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2022 | Buch

Die innovative Kommune

Mindset, Konzepte, Ideen und Praxisbeispiele zukunftsorientierter Städte, Gemeinden und Landkreise

herausgegeben von: Franz-Reinhard Habbel, Prof. Dr. Diane Robers, Prof. Dr. Jürgen Stember

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

Buchreihe: Edition Innovative Verwaltung

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Über dieses Buch

Das Buch „Die innovative Kommune“ macht die gelebte Innovationskraft von Gemeinden, Städten und Landkreisen sichtbar. Die Autoren stellen ihr Know-how und ihre Erfahrung, wie im öffentlichen Sektor neue und innovative Wege erfolgreich beschritten werden können, zur Verfügung. Sie präsentieren erprobte Konzepte, mit denen eine erfolgreiche Zukunftsgestaltung in den Städten – und auch in kleineren Gemeinden – gelingt. Zahlreiche Praxisbeispiele zeigen, wie die Umsetzung erfolgte. Es wird deutlich: die innovative Gestaltungskraft der Kommunen ist besser als ihr Image. Kommunen kommt bei der Entwicklung unseres Landes eine bedeutende Rolle zu. Innovationen im Bereich der Daseinsvorsorge, neuer Infrastruktur und des Miteinanders werden zu Treibern einer prosperierenden Wirtschaft und einer dynamischen Gesellschaft. Das, was neu entsteht wird in den Kommunen unmittelbar erlebbar.
Auszug aus dem Inhalt Voraussetzungen, Erfolgsfaktoren und neue Denkanstöße für Innovationen in Kommunen Erprobte Lösungen für eine innovative ZukunftsgestaltungLeitgedanken für eine innovationsfreudige Führungskultur und einer offenen Kommunikation mit den Bürgern sowie gelungener Bürgerbeteiligung Chancen und Risiken von Innovationseinheiten wie z.B. Reallabore und Kooperationen mit Startups in und mit KommunenWie der Design-Thinking-Ansatz erfolgreich in öffentlichen Verwaltungen wirken kannNeue Wege bei der Personalgewinnung und -entwicklung: Public EntrepreneurshipViele weitere Themen und Praxisbeispiele innovativer Projekte aus Kommunen

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Metaebene – Neue Denkanstöße und Ideen -

Frontmatter
Smart City – Sind Europas Städte smart?
Zusammenfassung
Für unsere Kommunen ist die Digitalisierung Chance und Herausforderung zugleich. Es gilt neue Technologien, Innovationen und die Erfindungen der Zeit zu nutzen, damit die Kommune lebenswert und handlungsfähig bleibt. Wenn es um die digitale Transformation von Städten und Gemeinden geht, ist das Entwicklungskonzept der Smart City heute in aller Munde. Neue Ideen und smarte Lösungen sollen das Stadtleben besser und nachhaltiger machen. Noch immer sind es aber die Metropolen, die als intelligent bzw. smart gelten. Dabei steckt doch gerade in kleinen Städten und Gemeinden großes Potential für eine digitale Transformation. Wie kann es also gelingen, dass gerade kleine Kommunen und Gemeinden jetzt die Chance nutzen und smarter werden? Europa stellt hohe Fördersummen für Städte und Gemeinden für Smart City Initiativen bereit, die unbedingt abgerufen werden sollten.
Markus Ferber
Von Stein Hardenberg zur Innovationcity – wie Innovationen in Kommunen gelingen können
Zusammenfassung
Städte unterliegen dem ständigen Wandel. Neben Umweltbedingungen und politischer Rahmensetzung sind es Innovationen, die zu Veränderungen in den Städten führen. In den vergangenen Jahren ist es insbesondere die Zivilgesellschaft, die Innovationen vorantreibt. Die Verwaltung selbst wird transparenter und vernetzter. Neue Formen des Arbeitens stärken die Kreativität der Mitarbeiterschaft. Der Beitrag geht der Frage nach, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Innovationen in Kommunen gelingen können.
Franz-Reinhard Habbel
Sind Frauen die besseren Innovatoren?
Zusammenfassung
Innovationen lieben Vielfalt. Die Differenzierung nach „Mann“ oder „Frau“ rückt künftig aus dem Blick. Es sind die divers und hierarchiefreien Netzwerke, die „besser“ sein werden und Innovationen fördern. Eine fortschrittliche Ausbildung, neue Formen der Zusammenarbeit und Experimentierfreude können die notwendigen Schritte zur Transformation in die Moderne und zur Gestaltung einer innovativen Kommune voranbringen.
Anke Knopp
Begegnungen mit der Zukunft – Wo liegen Innovationspotenziale im öffentlichen Sektor?
Zusammenfassung
Die Bedeutung von Innovation für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und besonders der förderlichen Rahmenbedingungen ihrer Heimatstandorte ist unumstritten. Wirtschaftswachstum trägt diese Standorte, damit durch Steuereinnahmen Investitionen in öffentliche Infrastruktur, Gesundheit, Bildung und Gemeinwohl finanziert werden können. Die Rolle des öffentlichen Sektors als Innovationsakteur wird bereits im 19. Jahrhundert beschrieben und gewinnt in den heutigen, modernen Volkswirtschaften – nicht zuletzt im Lichte der Digitalisierung sowie sozioökologischer Herausforderungen – zunehmend an Wichtigkeit. Die Innovationsfähigkeit des öffentlichen Sektors ist Baustein und kritisches Element der gesamtwirtschaftlichen Innovationsleistung zugleich, da sich Innovationen im Sinne von Produktivitätssteigerungen, Kosteneinsparungen oder neuen bzw. verbesserten Dienstleistungsangeboten als Vorteile eines effizienten und effektiven öffentlichen Sektors wiederum positiv auf Unternehmen und Bürger auswirken. Die Innovationsstrategien für den öffentlichen Sektor sind aber noch weniger entwickelt als die für den Unternehmenssektor. Dies liegt zum einen an deren natürlichem Verständnis als Innovationstreiber, zum anderen an den unterschiedlichen Aufgaben der beiden Sektoren sowie deren Möglichkeiten bezüglich Anreiz- und Motivationsgestaltung, Ressourcenallokation oder Risikoverhalten. Der Beitrag beleuchtet vor diesem Hintergrund die Relevanz von Innovationen im privaten und öffentlichen Sektor im aktuellen Kontext.
Diane Robers
Die Rolle der Hochschulen für den öffentlichen Dienst in Innovationsprozessen von Kommunen und Staat
Zusammenfassung
Die Hochschulen für den öffentlichen Dienst haben in der Vergangenheit seit ihrer Gründung Anfang bis Mitte der 70er-Jahre mehr oder minder Ausbildungsfunktionen wahrgenommen. Erst Anfang der 90er-Jahre änderte sich diese einseitige Funktionszuweisung mit dem Aufkommen konzeptioneller Reformvorstellungen für den öffentlichen Dienst zum Beispiel durch das New Public Management. Im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte haben sich viele Hochschulen des öffentlichen Diensts als „normale“ Hochschulen emanzipiert und setzen neben der Ausbildungsfunktion auch alle weiteren Hochschulmissionen der Weiterbildung, der angewandten Forschung und des Wissens- und Innovationstransfer um.
Der Beitrag zeigt die Innovationssituation der Hochschulen für den öffentlichen Dienst vor allem im Hinblick auf den zentralen Innovationsbereich der Digitalisierung, der bei den Hochschulen nicht nur im Hinblick auf die Lehre, sondern auch in Bezug auf die Digitalisierung des öffentlichen Dienstes insgesamt eine wichtige Rolle spielt. Nicht zuletzt wird die Bedeutung der Hochschulen auch im Hinblick auf zukünftige Innovationen und Innovationsprozesse in Staat und Kommunen thematisiert.
Jürgen Stember
Eine Bezirksregierung auf Innovationskurs
Zusammenfassung
Um die Wirkung des eigenen Handelns zu verbessern sowie komplexe Probleme besser lösen zu können, verfolgt die Bezirksregierung Arnsberg einen strikten Innovationskurs (einfacher, schneller, transparenter, besser). Sie richtete ein Innovationslabor ein und machte sich auf eine längere „Innovationsreise“. Die ersten Stationen der „Innovationsreise“ hat sie geschafft. Sie hat die Wirksamkeit ihres Handelns erhöhen können und wichtige Erfahrungen für Innovation als Gesamtprozess gewonnen. Die Bezirksregierung Arnsberg setzt ihren Innovationskurs (Innovation + Skalierung + positive Wirkung) fort. Die Anpassung von Gesetzen und internen Regelwerken an die neue digitale Zeit wird produktive Innovationen der Verwaltungen erleichtern und beschleunigen.
Hans-Josef Vogel
Smart Cities und Smart Homes – Chancen im New Normal
Zusammenfassung
Kommunale Rahmenbedingungen und Aufgaben haben sich seit jeher neuen Technologiezyklen angepasst. Der digitale Wandel hat Märkte, Unternehmen und die Gesellschaft erfasst. Für die Aufstellung im New Normal bietet das Konzept der ‚Smart City‘ neue digitale Lösungsansätze für Städte und Gemeinden auch im ländlichen Raum. Der Beitrag beleuchtet vor diesem Hintergrund historische Entwicklungen, aktuelle Trends sowie erfolgreiche Umsetzungbeispiele.
Markus Juppe, Diane Robers, Frank Walthes

Rahmenbedingungen | Rahmenbedingungen für Innovationen in Kommunen

Frontmatter
Vertrauensmanagement in Kommunen zur nachhaltigen Verwaltungsdigitalisierung
Zusammenfassung
Durch den zunehmenden Digitalisierungsdruck auf öffentliche Verwaltungen wird der Erfolg elektronischer Services (e-Services) – gemessen an Nutzungszahlen – zunehmend wichtiger. Die weitreichende Akzeptanz von e-Services durch die Bürger*innen bleibt jedoch noch oftmals aus. In diesem Kontext gilt das Vertrauen der Bürger*innen in e-Services und die kommunale Verwaltung als wichtige Voraussetzung für die Nutzung von e-Services. Zum gezielten Management des Vertrauens von Bürger*innen in e-Services und Anbieter fehlt es bisher jedoch noch an geeigneten Werkzeugen. Das Ziel dieses Beitrags ist es daher, ein Instrument zum Management des Vertrauens in die kommunale Verwaltung und deren e-Services zu entwickeln.
Bettina Distel, Holger Koelmann
Kommunale Innovation durch Partizipation – Rahmenbedingungen erfolgreicher Bürgerbeteiligung in Kommunen
Zusammenfassung
Innovationen in Kommunen werden selten durch den Verwaltungsapparat allein generiert. Viele Köpfe sorgen für viele Ideen – daher ist die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern auch bei der Diskussion von Zukunftsthemen nicht wegzudenken. Für einen gelingenden Partizipationsprozess braucht es allerdings Rahmenbedingungen: Planung, Kompetenz, Inklusion, Transparenz und Kommunikation sind nur einige Faktoren, die zum Erfolg beitragen. Auch bei der Weiterentwicklung von kommunalen Beteiligungsformaten, etwa in Form von Open Innovation oder Co-Creation Ansätzen, sind Rahmenbedingungen wichtig, damit auf inhaltlicher Ebene neue Ideen und Innovationen diskutiert werden können.
Victoria Hasenkamp
Öffentliche Innovationspraxis – Grundlagen und Rahmenbedingungen
Zusammenfassung
Um ihrer Rolle in zunehmend komplexeren, digitalen und vernetzten Kontexten gerecht zu werden, ist die kommunale Verwaltung auf eine systemisch vorausschauende öffentliche Kultur angewiesen. Dieses Kapitel unterstützt Bemühungen lokaler Kommunen, diesen organisatorischen Wandel zu bewältigen, in dem es ein vertieftes Verständnis öffentlicher Innovationen vermittelt. Die Autorinnen bieten einen Überblick über Rahmenbedingungen und Grundlagen öffentlicher Innovation, der auf eigener umfassender Praxis und den Erfahrungswerten zahlreicher internationaler Initiativen beruht, welche die Innovationsfähigkeit öffentlicher Verwaltungen durch gestalterische Ansätze gezielt stärken. Das Kapitel zeigt auf, welchen Beitrag Innovationseinheiten dabei leisten können und wie deren kommunale Weiterentwicklung unterstützt werden kann.
Sabine Junginger, Caroline Paulick-Thiel
Neue Wege bei der Personalgewinnung und -entwicklung der kommunalen Arbeitgeber als Innovationsmotor: Public Entrepreneurship
Zusammenfassung
Personalgewinnung und -entwicklung sind drängende und wichtige Herausforderungen für Kommunen. Der Mangel an Fach- und Führungskräften ist ein relevantes Hemmnis für Innovationen, denn Personal ist eine zentrale Ressource kommunaler Arbeitgeber. Im Sinne eines integrierten Personalmanagements werden dabei kommunale Verwaltung und kommunale Unternehmen gemeinsam betrachtet. Dieser Beitrag skizziert drei Anforderungen für mehr Public Entrepreneurship bei kommunalen Arbeitgebern. Public Entrepreneurship beschreibt Personen, die nach neuen Möglichkeiten und Innovationen suchen, diese dann schaffen bzw. datenbasiert testen, um sie schließlich gezielt zu realisieren und zu skalieren. Aus diesen drei Anforderungen der Public Entrepreneurship werden schließlich ausgewählte Implikationen für die Personalgewinnung und -entwicklung abgeleitet.
Florian Keppeler
Startup-Ökosysteme als Motoren für Innovationen in Kommunen
Zusammenfassung
Startups werden als ein wichtiger Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung angesehen, da diese als Wachstumsmotor für die Wirtschaft verstanden werden und daher starken Einfluss auf die Entwicklung der (regionalen) Wirtschaft und (kommunalen) Politik haben. Im Zuge von Gründungsaktivitäten spielt der räumliche Kontext eine wichtige Rolle. Regionale Wachstumseffekte können durch Wissensschaffung, Wissensspillover und die regionale Konzentration von Fachkräften hervorgerufen werden, weshalb die räumliche Abhängigkeit für Gründende eine entscheidende Rolle spielt. Vor diesem Hintergrund haben nicht nur Großstädte, sondern auch Mittel- und Kleinstädte das Potenzial, sich aufgrund verschiedener Einflussfaktoren als erfolgreiche Technologiestandorte zu etablieren. Das Ziel dieses Artikels ist es, einen Überblick über die Akteure und gründungsrelevanten Faktoren eines Startup-Ökosystems zu geben. Darüber hinaus soll aufgezeigt werden, welche politische Relevanz Startup-Ökosysteme in der heutigen Zeit auch für kleinere Städte und Kommunen spielen.
Matthias Liedtke, Reza Asghari
„Rapid Design Thinking“ – die kommunale Variante von Design Thinking zur innovativen Problemlösung
Zusammenfassung
Die Innovationsmethode „Design Thinking“ gewinnt zunehmend an Popularität in der öffentlichen Verwaltung. Design Thinking ist ein methodisch strukturierter Prozess, um innovative Ideen zu entwickeln, die durch konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen von Menschen (Nutzer/innen) sinnstiftend und problemlösend sind. Die praktische Auseinandersetzung mit Design Thinking zeigt jedoch vielerorts, dass es erforderlich ist, die Methode auf die spezifischen kommunalen Bedürfnisse anzupassen. Insbesondere die hohe Zeit- und Ressourcenintensität, die methodische Vernachlässigung interner Nutzer/innen sowie die Probleme bei der Realisierung von Innovationsideen stellen zentrale Hürden für die kommunale Praxis dar. Vor diesem Hintergrund wird im vorliegenden Beitrag eine kommunale Variante des Design Thinkings vorgestellt, welche diese Problemstellungen adressiert. Dadurch wird Design Thinking für Kommunen geeignet gemacht.
John Meister
Innovative Klimakommunikation mit kulturellen Micro-Frames
Zusammenfassung
Basierend auf Grundlagen der Verhaltensökonomie stellt die Autorin die von ihr entwickelte und bereits in der Praxis getestete Methodik vor, in der kulturelle Micro-Frames in der kommunalen Klimakommunikation gesetzt und damit neue Gruppen von Akteur:innen erreicht werden. Die Entwicklung, das Designen, der Micro-Frames wird mit der Methodik des Design Thinkings mithilfe des Business Model Canvas und der Value Proposition Canvas vorgenommen. Kommunen haben aufgrund ihrer unmittelbaren Nähe zur Bürgerschaft einen herausragende Positionierung, menschenzentrierte und effektive, weil maßgeschneidert Klimakommunikation umzusetzen.
Tatiana Muñoz
Innovationen und Innovationsmanagement in der kommunalen Wirtschaftsförderung
Zusammenfassung
Dass die kommunale Wirtschaftsförderung eine wichtige Bedeutung für die kommunale Ebene und die dortigen Innovationsprozesse hat, zeigt sich einerseits durch den Umstand, dass sie es zumeist mit echten Kunden zu tun hat, die „echte“ Wahlmöglichkeiten haben. Andererseits ist sie von der fachlichen Natur aus jederzeit darum bemüht, optimale Bedingungen für die Unternehmen und Menschen vor Ort zu schaffen, womit sie sich ständig mit neuen Rahmenbedingungen und Entwicklungen auseinandersetzen muss.
Der vorliegende Beitrag zeigt in diesem Zusammenhang mit dem Award „Innovative Wirtschaftsförderung“, dass Wirtschaftsförderung sich nicht nur um andere (unternehmerische) Innovationen kümmern muss, sondern, dass sie selbst ihr eigenen Aktivitätsbereiche systematisch innovieren kann. Gleichzeitig werden auf die besonders chancenreiche Rolle und Aktivitäten der Hochschulen am Beispiel des WiföLABs der Hochschule Harz eingegangen, das im Jahr 2022 sein 10jähriges Bestehen feiert.
Jürgen Stember

Praxisbeispiele – Laufende und abgeschlossene Projekte -

Frontmatter
Startups als Innovationsmotoren in Kommunen – Ein Einblick in die Innovationslandschaft in Baden-Württemberg
Zusammenfassung
Der Beitrag arbeitet die Notwendigkeit zur Bildung von Entwicklungsgemeinschaften aus Gemeinden und Startups zur Lösung drängender kommunaler Problemstellungen heraus. Anhand einer Übersicht praktischer Projekte aus baden-württembergischen Kommunen wird im Weiteren verdeutlicht, dass eine Zusammenarbeit zwischen Startups und Gemeinden vielfach bereits erfolgreich stattfindet. Dabei wird zugleich sichtbar, an welchen Stellen Potentiale für eine Ausweitung der Aktivitäten bestehen.
Ilona Benz
Young Leadership – Führungskultur als Innovationstreiber
Zusammenfassung
Unlängst sind Digitalisierung und Innovationsförderung im öffentlichen Sektor und damit auch im Kontext der kommunalen Verwaltung angekommen. Dies macht neue Wege der Führung in Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung erforderlich. Im nachfolgenden Artikel wird aufgezeigt, an welchen modernen Führungstheorien sich junge kommunale Führungskräfte orientieren und welche Führungsattribute sie verfolgen. Im Mittelpunkt steht dabei das innovationsgetriebene Mindset junger Führungskräfte, mit dem sie sich von althergebrachten Führungsparadigmen abgrenzen. Des Weiteren wird am Beispiel der Gemeinde Immenstaad am Bodensee dargestellt, wie es auf Grundlage des Ansatzes von Young Leadership gelingen kann, relevante Akteure innerhalb der Verwaltung, des Gemeinderates und der Bürgerschaft für innovative Vorhaben der Kommunalentwicklung zu gewinnen.
Johannes Henne
Der Beitrag von Reallaboren zur digitalen Transformation in Kommunen
Zusammenfassung
Im diesem Beitrag werden Reallabore als Möglichkeits- und Lernräume im kommunalen Kontext vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der digitalen Transformation und den Möglichkeiten von Realexperimenten. Die von der Wissenschaft übernommenen Aufgaben im Reallabor gehen über die Aufgaben in der klassischen Forschung hinaus und ermöglichen ein verändertes Zusammenspiel von Theorie und Praxis, das die Akteure dabei unterstützt, Transformationsprozesse vor Ort anzustoßen und zu begleiten. Die Partner brauchen hierfür ein gemeinsames Verständnis einer Zielevision. Das Reallabor ermöglicht es den Akteuren von- und miteinander zu lernen. Am Beispiel von Lemgo Digital wird der Aufbau eines Reallabors für die Digitale Transformation in Mittelstädten beschrieben.
Annika Henze-Sakowsky, Jürgen Jasperneite, Jens-Peter Seick
Dialogische Bürgerbeteiligung als sinnvolle Ergänzung unserer Demokratie
Zusammenfassung
In diesem Beitrag erfahren Sie, wie sinnvoll eine dialogische Bürgerbeteiligung als Ergänzung für unsere repräsentative und direkte Demokratie sein kann. Gerade bei umstrittenen großen Infrastrukturprojekten kann Bürgerbeteiligung so erfolgsversprechend gestaltet werden.
Anhand konkreter Projekte in kleinen Gemeinden und Städten wird ein neues Rollenverständnis für Kommunalpolitik, Verwaltung, Vorhabenträger, Expert*innen, die Bürgerschaft und die Moderation beschrieben.
Einige der bisher bekannten Argumente gegen die dialogische Bürgerbeteiligung werden durch Beispiele entkräftet. Es wird aufgezeigt, dass die repräsentative Demokratie in der Kommune gestärkt wird, wenn sie den Mut findet, sich durch dialogische Verfahren beraten zu lassen und punktuell die Entscheidung über wichtige Fragen an den direktdemokratischen Bürgerentscheid delegiert. Die Vorhaben der Kommunen gewinnen dadurch an Akzeptanz und Qualität und können dadurch schneller und kostengünstiger umgesetzt werden.
Wolfgang Himmel
Kommunen als Innovationstreiber – Das Beispiel Sachsen: kommunal. innovativ. sächsisch.
Zusammenfassung
Städte und Gemeinden sind Wohnort, Heimat, Lebensmittelpunkt. Wie wird das Ländliche oder Urbane erlebt? Wo liegen Vorzüge und Nachteile? An welchen Punkten können Einwohner*innen mitgestalten? Warum sollten sich Unternehmen gerade in dieser oder jener Kommune ansiedeln? Vermutlich sind Erwartungen und deren Erfüllung immer ein Aspekt der Antwort. Manch smarter Service, der im privaten Umfeld schnell akzeptiert wird, ist aus rechtlichen oder anderen Gründen oft für die öffentliche Verwaltung nicht einfach übertragbar. Aber die Erwartung auf ein smartes Behördenerlebnis bleibt! Neue Ideen sind gefragt. Mitarbeiter*innen, die nicht bei Ideen stehen bleiben, sondern die Dinge neu durchdenken, sich nicht entmutigen lassen, kreativ werden und werden dürfen. Was erlebt werden kann, wenn es diese Mitarbeiter*innen in einem Umfeld gibt, das Neues zulässt, wird an einigen sächsischen Beispielen aufgezeigt. Der Fokus soll dabei nicht auf vermeintlichen Leuchttürmen liegen. Es geht vielmehr um die Haltung, die Kultur Neues zu wagen, die Treiber für Innovation in Kommunen zu identifizieren und Innovation zuzulassen und zu befördern.
Matthias Martin
Der Gegenort. Warum das Silicon Valley kein Vorbild ist – und was wir trotzdem von ihm lernen können
Zusammenfassung
Das Silicon Valley gilt als die Innovationsregion schlechthin. Wirtschaftliche Verantwortungsträger lassen sich dort von technologischen Lösungen ebenso inspirieren wie von neuen, agilen Arbeitsmethoden. Aus Sicht der öffentlichen Aufgabenwahrnehmung ist das Valley alles andere als ein Musterbeispiel. Infrastrukturelle Probleme sind dort in vielen Bereichen offenkundig, die die dortige Governance nicht zu lösen vermag. Der Beitrag reflektiert vor allem im Hinblick auf die kommunale Selbstverwaltung und öffentliche Daseinsvorsorge, was im und aus dem Valley inspiriert und was irritiert.
Christoph Meineke
Elemente eines neuen kommunalpolitischen Stils: Dialog, Ko-Produktion und Agilität
Zusammenfassung
Unsere Welt ist in den letzten Jahren immer schneller, komplexer und vernetzter geworden. Es ist deshalb greifbar, dass die konventionelle Art Kommunalpolitik zu denken nicht mehr funktioniert. Denn sie ist das Produkt einer Welt, die unseren Grad an Vernetzung und Digitalisierung, an Beschleunigung und Beteiligung noch nicht kannte. Der Beitrag skizziert Elemente eines neuen kommunalpolitischen Stils, der auf Offenheit, Dialog, Ko-Produktion und Agilität setzt. Und illustriert dies mit praktischen Beispielen aus der Stadt Tengen.
Marian Schreier
Digital im Aufbruch – Gütersloher und Gütersloherinnen gestalten den digitalen Wandel
Zusammenfassung
Digitaler Wandel muss in der Bürgerschaft ankommen. Deshalb haben wir uns in Gütersloh Ende 2018 für einen mehrstufigen öffentlichen Beteiligungsprozess entschieden mit dem Ziel, gemeinsam den digitalen Wandel in unserer Stadt zu gestalten – als Basis einer Umsetzungsstrategie für Entwicklungen und Projekte, die aus Ideen und Vorschlägen der Bürgerschaft entstanden sind. Davon möchte ich in diesem Beitrag berichten und Mut machen, einen solchen Weg zu gehen – nicht ohne darauf hinzuweisen, dass er seine volle Wirkung möglicherweise erst in der Rückschau entfalten wird.
Henning Schulz

Learnings – Empfehlungen und Nachbetrachtung aus Theorie und Beratung -

Frontmatter
Sechs Empfehlungen für Innovationseinheiten in Verwaltungen
Zusammenfassung
Innovationseinheiten (auch Innovationsteams oder -labore genannt) sind in den letzten zehn Jahren im öffentlichen Sektor entstanden, um in spezialisierten Organisationseinheiten beschleunigt neue organisatorische oder technische Lösungen, vor allem im Zusammenhang mit digitalen Technologien, zu entwickeln und in die Mutterorganisationen zu überführen. In der Praxis stoßen diese Einheiten aufgrund ihrer besonderen Struktur und Zusammensetzung oft auf Herausforderungen, die ihre Effektivität und Existenz gefährden können. Auf Basis von praktischen Erfahrungen und Studienergebnissen werden in diesem Beitrag sechs Handlungsempfehlungen vorgestellt, die Innovationseinheiten dabei unterstützen können, erfolgreich in der Kommunalverwaltung zu wirken.
Ferdinand Schuster
Innovationsmanagement auf kommunaler Ebene – eine Zusammenfassung in 12 Thesen
Zusammenfassung
Innovationen sind für gesellschaftliche, wirtschaftliche, aber auch politische Systeme überlebenswichtig, da es nicht nur gilt, eigene Ideen und Vorstellungen voranzutreiben und weiterzuentwickeln, sondern auch auf sich zum Teil drastisch verändernde Rahmenbedingungen angemessen und mit neuen Reaktions- und Interaktionsmechanismen vorzubereiten. Porter’s Ausarbeitungen zu Competitiveness of Nations, gewinnen im Lichte aktueller Entwicklungen neue Bedeutung: „In international markets, innovations that yield competitive advantage anticipate both domestic and foreign needs“ (Porter, 1990). Dabei geht es nicht nur darum, daran zu arbeiten, die besten Rahmenbedingungen für innovative Unternehmen oder Branchen zu stellen, sondern mehr denn je die Innovationsfähigkeit des öffentlichen Bereichs selbst zu fördern. Während die Ausgaben in Forschung und Entwicklung bereits 2019 ein Niveau von 3,2 Prozent des BIP erreicht haben, um in zentrale Wachstumsthemen und Technologien zu investieren, werden Forderungen nach mehr Agilität und Geschwindigkeit in der digitalen Transformation laut (EFI, 2021).
Franz-Reinhard Habbel, Diane Robers, Jürgen Stember
Metadaten
Titel
Die innovative Kommune
herausgegeben von
Franz-Reinhard Habbel
Prof. Dr. Diane Robers
Prof. Dr. Jürgen Stember
Copyright-Jahr
2022
Electronic ISBN
978-3-658-35675-0
Print ISBN
978-3-658-35674-3
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-35675-0

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