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Über dieses Buch

Elvira Rosert geht der Frage nach, was normativen Fortschritt im internationalen System ermöglicht und was ihn verhindert. Während die konstruktivistische Normenforschung für den Erfolg von Normsetzungsprozessen zahlreiche Erklärungen bietet, analysiert die Autorin deren Misserfolg. Sie entwickelt eine Theorie der Nicht-Entstehung internationaler Normen und formuliert eine kontraintuitive These: Anders als bisher angenommen, profitieren Normen nicht nur voneinander, sondern blockieren sich gegenseitig. Wie solche Blockadeprozesse vonstatten gehen, erfasst die Autorin mit dem Modell der permissiven Effekte. Dessen Erklärungskraft demonstrieren detaillierte empirische Fallstudien zur internationalen Regulierung von Brandwaffen, Landminen und Streumunition.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Problemaufriss und Anlage der Studie: Streubomben im toten Winkel des humanitären Völkerrechts

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Der jüngste Meilenstein humanitärer Rüstungskontrolle wurde vor nunmehr fast zehn Jahren gesetzt: Am 3./4. Dezember 2008 unterzeichneten fast hundert Staaten die Konvention über Streumunition (Convention on Cluster Munitions, CCM). Damit endete der Anfang 2007 begonnene Oslo-Prozess und die Staatengemeinschaft bekannte sich zu der Absicht, auf den Einsatz von Streumunition, aber auch auf die Lagerung, Herstellung und Weitergabe dieser Waffen zu verzichten. Inzwischen gehören 104 Vertragsstaaten und weitere 16 Unterzeichner der Konvention an.
Elvira Rosert

Kapitel 2. Das humanitäre Völkerrecht und die Norm gegen Streumunition

Soziale Normen existieren nicht isoliert, sondern sind stets in normative Strukturen, bestehend aus Prinzipien, Werten und anderen Normen, eingebettet. In diesem Kapitel bette ich den Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit, die Norm gegen Streumunition, im Politikfeld humanitäres Völkerrecht ein. Im ersten Teil des Kapitels befasse ich mich mit den humanitärvölkerrechtlichen Grundlagen des Streubombenverbots.
Elvira Rosert

Kapitel 3. Das Forschungsdesign: Eine theoriegeleitete Erklärung der Nicht-Entstehung der Streumunitionsnorm

In diesem Kapitel nehme ich eine Makro-Perspektive auf diese Studie ein und stelle die einzelnen Arbeitsschritte sowie – und dies ist der entscheidende Unterschied zwischen einem Arbeitsplan und einem Forschungsdesign – deren logische Struktur dar (de Vaus 2001: 9). Es geht also darum, offenzulegen, auf welchem Wege die Fragestellung dieses Buches beantwortet werden soll, und zu begründen, weshalb mir dieser Weg insgesamt als der vielversprechende erscheint, und weshalb ich mich an einzelnen Weggabelungen für die eine oder andere Option entscheide. Hierbei soll vor allem deutlich werden, wie die kausale Argumentation geführt wird, d. h. es gilt sicherzustellen, dass die einzelnen Bestandteile des Forschungsdesigns so ausgewählt und zusammengefügt werden, dass die kausale Schlussfolgerung, die zur Beantwortung der Forschungsfrage notwendig ist, auch tatsächlich überzeugend gezogen werden kann (Yin 2009: 26).
Elvira Rosert

Der theoretische Rahmen: Internationale Normen und permissive Effekte

Frontmatter

Kapitel 4. Theorieerfassung: Bestandsaufnahme und Erklärungspotential der Normenforschung

In diesem Kapitel erfolgt der erste der insgesamt fünf Forschungsschritte: In einer Bestandsaufnahme der theoretischen Konzepte und Erkenntnisse der Forschung über internationale Normen werden deduktiv mögliche Erklärungsfaktoren für deren Entstehung bzw. Nicht-Entstehung gewonnen. Damit führe ich in die theoretische Diskussion ein und bereite die Grundlage für das Erklärungsmodell dieser Arbeit.
Elvira Rosert

Kapitel 5. Theorieevaluation: Kovarianzanalyse zur Ermittlung der Erklärungsgrenzen und des Erklärungspotentials der bestehenden Ansätze

Das theoretische Netz der Normenforschung soll in diesem Kapitel daraufhin überprüft werden, wie gut es die drei Fälle, die in diesem Buch eine Rolle spielen – die Normentstehungsprozesse von Napalm, Landminen und Streumunition – einfangen kann. Mit diesen Fällen geht das Puzzle einer doppelten Varianz einher: der Within-Case-Varianz im Fall der Streumunition und der Cross-Case-Varianz zwischen Streumunition und Napalm sowie Streumunition und Landminen.
Elvira Rosert

Kapitel 6. Theorieformulierung: Permissive Effekte und die Nicht-Entstehung von Normen

Dieses Kapitel ist das Herzstück des Buches, weil ich hierin den theoretischen Entwurf einer möglichen Erklärung des Rätsels vorlege. Dieser Entwurf folgt einem Anfangsverdacht, der sich aus einem empirischen und einem theoretischen Hinweis speist: In der Literatur finden sich Berichte darüber, wie das US-Militär versucht hat, Streubomben völlig konventionell erscheinen zu lassen und sie heimlich in das Militärarsenal einzuführen, während sich die öffentliche Kritik gegen die Nutzung von Napalm richtete (Krepon 1974: 600-604, Prokosch 1995: 99-100, McDonnell 2002: 41). Außerdem finden wir den theoretischen Verweis auf permissive Effekte von Normen. Diese bestehen, knapp zusammengefasst, darin, dass bestimmte Normen so viel öffentliche Aufmerksamkeit absorbieren, dass andere (potentielle) Normen in den Hintergrund geraten, und dass die Stigmatisierung einzelner Aktivitäten andere Aktivitäten im Umkehrschluss legitimiert (Tannenwald 1999: 460, Tannenwald 2007: 47).
Elvira Rosert

Geglückte und gescheiterte Einsatzverbote: Napalm und Streumunition

Frontmatter

Kapitel 7. Das Modell im Test

Dieses Kapitel bereitet den Theorietest vor, mit dem ich die empirische Gültigkeit des nun vorliegenden theoretischen Erklärungsversuchs überprüfe. Es wirkt als Scharnier zwischen der Theorie und den Daten, indem es theoretische Konzepte und Annahmen operationalisiert – sie also in empirische Beobachtungen, sogenannte erwartete Evidenzen, übersetzt, die vorliegen müssten, wenn das Erklärungsmodell als bestätigt gelten soll. Auch legt es offen, anhand welchen Materials und mittels welcher Methoden, diese Beobachtungen erhoben werden.
Elvira Rosert

Kapitel 8. Streumunition vs. Napalm: Prozessanalyse der Nicht-Entstehung der Streumunitionsnorm in den 1970er Jahren

Hat die entstehende Norm gegen Napalm permissive Effekte auf die Norm gegen Streumunition ausgeübt und deren Entstehung verhindert? In diesem Kapitel überprüfe ich in einer Querschnittsfallstudie, ob sich die beiden Mechanismen – der Mechanismus der Blockade und der Mechanismus der Ex-Negativo-Legitimierung – empirisch entdecken lassen. Zunächst führe ich auf Basis von Sekundärliteratur in den Fall Napalm ein, in dem ich einen Konkurrenten der Streumunitionsnorm vermute. Nach einem Überblick über den Datenkorpus stelle ich den erwarteten Evidenzen für beide Mechanismen die tatsächlichen Ausprägungen der Indikatoren in den Fällen Napalm und Streumunition im Untersuchungszeitraum p1 (1.1.1945-10.10.1980) gegenüber.
Elvira Rosert

Kapitel 9. Erfolg nach zweimaligem Scheitern: Prozessanalyse der Entstehung der Streumunitionsnorm 1945-2008

Wie entwickelte sich der Prozess um die Norm gegen Streumunition nach der Verabschiedung der Konvention über besondere konventionelle Waffen weiter? In diesem Kapitel analysiere ich den Fall Streumunition im Längsschnitt von 1945 bis 2008 und vergleiche dabei die bereits weiter oben definierten Untersuchungszeiträume miteinander: den ersten Zeitraum (cmp1) vom 1. Januar 1945 bis 10. Oktober 1980, den zweiten Zeitraum (cmp2) vom 11. Oktober 1980 bis 18. September 1997, und den dritten Zeitraum (cmp3) vom 19. September 1997 bis 30. Mai 2008.
Elvira Rosert

Kapitel 10. Abschlussbetrachtung: Theorie, Empirie und Praxis der Entstehung und Nicht-Entstehung von Normen des Waffeneinsatzes

In diesem abschließenden Kapitel rekapituliere ich die zentralen Erkenntnisse dieses Buches. Ich stelle die dadurch geleisteten Beiträge zur Forschung heraus und zeige Perspektiven auf, die sich daraus für die Wissenschaft – wie auch für die politische Praxis – ergeben. Ich beginne mit der Beantwortung der Forschungsfrage, fasse das Argument im Lichte der empirischen Ergebnisse zusammen und reflektiere meine Herangehensweise an das Problem.
Elvira Rosert

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