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Erschienen in: Berliner Journal für Soziologie 2/2013

01.06.2013 | Abhandlung

Die Geschlechtersegregation beim Berufseinstieg – Berufswerte und ihr Erklärungsbeitrag für die geschlechtstypische Berufswahl

verfasst von: Anne Busch

Erschienen in: Berliner Journal für Soziologie | Ausgabe 2/2013

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Zusammenfassung

Die berufliche Geschlechtersegregation ist insbesondere bei Berufseinsteigern mit mittlerer beruflicher Ausbildung ein stabiles Merkmal auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Die Studie untersucht mit Daten des Sozio-oekonomischen Panels den Erklärungsbeitrag von Berufswerten für die Wahl geschlechtstypischer Berufe bei diesen Berufseinsteigern. Frauen präferieren der Humankapitaltheorie zufolge Tätigkeiten, die gut mit Familienverpflichtungen vereinbar sind, während Männer eher Präferenzen für Tätigkeiten mit hohen extrinsischen Ressourcenangeboten aufweisen. Laut der Sozialisationstheorie sind zudem Frauen soziale Arbeitsinhalte wichtiger als Männern. Solche beruflichen Präferenzen, gemessen anhand von Berufswerten, sind jenen angebotsseitigen Theorien zufolge mit der Ausübung geschlechtstypischer Berufe assoziiert. Die Analysen zeigen jedoch, dass nur die Effekte der sozialen Berufswerte mit den theoretischen Annahmen übereinstimmen. Die Sozialisationstheorie scheint also besser als die Humankapitaltheorie die berufliche Geschlechtersegregation bei Berufseinsteigern erklären zu können; eine Annahme, die mittels einer Oaxaca-Blinder-Dekomposition unterstrichen wird. Zudem wird vor allem bei Frauen die geschlechtstypische Berufswahl durch ein traditionelles Geschlechterrollenverhalten im Elternhaus, etwa eine traditionelle Hausarbeitsteilung der Eltern, befördert (intergenerationale Transmission).
Fußnoten
1
Die beschriebenen klassischen angebotsseitigen Theorien werden häufig kritisiert, da man mit ihnen Gefahr läuft, geschlechtsspezifische Problemlagen zu legitimieren („blaming the victim“, vgl. Browne und England 1997). Andere Ansätze thematisieren daher die Frage, welche Mechanismen hinter jenen geschlechtstypischen Präferenzbildungen stehen (vgl. weiterführend zu sozialen Mechanismen als Erklärungsansatz für soziale Ungleichheiten Diewald und Faist 2011). Eine Annahme sozialpsychologischer Statustheorien ist die der Internalisierung solcher geschlechtstypischer Präferenzen als Resultat geschlechtlich konnotierter Kompetenzerwartungen, mit denen Frauen und Männer konfrontiert sind (Correll 2004). Frauen und Männer eignen sich in der Sozialisation jene Kompetenzerwartungen an, und in diesem Prozess werden jene „constraints“ in Präferenzen übersetzt (ebd.). Leider ist es in der nachfolgenden Untersuchung nicht möglich, solche „constraints“ von den beruflichen Präferenzen analytisch zu trennen.
 
2
Beamte und Selbstständige wurden aufgrund ihrer Unterrepräsentanz in der Gruppe der Berufseinsteiger mit mittlerer beruflicher Bildung aus den Analysen ausgeschlossen.
 
3
Zudem wurde kontrolliert, ob die Personen zur Hocheinkommensstichprobe G gehören, einer Stichprobe einkommensstarker Haushalte, mit der das SOEP im Jahr 2002 aufgestockt wurde (Schupp et al. 2003).
 
4
Im SOEP wird die gewünschte Wochenarbeitszeit nur für Erwerbstätige erhoben. Zudem wurde die Information im Jahr 1996 nicht erfragt. Waren die Untersuchungspersonen in jenem Jahr 15 Jahre alt, liegt keine Information über die gewünschte Arbeitszeit der Mutter vor. Auch die gewünschte Wochenarbeitszeit des Vaters wurde zunächst berücksichtigt. Diese wies jedoch in keinem der Modelle bedeutsame Effekte auf und wurde daher wieder aus den Modellen entfernt.
 
5
Gaben beide Elternteile eine Hausarbeitszeit von 0 Stunden an, wurde der Wert 0,5 imputiert, da beide Elternteile die gleiche Zeitverwendung für Hausarbeit – nämlich 0 h – aufwiesen.
 
6
Die Kategorisierung erfolgte nicht in symmetrischer Form. Die Verteilung der metrischen Variable ist mit einem Mittelwert von 0,8 linksschief. In 50 % aller Fälle übernahm die Mutter in der Jugend des Befragten die gesamte Hausarbeit.
 
7
Die Effekte der elterlichen Hausarbeitsteilung, der gewünschten Wochenarbeitszeit der Mütter und der Berufstätigkeit der Mütter in einem Frauenberuf unterscheiden sich signifikant zwischen Frauen und Männern (Zahlen nicht dargestellt).
 
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Metadaten
Titel
Die Geschlechtersegregation beim Berufseinstieg – Berufswerte und ihr Erklärungsbeitrag für die geschlechtstypische Berufswahl
verfasst von
Anne Busch
Publikationsdatum
01.06.2013
Verlag
Springer Fachmedien Wiesbaden
Erschienen in
Berliner Journal für Soziologie / Ausgabe 2/2013
Print ISSN: 0863-1808
Elektronische ISSN: 1862-2593
DOI
https://doi.org/10.1007/s11609-013-0220-9

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