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Über dieses Buch

​Wie gelingt es Unternehmen gleichzeitig die handlungsleitenden Prämissen von Gewinnstreben und gesellschaftlich verantwortlichem Handeln zu vereinbaren. Der Beantwortung dieser sowohl aus praktischer wie wissenschaftlicher Sicht hochrelevanten Frage widmet sich Stephan Bohn in einer qualitativen Prozessstudie zu den spezifischen unternehmensinternen Prozessen der Implementierung von Corporate Social Responsibility (CSR) in deutschen High-Tech-Unternehmen. Der Autor behandelt dabei insbesondere den Umgang mit Spannungen und Konflikten zwischen CSR und etablierten Unternehmensroutinen und zeigt anhand von empirisch erfassten Beispielen Umgangsmöglichkeiten und Lösungsansätze auf.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Umweltzerstörung, Klimawandel, soziale Probleme und die Subprime-Krise sind nur einige der weltweit virulenten Probleme, mit denen sich die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts konfrontiert sieht. Unternehmen gelten, wenn nicht als Ursache, so doch als zentraler Teil (und gleichzeitig Lösung) der Probleme (vgl. Margolis/Walsh 2003; WWF 2010). Beispielsweise zeigt die Ölpest im Golf von Mexiko, wie durch „verantwortungsloses“ Agieren gleich mehrerer Unternehmen (u.a. BP) eine der weltweit schwersten Umweltkatastrophen ausgelöst werden konnte (National Commission on the Deepwater Horizon Oil Spill and Offshore Drilling 2011; Zeit 2010).

Stephan Bohn

2. Theoretische Grundlagen

Der Ausgangspunkt aller Überlegungen und Argumentationen innerhalb der Neoinstitutionalistischen Organisationstheorie ist das vielfach beobachtete Phänomen der zunehmenden Ähnlichkeit von Organisationen. Bezogen auf die vorliegende Arbeit stellt sich beispielsweise die Frage, warum sich immer mehr Unternehmen auf ihren Homepages und in ihren Geschäftsberichten unter Headlines wie Corporate Social Responsibility, soziale Verantwortung oder Nachhaltigkeit als gute Bürger und verantwortungsvolle Unternehmen darstellen, die die Umwelt freiwillig und über die gesetzlichen Regelungen hinaus schützen oder für Hilfebedürftige spenden (vgl. Abb. 3). Solche Ähnlichkeiten und Gleichheiten finden sich auf vielen Ebenen von Organisationen und reichen von der Übernahme von spezifischen Konzeptlabels bis tief in die Struktur und organisationale Praxis (vgl. Walgenbach 2000; DiMaggio/Powell 1983).

Stephan Bohn

3. Corporate Social Responsibility

Die Frage, was genau Corporate Social Responsibility bedeutet, wird in der wissenschaftlichen Community in den letzten Jahren mit zunehmender Intensität diskutiert (vgl. de Bakker et al. 2005; Aguinis/Glavas 2012). Trotzdem beziehungsweise gerade aus diesem Grund existiert bisher keine einheitliche Definition von CSR (vgl. u.a. Curbach 2009). Vielmehr stehen sich zum Teil unterschiedliche Begriffsbestimmungen gegenüber. Beispielsweise existiert auf der einen Seite die Sichtweise, dass CSR über die gesetzlichen Regelungen hinausgeht und unter anderen Umweltschutzmaßnahmen enthält, die über den rechtlichen Bestimmungen liegen. Auf der anderen Seite existiert die Meinung, dass CSR im Rahmen von bestehenden Gesetzen stattfindet. Der Variantenreichtum und die entsprechende Diskussion darüber ist Thema dieses Kapitels und zeigt ebenso die große Interpretationsoffenheit des CSR-Konzeptes im Sinne von Czarniawska und Joerges (1996).

Stephan Bohn

4. Zielsetzung

Die Auseinandersetzung mit der Reaktion von Organisationen auf institutionalisierte Erwartungen aus einer Neoinstitutionalistischen Perspektive könnte auf den ersten Blick etwas überraschen, schließlich existieren ein umfangreicher theoretischer Diskurs sowie unzählige empirische Studien, die die Reaktion maßgeblich durch den Terminus der Isomorphie beschreiben beziehungsweise bei divergierenden Erwartungen von Entkopplung oder Translation sprechen. Trotzdem ist die Betrachtung des Themenfeldes von hoher wissenschaftlicher Relevanz. Die empirische Auseinandersetzung mit dem Thema ist nach Meinung des Autors insbesondere deshalb notwendig, weil obwohl bereits in der Grundlagenliteratur zur Neoinstitutionalistischen Organisationstheorie Makro- und Mikroprozesses angelegt sind, die empirische Auseinandersetzung vor allem auf die Makroebene stattgefunden hat.

Stephan Bohn

5. Methodische Konzeption

Ziel dieser Studie ist es, komplexe Wandlungsprozesse, speziell den Prozess der Implementierung von CSR, in ihrer Gesamtheit unter Einbeziehung des Kontextes zu erfassen und Fragen zu beantworten, die wesentlich der Kategorie „Wie“-Fragen zugeordnet werden können – beispielsweise:Wie interpretieren Unternehmen neue Managementkonzepte und wie werden jene in die Struktur der Unternehmen integriert oder wie gehen Unternehmen mit Konflikten um, die aufgrund der Implementierung entstehen? Fragen dieser Struktur stellen den Forschenden vor die grundlegende Herausforderung, wie komplexe Handlungen sowie Interaktion und Interpretation der Handlungen über die Zeit erfasst werden können.

Stephan Bohn

6. Zum Prozess der Implementierung von CSR

Zu Beginn dieses Kapitels wird der Frage nachgegangen, welche grundlegende Bedeutung dem CSR-Konzept aus Unternehmenssicht zuerkannt wird. Die Erwartung liegt nahe, dass Unternehmen, die die Übernahme von Corporate Social Responsibility beschlossen haben, dem Konzept eine gewisse positive Bedeutung zusprechen. Im Erklärungsspektrum der Neoinstitutionalistischen Organisationstheorie würde beispielsweise argumentiert werden, dass die Übernahme von CSR Legitimität verleiht und schlussendlich dadurch der Ressourcenfluss sowie der Bestand von Unternehmen gesichert werden kann.

Stephan Bohn

7. Schlussfolgerung und Diskussion

Die vorliegende Arbeit untersucht die Implementierung von Corporate Social Responsibility in deutschen High-Tech Unternehmen und richtet ein besonderes Augenmerk auf den Umgang mit jenen Konflikten, die während des Implementierungsprozesses von Unternehmen wahrgenommen werden. So sollen und wollen Unternehmen zwar ethisch, umweltfreundlich und gesellschaftlich verantwortlich, das heißt gesellschaftlich akzeptiert handeln, allerdings zielt das Hauptaugenmerk ihrer Tätigkeit auf wirtschaftlichen Erfolg.

Stephan Bohn

Backmatter

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