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Über dieses Buch

Das vorliegende Werk befasst sich mit der bislang nicht untersuchten Frage, ob sich in der Staats- und Wirtschaftstheorie von Friedrich List ein schlüssiger ethischer Leitfaden erkennen lässt. Wenn er schon als Vordenker der „Sozialen Marktwirtschaft“ zu betrachten ist, sollte auch ein ethisches Gerüst erkennbar sein. Andererseits haben das Schulfach „Ethik“ und das Forschungsgebiet „Wirtschaftsethik“ große Aktualität und nachhaltige Bedeutung erlangt.

Die gewonnenen Erkenntnisse verdichten sich zu einem faszinierenden Überblick über die Geschichte der Philosophie von der Antike bis zur Aufklärung. Dabei zeigt sich, wie List die Ideen der wegweisenden Philosophen und philosophischen Strömungen in seine Staats- und Wirtschaftstheorie integriert hat, die auch unser abendländisches Weltbild geprägt haben. Aus den Abgrenzungen zum Merkantilismus, Liberalismus und Sozialismus entwickelte List die Grundidee der „Sozialen Marktwirtschaft“, die er unter das Motto: „Durch Wohlstand zur Freiheit“ stellte.

Das Buch bildet Band VII der Schriftenreihe des Autors zu Friedrich List: „Ein Ökonom mit Weitblick und sozialer Verantwortung“, „Friedrich List im Zeitalter der Globalisierung – Eine Wiederentdeckung“, „Die Politik der Zukunft“, „Politisches Mosaik“, „Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft – Im Spannungsfeld zwischen Vision und geheimdienstlicher Observierung“ sowie „Friedrich List und die Dritte Welt –Grundzüge der Entwicklungspolitik“.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Die Bedeutung der Philosophie für die Staats- und Wirtschaftstheorie aus der Sicht von Friedrich List

Zusammenfassung
In der Einleitung zum „Nationalen System“ betont Friedrich List, dass die Lehren der Nationalökonomie auf den drei Säulen Philosophie, Geschichte und Politik aufbauen sollten. Dabei sei die Geschichte das Bindeglied zwischen der Philosophie und der Politik. Hinsichtlich der Philosophie bemängelte er jedoch, dass die deutsche Philosophie mit „hochmütiger Vornehmheit“ auf die Ökonomie herunterschaue und sie kaum eines Blickes würdige.
Eugen Wendler

Das Meinungsbild von Friedrich List über die Antike und die griechischen Philosophen

Zusammenfassung
In einem Anhang zum „Nationalen System“ über „Die Wirtschaftsgeschichte des Altertums“ zieht List folgenden Vergleich: Im Altertum habe Griechenland dieselbe Bedeutung für Europa gehabt, wie im 18. und 19. Jahrhundert Europa für die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Die griechischen Götter, die ersten staatlichen Strukturen und Institutionen, die Gesetzgebung, die Kunst und Wissenschaften seien von Asien und Ägypten beeinflusst gewesen. Die neuen Ansätze der Zivilisation seien auf einen fruchtbaren Boden gefallen und hätten reiche und vollkommenere Früchte getragen.
Eugen Wendler

Lists Verhältnis zur Religion, insbesondere zum Christentum

Zusammenfassung
Bereits aus seinem Wahlspruch „Et la patrie, et l’humanité“ – „Vaterland und Menschlichkeit“ wird deutlich, worin die beiden Oberziele im philosophischen Konzept von Friedrich List bestehen. Diese sollten letztlich den Weg zur schrittweisen Vervollkommnung der Menschheit weisen, die in einer Universalkonföderation, im ewigen Frieden, im kulturellen Höchststand der globalen Zivilisation und in der selbstbestimmten Daseinsgestaltung und Selbstverwirklichung des Menschen ihren utopischen Ausdruck finden sollte. Aber List war Realist genug, um zwischen der Utopie und dem aktuell Machbaren zu unterscheiden.
Eugen Wendler

Die Adaption von philosophischen Lehren aus der Renaissance

Zusammenfassung
Von den bedeutendsten Philosophen der Renaissance findet man im literarischen Nachlass von Friedrich List lediglich die Namen von Niccolò Machiavelli (1469-1527), Hugo Grotius (1583-1646) und Francis Bacon (1561-1626). Im 28. Kapitel des „Nationalen Systems“ behandelt er die italienischen Nationalökonomen. Dabei bezieht er sich zunächst auf den Grafen Guiseppe Pecchio (1785-1835) und dessen Werk „Storia dell’economia pubblica in Italia, ossia epilogo critico degli economisti italiani“, wobei er sich auf den von Adolph Blanqui übersetzten und in dessen Buch „Geschichte der politischen Ökonomie in Europa, von dem Altertume bis auf unsere Tage“ von 1840 veröffentlichten Auszug bezieht.
Eugen Wendler

Die Adaption von philosophischen Lehren aus dem Barock

Zusammenfassung
Aus der Zeit des Barock lassen sich nur ganz wenige ethische Spuren in Lists Werken nachweisen. Dabei handelt es sich um Samuel Freiherr v. Pufendorf (1632-1694) und Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716).
Eugen Wendler

Die Adaption von philosophischen Lehren aus der Aufklärung

Zusammenfassung
Das Zeitalter der Aufklärung erstreckt sich von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Es beginnt mit dem cartianischen Bewusstsein: „Cogito ergo sum!“ „Ich denke, darum bin ich!“. In dieser Zeit wird die Ratio, das vernunftgeleitete Denken in den Mittelpunkt der philosophischen Betrachtung gerückt.
Eugen Wendler

Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte und die Ideale der Freimaurer

Zusammenfassung
Friedrich List wurde am 6. August 1789 geboren. Zwanzig Tage später verkündete die französische Nationalversammlung die von Marquis de Lafayette eingebrachte „Déclaration des Droits de l’Homme et du Citoyen“ – Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte. Diese basieren auf den Gedanken der Aufklärung, insbesondere auf Montesquieu und Rousseau und stellen eine der wichtigsten Errungenschaften der französischen Revolution und die Grundlage für die Demokratie und bürgerliche Freiheit in allen europäischen Staaten der Gegenwart dar.
Eugen Wendler

Die Abgrenzung zu den Physiokraten

Zusammenfassung
Das 30. Kapitel des „Nationalen Systems“ hat List den Physiokraten oder wie er es nannte, dem „Agrarsystem“ gewidmet. Bereits in der Einleitung führte er die wichtigsten Mängel und Unzulänglichkeiten des Merkantilismus an und nahm damit eine klare Abgrenzung zu den ökonomischen Lehren der Physiokraten vor. Dies hat allerdings viele List-Interpreten nicht daran gehindert, dessen Theorie als „merkantilistisch“ zu disqualifizieren.
Eugen Wendler

Der Abstand zum Freihandel und Liberalismus

Zusammenfassung
Das 31. und 32. Kapitels des „Nationalen Systems“ sind dem „Tauschwertsystem“ gewidmet, wie List die Freihandelstheorie und den Liberalismus von Adam Smith und Jean-Baptiste Say bezeichnete. Smiths Lehre sei im Grunde genommen, die Fortsetzung der physiokratischen Lehre. Smith habe das Wesen der Nationalität, der Politik und der Staatsgewalt fast gänzlich ignoriert, den ewigen Frieden und die Universalunion als gegeben vorausgesetzt, den Wert der nationalen Manufakturkraft verkannt, die Mittel zu deren Förderung übersehen und die absolute Handelsfreiheit verlangt.
Eugen Wendler

Die Ablehnung des Sozialismus

Zusammenfassung
Erst zwei Jahre nach Lists Tod haben Karl Marx und Friedrich Engels das „Kommunistische Manifest“ verfasst. Ihr Name war zwar natürlich bei den Gründervätern der Kommunistischen Internationale allseits bekannt, aber Friedrich List dürfte kaum deren Namen und schon gar nicht ihre Ideen gekannt haben. Insofern können sich seine Anmerkungen zum Kommunismus nur auf die sog. utopischen Sozialisten Robert Owen (1771-1858, Claude-Jean Henry Saint-Simon (1760-1825) und Charles Fourier (1771-1837) beziehen.
Eugen Wendler

Zwangsläufige Schlussfolgerung: Die Grundidee der Sozialen Marktwirtschaft

Zusammenfassung
In der vorliegenden Analyse haben wir versucht, die Nahtstellen deutlich zu machen, an denen Lists Staats- und Wirtschaftstheorie mit den wichtigsten philosophischen Strömungen des Abendlandes und deren Protagonisten von der Antike bis zur Aufklärung verankert ist. Dabei hat sich gezeigt, wie er in einzelnen Punkten von diesen Denkern für sein eigenes Gedankengebäude angeregt wurde oder auch konträre Positionen eingenommen hat. Zusammengefasst ergibt sich die Struktur eines ethischen Gesamtbildes, das für sein aktives Bemühen und Handeln wie für seine literarischen Arbeiten, theoretischen Gedankengänge und Visionen ein schlüssiges Ganzes bildet.
Eugen Wendler

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