Die Nachhaltigkeitspolitik der Europäischen Union
Zum didaktischen Potential am Beispiel der Plastikmüllproblematik
- 2026
- Buch
- Herausgegeben von
- Andreas Brunold
- Ulrich Kerscher
- Buchreihe
- Politische Bildung
- Verlag
- Springer Fachmedien Wiesbaden
Über dieses Buch
Die Beiträge dieses Buches untersuchen die Nachhaltigkeitspolitik der Europäischen Union (EU) zur Plastikmüllkrise aus politikwissenschaftlicher sowie politikdidaktischer Perspektive und führen didaktische Materialien für den Einsatz an Einrichtungen der sekundären und tertiären Bildung ein. Der Sammelband vereint Policy-Analysen bezüglich des European Greens Deals der Europäischen Kommission sowie der Implementierung einer Kreislaufwirtschaft, lokale und globale Fallbeispiele für kreislauforientierte Wirtschafts- und Produktionsmodelle sowie Unterrichtsmaterialien für den analogen und digitalen Gebrauch. Insgesamt liefert der Band eine gelungene politikwissenschaftliche und politikdidaktische Gesamtschau zu den Themenfeldern Plastikmüll und Kreislaufwirtschaft. Vor diesem Hintergrund richtet sich der Sammelband einerseits an Wissenschaft, Schule sowie außerschulische Bildungsträger. Andererseits umfassen die Beiträge ebenfalls einen hohen Mehrwert für Akteure der Kommunalpolitik sowie für Organisationen und Verbände im Bereich des Umwelt- und Klimaschutzes.
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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Einführung in den Sammelband zum Jean Monnet-Projekt „Die Nachhaltigkeitspolitik der EU und ihr didaktisches Potential am Beispiel der Plastikmüllproblematik“
Andreas Brunold, Ulrich KerscherDas Kapitel beleuchtet die Nachhaltigkeitspolitik der Europäischen Union im Kontext der Plastikmüllproblematik und der Kreislaufwirtschaft aus zwei zentralen Perspektiven: der fachwissenschaftlichen Analyse und der fachdidaktischen Umsetzung. Im ersten Schwerpunkt werden politische Strategien wie der European Green Deal und die Klimaschutzpolitik der EU untersucht, wobei deren Ziele, Herausforderungen und Umsetzungspotenziale kritisch diskutiert werden. Dabei stehen insbesondere die Diskrepanz zwischen politischen Ansprüchen und tatsächlicher Implementierung sowie die Rolle von Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft im Fokus. Ein besonderes Augenmerk liegt auf lokalen und globalen Fallbeispielen, die konkrete Maßnahmen wie kommunale Verpackungssteuern oder nachhaltige Unternehmenspraktiken vorstellen und deren Wirksamkeit bewerten. Der zweite Schwerpunkt widmet sich der Vermittlung dieser Inhalte in Bildungskontexten. Hier werden innovative Lehrformate wie theaterpädagogische Workshops oder die Produktion von Erklärvideos vorgestellt, die Jugendlichen und Studierenden komplexe politische Zusammenhänge praxisnah vermitteln. Zudem analysiert das Kapitel, wie politische Kompetenzen im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und des Globalen Lernens gefördert werden können. Ein zentrales Ergebnis ist die Erkenntnis, dass technische Lösungen allein nicht ausreichen, sondern ein grundlegender Wandel in der Ressourcennutzung und im Bewusstsein erforderlich ist. Abschließend werden globale Herausforderungen wie die Plastikmüllkrise in Entwicklungsländern oder die Grenzen der Kreislaufwirtschaft thematisiert, um die Komplexität des Themas zu verdeutlichen und Handlungsoptionen für verschiedene Akteure aufzuzeigen.KI-Generiert
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ZusammenfassungDer Sammelband umfasst die Ergebnisse des Jean Monnet Projekts unter dem Titel: „Die Nachhaltigkeitspolitik der EU und ihr didaktisches Potential für die Vermittlung der EU an Schulen“, das in den Jahren 2020 bis 2023 am Lehrstuhl für Politische Bildung und Didaktik der Sozialwissenschaften der Universität Augsburg durchgeführt wurde. -
Fachwissenschaftliche Beiträge zur Kreislaufwirtschaft und zum European Green Deal
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Frontmatter
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Das Narrativ der Kreislaufwirtschaft – Anspruch und Wirklichkeit
Helmut MaurerDas Kapitel untersucht die Diskrepanz zwischen dem politischen Narrativ der Kreislaufwirtschaft und den physikalischen Realitäten der Thermodynamik. Zunächst wird die historische Entwicklung des Begriffs in der europäischen Umweltpolitik nachgezeichnet, von der Abfallpolitik bis hin zum European Green Deal. Dabei wird deutlich, dass der Kreislaufwirtschaftsbegriff oft als Metapher für unbegrenztes Wachstum innerhalb planetarer Grenzen missverstanden wird, ohne die grundlegenden Gesetze der Natur zu berücksichtigen. Der Text analysiert, warum Recycling – als zentrales Element der Kreislaufwirtschaft – keine echten Kreisläufe schafft, sondern bestenfalls eine Kaskadennutzung von Materialien ermöglicht, die letztlich in Abfall endet. Besonders kritisch wird die Annahme hinterfragt, dass Wirtschaftswachstum und Ressourcenschonung entkoppelt werden können, da jeder Produktionsprozess zwangsläufig Entropie erzeugt und Emissionen verursacht. Ein zentraler Fokus liegt auf der Rolle der Kunststoffe, deren Recyclingprozesse oft energieintensiv sind und selbst erhebliche CO₂-Emissionen verursachen. Der Autor plädiert stattdessen für eine radikale Reduktion des Materialdurchsatzes und die Abkehr von einer reinen Durchsatzökonomie hin zu einer Gebrauchsökonomie, in der Produkte länger genutzt und repariert werden. Abschließend wird diskutiert, welche politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen tatsächlich notwendig wären, um eine nachhaltige Wirtschaft zu ermöglichen – und warum die aktuelle Kreislaufwirtschaftsstrategie der EU hier an grundlegenden Grenzen scheitert.KI-Generiert
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ZusammenfassungDas Thema „Kreislaufwirtschaft“ ist in der Europäischen Umweltpolitik zum allgegenwärtigen Mantra geworden. Die Vorstellungen darüber, was der Terminus genau bezeichnen soll, sind nicht einheitlich. Im Bereich der Taxonomy gibt es lediglich eine rein zweckorientierte nicht weiter relevante Beschreibung. In der Literatur hat sich der Begriff vor allem durch die Aktivitäten der Ellen Mc Arthur Foundation seit 2012 klar etabliert. Nach deren Verständnis ist Kreislaufwirtschaft als restauratives und regeneratives industrielles System, welches das Abfallkonzept ersetzt, fossile Energie durch erneuerbare Energie ersetzt, auf gefährliche Chemikalien verzichtet, deren Gebrauch die Wiederverwendung von Materialien gefährdet und welches durch überlegenes Design von Material, Produkt und Systemen, Abfall eliminiert. Fraglich bleibt, ob ein so breit definiertes Konzept, das ist, was die Europäische Kommission mit ihrem Green Deal tatsächlich umsetzen wollte. -
Die Klimaschutzpolitik der Europäischen Union
Marc RingelDas Kapitel bietet einen detaillierten Überblick über die Klimapolitik der Europäischen Union, beginnend mit den historischen Wurzeln in den 1990er-Jahren und der Entwicklung des European Green Deal sowie des Europäischen Klimagesetzes. Es werden die zentralen Ziele der EU-Klimapolitik analysiert, insbesondere die Reduktion der Treibhausgasemissionen um mindestens 55 % bis 2030 und die angestrebte Klimaneutralität bis 2050. Der Text beleuchtet die wichtigsten politischen Instrumente, darunter das Emissionshandelssystem (ETS), die Lastenverteilungsverordnung für Nicht-ETS-Sektoren sowie die Governance-Verordnung, die die Koordinierung zwischen EU und Mitgliedstaaten regelt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verzahnung von Klimaschutz und Energiepolitik, etwa durch die Förderung erneuerbarer Energien und Energieeffizienzmaßnahmen. Zudem wird die Bedeutung der Klimafinanzierung und der nationalen Energie- und Klimapläne (NECPs) für die Umsetzung der EU-Ziele dargestellt. Abschließend wird betont, dass die EU-Klimapolitik nicht nur Umweltziele verfolgt, sondern auch wirtschaftliche Chancen durch grünes Wachstum nutzt. Leser erfahren, wie die EU ihre Klimaziele rechtlich und politisch umsetzt und welche Herausforderungen dabei bestehen.KI-Generiert
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ZusammenfassungDie Strategie des „European Green Deal“ und das „Europäische Klimagesetz haben das Ziel, die Treibhausgasemissionen der EU bis 2050 vollständig zu reduzieren. Dieses ambitionierte Ziel stelle jedoch keine grundlegende Neuausrichtung der EU-Klimapolitik dar. Vielmehr kann das Ziel der Klimaneutralität eher als konsequente Fortsetzung einer langen Reihe von Strategien und Politiken im Bereich des Klimaschutzes betrachtet werden. So betreibt die Europäische Union bereits seit den frühen 1990er-Jahren eine aktive Klimapolitik (Skjærseth 2016). Klimapolitik wurde als eigenes Politikfeld der EU zum ersten Mal 1999 im Rahmen des Europäischen Klimaschutzprogramms (European Commission 2000, 2005) als Bündel einzelner Maßnahmen verfolgt. Das ECCP zielte darauf ab, die Kioto-Verpflichtungen der Europäischen Union umzusetzen. Bereits zu diesem Zeitpunkt war die Klimapolitik als Querschnittspolitik (Ringel 2021) stark mit der europäischen Energiepolitik verknüpft. Diese Verbindung erklärt sich daraus, dass rund 75 % der europäischen Treibhausgasemissionen (einschließlich Verkehr) energiebezogen sind (EEA 2019). Diese Politikverflechtung führte zu eher zersplitterten und wenig koordinierten Politiken und Maßnahmen, die oft den Realitäten und Bedürfnissen der EU-Energiepolitik untergeordnet waren. Entsprechend erfolgte die EU-rechtliche Begründung der Klimapolitik und den hiermit verbundenen Maßnahmen der Energiepolitik – insbesondere im Bereich erneuerbarer Energien und Energieeffizienz – zunächst innerhalb der Umwelt- und Binnenmarktregulierung. Erst mit dem Vertrag von Lissabon wurden Klima- und Energiepolitik zu europäischen Kompetenzen, die in den Artikeln 191 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) (Klimapolitik) bis 194 AEUV (Energiepolitik) geregelt sind. -
Mikroplastik im Spiel – Ein Überblick
Achim HaidDer Fachbeitrag beleuchtet die verschiedenen Quellen von Mikroplastik im Sport, insbesondere durch Kunststoffrasenplätze und Reitböden. Zunächst wird erklärt, wie Mikroplastik entsteht und welche Mengen in Deutschland freigesetzt werden, wobei ein Ranking der wichtigsten Quellen vorgestellt wird. Anschließend werden die technischen und baulichen Merkmale von Kunststoffrasenplätzen analysiert, insbesondere die Rolle von Füllstoffen wie Kunststoffgranulat, Kork oder Olivenkernen. Der Text geht detailliert auf die Problematik ein, wie Mikroplastik durch Sportbetrieb, Platzpflege und Entwässerung in die Umwelt gelangt, und zeigt konkrete Maßnahmen zur Reduzierung des Austrags auf. Dazu gehören organisatorische Schritte wie Reinigungsroutinen, bauliche Lösungen wie Filtersysteme und die Verwendung von unverfüllten oder organischen Systemen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Recycling von ausgedienten Kunststoffrasenplätzen, das bisher oft nur in Form der energetischen Verwertung erfolgt. Der Beitrag stellt innovative Recyclingverfahren und recyclingfähige Designs vor, die eine Kreislaufwirtschaft ermöglichen. Abschließend werden die Vor- und Nachteile von Kunststoffrasenplätzen im Vergleich zu Naturrasen diskutiert und Empfehlungen für einen umweltgerechten Umgang mit Sportanlagen gegeben. Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit, bereits bei der Planung von Sportanlagen an das Ende der Nutzungsdauer zu denken und auf nachhaltige Materialien zu setzen.KI-Generiert
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ZusammenfassungKunststoffe begleiten uns auf Schritt und Tritt. Sie sind in der Regel leicht, beliebig formbar, sehr beständig und erfüllen wichtige Aufgaben, wie zum Beispiel in der Hygiene oder beim Schutz von Lebensmitteln. Durch die massenhafte Verwendung entstehen aber auch enorme Abfallmengen. Werden diese nicht sachgemäß behandelt und entsorgt, können sie in die Umwelt gelangen und sich dort anreichern. Mikroplastik sind Plastikteilchen, die kleiner sind als 5 Millimeter. Mikroplastik stammt zum Beispiel vom Abrieb von Schuhsohlen oder aus Textilien. Allerdings tragen auch Kunststoffrasensportplätze, die mit Kunststoffgranulat als Einfüllmaterial verfüllt sind, und Reitanlagen mit kunststoffhaltigen Tretschichten dazu bei, Mikroplastik in die Umwelt zu bringen. -
Erdmassenausgleich
Harald NotterDieser Fachbeitrag erklärt das Prinzip des Erdmassenausgleichs im Hochbau und zeigt, warum es trotz einfacher Umsetzung und rechtlicher Verankerung in der Praxis kaum angewendet wird. Zunächst wird das Konzept anhand eines physikalischen Analogons – dem Wassermassenausgleich – verständlich gemacht und auf den Hochbau übertragen. Der Text analysiert die übliche Vorgehensweise beim Bau von Kellergeschossen, bei der Erdaushub als Abfall entsorgt wird, und stellt dieser die effiziente Methode des Erdmassenausgleichs gegenüber. Dabei wird erklärt, wie durch eine angepasste Planung das gesamte Baugebiet um die Höhe des erwarteten Erdaushubs angehoben wird, sodass der Aushub direkt vor Ort wiederverwendet werden kann. Der Beitrag beleuchtet die zahlreichen Vorteile dieses Ansatzes: Er spart Bauherren hohe Entsorgungskosten, reduziert den Bedarf an Deponien und schont Ressourcen, ohne zusätzliche Flächen zu verbrauchen. Besonders hervorgehoben werden die ökologischen und rechtlichen Aspekte – etwa der verbesserte Bodenschutz und die Einhaltung der Abfallhierarchie nach Kreislaufwirtschaftsgesetz. Zudem wird auf mögliche Nachteile eingegangen, die jedoch als geringfügig und lösbar dargestellt werden. Abschließend wird betont, dass der Erdmassenausgleich nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch rechtlich gefordert ist und in vielen Bundesländern bereits aktiv gefördert wird. Der Text kombiniert dabei technische Erklärungen mit juristischen Grundlagen und praktischen Beispielen, um Fachleuten eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Planung von Neubaugebieten zu bieten.KI-Generiert
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ZusammenfassungIn diesem Beitrag geht es um Neubaugebiete oder größere Bauvorhaben, welche mit einem oder mehreren Kellergeschossen geplant werden. Und es geht um die seltene Spezies der „eierlegenden Wollmilchsau“. Der Erdmassenausgleich, von manchen auch als Niveauausgleich bezeichnet, kommt dieser Spezies jedenfalls sehr nahe. Leider werden dessen Vorzüge von weiten Teilen der Bauwirtschaft und kommunalen Bauplanung seit Jahrzehnten ignoriert. Bauherren könnten erheblich preiswerter bauen, kommunale Planungen für Erdaushubdeponien könnten entfallen, die – heute fragile – Rechtssicherheit von Bebauungssatzungen würde verbessert – und das alles würde unter der ökologischen Flagge des Bodenschutzes und der Abfallvermeidung laufen. Warum ist das nicht längst Standard? -
Nachhaltige und glaubwürdige Transformation geht nur ganzheitlich
Timothy GlazDas Kapitel beleuchtet die Dringlichkeit einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie angesichts der Überschreitung planetarer Grenzen und zeigt auf, wie das Unternehmen Werner & Mertz durch den Cradle-to-Cradle-Ansatz echte Kreislaufwirtschaft umsetzt. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Recyclat-Initiative, die seit 2012 den Einsatz von Post-Consumer-Recyclat in Verpackungen vorantreibt – mit Meilensteinen wie 100 % recycelten PET-Flaschen seit 2025. Dabei wird deutlich, warum mechanisches Recycling nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich machbar ist, wenn politische Rahmenbedingungen wie eine Plastiksteuer oder Förderung von Recyclaten geschaffen werden. Ein weiterer Fokus liegt auf der Kritik an Greenwashing-Praktiken: Bioplastik, Abfüllstationen und klimaneutrale Kompensationen werden als Scheinlösungen entlarvt, die das Vertrauen in nachhaltige Produkte untergraben. Stattdessen plädiert der Text für transparente, glaubwürdige Nachhaltigkeitsstrategien, die Verbrauchervertrauen stärken und langfristig ökonomisch tragfähig sind. Abschließend wird betont, dass echte Transformation nur gelingt, wenn Politik, Wirtschaft und Verbraucher gemeinsam handeln – ohne Verzicht, aber mit klaren Regeln und konsequenter Umsetzung.KI-Generiert
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ZusammenfassungDer Klimawandel ist menschgemacht – darin ist sich die große Mehrheit der Wissenschaftler*innen einig. Der „Earth Overshoot Day“, zu Deutsch Erdüberlastungstag, macht jedes Jahr aufs Neue eindrücklich klar, wie verschwenderisch wir mit unseren ökologischen Ressourcen umgehen. 2025 haben wir weltweit bereits am 24. Juli mehr Wälder abgeholzt, Erdöl gefördert und CO2 ausgestoßen, als uns zur Verfügung steht – wir Deutschen sogar schon am 3. Mai. Welche Auswirkungen die Zerstörung der Umwelt durch uns Menschen hat, zeigt das Modell der planetaren Grenzen, das die Belastungsfähigkeit unserer Erde beschreibt, eindrücklich. Entwickelt wurde es 2009 von einem Team internationaler Wissenschaftler*innen unter der Leitung von Johan Rockström (Stockholm Resilience Centre). Es erfasst neun Umweltsysteme, die den stabilen Zustand des Planeten bestimmen (siehe Abb. 1): Sieben der neun Grenzwerte gelten heute bereits als überschritten. Fakt ist: Die Natur kommt auch ohne den Menschen aus und wird sich von uns erholen. Der Mensch aber nicht ohne die Natur.
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Fachdidaktische und pädagogische Ansätze sowie Perspektiven schulischen Handelns
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Der European Green Deal: Ein theaterpädagogischer Workshop
Johannes Wessel-BotheDer Fachbeitrag stellt ein einzigartiges Workshop-Konzept vor, das den European Green Deal – das zentrale Klimaschutzprogramm der EU – durch theaterpädagogische und spielerische Methoden vermittelt. Im Mittelpunkt steht ein interaktives Rollen- und Brettspiel, das Jugendlichen die Funktionsweise europäischer Politik am Beispiel des Green Deal näherbringt. Der Workshop kombiniert dabei drei zentrale Elemente: ein Rollenspiel zum EU-Gesetzgebungsprozess, ein strategisches Brettspiel zur Abwägung von Interessen und eine vertiefende Diskussionsrunde zu gesellschaftlichen Herausforderungen. Besonders innovativ ist die Verknüpfung von Klimapolitik mit politischer Bildung, die nicht nur Wissen über EU-Institutionen vermittelt, sondern auch die eigene Rolle als Bürger:in in der Demokratie erlebbar macht. Der Beitrag erläutert detailliert den Aufbau des Workshops, seine Ziele sowie die methodischen Besonderheiten, die ihn von herkömmlichen Lehrformaten abheben. Zudem werden die Ergebnisse einer mehrjährigen Praxisphase mit über 800 Teilnehmenden präsentiert, die zeigen, wie effektiv der Ansatz ist, um Jugendliche für europäische Themen zu begeistern. Abschließend wird die Relevanz des Formats für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit diskutiert und Einblicke in die Kooperation zwischen dem Europe Direct Augsburg und dem Theaterpädagogischen Zentrum des Jungen Theaters Augsburg gegeben. Leser:innen erfahren nicht nur, wie der Workshop funktioniert, sondern erhalten auch konkrete Anregungen, wie sie ähnliche Formate in ihrer eigenen Praxis umsetzen können.KI-Generiert
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ZusammenfassungDer European Green Deal stellt eines der ambitioniertesten politischen Projekte der Europäischen Union dar und verfolgt das Ziel, Europa bis 2050 klimaneutral zu machen. Trotz seiner Relevanz für die Zukunft Europas ist das Wissen über die EU-Institutionen und deren Klimapolitik in der Bevölkerung, insbesondere bei Jugendlichen, gering. Der Beitrag stellt einen theaterpädagogischen Workshop vor, der in Kooperation zwischen Europe Direct Augsburg und dem Theaterpädagogischen Zentrum des Jungen Theaters Augsburg entwickelt wurde. Ziel des Workshops ist es, europapolitische Kompetenzen zu fördern und die Funktionsweise politischer Entscheidungsprozesse am Beispiel des European Green Deal erlebbar zu machen. -
BNE in der schulischen Bildung – eine komplexe Aufgabe
Gabriele Schrüfer, Kati BarthmannPlastikmüll in den Ozeanen ist nur ein Beispiel für eine globale Herausforderung, die komplexe Lösungsansätze erfordert. Das Kapitel erklärt, warum Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als zentraler Baustein im Schulalltag etabliert werden muss, um Lernende zu befähigen, globale Probleme zu verstehen und aktiv zu gestalten. Zunächst werden die globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts analysiert – vom Anthropozän bis zur vernetzten Weltwirtschaft – und ihre doppelte Komplexität (faktisch und ethisch) verdeutlicht. Anschließend wird aufgezeigt, wie BNE und Globales Lernen (GL) als bildungspolitische Ansätze dazu beitragen, Lernende zu kritisch denkenden, werteorientierten und handlungsfähigen Akteuren zu formen. Der Fokus liegt auf den drei Schlüsselkompetenzen: Systemkompetenz (Erkennen), Bewertungskompetenz (Bewerten) und Gestaltungskompetenz (Handeln). Praktische Methoden wie Conceptmapping, projektorientiertes Lernen oder die interaktive Lernumgebung „Reflectories“ werden vorgestellt, um diese Kompetenzen im Unterricht zu fördern. Besonders relevant ist der Whole School Approach, der Nachhaltigkeit nicht nur als Unterrichtsthema, sondern als ganzheitliches Konzept für die gesamte Schule versteht – von der Schulleitung bis zum Pausenverkauf. Abschließend wird betont, dass BNE als Querschnittsthema langfristig in der Schulentwicklung verankert werden muss, um nachhaltige Veränderungen zu bewirken.KI-Generiert
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ZusammenfassungGlobale Herausforderungen konfrontieren Lernende mit einer doppelten Komplexität, die sowohl die faktische Komplexität mit ihrer Intransparenz als auch die ethische Komplexität mit ihrer Unsicherheit umfasst. Der Beitrag diskutiert, welche Rolle Systemkompetenz, Bewertungskompetenz und Gestaltungskompetenz für einen konstruktiven Umgang mit dieser doppelten Komplexität spielen und wie diese Kompetenzen im Rahmen von Bildung für nachhaltige Entwicklung/Globalen Lernen gezielt gefördert werden können. -
Theorie und Empirie europapolitischen Lernens im Politikunterricht
Georg WeißenoDas Kapitel beleuchtet die Herausforderungen europapolitischen Lernens im Politikunterricht und analysiert, warum traditionelle bildungstheoretische Ansätze wie die isolierte Behandlung der EU oder der Einsatz von Schulbüchern mit geringer Fachsprachendichte nur begrenzt wirksam sind. Es wird aufgezeigt, dass nationale Perspektiven dominieren und europäische Institutionen selten als Querschnittsthema in andere Inhalte integriert werden. Der Beitrag stellt das empirisch geprüfte Modell der Politikkompetenz vor, das vier zentrale Dimensionen – Fachwissen, politische Urteilsfähigkeit, politische Handlungsfähigkeit sowie Einstellungen und Motivation – umfasst und eine strukturierte Grundlage für den Unterricht bietet. Anhand von Studien wie der TEESAEC-Studie oder der Untersuchung von Landwehr wird belegt, dass kompetenzorientierter Unterricht mit klar definierten Fachkonzepten und einer präzisen Fachsprache zu signifikant höherem Wissenserwerb führt, insbesondere bei Schüler:innen mit Migrationshintergrund. Die Ergebnisse zeigen, dass kooperative Lernmethoden und die Vernetzung von Fachbegriffen im Unterricht besonders wirksam sind. Abschließend wird diskutiert, wie Lehrkräfte ihre Planung von der traditionellen Themenorientierung hin zu einer Kompetenzorientierung umstellen können und welche empirischen Befunde dabei zu berücksichtigen sind. Der Text bietet damit nicht nur eine kritische Bestandsaufnahme, sondern auch konkrete Impulse für eine praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Verbesserung des europapolitischen Unterrichts.KI-Generiert
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ZusammenfassungDie Europäische Union ist ein landläufiges Thema des Sozialkunde- bzw. Politikunterrichts. Meist bleibt es bei der einmaligen unterrichtlichen Behandlung. Kaum daran gedacht wird, die Kompetenzen der EU in die Betrachtung von Themen zu integrieren, die bislang aus nationaler Brille behandelt werden. Dies gilt für die meisten Fragen des politischen Systems der Bundesrepublik. Ein weiteres Problem ist das Narrativ der europäischen Dimension. Sie soll den Gegenstand Europa in mehrere Schulfächer einfügen und man erhofft sich dadurch das Entstehen einer europäischen Identität. Dieser Ansatz ist ein allgemeinpädagogischer, der aber kaum erfolgversprechend ist. Dabei besteht die Gefahr der fachlichen Entkernung. Von der Politikdidaktik wird zur Behebung der genannten Einschränkungen meistens vorgeschlagen, die europäischen Institutionen als zentral zu behandeln. Trotzdem bleibt übersehen, dass die Europäische Union eine Teilmenge vieler ‚nationaler‘ Gegenstände ist (Weißeno 2004). -
Die Nachhaltigkeitspolitik der EU zur Plastikmüllkrise – Ein Planspiel zu Handlungsoptionen auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft
Ulrich KerscherDas Kapitel beleuchtet die zentrale Herausforderung der Plastikmüllkrise in der EU und analysiert die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die eine Transformation hin zu einer Kreislaufwirtschaft behindern oder fördern. Im Fokus stehen die niedrigen Recyclingquoten von nur etwa 30 Prozent, die exorbitante Plastikproduktion von jährlich 25 Millionen Tonnen und die ökologischen Folgen wie die Verschmutzung der Meere durch Mikroplastik. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der EU-Plastikstrategie und dem European Green Deal, die konkrete Maßnahmen wie die Erhöhung der Recyclingfähigkeit von Plastikprodukten, die Einführung einer „Plastiksteuer“ und die Regulierung des Müllexports vorsehen. Besonders detailliert wird das Planspiel als didaktisches Instrument vorgestellt, das Akteure aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in einem simulierten Stakeholder-Meeting in Brüssel zusammenführt. Ziel ist es, durch Rollenspiele und Verhandlungen ein Bewusstsein für die Komplexität der Kreislaufwirtschaft zu schaffen und Lösungsansätze für die Plastikmüllproblematik zu entwickeln. Dabei werden die unterschiedlichen Interessen der Plastikindustrie, der Recyclingbranche, der NGOs und der südostasiatischen Staaten gegenübergestellt und mögliche Kompromisse diskutiert. Das Kapitel schließt mit einer Auswertung des Planspiels und zeigt auf, wie politische Bildung und europabezogenes Lernen durch handlungsorientierte Methoden effektiv vermittelt werden können. Leser erfahren nicht nur die aktuellen Zahlen und Fakten zur Plastikmüllkrise, sondern erhalten auch konkrete Impulse, wie politische und wirtschaftliche Akteure gemeinsam nachhaltige Lösungen gestalten können.KI-Generiert
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ZusammenfassungEine Analyse des Transformationsprozesses des Wirtschaftssystems der EU hin zu einer Kreislaufwirtschaft sowie der europäischen Nachhaltigkeitspolitik zeigt, dass niedrige Recyclingquoten, die exorbitante Produktion von Plastikmüll sowie die daraus resultierende Verschmutzung der Meere und Ozeane fundamentale Umweltproblematiken des 21. Jahrhunderts manifestieren. Vor diesem Hintergrund bietet der Beitrag zunächst eine fachwissenschaftliche Einführung in unterschiedliche Aspekte der Plastikmüllkrise sowie mögliche Lösungsansätze. Anschließend wird ein Planspiel für die Sekundarstufe II und die tertiäre Bildung aus politikdidaktischer Perpektive eingeführt und die Spielmaterialien (Szenario, Rollenkarten, Basisinformationen zu den Rollen) zur Verfügung gestellt. Die Simulation verhandelt ein Stake-Holder-Meeting relevanter internationaler Akteure zur Lösung der Plastikmüllkrise sowie zur Implementierung einer Kreislaufwirtschaft in der EU. Die Rollen des Planspiels umfassen Akteure des Mehrebensystems der EU, Vertretungen der europäischen Recycling- und Plastikindustrie, internationale Bündnisparter im Kontext des Plastikmüllexports sowie NGOs aus dem Bereich des Umweltschutzes sowie der nachhaltigen Entwicklung. Auf diese Weise führt das Planspiel europabezogene Bildung und Bildung für Nachhaltige Entwicklung zusammen. Das Planspiel eignet sich daher auch für den Einsatz in der außerschulischen politischen Bildung. -
Simulation zur Kreislaufwirtschaft am Beispiel der Plastikmüllkrise an der Deutschen Schule in Barranquilla (Kolumbien)
Andreas BrunoldDas Kapitel dokumentiert ein innovatives Unterrichtsprojekt, in dem Schüler einer 10. Klasse an der Deutschen Schule in Barranquilla (Kolumbien) eine Simulation zur Kreislaufwirtschaft am Beispiel der Plastikmüllkrise durchführten. Über drei Tage hinweg analysierten die Lernenden unter Anleitung die globalen Herausforderungen der Plastikverschmutzung und erprobten in einem Planspiel die Interessen und Strategien verschiedener Akteure – von der EU-Kommission über Umweltverbände bis hin zu Recyclingindustrie und südostasiatischen Ländern. Der Fokus liegt auf der didaktischen Methode des 'Reißverschlusses', bei der Schüler zunächst intern in Gruppen Strategien entwickeln und diese anschließend in Verhandlungsrunden mit anderen Gruppen abstimmen. Die Ergebnisse zeigen, wie sich trotz divergenter Interessenlagen gemeinsame Lösungsansätze herauskristallisieren, etwa durch die Reduktion von Einwegplastik, die Einführung von Recyclingsystemen oder die Einführung von Plastiksteuern. Besonders interessant ist die Analyse der sprachlichen und inhaltlichen Hürden, die bei der Umsetzung des Projekts unter Deutsch als Zweitsprache auftraten, sowie die Entwicklung eines handschriftlichen Vertrags als Abschluss der Simulation. Das Kapitel verbindet damit praxisnahe Unterrichtserfahrungen mit politischen und didaktischen Fragestellungen und bietet wertvolle Einblicke für Lehrkräfte und Bildungsverantwortliche, die Nachhaltigkeitsthemen im Unterricht vermitteln möchten.KI-Generiert
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ZusammenfassungDer Beitrag gibt den Verlauf und die Ergebnisse eines dreitägigen Unterrichtsprojekts an der Deutschen Schule in Barranquilla (Colegio Aleman de Barranquilla) in Kolumbien vom 29.11. bis 01.12.2022 wieder. In einer dortigen 10. Klasse wurde unter den erschwerten sprachlichen Bedingungen von Deutsch als Zweitsprache eine Simulation zur Kreislaufwirtschaft am Beispiel des Themenbereichs „Plastik, Plastikmüll und Meeresverschmutzung“ im Unterricht erfolgreich erprobt. In diesem Zusammenhang wurde das in diesem Band vorgestellte Planspiel von Ulrich Kerscher zur Plastikmüllkrise als „Praxistest“ an dieser deutschen Auslandsschule in Lateinamerika umgesetzt. Mit dem Forschungsaufenthalt verbunden war eine Lehrkräftefortbildung für die dortigen Ortslehrkräfte zu dem Thema „Desarrollo Sostenible en Perspectivas Globales“ am 01.12.2022. -
Die EU nachhaltig digital vermitteln: Didaktische Potentiale der Erklärvideoproduktion zum Themenfeld Plastikmüll und Kreislaufwirtschaft für das europabezogene Lernen und einer Bildung für nachhaltige Entwicklung
Ulrich KerscherDas Kapitel widmet sich der Frage, wie die Erstellung von Erklärvideos im Rahmen politischer Bildungsarbeit die europäische Nachhaltigkeitspolitik und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) fördern kann. Im Mittelpunkt steht ein empirisch untersuchtes Projektseminar, in dem Studierende Erklärvideos zum Themenkomplex Plastikmüll und Kreislaufwirtschaft produzierten. Der Text analysiert zunächst den erweiterten Produktionsprozess in sechs Phasen – von der Einführung und Themenfindung über die Förderung digitaler Kompetenzen bis hin zur Prozessreflexion – und zeigt auf, wie dieser handlungsorientierte Lernprozesse anregt. Ein besonderer Fokus liegt auf der Vermittlung von Fachwissen, der Entwicklung politischer Urteilsfähigkeit sowie der Stärkung von Medienkompetenz. Die empirische Studie vergleicht die Lernerfolge der Videoproduzent:innen mit einer Kontrollgruppe, die sich mit klassischen Textmaterialien beschäftigte. Die Ergebnisse belegen signifikante Kompetenzzuwächse in der Treatmentgruppe, insbesondere in den Bereichen europäische Identität, Problembewusstsein für Umweltfragen und politische Partizipationsbereitschaft. Besonders interessant sind die Befunde zur Steigerung des Institutionenvertrauens und der Selbstwirksamkeit der Lernenden. Abschließend werden die didaktischen Implikationen für die politische Bildung diskutiert und konkrete Empfehlungen für die Praxis abgeleitet. Wer erfahren möchte, wie kreative Medienarbeit politische Bildungsprozesse nachhaltig verbessern kann und welche empirischen Belege es für den Erfolg dieser Methode gibt, findet in diesem Kapitel wertvolle Erkenntnisse und anwendungsorientierte Anregungen.KI-Generiert
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ZusammenfassungAls Reaktion auf die Covid-19-Pandemie – und dem einhergehenden Digitalisierungsschub von Lehr- und Lernprozessen – vollzog sich in der politischen Bildung eine methodische Erweiterung um die Produktion von Erklärvideos als Methode für gelingende kompetenzorientierte politische Bildungsprozesse. Vor diesem Hintergrund führt der Beitrag zunächst in ein erweitertes Phasenmodell zur Produktion von Erklärvideos ein und begründet dieses aus politikdidaktischer Perspektive. Gleichzeitig werden mögliche exemplarische Themen zur Plastikmüllkrise und zur Nachhaltigkeitspolitik der EU für die Videoproduktion vorgestellt, um an diesen europabezogene Bildungsprozesse und eine Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zusammenzuführen. Anschließend werden die Ergebnisse einer Interventionsstudie zur Wirksamkeit der Erklärvideoproduktion für die politische Bildung allgemein sowie für die europabezogene Bildung und BNE im Speziellen vorgestellt. Die Ergebnisse verweisen auf facettenreiche Potentiale der Erklärvideoproduktion. So zeigt sich biespielsweise für die Anbahnung eines Vertrauens in die Institutionen der EU ein hochsignifkantes Ergebnis bei mittlerer Effektstärke.
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Kommunale, regionale und globale Fallbeispiele
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Das Forum Plastikfrei als Beispiel für eine lokale Organisation in Sachen Plastikvermeidung
Sylvia SchaabDas Kapitel beleuchtet die Entstehung und Entwicklung des Forum Plastikfrei Augsburg als lokale Initiative zur Plastikvermeidung und Ressourcenschonung. Zunächst wird die historische Entwicklung der Gruppe beschrieben, die 2015 aus einem Stammtisch hervorging und sich später der Lokalen Agenda 21 anschloss. Im Fokus stehen die organisatorische Struktur, die Finanzierung durch Fördermittel und Sponsoren sowie die strategische Ausrichtung der Initiative. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf den durchgeführten Projekten, darunter die Aktion „Bring your own Cup“ zur Vermeidung von Coffee-to-go-Müll, das Zertifikat „Plastikfreie Schule/Kita“ zur Sensibilisierung von Bildungseinrichtungen sowie die Initiativen „Refill“ und „Bring’s mit“ zur Förderung von Mehrwegverpackungen. Zudem wird die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren wie der Stadtverwaltung, Schulen und Unternehmen dargestellt. Abschließend werden die Wirkung und Auszeichnungen der Initiative sowie ihr Ausblick auf zukünftige Ziele wie die „Low Waste City“ Augsburg erläutert. Leser erfahren, wie eine lokale Bewegung durch gezielte Aufklärung, Vernetzung und konkrete Maßnahmen eine nachhaltige Veränderung in der Region bewirken kann.KI-Generiert
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ZusammenfassungDie Probleme von Plastikmüll in der Natur und die Auswirkungen für den Menschen sind hinlänglich bekannt. Es gibt viele Möglichkeiten, Plastik zu vermeiden und Menschen zu ressourcenschonendem Verhalten zu bewegen. In Augsburg und der Region hat sich das Forum Plastikfrei auf den Weg gemacht, die Menschen über Alternativen zu Plastik und den Umgang mit Plastikmüll aufzuklären. Mit welchen Mitteln die ehrenamtlich arbeitende Initiative das macht, ist Gegenstand des folgenden Beitrags. -
Ein neues Instrument zur Abfallvermeidung: Die kommunale Verpackungssteuer der Universitätsstadt Tübingen
Bernd SchottDas Kapitel schildert die Entstehung und Umsetzung der Tübinger Verpackungssteuer als Pilotprojekt zur Reduzierung von Einwegmüll in der Gastronomie. Im Fokus stehen die Initiierung durch das „Aktionsbündnis Müllarmes Tübingen“, die rechtlichen Hürden und Gutachten sowie der politische Entscheidungsprozess, der trotz kontroverser Diskussionen zur Verabschiedung der Satzung führte. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf den praktischen Erfahrungen mit freiwilligen Maßnahmen wie Mehrwegbechern und Pfandsystemen, die zunächst nur begrenzte Wirkung zeigten. Die Einführung der Steuer 2022 markierte einen Wendepunkt: Durch gezielte Push- und Pull-Maßnahmen, inklusive Förderprogrammen für Mehrwegsysteme, konnte der Einwegmüll deutlich reduziert werden. Das Kapitel analysiert zudem die rechtliche Auseinandersetzung bis hin zur Bestätigung der Steuer durch das Bundesverwaltungsgericht und das Bundesverfassungsgericht. Abschließend werden die messbaren Erfolge wie rückläufige Müllmengen und positive Resonanz in der Bevölkerung dargestellt, aber auch die anhaltenden Herausforderungen, insbesondere bei der Einbindung von Touristen und der Bekämpfung illegaler Müllentsorgung. Leser:innen erfahren, wie eine Kommune durch kombinierte Maßnahmen aus Regulierung, Anreizen und Kommunikation nachhaltige Veränderungen im Konsumverhalten bewirken kann – ein Modell, das mittlerweile von anderen Städten übernommen wird.KI-Generiert
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ZusammenfassungInitiiert vom Umweltmanagements der Eberhard-Karls-Universität Tübingen hat sich 2015 das „Aktionsbündnis Müllarmes Tübingen“ gegründet. Ziel war und ist, Ressourcen einzusparen und die Abfallberge zu schrumpfen. Anlass war insbesondere die Omnipräsenz von unzähligen Einweg-to-go-Bechern im Umfeld der Universität und in der Tübinger Altstadt. Das Aktionsbündnis ist ein Zusammenschluss von Universität, Handel- und Gewerbeverein, Studierendeninitiative „tü-go“, Tübingen Erleben GmbH, Bürger- und Verkehrsverein, Wirtschaftsförderung und der Stadtverwaltung Anfangs ging es vor allem darum, einen leichten, dicht schließenden persönlichen Mehrwegbecher zu propagieren. Als erstes umfängliches Projekt des Bündnisses ging Anfang 2016 „tü-go – besser bechern“ an den Start. Die beteiligten Betriebe rabattieren dafür Heißgetränke bei mitgebrachten Mehrwegbechern und -tassen. Werbe- und Informationsmaterialien wurden kostenlos vom Aktionsbündnis bereitgestellt. Ab 2018 wurde ergänzend dann an der Einführung eines unternehmensübergreifenden Mehrweg-Pfandbechers gearbeitet. Wobei auch die Nachbarstädte mit ins Boot geholt wurden, um das Thema Pendlerinnen und Pendler mit dem ÖPNV abdecken zu können. Für die Einführung des Pfand-Bechers übernahm die Tübinger Stadtverwaltung die Systemkosten der ersten drei Monate. Doch allen Anstrengungen zum Trotz zeigte sich, dass die Vermüllung der Stadt mit to-go- und take-away-Verpackungen stetig zunahm und dass freiwillige Maßnahmen, Appelle und finanzielle Förderung nur eine recht begrenzte Wirkung zeigten. Deshalb wurde als weitere Maßnahme eine kommunale Steuer auf Einwegverpackungen eingeführt (ab 2022), um die Kosten der Einwegmüllsammlung und -entsorgung zu kompensieren und den Mehrwegeinsatz bei to-go und take-away zu befördern. Begleitet wurde die Steuereinführung von zahlreichen Kommunikations- und Informationsangeboten für die betroffenen Betriebe. Nach mehreren Gerichtsverfahren gegen die Steuer ist seit 2025 geklärt, dass eine derartige örtliche Verbrauchssteuer rechtlich zulässig ist. Im ersten Jahr wurde rund eine Million € an Steuern eingenommen (Tendenz sinkend). -
Regionale Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe im Raum Augsburg
Maic Verbücheln, Stephanie ManisDas Kapitel beleuchtet die Herausforderungen und Chancen einer regionalen Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe am Beispiel der Region Augsburg. Im Fokus stehen vier zentrale Themenbereiche: Erstens wird die Kunststoffproblematik auf globaler und regionaler Ebene analysiert, einschließlich der ökologischen und gesundheitlichen Folgen von Mikroplastik sowie der aktuellen Entsorgungspraktiken. Zweitens wird das Projekt reGIOcycle vorgestellt, das als Pilotvorhaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) konkrete Lösungsansätze für eine nachhaltige Kunststoffwirtschaft entwickelte. Drittens werden die identifizierten regionalen Rohstoffpotenziale nachwachsender Materialien (NaWaRo) und deren Substitutionsmöglichkeiten für fossile Kunststoffe diskutiert, etwa durch Stroh oder Rinde. Viertens werden praktische Umsetzungsbeispiele wie der Augsburger Becher – ein Mehrwegpfandsystem aus biobasiertem Material – oder die Optimierung der Bioabfalltrennung in Großwohnanlagen detailliert beschrieben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die als Schlüsselakteure für die Realisierung regionaler Kreisläufe identifiziert werden. Das Kapitel schließt mit einer kritischen Reflexion über Zielkonflikte und rechtliche Hürden sowie der Bedeutung von Bildung für nachhaltige Entwicklung als Querschnittsthema. Leserinnen und Leser erhalten so einen umfassenden Einblick in die Machbarkeit und Wirksamkeit regionaler Ansätze zur Reduzierung von Kunststoffabfällen und zur Förderung einer biobasierten Kreislaufwirtschaft.KI-Generiert
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ZusammenfassungKunststoffe haben die Welt erobert – sie sind ubiquitär! So hat sich die Produktion von Kunststoffen seit 1950 von 1,5 Mio. t (Tonnen) auf 390 Mio. t im Jahr 2021 erhöht (1). Für die Herstellung von Kunststoffen wird zu ungefähr 99 % auf fossile Rohstoffe als Basis zurückgegriffen (2). Ebenso werden bei der Produktion z. B. beim Steamcracken fossile Energieträger verbraucht. Biobasierte Kunststoffe fristen mit 1 % ein Nischendasein (3). Die Nutzungsphase von Kunststoffen ist zum Teil – etwa bei To-Go-Verpackungen – sehr kurz. Anfallende Kunststoffe werden i. d. R. der Entsorgung zugeführt, wobei diese zu mehr als 60 % energetisch verwertet werden (4) – hier kann also nicht von einer Kreislaufwirtschaft gesprochen werden. Kunststoffe gelangen durch Littering in die Natur, wobei die Langlebigkeit der Produkte problematisch ist, d. h. sie werden zum größten Teil nicht abgebaut. Aus Kunststoffen entsteht Mikroplastik, welches in Pflanzen, in Tieren (5) und in den Lungen von Menschen nachzuweisen ist (6). Die Auswirkungen sind aktuell nicht umfassend abzuschätzen. Hinweise für negative Effekte für die Gesundheit und in Organismen liegen vor (7). -
Die Plastikindustrie am Scheideweg: Echte Ressourcenwende und Klimaschutz oder Scheinlösungen aus der Sicht des Umweltverbands des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Janine KorduanDer Fachbeitrag beleuchtet die Plastikindustrie als zentralen Faktor für Ressourcenverschwendung und Klimakrise. Im Fokus stehen der immense Energie- und Rohstoffverbrauch der deutschen Chemieindustrie – insbesondere für Plastikprodukte wie Verpackungen, Textilien oder Baustoffe – sowie die damit verbundenen Umweltfolgen. Der Text zeigt auf, dass die Plastikproduktion nicht nur marine, sondern vor allem terrestrische Ökosysteme massiv belastet und sogar den menschlichen Körper erreicht. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Analyse der „Blackbox Chemieindustrie“: Erstmals werden Produktionsstandorte, Energiequellen und Chemikalienflüsse detailliert offengelegt, darunter die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen wie Erdöl und Erdgas. Der Beitrag diskutiert die Grenzen und Risiken gängiger Scheinlösungen wie „Bio“-Plastik, Papierverpackungen, chemischem Recycling oder CO₂-Deponierung (CCS) und belegt, warum diese die Krise nicht lösen, sondern verschärfen. Stattdessen plädiert der Autor für eine echte Plastikwende: den Ausbau gemeinwohl-orientierter Mehrwegsysteme, das Verbot gefährlicher Chemikalien in Plastik und eine drastische Reduktion der Plastikproduktion. Abschließend wird ein Ressourcenschutzgesetz gefordert, das verbindliche Reduktionsziele setzt und nachhaltige Geschäftsmodelle fördert. Der Text liefert damit nicht nur eine kritische Bestandsaufnahme, sondern auch konkrete Handlungsempfehlungen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.KI-Generiert
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ZusammenfassungPlastikprodukte sind inzwischen so allgegenwärtig, dass wir sie kaum noch als solche registrieren: der Pullover, der Teppichboden, der Wasserkocher, unsere Schuhe, der Bürostuhl, der Kunstrasen und die vielen Plastikverpackungen. Im Baubereich wird in Deutschland etwa genauso viel Kunststoff verarbeitet wie für den Verpackungsbereich, danach kommen die Sektoren Fahrzeuge, Elektronikprodukte, Haushaltswaren und Landwirtschaft. Der Bereich Kleber, Farben und Fasern ist ebenso ein relevanter, großer Bereich. -
ReSoCart-ED – Recycling-Lösung für nicht wiederverwendbare Tonerkartuschen in Schwellen- und Entwicklungsländern
Viktor Klein, André Rückert, Stefan RieggZusammenfassungDas Projekt ReSoCart-ED (Recycling- Solution for Non-Reusable Toner Cartridges in Emerging and Developing Countries) beschäftigt sich mit der Nachhaltigkeit beim Recycling von Tonerkartuschen aus Laserdruckern und Kopierernin in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen. Anhand des Beispiels von Ghana wird untersucht, wie diese Problemstellung gelöst werden kann (siehe Abb. 1). Das Projekt wird vom Trägerverein Umwelttechnologie-Cluster Bayern e. V. (UCB) und der ECOLOGICON GmbH (ECO) im Rahmen des Förderprogramms „Exportinitiative Umweltschutz“ umgesetzt und wurde durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) unter dem Förderkennzeichen 67EXI5040 gefördert.
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- Titel
- Die Nachhaltigkeitspolitik der Europäischen Union
- Herausgegeben von
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Andreas Brunold
Ulrich Kerscher
- Copyright-Jahr
- 2026
- Electronic ISBN
- 978-3-658-50063-4
- Print ISBN
- 978-3-658-50062-7
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-658-50063-4
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