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Über dieses Buch

Das Buch demonstriert den Mehrwert eines evolutionären Menschenbildes für die Sozialwissenschaften am Fall der Sozialkapitaltheorie. Es führt vor Augen, dass zentrale Aporien und Defizite der Ansätze von Bourdieu, Coleman, Putnam und anderen letztlich auf inkonsistente Annahmen zur Natur des Menschen zurückgehen. Diese Probleme werden dann mithilfe von Wissensbeständen aus Evolutionspsychologie, Soziobiologie und evolutionärer Anthropologie konstruktiv bearbeitet. Die Studie gewährt differenzierte Einsichten in die psychosozialen Kausalmechanismen hinter der Hervorbringung von Sozialkapital, entwirft eine darauf aufbauende Typologie und liefert innovative Perspektiven auf die Zentralkategorien der Sozialkapitaltheorie: soziale Netzwerke, Vertrauen, geteilte Normen und Werte. Sie gibt zudem neue Impulse für sozialwissenschaftliche Grundsatzdebatten im Zusammenhang mit Rationalität, Norminternalisierung, sozialem und kollektivem Handeln sowie dem Mikro-Makro-Problem.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Der blinde Fleck: Sozialkapital und die Natur des Menschen

Warum kooperieren Menschen, warum unterstützen sie einander ? Dass soziale Beziehungen für Menschen von großem Wert sein können, ist eine Binsenweisheit. „Vitamin B“ gilt gemeinhin als überaus nützliche Ressource. Auch der englische Volksmund weiß: „It’s not what you know, it’s who you know.“ Das ist schon intuitiv so plausibel, dass es müßig erscheint, nach den Gründen zu fragen.
Christoph Meißelbach

Kapitel 2. Grundlagen: Zur Metatheorie der politischen Anthropologie

Die Frage nach der Natur des Menschen war zu allen Zeiten auf das Engste mit dem Nachdenken über gute politische Ordnung und die Ausgestaltung gesellschaftlichen Zusammenlebens verbunden. Die Theoriegebäude der bedeutendsten Klassiker der politischen Ideengeschichte – von Platon und Aristoteles über Hobbes, Locke, Rousseau, Kant, Hume, Mill, Smith, Marx und Kant bis hin zu Nussbaum, Höffe, Taylor, Honneth, Hayek, Habermas u. v. m. – waren stets auf anthropologische Prämissen oder zumindest Reflexionen zur menschlichen Natur gegründet. Auch in der zeitgenössischen Politikwissenschaft gelten Menschenbilder als theoriekonstruktiv überaus wichtige Prämissen.
Christoph Meißelbach

Kapitel 3. Sozialkapital: Eine kritisch-anthropologische Theorieanalyse

Das Ziel dieser Arbeit ist die handlungstheoretische Mikrofundierung der Sozialkapitaltheorie mithilfe von Wissensbeständen aus den evolutionären Humanwissenschaften. Zu diesem Zweck ist es nötig, Sozialkapitaltheorien auf ihre anthropologischen Prämissen und die mit jenen in Verbindung stehenden theoretischen Aporien und Defiziten hin zu analysieren. Nur so lassen sich die adressierte Problemstruktur präzise erfassen und Ansatzpunkte für deren Lösung ausfindig machen.
Christoph Meißelbach

Kapitel 4. Anthropologie: Die Natur des Sozialkapitals

Wo die erstaunliche menschliche Fähigkeit herrührt, in komplexen Kooperationsbeziehungen auf individuelle und kollektive Ziele hinzuwirken, ist eine Frage, die sich mit sozialwissenschaftlichen Mitteln allein offenbar nicht befriedigend beantworten lässt. Wie die Analyse der Sozialkapitaltheorien im letzten Kapitel gezeigt hat, fehlt es deshalb an einer logisch konsistenten und empirisch robusten handlungstheoretischen Mikrofundierung einschlägiger politikwissenschaftlicher und soziologischer Erklärungsansätze. Das wiederum zieht vielerlei in empirischer und theoretischer Forschung zutage tretende Probleme nach sich, die das analytische Potential solcher Theorien erheblich schmälern.
Christoph Meißelbach

Kapitel 5. Synthese: Evolutionäre Anthropologie des Sozialkapitals

Viel klarer steht im Lichte der anthropologischen Befunde vor Augen, worin der Wert des Sozialen für Menschen liegt, woraus sich also jene „positive Kooperationshaltung“ (Koob 2007: 291) speist, die den Kern von Sozialkapital darstellt. Auf der Grundlage des in Kapitel 4 erarbeiteten evolutionären Menschenbildes lassen sich nun jene Aporien und Defizite der Sozialkapitaltheorie konstruktiv bearbeiten, welche das Kapitel 3 zutage gefördert hat.
Christoph Meißelbach

Kapitel 6. Fazit: Paradigmenwechsel unter rollendem Rad

In der vorliegenden Studie wurde der Frage nachgegangen, welche anthropologischen Wissensbestände der Sozialkapitaltheorie zu ihrem eigenen Besten zugrunde gelegt werden sollten. Zu prüfen war die Anfangsvermutung, dass eine dezidiert evolutionäre Perspektive auf die Natur des Menschen Wesentliches zu deren handlungstheoretischer Mikrofundierung beizutragen und mithin zentrale Aporien und Defizite zu beheben vermag. Auf diese Weise sollte exemplarisch aufgezeigt werden, welches Potential für sozialwissenschaftliche Theoriebildung darin steckt, politische Anthropologie als interdisziplinäres und dezidiert empirisches Forschungsprogramm zu betreiben.
Christoph Meißelbach

Backmatter

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