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Über dieses Buch

Das Buch analysiert die sicherheitsbehördlichen Ermittlungen zu der rechten Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ aus einer Routine- und Lernperspektive. Im Fokus stehen die Ermittlungen der thüringischen Sicherheitsbehörden ab 1998 sowie die bundesweiten polizeilichen Ermittlungen ab 2000. Die Analyse zeigt, dass es jeweils organisationale Faktoren waren, die den Misserfolg der Ermittlungen begünstigten: die sicherheitsbehördlichen Ermittlungsroutinen wurden durch Aufmerksamkeitsverschiebungen unsystematisch, durch mikropolitische Konflikte beeinträchtigt und durch vergangene Erfahrungen limitiert, die zu enge Prämissen für gegenwärtige Ermittlungen setzten. Insgesamt verdeutlicht die Studie, dass eine organisationssoziologische Perspektive auf die Ermittlungen einen entscheidenden Beitrag zum Verständnis des NSU-Komplexes bietet.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Das vorliegende Kapitel argumentiert, dass eine organisationssoziologische Perspektive notwendig ist, um die NSU-Ermittlungen adäquat analysieren zu können. Darauf aufbauend werden die Forschungsfragen, die damit verbundenen Erkenntnisziele sowie die verwendete Theorie dargelegt. Abschließend werden die Kapitel des Buches vorgestellt. 
Henrik Dosdall

Kapitel 2. Mitglieder und Gruppendynamik des NSU

Zusammenfassung
Die folgende Darstellung dient dazu, auf die spätere Analyse des NSU hinzuführen, indem sie zentrale biografische Daten von Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe (2.1–2.3) sowie einige Aspekte der Gruppendynamik des Trios rekonstruiert (2.4). Während letzterer Punkt insbesondere dem Zweck dient, ein Bild des Trios zu zeichnen, nach dem die Sicherheitsbehörden suchten, dienen die biografischen Daten dazu, individuelle Kontexte freizulegen.
Henrik Dosdall

Kapitel 3. Zur Bedeutung organisationaler Faktoren in den NSU-Ermittlungen

Zusammenfassung
Das vorliegende Kapitel widmet sich der Relevanz organisationaler Faktoren dafür, dass die Ermittlungen erfolglos blieben. Um deren Bedeutung einzuordnen, wird zunächst der Frage nachgegangen, ob es plausibel ist anzunehmen, dass die Ermittlungen erfolglos blieben, weil der NSU durch ein breites Netzwerk unterstützt wurde, das ihn dem sicherheitsbehördlichen Zugriff entzog.
Henrik Dosdall

Kapitel 4. Forschungsstand

Zusammenfassung
Die folgenden Ausführungen werden den organisationstheoretischen Forschungsstand zum NSU rekonstruieren. Auf dieser Rekonstruktion aufbauend wird argumentiert, dass eine Routine- und Lernperspektive diese Arbeiten in wichtigen Hinsichten ergänzt, da sie es erlaubt, den organisationalen Charakter der Ermittlungen deutlicher herauszuarbeiten.
Henrik Dosdall

Kapitel 5. Methode, Daten und Quellen

Zusammenfassung
Der folgende Abschnitt wird in einem ersten Schritt das methodische Vorgehen der Studie darlegen. Dabei wird beschrieben, wie die Daten aufbereitet und interpretiert wurden, die der Arbeit zugrunde liegen (5.1). In einem zweiten Schritt wird die Datengenese und -auswertung beschrieben (5.2). Anschließend werden fünf methodische Herausforderungen herausgearbeitet, die die Nutzung der Untersuchungsberichte mit sich bringt, und wie mit diesen umgegangen wurde (5.3).
Henrik Dosdall

Kapitel 6. Organisation, Routine, Suche und Heuristiken

Zusammenfassung
Das vorliegende Kapitel wird die drei zentralen theoretischen Bezugspunkte des Buches darstellen. Bei diesen handelt es sich um den Zusammenhang von Routinen, Misserfolg und Lernen, um Ausbeutung und Exploration als Modi organisationaler Suche sowie abschließend um den Zusammenhang von Suche und Heuristiken.
Henrik Dosdall

Chapter 7. Die Ermittlungen der thüringischen Polizei, 1998–2003

Zusammenfassung
Das nachfolgende Kapitel wird die Gründe dafür analysieren, dass die polizeilichen Ermittlungen erfolglos blieben, die mit der Flucht des späteren NSU im Januar 1998 begannen. Den Ausgangspunkt der folgenden Argumentation bildet die Durchsuchung der Garage, die das Trio nutzte, um seine Materialien zu lagern.
Henrik Dosdall

Chapter 8. Die NSU-Ermittlungen des TLfV, 1998–2003

Zusammenfassung
Die folgenden Ausführungen analysieren, welche Faktoren dazu führten, dass die Ermittlungen des TLfV zum Trio erfolglos blieben. Die zentrale These lautet, dass die mikropolitischen Auseinandersetzungen im Amt entscheidende Routinen unzulänglich werden ließen. Theoretisch liegt diesem Argument die Routines-as-truce-Perspektive zugrunde, die eine zentrale Aufgabe von Routinen darin sieht, mikropolitische Konflikte einzuhegen.
Henrik Dosdall

Chapter 9. Die bundesweiten Ermittlungen, 2000–2011

Zusammenfassung
Nachdem die vorangegangenen Kapitel die Ermittlungen der thüringischen Sicherheitsbehörden analysiert haben, stehen in diesem Kapitel die bundesweiten NSU-Ermittlungen im Fokus. Die Analyse wird dabei zeigen, dass die bundesweiten Ermittlungen komplexer scheiterten als die thüringischen, da diese Ermittlungen mit einer schlechter strukturierten Problemlage konfrontiert waren.
Henrik Dosdall

Chapter 10. Routinen der illegalen Finanzierung und routiniertes polizeiliches Lernen

Zusammenfassung
Dieses Kapitel analysiert die polizeilichen Ermittlungen, die im November 2011 zum Ende des NSU führten. Analytisch dient dieses Kapitel dazu aufzuzeigen, dass Routinen im November 2011 effizientes (hier: polizeiliches) Handeln begünstigten, während sie zuvor maßgeblich dazu beitrugen, dass es misslang, die Ermittlungsprämissen zu variieren.
Henrik Dosdall

Chapter 11. Fazit

Zusammenfassung
Das vorliegende Fazit verfolgt vier Ziele. Zunächst werden die zentralen Analyseergebnisse modellhaft verdichtet und zusammengefasst. Anschließend wird die Rolle individueller Fehler thematisiert, bevor die Ermittlungen im Kontext weiterer Faktoren eingeordnet werden, die zum Ende des NSU hätten führen können. Abschließend werden weiterführende Forschungsperspektive aufgezeigt.
Henrik Dosdall

Backmatter

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