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Über dieses Buch

In diesem Buch vermittelt Max Otte sowohl wichtiges Grund- als auch spannendes Hintergrundwissen zum Wirtschaftssystem der Bundesrepublik Deutschland, zur Funktionsweise von Geld- und Kapitalmärkten sowie die Bedeutung internationaler Kooperationen. Diese Zusammenstellung seiner wichtigsten Texte hilft Akteuren an den Finanzmärkten, aber auch Unternehmern und Politikern bei der Deutung, Einordnung und Bewältigung von kritischen Entwicklungen. Investoren und Entrepreneure erhalten somit eine profunde Grundlage für unternehmerische und anlagepolitische Entscheidungen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Der Crashpilot und die Finanzmärkte

Frontmatter

Kapitel 1. Der Jahrgang 1964: Ganz passabel

Als der bekannte amerikanische Historiker und Kennedy-Vertraute Arthur M. Schlesinger jr. im Jahr 1986 an der American University in Washington, D. C. sein Buch The Cycles of American History vorstellte, befand sich im Auditorium auch der knapp 22-jährige Austauschstudent Max Otte. Endlich war er im Land seiner Ambitionen angekommen und saß nun einer Persönlichkeit gegenüber, über die er bereits als Teenager gelesen hatte. Unter den Austauschstudenten befand sich auch Wolfram Weimer, der spätere Chefredakteur von Welt, Cicero und Focus, ebenfalls 64er.
Max Otte

Kapitel 2. Die Finanzkrise und das Versagen der modernen Ökonomie

Verfolgte man die Berichterstattung im Sommer 2009, so hätte man den Eindruck gewinnen können, als ob die durch die Finanzkrise hervorgerufenen globalen ökonomischen Erschütterungen nun an ihr Ende gelangt seien. Positive Unternehmens und Wirtschaftsdaten dominierten die Nachrichten. Auch die Politik kehrte zunehmend zum Tagesgeschäft zurück.
Max Otte

Kapitel 3. Die Finanzkrise, der Crashprophet und die Wissenschaft von der modernen Ökonomie

Am 15. September 2008 meldete die US-amerikanische Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz an. Es folgte die schwerste Finanzkrise seit 1929 – eine Liquiditäts- und vor allem Solvenzkrise der großen, kapitalmarktorientierten Banken, vor allem in den westlichen Industrienationen. Das Misstrauen der Banken untereinander verursachte ein Einfrieren der Kreditmärkte und gravierende, realwirtschaftliche Konsequenzen.
Max Otte

Kapitel 4. Wie ich zum Unternehmer wurde: Lehren für zukünftige Entrepreneure

Ein befreundeter Professorenkollege an der FH Worms – er war damals Dekan – sagte mir vor einigen Jahren: „Lieber Kollege Otte, bei Ihnen ist das alles so einfach. Ihnen glückt alles, Sie sind in den Medien, alles geht so locker voran.“ Ich konnte darauf nur antworten: „Lieber Kollege, bei mir war nichts einfach, gar nichts.“
Max Otte

Kapitel 5. The Star and the Many

Disinformation and the Logic of the Swarm
The present age is the age of the “star” – the pop star, the sports star, the political star, the star expert.
Max Otte

Die Finanzmärkte

Frontmatter

Kapitel 6. Fiktion und Realität im Finanzwesen

Ich hätte nie erwartet, dass mich meine Beschäftigung mit Finanzkrisen eines Tages auf eine Tagung von Germanisten führt. Vielen Dank dem Institut für Germanistik der Universität Hamburg und der Akademie der Wissenschaften in Hamburg für die Einladung. Ihre Tagung „Geldwirtschaft zwischen ‚Realökonomie‘ und Fiktionalität“ ist ein wichtiger Brückenschlag zwischen zwei Disziplinen, die gemeinhin nicht allzu viel Berührung haben.
Max Otte

Kapitel 7. Grundlagen einer neuen Finanzmarktarchitektur

Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Herbst ließ Angela Merkel verlauten, dass in Zukunft „jeder Akteur, jede Region und jedes Produkt“ sinnvoll reguliert werden müsse. Diese Formulierung wurde Bestandteil der Abschlusserklärung des G-20-Gipfels im Washington (vgl. tagesschau.de 2008) im November 2008. In einer viel beachteten Rede vom 15.10.2008 sagte der damalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück: „Wenn es auf den Weltfinanzmärkten brennt, dann muss gelöscht werden, auch wenn es sich um Brandstiftung handelt.“
Max Otte

Kapitel 8. Für einen schlanken, starken Staat

Als ich 1998 verantwortlicher Projektleiter einer Unternehmensberatung war, die zusammen mit einem internen Projektteam Vorschläge zur Reorganisation des Bundesministeriums für Wirtschaft ausarbeiten sollte, sagte mir ein alt gedienter Ministerialbeamter im Dienstzimmer Ludwig Erhards: „Früher standen die Vorstandsvorsitzenden hier Schlange, um einen Termin beim Minister zu bekommen. Heute stehen die Politiker Schlange, um nach ihrem Ausscheiden einen Job in der Wirtschaft zu bekommen.“
Max Otte

Kapitel 9. Finanztransaktionssteuer

Schreiben an den Finanzausschuss des Deutschen Bundestages vom 16. Mai 2010
ich bin gebeten worden, die Auswirkungen der Finanztransaktionssteuer auf Riester- und Kleinsparer zu berechnen. Zusammen mit meinem Kollegen Prof. Dr. Peter Hoberg habe ich ein Modell entwickelt, mit dem sich die Belastungen bei verschiedenen Annahmen simulieren lassen.
Max Otte

Kapitel 10. Ethik und Marktordnung im Finanzwesen

Status Quo: Systemwandel und Dysfunktionalitäten Internes Diskussionspapier für die DVFA-Arbeitsgruppe „Ethik und Finanzwirtschaft“
Seit Beginn der „neoliberalen Revolution“ ist ein tiefgreifender Wandel von Strukturen, Berufsethik und Prozessen im Finanz- und Bankwesen auszumachen. (vgl. Schmidt 2010) In diesem Thesenpapier für die DVFA-Arbeitsgruppe sollen wesentliche Themen aufgegriffen und mögliche Lösungswege skizziert werden.
Max Otte

Kapitel 11. Das deutsche Bankwesen

Gewidmet Hannes Rehm, der dem Ruf der Pflicht folgte und sich mit der Leitung des SoFFin einer Aufgabe gestellt hat, für die wenig Dank zu erwarten und die fast unmöglich zu erfüllen ist sowie den Führungskräften, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sparkassen, Genossenschafts-, Raiffeisen- und Sparda-Banken, wo überwiegend noch die Auffassung vertreten wird, dass die „volkswirtschaftliche Funktion eines Bankenapparates im Kern eine dienende für die Realwirtschaft“, Rehm (2008), S. 321, sein sollte.
Max Otte

Kapitel 12. Volks- und Raiffeisenbanken als Stabilitätsfaktor in Wirtschaftskrisen

Hierbei sind die Sparda-Banken sowie die anderen Genossenschaftsbanken ausdrücklich eingeschlossen. Der Verfasser dankt der Volksbank Breisgau-Nord e. G., insbesondere den Herren Markus Singler und Reinhard Allgeier, der Volksbank Paderborn- Höxter-Detmold e. G., der VR-Bank Uffenheim-Neustadt e. G., der Sparda- Bank Baden-Württemberg e. G. und Herrn Gerhard Hofmann vom Bundesverband Deutscher Volks- und Raiffeisenbanken (BVR). Der Verfasser dankt Dipl.-Bw. Kerstin Franzisi für die Hilfe bei der Recherche.
Max Otte

Kapitel 13. Negativzinsen: Der Marsch in den Kontrollstaat

Seit Mitte 2014 erhebt die Europäische Zentralbank Negativzinsen für Bankeinlagen. Mit etwas Verspätung ist diese Entwicklung auch bei den Sparern angekommen. Ende Oktober 2014 forderte die Skatbank als erste Bank Strafzinsen auch für Private – zumindest bei größeren Kundeneinlagen.
Max Otte

Kapitel 14. Finanzmärkte und Netzwirtschaft: Wenn der Überbau zum Mythos wird

Ein Artikel des großen Managementdenkers Peter Drucker beeindruckte mich, als ich vor nahezu drei Jahrzehnten in den USA studierte. In The Changed World Economy argumentierte Drucker, dass drei Trends maßgeblich für die Weltwirtschaft sein würden: die Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Beschäftigung, die Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch und der Aufstieg der Symbolwirtschaft. Die Verfügung über und die Manipulation von Symbolen seien mittlerweile wichtiger als der reale Unterbau.
Max Otte

Finanzkapitalismus und europäisches Wirtschaftsmodell ?

Frontmatter

Kapitel 15. Oswald Spengler und der moderne Finanzkapitalismus

Geld und Wirtschaftssystem haben bei Oswald Spengler wie alle Bereiche des Lebens Symbolcharakter für den Stil oder die „Seele“ einer Kultur. Kunst, Religion, Wirtschaftsleben, Recht, Mathematik und Wissenschaft sind ganzheitlich zu sehen und drücken insgesamt diese Seele aus.
Max Otte

Kapitel 16. Wir machen den Mittelstand mit Bürokratismus platt

Die freien Berufe und das Handwerk drohen auszusterben. Seit mehr als zwei Jahrzehnten tobt ein heimlicher, aber dafür nicht weniger gefährlicher Ausrottungskrieg gegen die letzten Repräsentanten unserer freien Rechts- und Gesellschaftsordnung. Die bürgerliche Gesellschaft selber steht in Gefahr, durch eine Koalition der Funktionäre in Großunternehmen, Staat und Verbänden auf der einen und den Empfängern staatlicher Transferleistungen auf der anderen Seite aufgerieben zu werden. Auf der Strecke bleibt der selbstbestimmte Bürger.
Max Otte

Kapitel 17. Government statt Governance – warum die Corporate-Social-Responsibility-Debatte in die falsche Richtung führt

ich freue mich sehr, heute hier sein zu dürfen. Dies ist eine ganz wichtige Tagung zu einem ganz wichtigen Thema, über das zwar ständig gesprochen, das dann aber doch wieder zur Seite gelegt wird. Damit sich tatsächlich etwas ändert, müssen gedankliche Anstöße in konkrete Handlungen umgewandelt werden.
Max Otte

Kapitel 18. Zum Umgang mit Griechenland

Nachdem die heiße Phase der Finanzkrise überwunden schien, trifft der drohende Staatsbankrott Griechenlands die Europäische Union und darüber hinaus die Weltgemeinschaft anscheinend überraschend. Dies hätte nicht der Fall sein müssen. Schon 2004 war bekannt geworden, dass die Angaben zum griechischen Staatsdefizit von 1997 bis 2000 unsauber oder falsch waren und dass Griechenland zu Unrecht Mitglied der Eurozone geworden ist. (vgl. Mussler 2010) Seit Jahren zeichnen sich ökonomische Ungleichgewichte zwischen Spanien, Griechenland, Portugal, Italien sowie Irland und dem Rest der europäischen Union ab.
Max Otte

Kapitel 19. Globalisierung, mitteleuropäisches Wirtschaftsmodell und angelsächsischer Kapitalismus

Zur ökonomischen Selbstbehauptung Europas
Wenn „Sicherheit“ für Staaten oder Staatengebilde bedeutet, möglichst souverän zu entscheiden und das Eigene zu behaupten, dann ist Europas ökonomische Sicherheit massiv bedroht. Der Kontinent befindet sich – entgegen dem Wunschdenken der europäischen Politik – in einem weit fortgeschrittenen Prozess der Balkanisierung und der Fremdbestimmung. Das europäische Wirtschaftsmodell liegt unter Dauerbeschuss. Wenn das Ruder nicht bald herumgerissen wird, sind die tragenden Säulen unseres Wirtschaftsmodells – dezentrale Produktionsprozesse und in der Breite gut ausgebildete Menschen, ein leistungsfähiger Mittelstand, Sozialstaaten, die eine solidarische und leistungsorientierte Gesellschaft garantierten, und schließlich Bankensysteme, die der Wirtschaft und nicht einer kleinen Finanzoligarchie dienen – in ein bis zwei Jahrzehnten endgültig zerstört.
Dieser Beitrag beschäftigt sich insbesondere mit den Bedrohungen, denen das (mittel) europäische Wirtschaftsmodell in Zeiten globaler Hyperkonkurrenz ausgesetzt ist. Er will zeigen, dass die Veränderungen der letzten Jahrzehnte keinesfalls mit quasi naturgesetzlicher Konsequenz als Folge der „Globalisierung“ stattgefunden haben, sondern dass in den meisten Fällen ordnungs-, wirtschafts- und machtpolitische Überlegungen und Aspekte den Gang der Wirtschaftsentwicklung maßgeblich beeinflusst haben.
Es soll auch gezeigt werden, dass das zentraleuropäische Wirtschaftsmodell zukunftsweisend für den Umgang mit Ressourcen und Nachhaltigkeit für die ganze Welt sein kann, wenn Österreich, Deutschland, die Schweiz und andere Länder sich dieser Stärken bewusst werden und bereit sind, das eigene Wirtschaftsmodell entsprechend zu schützen.
Max Otte

Kapitel 20. Der BREXIT und andere „Unfälle“ – tiefere Ursachen und Konsequenzen für die deutsche Wirtschaft

Am 23. Juni 2016 geschah das Unerwartete: Die britische Bevölkerung stimmte mehrheitlich für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Premierminister David Cameron, der sich häufig kritisch über die Europäische Union geäußert hatte, dieses Ergebnis aber bestimmt nicht wollte, bekam die Quittung für seine Politik.
Das BREXIT-Referendum wie auch die Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der USA sowie das gescheiterte Verfassungsreferendum in Italien sind dabei Symptome einer tiefgreifenden Krise der globalen Ordnung. Diese Krise ist real. Sie löst Unsicherheit bei den Funktionseliten aus. Aber sie ist auch – um ein viel benutztes Klischee noch weiter zu strapazieren – eine Chance.
In meinen Ausführungen werde ich die Ursachen und Manifestationen der tiefgreifenden Krise am Beispiel des BREXIT beleuchten. Ich werde zweitens argumentieren, dass Protektionismus nicht immer schlecht sein muss, sondern dass es sich, wie bei eigentlich allen politischen Entscheidungen, um eine Frage von Maß und Mitte handelt. Und ich werde drittens skizzieren, wie sich die deutsche Wirtschaft und Industrie in einem veränderten Umfeld positionieren sollen – denn neben Großbritannien hat eine ähnliche Entwicklung in den USA bereits eingesetzt.
Dabei werde ich mich der etwas aus der Mode gekommenen politischen Ökonomie bedienen und berücksichtigen, dass eine Wirtschaftsordnung immer auch einen Interessenausgleich zwischen Interessengruppen und Klassen leisten muss, wenn sie auf Dauer legitim sein soll. Zudem muss auch der Ausgleich zwischen Ländern und Regionen gelingen. Damit befinde ich mich in der besten Tradition des von mir verehrten Friedrich Lists, aber auch François Quesnays, John Maynard Keynes’, Karl Marx’ und meines Lehrers Robert Gilpin. Wer, wie die meisten zeitgenössischen Ökonomen, die aktuellen politischen Phänomene ausschließlich auf individuelle Konsumund Produktionsentscheidungen zurückführen will, wird ihnen nicht gerecht. Und er wird sie nicht verstehen.
Der Dekan der Wirtschaftswissenschaften der Universität Graz äußerte auf einer Veranstaltung mit heterodoxen Ökonomen und dem Verfasser im Jahr 2012, dass die Wirtschaftswissenschaften mittlerweile sehr gut darin seien, zu analysieren, wie sich Regeln auswirken. Es gäbe aber große Lücken bei den Ökonomen, zu verstehen, wie Regeln gemacht werden. Genau das ist die Aufgabe der politischen Ökonomie. Wer bestimmt die Regeln in welchem Fall, und wem nützt es? Dies ist die Kernfrage, und sie wird viel zu selten gestellt. In diesem Beitrag beleuchte ich, wie der BREXIT und verwandte Ereignisse die globalen Regeln beeinflussen könnten.
The decadent international but individualistic capitalism, in the hands of which we found ourselves after the war, is not a success. It is not intelligent, it is not beautiful, it is not just, it is not virtuous – and it doesn’t deliver the goods. In short, we dislike it, and we are beginning to despise it. But when we wonder what to put in its place, we are extremely perplexed. John Maynard Keynes (1933, S. 758)
Max Otte
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