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Über dieses Buch

Der Begriff „Politische Ökonomie“ war im 19. Jahrhundert die gebräuchlichste Bezeichnung für die Wirtschafts- und Sozialwissenschaft, Nationalökonomie oder Volkswirtschaftslehre. Unter einem „System der politischen Ökonomie“ versteht man seit Joseph A. Schumpeter ein eigenständiges wirtschaftspolitisches System, das auf bestimmten konstitutiven normativen Prinzipien beruht: wie der Liberalismus bei Adam Smith und der Sozialismus bei Karl Marx. Als erster, international renommierter deutscher Nationalökonom kann Friedrich List gelten, der als „Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft“ anzusehen ist. Sein visionäres System der politischen Ökonomie wird in diesem Buch komprimiert zusammengefasst.

Das Buch bildet Band VIII der Schriftenreihe des Autors zu Friedrich List: „Ein Ökonom mit Weitblick und sozialer Verantwortung“, „Friedrich List im Zeitalter der Globalisierung – Eine Wiederentdeckung“, „Die Politik der Zukunft“, „Politisches Mosaik“, „Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft – im Spannungsfeld zwischen Vision und geheimdienstlicher Observierung“, „Friedrich List und die Ditte Welt – Grundzüge der Entwicklungspolitik“ sowie „Die ethischen Wurzeln der Staats- und Wirtschaftstheorie von Friedrich List“.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Teil I: Biographischer Abriss von Lists Leben und Wirken

Zusammenfassung
Friedrich List wurde 1789 in der damals noch Freien Reichsstadt Reutlingen geboren.
Eugen Wendler

Teil II: Die systemische Positionierung von Lists Wirtschaftstheorie

Zusammenfassung
Einen Aufsatz von 1903 „Über Friedrich List“ leitet Max Höltzl mit folgenden Worten ein: „Es sind recht Wenige, die für Handel und Industrie, Verkehr und Volkswirtschaft in Praxis und Theorie von so großer Bedeutung waren und eine so tiefgreifende Wirksamkeit entfaltet haben, wie Friedrich List. Auch hat selten ein Mann so viele unerbittliche Verfolger gehabt, wie er. Die Kurzsichtigkeit und die blindwütige Gegnerschaft seiner Zeitgenossen hat es aber doch nur zu gut (!) verstanden, das Andenken Lists auch über seinen Tod hinaus zu schmälern und die Würdigung seiner Lebensarbeit zu untergraben.“ Deshalb sei Lists Name „sowohl in den Kreisen der Nationalökonomie wie der Historiker, wie auch der allgemeinen Bildung“ noch viel zu wenig bekannt; – und – so möchte man hinzufügen – daran hat sich bis heute nicht viel geändert.
Eugen Wendler

Teil III: Die Unterscheidung von Lists Wirtschaftstheorie zu anderen Wirtschaftssystemen

Zusammenfassung
Friedrich List hat für sich in Anspruch genommen, ein eigenständiges Wirtschaftssystem entwickeln zu wollen, das sich von den anderen klassischen Systemen: dem Merkantilismus, dem Liberalismus und dem Sozialismus unterscheidet.
Eugen Wendler

Teil IV: Ethische Wurzeln von Lists Wirtschaftstheorie

Zusammenfassung
Das Zeitalter der Aufklärung erstreckt sich von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Es beginnt mit dem cartianischen Bewusstsein: „Cogito ergo sum!“ „Ich denke, darum bin ich!“. In dieser Zeit wird die Ratio, das vernunftgeleitete Denken in den Mittelpunkt der philosophischen Betrachtung gerückt. Dazu zählen die Überwindung des Aberglaubens, der Widerstand gegen Tradition und religiöse Intoleranz, der Kampf für Humanität und Bürgerrechte. In der Rechtswissenschaft werden das Römische Recht sowie lokale und regionale Gewohnheitsrechte durch das Natur- oder Vernunftrecht ausgehebelt. Die systematische wissenschaftliche Forschung, insbesondre bei den Naturwissenschaften und in der Technik nimmt ihren Anfang. Der technische Fortschritt wird durch die Erfindung der Dampfmaschine, die Frühindustrialisierung, die Erfindung des Dampfbootes, der Eisenbahn und der Telegraphie markiert, die zur ersten technischen Revolution führen. Politische Revolutionen rufen die Gründung der Vereinigten Staaten von Nordamerika, die Ausrufung der ersten französischen Republik und anderer Nationalstaaten hervor. Staatliche Verfassungen mit demokratischen Strukturen werden eingefordert. Der Kolonialismus führt zur Entstehung von imperialistischen Machtzentren; – um nur einige charakteristische Merkmale der Aufklärung zu nennen.
Eugen Wendler

Teil V: Friedrich List – Ein Okonom mit Weitblick

Zusammenfassung
Das 1983 im Archiv des „Institut de France“ entdeckte Manuskript von Lists zweiter Pariser Preisschrift trägt den vielsagenden Titel „Le monde marche“ – „Die Welt bewegt sich“. Darin nimmt der Verfasser zu folgender Preisfrage der französischen Akademie der Wissenschaften Stellung: „Welche Auswirkungen haben die Dampfkraft und die Transportmittel, die sich gegenwärtig in der alten und neuen Welt ausbreiten, auf die Wirtschaft, das bürgerliche Leben, das soziale Gefüge und die Macht der Nationen?“
Eugen Wendler

Teil VI: Friedrich List – Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft

Zusammenfassung
Der Begriff „Soziale Marktwirtschaft“ ist mit dem Wiederaufbau der westdeutschen Wirtschaft nach der verheerenden Zerstörung durch den II. Weltkrieg untrennbar verbunden. Sie bezeichnet das Wirtschaftssystem, welches das sog. Wirtschaftswunder hervorgebracht hat. Als wissenschaftliche Wegbereiter und verantwortliche Politiker dieses Erfolgsmodells gelten vor allem Ludwig Erhard, Alfred Müller–Armack, Walter Eucken, Franz Böhm, Wilhelm Röpke und Alexander Rüstow. Die Entstehung dieses Konzepts wird bis jetzt ausschließlich auf eine neoliberale Grundlage, d.h. den Keynesianismus und die Wohlfahrtsökonomik im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts und damit letztlich auf Adam Smith zurückgeführt. Dabei spielt der Ordoliberalismus der Freiburger Schule als Katalysator eine wichtige Rolle.
Eugen Wendler

Teil VII: Die Bittschrift an die Bundesversammlung – ein deutscher Erinnerungsort

Zusammenfassung
In den achtziger und neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts hat der französische Historiker und Publizist Pierre Nora ein siebenbändiges Werk mit dem Titel „Les lieux de mémoire“ herausgebracht, in dem er Ereignisse ins Gedächtnis rief, in denen sich die französische Geschichte in besonderem Maße kondensiert, verkörpert oder kristallisiert hat. Dies können z.B. einfache Gedenkstätten, Denkmäler oder Gräber, Symbole und Embleme, besondere Gebäude, ausgewählte Texte von bedeutenden Schriftstellern oder außergewöhnliche Kunstwerke sein. Der Ort wird allerdings nicht als eine abgeschlossene Realität betrachtet, sondern im Gegenteil stets als ein Ort in einem Raum, sei er real, sozial, politisch, kulturell oder imaginär; – mit anderen Worten: wir sprechen von einem Ort, der seine Bedeutung und seinen Sinn erst durch seinen Kontext und seine Stellung inmitten sich immer neuformierender Konstellationen erhält.
Eugen Wendler

Teil VIII: Die Arbeits- und Tauschwerttheorie sowie die Geldtheorie von Friedrich List

Zusammenfassung
Nach List ist Arbeit „die körperliche und dabei mehr oder weniger geistige Tätigkeit des Menschen, welcher die Absicht zugrunde liegt, ein Ding, das ihm selbst oder anderen nützlich und wertvoll ist oder eine Kraft hervorzubringen vermag, die zu diesem Zweck führt.“
Eugen Wendler

Teil IX: Friedrich List und die europäische Integration

Zusammenfassung
In der freiheitlich-demokratischen Atmosphäre der Schweiz konnte List während seines Exils in Aarau davon träumen: „Derjenige, der auf der höchsten Höhe von Bildung steht, wird ein Weltbürger sein und eine Kooperation aller gegenwärtig selbstständigen Staaten in einem Staatenbund wünschen.“ Nur auf dem Wege von vertraglichen Vereinbarungen könne man „zur Welthandelsfreiheit“ gelangen, wodurch einzig und allein die höchste Stufe des Wohlstandes zu erreichen sei. Man könnte meinen, List habe bei dieser Formulierung schon an den Völkerbund oder an die UNO und meinetwegen auch an die Welthandelskonferenz von Bali gedacht, die am 6.12.2013 mit einer gemeinsamen Verpflichtung aller Staaten zur Liberalisierung des Welthandels zu Ende gegangen ist.
Eugen Wendler

Teil X: Grundzüge der Entwicklungspolitik

Zusammenfassung
Im Jahre 2013 veröffentlichte Mauro Boianovsky, Professor für Politischen Ökonomie an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universidade de Brasilia, eine größere Abhandlung über „Friedrich List and the Economic Fate of Tropical Countries“.
Eugen Wendler

Teil XI: Aktuelle und künftige Kardinalprobleme der Weltwirtschaft

Zusammenfassung
Obgleich in der aktuellen Weltwirtschaft ein stabiles Hoch zu herrschen scheint, bestehen bei vielen Zeitgenossen große Zukunftsängste. Die Begriffe „Krisen“, „Katastrophen“ und „Kriege“ haben Hochkonjunktur. Die globale Welt befindet sich gegenwärtig in einem tiefgreifenden Transformationsprozess zwischen der Industriegesellschaft des 19. und 20. Jahrhunderts und der postindustriellen Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Viele befürchten schwerwiegende politische, wirtschaftliche und soziale Verwerfungen mit unabsehbaren Folgen. Krisenszenarien beherrschen die politische Diskussion. Seit Antritt der Präsidentschaft von Donald Trump ist wieder von Handelskrisen, ja sogar von Handelskriegen die Rede.
Eugen Wendler

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