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Über dieses Buch

Die Zuwanderung der letzten Jahrzehnte stellt einen der zentralen Prozesse des sozialen Wandels in Österreich dar. In sozialwissenschaftlichen Erhebungen sind Personen mit Migrationshintergrund jedoch meist unterrepräsentiert. Der vorliegende Band präsentiert die Ergebnisse einer Zusatzerhebung zum Sozialen Survey Österreich 2016, mit dem Ziel, zentrale Werthaltungen, Einstellungen und Verhaltensweisen von Zugewanderten zu erfassen und mit jenen der heimischen Bevölkerung zu vergleichen. Dabei werden verschiedene Lebensbereiche wie Familie, Arbeit, Politik und Religion diskutiert. Die Ergebnisse werfen ein neues Licht auf die Frage der Integration der Zugewanderten in Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Was bedeutet Integration?

Zentrale Begriffe, theoretische Überlegungen und Fragestellungen dieser Studie
Zusammenfassung
Österreich muss heute als ein Einwanderungsland betrachtet werden. In den üblichen sozialwissenschaftlichen Erhebungen sind Personen mit Migrationshintergrund, insbesondere jene, die noch keine österreichische Staatsbürgerschaft besitzen, jedoch meist unterrepräsentiert. Die vorliegende Studie stellt die Ergebnisse einer Zusatzerhebung zum Sozialen Survey Österreich 2016 (Bacher et al. 2019) vor, in dem es darum ging, grundlegende Daten zu den Werthaltungen, Einstellungen und Verhaltensweisen der Zugewanderten zu erfassen, um diese mit jenen der „einheimischen“ Bevölkerung1 vergleichen zu können.
Max Haller, Wolfgang Aschauer

Kapitel 2. Zur sozialen Lage der Zugewanderten

Eine differenzierte Analyse der Bildungsund Arbeitsmarktchancen
Zusammenfassung
Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund steht in der österreichischen Gesellschaft und Politik heute im Fokus des Interesses. Eine Vielzahl medialer, politischer und öffentlicher Diskurse rankt sich um das Thema Zuwanderung und Integration. In diesem Beitrag soll die strukturelle Integration, Schichtzugehörigkeit und soziale Mobilität der Zugewanderten aus der Türkei und aus dem ehemaligen Jugoslawien präzise in den Blick genommen werden.
Wolfgang Aschauer, Alexander Seymer

Kapitel 3. Sprache und soziale Integration

Die Deutschkenntnisse der Zugewanderten
Zusammenfassung
Gute Kenntnisse der Sprache des Aufnahmelandes gehören zu den wichtigsten Faktoren für die soziale und kulturelle Integration von Zugewanderten sowie für ihren gesellschaftlich-wirtschaftlichen Erfolg in Bildung, Arbeitsmarkt und politischem Leben (z. B. Chiswick 1992; Dustmann und van Soest 2002; Heckmann 2015). Wie Hartmut Esser aufgrund einer umfangreichen Studie pointiert festhält: „Die Sprache bildet einen zentralen Aspekt der Integration von Migranten, womöglich sogar den wichtigsten“ (Esser 2006, S. 23). In Österreich ist Deutsch im Bundesverfassungsgesetz als Staatssprache festgelegt (B-VG, Art. 8).
Max Haller, Caroline Berghammer

Kapitel 4. Partnerschaften und Geschlechterrollen

Zusammenfassung
Familie und Partnerschaft sind zentrale Lebensbereiche für die österreichische Bevölkerung. Seit über 30 Jahren werden Familie und Kinder konstant unter allen Lebensbereichen (wie etwa Erwerbsarbeit oder Freizeit) an erster Stelle gereiht, gefolgt von Partnerschaften (Müller Kmet und Weicht 2019). Geändert haben sich allerdings im Zeitverlauf die Einstellungen zu unterschiedlichen Partnerschaftsformen und zur geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung.
Martina Beham-Rabanser, Caroline Berghammer, Ulrike Zartler, Johann Bacher

Kapitel 5. Der Arbeitsmarkt in Österreich

Auswirkungen des Strukturwandels für Einheimische im Vergleich mit Migrantinnen und Migranten
Zusammenfassung
Der Arbeitsmarkt erfüllt als zentrale Institution moderner Gesellschaften mehrere Funktionen (Mikl-Horke 2007, S. 211). Dies schließt die Verteilung von Arbeitsleistungen und Einkommen ein, das Zuordnen von Personen mit unterschiedlichen Qualifikationen zu passenden beruflichen Positionen, aber auch die Integration in Netzwerke und soziale Beziehungen. Die Integration in den Arbeitsmarkt prägt auch die Wertvorstellungen der Individuen und ist für deren Identität relevant.
Roland Verwiebe, Nina-Sophie Fritsch, Bernd Liedl

Kapitel 6. Sozialkapital, Gesundheit und Lebenszufriedenheit bei Migrantinnen und Migranten sowie Österreicherinnen und Österreichern

Zusammenfassung
In diesem Kapitel beschäftigen wir uns mit der Gesundheit, der Lebenszufriedenheit und dem Sozialkapital von Migrant_innen und Österreicher_innen. Für dieses Thema werden wir zunächst den Begriff der Gesundheit näher erläutern sowie das Anforderungs-Ressourcen-Modell zur Erklärung von Gesundheit betrachten (Renneberg und Hammelstein 2006). Anschließend befassen wir uns näher mit dem Sozialkapital sowie dessen theoretischem und empirischem Einfluss auf die Gesundheit.
Johanna Muckenhuber, Christoph Glatz

Kapitel 7. Die Bedeutung der Religion für Migrantinnen und Migranten

Zusammenfassung
Der Begriff „Religion“ hat – je nach Wissenschaftsdisziplin – ein nahezu unüberschaubares Bedeutungsspektrum. Während religionssoziologische Zugänge nach der sozialen Bedeutung und Funktion von Religion fragen (Pickel 2011; Pollack et al. 2018), nähern sich Religionswissenschaft, Religionsphilosophie oder Theologie dem Phänomen vor allem hermeneutisch (Figl 2017). Wer also nach „der“ Religion von „Migrant_innen“ fragt, diese mit Blick auf unterschiedliche Religionszugehörigkeiten oder mit „der“ Religion der Aufnahmegesellschaft vergleichen und daraus sogar politische Schlussfolgerungen ziehen möchte, ist deshalb gut beraten, sich der Fragestellung interdisziplinär zu nähern und gegenüber der Komplexität des Phänomens sensibel zu sein.
Franz Höllinger, Regina Polak

Kapitel 8. Politisches Interesse und politisches Informationsverhalten von Migrantinnen und Migranten

Zusammenfassung
Fragen zur politischen Teilhabe, sei es politische Partizipation oder aber auch politisches Interesse und politische Informiertheit, stellen Gesellschaften vor komplexe und oftmals schwer zu lösende Aufgaben (z. B. Dalton 2013, Wolfsfeld et al. 2016). So auch in Österreich, wie eine Vielzahl aktueller sozialwissenschaftlicher Publikationen zeigen. Diese widmen sich bspw. jüngeren Alterskohorten, bildungsfernen Personen oder auch gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen im Zeitverlauf (bspw.: Glavanovits et al. 2019; Kritzinger und Zeglovits 2016; Moosbrugger et al. 2019; Prandner und Grausgruber 2019).
Dimitri Prandner, Alfred Grausgruber

Kapitel 9. Emotionale Integration, nationale oder duale Identitäten?

Zugehörigkeitsgefühle von Migrantinnen und Migranten zu Österreich und zum Herkunftsland
Zusammenfassung
In Österreich lebende Migrant_innen bzw. deren Eltern haben aus den unterschiedlichsten Gründen ihren Lebensmittelpunkt in ein anderes Land verlagert. Gemeinsam ist ihnen, dass ihre Lebenswelt in besonderer Weise von zumindest zwei nationalen Kontexten geprägt ist; in den Worten von Stuart S. Hall (1994) hybrid ist. Allerdings variieren dabei die individuellen Ausprägungen von Nähebzw. Distanzverhältnissen zum Herkunfts- und zum Aufnahmeland. Der folgende Beitrag untersucht die Frage, ob sich Menschen mit Migrationsgeschichte eher zu Österreich oder zu dem Land, aus dem sie ursprünglich stammen, zugehörig fühlen.
Bernadette Müller Kmet, Otto Bodi-Fernandez

Kapitel 10. Einstellungen und Vorurteile in Bezug auf Migration sowie Migrantinnen und Migranten in Österreich

Zusammenfassung
Die Einstellungen der Österreicher_innen zur Migration sind auch für die soziale Lage und das Wohlbefinden der Migrant_innen von großer Bedeutung. Dies gilt direkt und indirekt in mehrfacher Weise. Migrant_innen erfahren negative Einstellungen und Vorurteile in ihrem alltäglichen Leben und werden dadurch in ihrem Selbstbewusstsein und Wohlbefinden beeinträchtigt; Vorurteile können diskriminierendes Verhalten fördern, etwa am Arbeitsplatz, bei der Wohnungsvermittlung oder im Wohnumfeld; sie können schließlich auch zur Unterstützung ausgrenzender politischer Programme und Maßnahmen führen.
Julia Hofmann

Kapitel 11. Diskriminiert oder integriert?

Zusammenfassende Interpretation der Ergebnisse
Zusammenfassung
Österreich weist seit jeher eine bewegte Einwanderungsgeschichte auf. Schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fand eine Massenzuwanderung nach Wien sowie in die Industrieregionen im Osten statt. In der Folge stieg die Einwohnerzahl Wiens von einer halben auf zwei Millionen.
Max Haller, Martina Beham-Rabanser, Johanna Muckenhuber, Wolfgang Aschauer

Kapitel 12. Die Methodik der Zusatzerhebung unter Migrantinnen und Migranten im Rahmen des Sozialen Survey Österreich 2016

Zusammenfassung
Die vier Erhebungen des Sozialen Survey Österreich (SSÖ) liefern seit 1986 eine wichtige Grundlage zur Analyse des sozialen Wandels in Österreich. Einen zentralen Prozess des sozialen Wandels der letzten Jahre stellt die Zuwanderung dar. Im Rahmen der vierten Erhebung des SSÖ im Jahr 2016 wurde versucht, dieser Entwicklung mit einer spezifischen Zusatzerhebung unter Migrantinnen und Migranten („Migrationssurvey“) Rechnung zu tragen. Der Fokus wurde dabei auf die beiden größten nicht deutschsprachigen Migrationsgruppen gerichtet, also jene aus der Türkei und aus dem ehemaligen Jugoslawien.
Otto Bodi-Fernandez, Markus Hadler, Christian Mayer
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