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Über dieses Buch

Dieses Buch erklärt Künstliche Intelligenz (KI) verständlich, realitätsnah und anhand vieler Beispiele zugleich unterhaltsam. Sie werden verstehen, was KI ist und was sie nicht ist; wie die Reise begonnen hat, wo wir stehen und wohin sie führen könnte. Sven Krüger räumt mit Klischees auf. Er zeigt, welche Anwendungen es gibt und welches Nutzungspotenzial in Daten und Algorithmen steckt – von medizinischer Bildauswertung bis hin zu Killer-Drohnen. Sie werden den Einfluss von KI auf Arbeitsplätze erkennen und mitreden können, wenn es um den Einsatz verschiedenster KI-Spielarten, wie Chatbots oder soziale Roboter geht. Last but not least: Sie werden wissen, warum eine KI-Ethik unverzichtbar sein wird.Seit weniger als einem Jahrzehnt steuert künstliche Intelligenz - von vielen noch unbemerkt - zahlreiche Prozesse unseres Alltags. Ob in Smartphone-Apps, bei Empfehlungen im Online-Shopping oder in der Art und Weise, wie Waren im Supermarkt angeordnet sind. Sie beeinflusst Preise, Urlaubsziele, politische Kampagnen und verändert das Verhalten von Individuen und Gruppen. Die Bewertung dieser Entwicklung kann kaum unterschiedlicher ausfallen: Manche fürchten, KI werde die Herrschaft in einer automatisierten Welt übernehmen und uns steuern und manipulieren. Andere beurteilen die mögliche Individualisierung und effektivere Nutzung von Ressourcen äußerst positiv. Wieder andere sehen nur ein statistisches Hilfsmittel für bessere Prognosen und Entscheidungen.Sicher ist: Sie persönlich haben heute, bewusst oder unbewusst, KI genutzt und Ihre Daten sind dutzende, vielleicht sogar hunderte Male in fremden KI-Systemen verwendet worden.

Aus dem Geleitwort zum Buch von Ibrahim Evsan:
Als ich 2019 mit Sven Krüger zum ersten Mal über dieses Buch gesprochen habe, hatte er schon diverse Vorträge über künstliche Intelligenz auf großen Veranstaltungen, wie z.B. der re:publica oder dem Deutschen Marketing Tag gehalten und er sah in KI mehr, als Technik oder ein Werkzeug, sondern einen Wert für die Gesellschaft. Seine Motivation war eine differenzierte Betrachtung, frei von Hypes und Mythen. Inmitten der breiten und bewährten Literatur zum Thema KI hat er es geschafft, einen der bedeutensten Leitfäden seiner Art zu schreiben. Dieses Buch führt uns Schritt für Schritt auf eine Reise, auf der wir die Geschichte, die Chancen und die Gefahren der künstlichen Intelligenz auf vielen Ebenen erkennen. In seinem direkten und leicht verständlichen Stil, voller Beispiele, bringt Sven Krüger eine rote Linie in unsere Wahrnehmung von KI, wie wir sie nutzen, um Entscheidungen zu treffen und von ihr benutzt werden, indem sie Entscheidungen über uns fällt. Uns diese Zusammenhänge bewusst zu machen, darin genau liegt die große Stärke und die Kraft dieses Buches.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Innovationssturm

Zusammenfassung
Ideen sind das Fundament von Innovationen. Wenn wir etwas denken können, können wir es wahrscheinlich bauen. Die Digitalisierung ist eine Phase massiver Innovation und bedeutet vielleicht die tiefgreifendste und massivste Veränderung in der Geschichte der Menschheit. Viele inkrementelle Weiterentwicklungen sind sofort umsetzbar. Die Geschwindigkeit, mit der Technologie sich entwickelt, hat ein neues Level erreicht und es ist kein Ende dieses Trends absehbar. Künstliche Intelligenz ist ein Bestandteil von immer mehr digitalen Technologien, die wir erfinden und in immer mehr Produkte und Services einbauen, woraus sich fantastische Möglichkeiten ergeben.
Sven Krüger

2. Der Hype, die Medien und die Angst

Zusammenfassung
Während Menschen einerseits gewohnt sind, körperliche Arbeit von Maschinen erledigen zu lassen und es hier auch keine Konkurrenz hinsichtlich der Kräfte gibt, werden Nachrichten über kognitive Überlegenheit von Maschinen mit gemischten Gefühlen aufgenommen. In den Medien werden diese Nachrichten jeweils genutzt, um die Auflage bzw. Aufruf- und Klickzahlen mit reißerischen Überschriften zu optimieren. Mit schwindender menschlicher Kontrolle wächst der Bedarf nach sogenannter KI-Ethik und es entstehen entsprechende Biotope in großen Unternehmen. Insgesamt besteht wirtschaftlich großer Optimismus bei gleichzeitiger relativer Unwissenheit. In dieser Atmosphäre werden die reißerischen Szenarios der Presse z. T. durch dystopische Gedankenspiele seriöser Wissenschaftler/-innen unterstützt. Das Ergebnis ist, dass viele Menschen künstlicher Intelligenz misstrauen oder sogar Angst vor ihr haben.
Sven Krüger

3. Was ist KI und was nicht

Zusammenfassung
Die Geschichte maschineller Informationsverarbeitung reicht fast 200 Jahre zurück. Trotzdem stehen wir noch am Anfang der Entwicklung von KI. Künstliche Intelligenz zu definieren führt zu der Erkenntnis, dass der Intelligenzbegriff selbst nicht 100-prozentig definiert ist, und dass es unterschiedliche Arten von Intelligenz mit inhaltlichen Abstufungen gibt. Generell ist KI die Nachahmung menschlicher Problemlösungsfähigkeiten mithilfe von Computern. Sie ist kein Lebewesen.
Sven Krüger

4. Künstliche Superintelligenz

Zusammenfassung
1950 fragte Alan Turing in seinem Aufsatz ‚Computing Machinery and Intelligence‘, ob Maschinen denken könnten. Daraus erwuchs die Herausforderung, eine dem Menschen ähnliche, künstliche Intelligenz zu schaffen. Technische Basis für die Fortschritte in diesem Vorhaben waren permanente Innovationen in Hard- und Software, vor allem hinsichtlich Prozessorgeschwindigkeit, Speichervolumina und Bandbreiten sowie die Entwicklung leistungsfähiger Algorithmen. Einige Wissenschaftler/-innen sind der Ansicht, künstliche Superintelligenz sei das logische Ergebnis der Evolution. Andere haben Einwände in Bezug auf die generelle Erkenntnisfähigkeit von Maschinen. Irving Good bringt 1965 den Begriff der Intelligenz-Explosion in die Diskussion, nach der intelligente Maschinen noch intelligentere Maschinen produzieren würden. Seit Kurzem macht KI durch spektakuläre Siege in verschiedenen Spielen Medienfurore. Trotz der beeindruckenden Erfolge bleibt offen, ob es je eine superintelligente KI geben wird.
Sven Krüger

5. Updates – Generation Z

Zusammenfassung
Aktualisierungen und Anpassungen in Form von Updates und neuen Releases gehören zur Routine digitaler Infrastrukturen. Aber auch biologische Systeme erneuern sich und passen sich dabei an. Jeder menschliche Generationswechsel durch heranwachsende Kinder bedeutet für sie zunächst eine neue Anpassung an die Welt und danach die Anpassung der Welt durch sie. Die sogenannte ‚Generation Z‘, geboren ca. in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts, dient als Beispiel für eine an die gegebenen Veränderungen durch Digitalisierung und KI-Nutzung optimal angepasste Gruppe, die sich in ihrer Grundhaltung gegenüber dem Technologieeinsatz klar unterscheidet. GenZ legt Wert auf nutzenorientierte Anwendungen und hohe Verfügbarkeit und Sicherheit. Die Neigung zur Vermenschlichung der Technik und zu dystopischen Narrativen ist geringer ausgeprägt. Wandel, auch technologisch, wird mehr als rationale Normalität erlebt als in den vorhergehenden Generationen.
Sven Krüger

6. Chatbots

Zusammenfassung
Chatbots sind Software-Roboter, mit denen über natürliche Sprache kommuniziert werden kann. Die meisten Chatbots kommunizieren per Text und ihre Fähigkeiten beschränken sich oft darauf, auf entsprechende Schlüsselworte vorab geskriptete Antworten zu geben. Mit zunehmender Fähigkeit des Natural Language Processing und der Verknüpfung von Services, die über Bots gesteuert werden können, werden Voicebots immer populärer. Mit ihnen kann einfach gesprochen werden. In der Mensch-Maschine-Interaktion wird Voice wahrscheinlich das User Interface Nummer Eins! Die Zuweisung von geschlechtsspezifischen Namen, Stimmen und Rollen der Bots reproduziert dabei die gewohnten gesellschaftlichen und geschlechtsspezifischen Stereotypen und Vorurteile in die digitale Bot-Kommunikation.
Sven Krüger

7. KI und Verantwortung

Zusammenfassung
Verantwortung in Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz ist ein weites Feld. „Der in den meisten Fällen kommerzielle Einsatz der Technologie lädt ein, das Thema auf Produkthaftung zu reduzieren,“ aber algorithmische Entscheidungsunterstützungs- und Automatisierungssysteme sind weit mehr als ein Haufen Apps, mit denen Musik, Filme, Bilder und Texte usw. leichter gefunden und sortiert werden können. Die Einsatzfelder reichen von der Medien- und Unterhaltungsindustrie über die Finanz- und Versicherungswirtschaft, alle produzierenden Gewerbe bis in das Bildungssystem, die öffentliche Verwaltung und die militärischen Organisationen der Nationalstaaten. Geheimdienste gehören zu den aktivsten Anwendern. Die Ergebnisse der KI-Anwendung werden Grundlagen vieler gesellschaftlicher und individueller Entscheidungen. Nicht selten entscheiden Algorithmen über wirtschaftliche Existenzen und sogar Leben und Tod. Entsprechend relevant ist, wer wofür und wie verantwortlich ist.
Sven Krüger

8. Wie es weitergeht

Zusammenfassung
Die Zukunft bleibt trotz der Prognosefähigkeiten von KI-Systemen ungewiss. Gewiss ist, dass mehr Computer, mehr Daten und mehr KI in noch mehr Lebensbereichen sein werden. Die Entwicklung zu mobilen Geräten wird sich fortsetzen und im Kontext des Internet of Things wird ‚Computing‘ allgegenwärtig. ‚Smart‘ wird viel smarter sein als zuvor. Die von manchen erwartete künstliche Superintelligenz könnte sich als Vorhersagefehler entpuppen, aber auch bei einer insgesamt positiven Erwartungshaltung sind die Gedanken und Erwartungen zu KI unterschiedlich. Es existiert Misstrauen gegenüber den Ergebnissen voreingenommener KI und ein Wunsch nach Kontrolle und Regulierung, insbesondere in Bereichen wie Live-Gesichtserkennung und Datenschutz. Nach menschlichem Vorbild konstruiert, kann KI z. B. im Einsatz für die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der U.N. helfen, die menschlichen Lebensgrundlagen zu erhalten. Wir entscheiden, wie es weitergeht.
Sven Krüger

9. Epilog – Europa reguliert KI

Zusammenfassung
Im April 2021 legt die Europäische Kommission nach vielfältigen KI-bezogenen Maßnahmen einen Vorschlag zur risikobasierten Regulierung von künstlicher Intelligenz in der EU vor. Ziel ist, KI-Anwendungen mit unzumutbarem Risiko, wie z. B. staatliche, biometrische Überwachungs- und Social Scoring-Systeme, zu verbieten und für Anwendungen mit hohem Risiko, strenge Anwendungsregelungen vorzuschreiben. Dazu zählen z. B. die Steuerung kritischer Infrastrukturen oder der Zugang zu Berufsangeboten oder Krediten durch automatisierte Profile. Auch wenn das Gros der KI-Anwendungen in Europa als kaum riskant eingestuft und somit unreguliert bliebe, kommt viel Widerstand aus der Wirtschaft. Grund sind Befürchtungen, dass eine fachlich unkundige, bürokratische Überregulierung zum Hindernis für Innovationen und Investitionen wird und Europa im Rennen um technologische Führung im KI-Bereich als Schlusslicht hinter den USA und China zurückbleiben würde.
Sven Krüger
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