel 4 einen Vergleich ermöglichen soll. Aus diesem Grund wurde der Aufbau aller zehn Fallbeispiele gleich gestaltet und in vier Unterkapitel gegliedert. Während das erste Unterkapitel auf wenigen Seiten die jeweiligen Konfliktkonstellationen und deren Vorgeschichte umreißt, legt das darauf folgende Unterkapitel Wert auf eine Analyse der politischen Akteure und der Ziele ihrer Identitätspolitik. In einem dritten Unterkapitel soll der Versuch einer Dekonstruktion aller am Konflikt beteiligten ethnisch-nationalen Identitäten unternommen werden, um schließlich auf die Chancen und Hindernisse einer möglichen Lösung des Konflikts hinzuweisen.
Sabine Riedel

4. Ethnizität als gesellschaftliche Konstruktion

Zusammenfassung
In diesem Kapitel soll gezeigt werden, welchen Erkenntnisgewinn der konstruktionstheoretische Ansatz in Verbindung mit anderen Methoden bietet, um aktuelle Identitätskonflikte zu analysieren. Hierbei geht es wohlgemerkt nicht um die Erfassung der gesamten Komplexität von Konfliktstrukturen, die weit in das sozioökonomische Gefiige einer Gesellschaft hineinreichen. Vielmehr soll hier eine Analyse des Identitätsbewußtseins vorgenommen werden, welches Benedict Anderson (1988) zufolge auf Vorstellungen und Bildern über die eigene Identität wie auch über die Identität des Konfliktgegners beruht. Während sich der essentialistische Ansatz auf die Beschreibung kultureller Faktoren beschränken muß, weil sie für ihn „objektiv“ gegeben und daher unausweichlich sind, betrachtet der konstruktionstheoretische Ansatz von einer Meta-Ebene aus die Entstehung dieser so konfliktträchtigen Vorstellungen, um sie später in eine Lösungsstrategie einzubinden.
Sabine Riedel

5. Identitätspolitik zwischen Partikularismus und Universalismus

Zusammenfassung
Dieses Abschlußkapitel hat sich zur Aufgabe gemacht, die Ergebnisse der vergleichenden Analyse verschiedener Identitätskonflikte Südosteuropas im internationalen Diskurs über das Verhältnis zwischen Politik und Kultur zu verorten. Dies wird am deutlichsten im Unterkapitel 3, das sich der Frage annimmt, ob die auf Ausgrenzung angelegte, partikularistische Identitätspolitik letztlich nicht doch die These Samuel Huntingtons vom Kampf der Kulturen bestätigt. Wie die Ereignisse nach den Anschlägen auf das World Trade Center von New York gezeigt haben, ergreift dieses Bild von sich feindlich gegenüberstehenden Weltkulturen immer mehr Platz in der Öffentlichkeit. Hier lohnt es sich, an das Begriffsinstrumentarium aus Kapitel 2 anzuknüpfen und zu zeigen, auf welchen Vorstellungen von Kultur derart pessimistische Prognosen beruhen und daß die Wissenschaft auch andere Begriffe zur Erklärung des zivilisatorischen Fortschritts und seiner Rückschläge bereithält.
Sabine Riedel

6. Zusammenfassende Thesen

Ohne Zusammenfassung
Sabine Riedel

7. Anhang

Ohne Zusammenfassung
Sabine Riedel
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