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Über dieses Buch

Im Zentrum des Buches steht die Ausarbeitung einer Legitimationstheorie der Organisation. Dazu werden zwei Theorieansätze verknüpft und weiterentwickelt: die wissenssoziologische Institutionentheorie und der organisationssoziologische Neo-Institutionalismus. Am Beispiel des Zweiten Bildungswegs wird mit dieser Theorieperspektive die wissenschaftliche Debatte als ein Fundus legitimatorisch nutzbarer Deutungsangebote analysiert. Solche ‚Legitimationsmythen‘ für Bildungsorganisationen verändern sich im Verlauf der Jahrzehnte und stellen somit trotz des gesellschaftlichen Wandels immer zeitgemäße Legitimationsangebote dar.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Tagtäglich sind Bildungsorganisationen aufgefordert, auf ganz unterschiedliche Art und Weise die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit darzulegen. So sind etwa Hochschulen verpflichtet, ihre Studiengänge akkreditieren zu lassen, oder müssen ausführlich begründen, warum sie den Status einer ‚Exzellenzuniversität’ anstreben. Schulen sind in aller Regel darauf bedacht, sich gegenüber der Öffentlichkeit als eine Einrichtung darzustellen, die ihre Bildungsarbeit verantwortlich wahrnimmt, beispielsweise durch ein spezifisches Schulprofil oder besondere außerunterrichtliche Angebote.
Sascha Koch

Kapitel 2. Die legitimatorische Dimension von Organisationen – zur Kontextualisierung der Untersuchung

Die berufliche Praxis von Pädagoginnen und Pädagogen ist von einer Legitimierungsnotwendigkeit durchzogen, die im alltäglichen Handeln zumeist selbstverständlich bedient, jedoch selten als eigenständige Herausforderung expliziert wird. Auch von der Erziehungswissenschaft werden Prozesse der Legitimierung pädagogischer Praxis kaum aufgegriffen. Bedenkt man den zuweilen existenziellen Charakter legitimatorischer Prozesse, ist diese randständige Beachtung überaus erstaunlich.
Sascha Koch

Die legitimatorische Dimension von Organisationen – eine theoretische Grundlegung im Kontext institutionalistischen Denkens

Frontmatter

Kapitel 3. Allgemeintheoretische Grundlegung auf der Basis der wissenssoziologischen Institutionentheorie

Als Ausgangspunkt der theoretischen Grundlegung wird die von Peter L. Berger und Thomas Luckmann in den 1960er Jahren entworfene ‚wissenssoziologische Institutionentheorie’ herangezogen. Der Begriff kennzeichnet diejenigen institutions- und legitimationstheoretischen Überlegungen, die von Berger und Luckmann im Zuge bzw. als Bestandteil jener wissenssoziologischen Theorieperspektive entwickelt worden sind, welche heute landläufig als ‚neue Wissenssoziologie’ verhandelt wird.
Sascha Koch

Kapitel 4. Organisationstheoretische Grundlegung anhand des organisationssoziologischen Neoinstitutionalismus

Für die organisationsbezogene Theoretisierung des legitimatorischen Phänomens wird die neoinstitutionalistische Organisationssoziologie herangezogen. Ihr analytisches Interesse gilt dem Organisation-Umwelt-Verhältnis, wobei dem Aspekt des Legitimatorischen eine zentrale Rolle in dieser Relation zugewiesen wird. Mit dem organisationssoziologischen Neoinstitutionalismus wird einer der jüngsten Ansätze der Organisationsforschung aufgegriffen, dessen Entstehung auf die zweite Hälfte der 1970er Jahre datiert und der seit den 1990er Jahren international starke Beachtung erfährt.
Sascha Koch

Kapitel 5. Legitimität, Legitimation und Legitimierung von Organisationen – zur Ausarbeitung eines (neo)institutionalistischen Begriffsinventars

Das Ziel der vorliegenden Ausführungen ist es, die legitimatorische Dimension von Organisationen im Kontext institutionalistischen Denkens zu konzeptionalisieren. Hierzu wurde zunächst mit der Wissenssoziologie ein allgemeines (Kapitel 3) und dem Neoinstitutionalismus anschließend ein darauf aufbauendes organisationstheoretisches Theorieangebot (Kapitel 4) gesichtet. Beide Ansätze leisten wesentliche Beiträge, zeigen jedoch sowohl hinsichtlich ihres institutionentheoretischen als auch ihres legitimationstheoretischen Verständnisses Limitationen und (begriffliche) Unschärfen.
Sascha Koch

Kapitel 6. Bilanz der theoretischen Grundlegung

Das Anliegen der vorangegangenen Ausführungen war die theoretische Ausarbeitung desjenigen sozialen Phänomens, welches als die legitimatorische Dimension der Organisation gekennzeichnet wurde. Im Kontext eines institutionentheoretischen Denkens wurden legitimationstheoretische und organisationstheoretische Überlegungen aufeinander bezogen und als ein (neo)institutionalistisches Konzept der legitimatorischen Dimension von Organisationen ausgearbeitet. Nicht zuletzt wurden dabei die Termini der Legitimität, Legitimation und Legitimierung als Fachbegriffe einer (neo)institutionalistischen Organisationstheorie ausbuchstabiert.
Sascha Koch

Empirische Untersuchung

Frontmatter

Kapitel 7. Abendschulen und Kollegs als Organisationsform – Eckpunkte der historischen Entwicklung

Die beiden Organisationsformen ‚Abendgymnasium’ und ‚Kolleg’ wiesen zunächst eine weitgehend getrennte Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte auf. Erst zum Ende der 1960er Jahre wurden sie in der Literatur das erste Mal gemeinsam unter dem Etikett ‚Schulen für Erwachsene’ subsumiert (vgl. Hamacher 1968, S. 15). Darunter wurden dann auch die Abendreal- und Abendhauptschulen gefasst, die sich seit Ender der 1950er Jahre ebenfalls verbreiteten. Im Verlauf der 1970er Jahre etablierte sich der bis heute anzutreffende Sprachgebrauch, wonach Abendschulen und Kollegs weitgehend synonym mit dem Begriff ‚Zweiter Bildungsweg’ gesetzt werden
Sascha Koch

Kapitel 8. Methodische Vorgehensweise – die Analyse von Legitimationsmythen anhand wissenschaftlicher Literatur zum Thema „Abendschulen/Kollegs“

Die empirische Analyse hat im Zuge dieser Arbeit eine doppelte Funktion: Zum einen soll sie das gegenstandsbezogene Wissen hinsichtlich des Zweiten Bildungswegs (Abendschulen und Kollegs) anreichern. Zum anderen dient sie als Veranschaulichung einer praktischen Umsetzung der oben entworfenen legitimations- und organisationstheoretischen Perspektive. Das folgende Kapitel ist zweigeteilt. Zunächst werden die Fragestellung und der Untersuchungsgegenstand präzisiert (Kapitel 8.1).
Sascha Koch

Kapitel 9. Legitimationsmythen von Abendschulen und Kollegs (Zweiter Bildungsweg) im Wandel der Zeit – inhaltsanalytische Ergebnisse

Die empirische Analyse der Legitimationsmythen von Abendschulen und Kollegs hat im Kontext der Gesamtarbeit eine zweifache Funktion: Sie soll zum einen veranschaulichen, wie die legitimations- und organisationstheoretischen Überlegungen in ein entsprechendes empirisches Untersuchungsdesign überführt werden können. Sie soll zum anderen das Forschungswissen hinsichtlich Abendschulen und Kollegs erweitern.
Sascha Koch

Kapitel 10. Fazit – Einsichten und Aussichten

Basierend auf einer permanenten Krisenrhetorik sind Bildungseinrichtungen seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten der Adressat vielschichtiger Reform- bzw. Steuerungsansprüche. Die Entwicklungen im Bildungssystem können – so der Ausgangspunkt – nicht zuletzt als eine legitimatorische Thematik verstanden und analysiert werden. Eine solche Perspektive stellt bislang jedoch ein Desiderat der Erziehungswissenschaft bzw.
Sascha Koch

Backmatter

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