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Über dieses Buch

Kristina Kurze untersucht im Rahmen einer umfassenden Diskursanalyse, wie eine Einigung auf die verbindliche ‚Energiepolitik für Europa’ trotz divergierender Interessen in der EU möglich wurde. Mit Rückgriff auf konstruktivistische und diskursive Ansätze argumentiert sie, dass die anschlussfähige story-line der kohlenstoffarmen Wirtschaft neue Möglichkeitsräume eröffnete und vielfältige Positionen integrieren konnte. Die Untersuchung basiert auf einem breiten Datenkorpus, sodass die Studie einen empirisch fundierten Beitrag zur Debatte über die Rolle von Narrativen in der Politik leistet.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Die Energiepolitik gilt als ein besonders konfliktreiches Politikfeld mit großer strategischer Bedeutung für die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU). Lange erschien ein koordiniertes Handeln auf europäischer Ebene oder gar eine Vergemeinschaftung der Energiepolitik kaum möglich. Im März 2007 einigten sich die Staats- und Regierungschefs jedoch erstmals in der Geschichte der europäischen Integration auf verbindliche Zielvorgaben für eine gemeinsame Energiepolitik – die „Energiepolitik für Europa“ (EPE).
Kristina Kurze

Theoretische Grundlagen und Forschungsperspektive

Im Zuge der „konstruktivistischen Wende“ in der Disziplin der Internationalen Beziehungen haben konstruktivistische Ansätze auch Eingang in die europäische Integrationsforschung gefunden. Trotz einer verbindenden Kritik an etablierten (d. h. meist rationalistischen) Integrationstheorien lässt sich aber nicht von dem Konstruktivismus sprechen; insbesondere werden sozialkonstruktivistische und diskursive bzw. poststrukturalistische Ansätze als abgrenzbare Forschungsperspektiven rezipiert. Die Fragmentierung der konstruktivistischen Integrationsforschung zeigt sich nicht zuletzt in der gängigen Unterscheidung zwischen sogenannten „moderaten“ (d. h. sozialkonstruktivistischen) und sogenannten „radikalen“ (d. h. diskursiven/poststrukturalistischen) Konstruktivisten.
Kristina Kurze

Methodisches Vorgehen

So unterschiedlich wie die diskurstheoretischen Perspektiven, so vielfältig sind auch die methodischen Verfahren der Diskursanalyse. Dies liegt darin begründet, dass die empirische Untersuchung von Diskursen eng an die jeweilige diskurstheoretische Perspektive gekoppelt ist. In jeder Diskursanalyse wird demnach immer nur nach „bestimmte[n] Diskursarten […] in bestimmten historischen und sozialen Kontexten“ gefragt bzw. nach bestimmten diskursiven Mechanismen und Funktionen.
Kristina Kurze

Diskursanalyse der Energiepolitik für Europa

Nach einem Rückblick auf die Geschichte der europäischen Energiepolitik werde ich den Policy-Prozess um die Etablierung der Energiepolitik für Europa (EPE) – von den ersten Anstößen im Oktober 2005 bis zur Verabschiedung des Energie- und Klimapakets im Dezember 2008 – rekonstruieren und interpretieren. So soll die gestellte Forschungsfrage nach der Etablierung der EPE, d. h. der Festlegung und Verabschiedung einer verbindlichen EU-Energiepolitik, beantwortet werden. Aus konstruktivistisch-diskursiver Perspektive wurde hierzu das von Maarten Hajer vorgeschlagene „two-step procedure“ um einen Analyseschritt ergänzt, sodass sich ein dreigliedriger Aufbau der empirischen Untersuchung ergibt (s. Abb. 6 auf der folgenden Seite).
Kristina Kurze

Schlussfolgerungen

Die vorliegende Studie hat sich mit der besonderen Integrationsdynamik in der europäischen Energiepolitik in den Jahren 2005 bis 2008 befasst. Im Fokus der Analyse stand die Frage, wie sich die Etablierung der Energiepolitik für Europa (EPE), d. h. die Festlegung und Verabschiedung einer verbindlichen EU-Energiepolitik, verstehen lässt. Angesichts der über Jahrzehnte vorherrschenden grundsätzlichen Vorbehalte gegenüber einem Kompetenztransfer auf die europäische Ebene sowie der zahlreichen Konflikte hinsichtlich der Regulierung konkreter energiepolitischer Sachverhalte ist es überraschend, dass man mit der EPE – trotz der sich anbahnenden Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2008 – verbindliche Ziele festlegen und weitreichende Maßnahmen verabschieden konnte.
Kristina Kurze

Backmatter

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