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Über dieses Buch

Jedes Unternehmen ist gehalten, sich selbst und gegebenenfalls bestimmten Institutionen und Interessenten der Öffentlichkeit Rechenschaft über sein Tun abzulegen. Aus dem finalen Bezug jedes unternehmerischen HandeIns folgt deshalb konsequent ein sukzessiver intertemporaler Soll-ßst-Vergleich. Ob dabei unternehmerisches Tun und Lassen als erfolgreich bezeichnet werden kann oder nicht, wirft die zentrale ökonomische Frage nach einem Werturteil auf. Dieses Werturteil kann durch apriori festzulegende Ziele und durch nachprüfbare Bewertungsverfahren und Maßzahlen objektiviert werden. Freilich hat man in der Vergangenheit über Begriffe wie Unternehmensziele, Unternehmenserfolg oder gar Gewinnmaximierung heftig diskutiert. Unumstritten war und ist aber die Notwendigkeit, sich mit den unterschiedlichen Arten von Informationen, ihrer Kommunikation durch Sprache und Zahlen, insbesondere aber ihrer Bewertung auseinanderzusetzen. So umfangreich die Literatur zur Bilanzanalyse auch ist, der Textteil des Geschäftsberichts wurde als "selbsterklärend" bisher wenig oder gar nicht analysiert. Die Bilanzanalysen befaßten sich ausschließlich mit den numerischen Daten. Die textliche Erläuterung und Kommentierung der Bilanzergebnisse wurde höchstens zur Interpretation der Zahlenergebnisse benutzt. Die im Lagebericht wiedergegebenen Zielvorstellungen der Unternehmen, die für die Beurteilung des Unternehmenserfolges von wesentlicher Bedeutung sind, wurden kaum beachtet. Wirtschaftsprüfer sind heute immer noch unschlüssig, wie sie den Textteil des Jahresabschlusses bewerten und testieren sollen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Der Unternehmenserfolg im Lichte der Bilanztheorie

Zusammenfassung
Es gibt wohl kaum ein betriebswirtschaftliches Thema, das ein ähnlich ausgeprägtes Interesse unter den Fachvertretern gefunden hat wie das der Bilanztheorie. Entsprechend umfangreich und vielfältig ist das Schrifttum über Definition, Zweck, Aussagensystem und Erfahrungsobjekt dieses Teilbereichs der Betriebswirtschaftslehre. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als sich die Disziplin langsam von der Nationalökonomie zu lösen begann, wurden Standpunkte erarbeitet und Kontroversen ausgetragen, deren Ergebnisse bis in die heutige Forschung und Rechnungslegungspraxis reichen. Parallel zu den Entwicklungsschüben der Betriebswirtschaftslehre erfuhr jedoch auch die bilanztheoretische Forschung eine entsprechende Vertiefung oder gar Änderung ihrer Perspektiven.
Ute Werner

2. Grundlagen der Messung des Unternehmenserfolgs

Zusammenfassung
Der Erfolg des kulturellen Systems Unternehmung kommt dadurch zustande, daß autonom gesetzte Ziele durch Interaktionen mit der Unternehmensumwelt ganz oder teilweise erreicht werden. Die Rechnungslegung als Teil dieses sozialen Prozesses dient unter anderem der Beschreibung des Unternehmensgeschehens und ist auf die zukünftigen Entscheidungen der Informationsempfänger hin orientiert: Die dokumentarisch erfaßten Daten werden zielentsprechend transformiert, wobei der Jahresabschluß so weit wie möglich an das Ikon einer „guten Bilanz“ angepaßt wird, welches die Konventionen bilanzpolitischen Verhaltens widerspiegelte1.
Ute Werner

3. Die Analyse des Jahresabschlusses

Zusammenfassung
Unter der Annahme, daß der Jahresabschluß Ausdruck unternehmerischer Ziele ist, läßt sein Vergleich mit zielspezifischen idealtypischen Gestaltungsvarianten von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung Schlüsse auf die Unternehmenszielstruktur zu. Hierdurch wird der Unternehmenserfolg meßbar und zwar nicht nur als individueller Zielerreichungsgrad, sondern auch in Relation zu anderen Unternehmen, sofern jenen ein ähnliches Zielsystem unterstellt werden kann.
Ute Werner

Backmatter

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