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Über dieses Buch

Dieses Open-Access-Buch präsentiert ein praxistheoretisches Konzept, das die Analyse verschiedener Aspekte und Formen kollektiven Handelns ermöglicht. Im Zentrum steht die Erweiterung des Handlungsverständnisses bei Anthony Giddens für Kollektive. Dabei werden Ansätze der Klassiker, der Organisations- und Bewegungsforschung sowie der jüngeren Debatten in Sozialtheorie und Philosophie integriert und miteinander verbunden. Heute wird eine neue Vielfalt an Formen kollektiven Handelns thematisiert, traditionelle Formen werden dagegen in Frage gestellt. Die vorgeschlagene Grundidee lautet: Lösen wir uns vom bisherigen Fokus auf stabile Kollektivakteure, gerät die fragile Praxis kollektiven Handelns in den Blick. Praxistheorien erhalten derzeit große Aufmerksamkeit. Sie haben zur Handlungsfähigkeit von Kollektiven bislang jedoch wenig zu sagen. Das Buch füllt diese Leerstelle und hat dabei stets die Anwendbarkeit für empirische Analysen im Blick.​

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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Open Access

Kapitel 1. Einleitung

Wie kann die Entstehung, Aufrechterhaltung und Veränderung einer neuen Vielfalt an Formen kollektiver Handlungspraxis sozialwissenschaftlich analysiert werden? Wenn heute für immer fragilere Kollektive eine Handlungsfähigkeit proklamiert wird, lohnt es sich, auch diesem Grundbegriff selbst erneut Beachtung zu schenken. Beispiele für die beschriebene Transformation finden sich in der Literatur zu Projekten, Netzwerken, eventbezogenen Bewegungen oder politischen Multituden, um nur einige zu nennen. Diese Schriften verweisen auf eine Pluralisierung, Auflösung und Verflüssigung handlungsfähiger Kollektive.
Robert Jungmann

Open Access

Kapitel 2. Grundfragen kollektiven Handelns

Bereits früh vertrat Tilly (1977) die These einer tiefgreifenden Prägung von Grundfragen kollektiven Handelns durch die Klassiker der Sozialwissenschaften. Dies ist nicht verwunderlich, stellt doch, bei aller gebotenen Vorsicht in der Verengung des klassischen Kanons, die Trias aus Weber, Durkheim und Marx Sozialwissenschaftlern bis heute Narrative spezifischen soziologischen Denkens zur Verfügung (vgl. Baehr 2002), die in sozialwissenschaftlichen Debatten als Allegorien verwendet werden (Kemple 2014: 4ff.). Ihre grundlegenden Schriften liefern bis heute spezifische Komplexe aufeinander bezogener Grundbegriffe, damit verbundene, umfassende Deutungsangebote und nicht zuletzt klassische Formen der Performanz soziologischer Analyse (ebd.).
Robert Jungmann

Open Access

Kapitel 3. Kollektives Handeln: Ein praxistheoretisches Konzept

Die im Folgenden entwickelte Heuristik kollektiven Handelns basiert auf einem strukturationstheoretisch informierten Begriff der Agency. In einem ersten Schritt wird das Konzept systematisiert und verschiedene Aspekte sowie Formen von Agency unterschieden. In einem zweiten Schritt erfolgt dann eine Übertragung dieser Aspekte und Formen von Agency auf die Ebene des Kollektivhandelns. Abschließend wird die Abgrenzung des so entstandenen Konzepts des Kollektivhandelns zu anderen Kollektivbegriffen diskutiert. Neben einer Vielzahl kleinerer Beispiele wird dabei für eine komplexere Illustration der bereits eingangs erwähnte Fall eines interorganisationalen Netzwerks in der Katalyseforschung herangezogen.
Robert Jungmann

Open Access

Kapitel 4. Die Konstitution kollektiven Handelns

Kollektives Handeln ist ein Phänomen multipler Koordination. Die Konstitution kollektiven Handelns zu analysieren, meint die Arten und Weisen zu bestimmen in denen das wechselseitig koordinierte Verbinden von Aktivitäten, basierend auf den kompetenten Aktivitäten situierter Akteure, die sich auf die Regeln und Ressourcen vielfältiger Handlungskontexte stützen können, in alltäglichen Interaktionen produziert und reproduziert wird (in Anlehnung an Giddens 1984: 25). Will man die Konstitution kollektiven Handelns praxistheoretisch verstehen und erklären, ist es daher zunächst bedeutsam, die praxistheoretische Grundfigur der Konstitution des Sozialen in der Dualität von Struktur für das Kollektivhandeln zu spezifizieren.
Robert Jungmann

Open Access

Kapitel 5. Formen kollektiven Handelns

In dem systematisierten Modell der Agency bleiben die Möglichkeiten einer Inspiration für eine praxistheoretische Analyseheuristik durch Giddens jedoch noch nicht stehen. In Bezug auf den reflexiven Kern des Agenten führt Giddens meines Erachtens auch eine Differenzierung verschiedener Reflexivitätsgrade ein, eine Unterscheidung von Agency als Intervention, als Aktivität eines „knowledgeable agents“ oder eines kompetenten Akteurs. Die Unterscheidung verschieden reflexiver Typen oder Formen von Agency ist in der Theoriedebatte um Agency eine durchaus gängige Vorgehensweise.
Robert Jungmann

Open Access

Kapitel 6. Theoriebildung über die „neuen“ Kollektive: Ein Ausblick

Auf den vorangegangenen Seiten wurde eine Analyseheuristik ausgearbeitet, die aus einem praxistheoretischen Handlungskonzept heraus Bezugspunkte anbietet, um verschiedene Aspekte und Formen kollektiven Handelns und seiner Konstitution analytisch zugänglich zu machen. Unter Bezug auf das praxisbezogene Handlungskonzept bei Giddens wurde auf den vorangegangen Seiten ein abstraktes Suchraster auf das Prozessieren der Praxis kollektiven Handelns entwickelt. Dieses kann nun substantielle, vergleichende Studien über die Konstitution von kollektiver Handlungsfähigkeit in den Kollektiven informieren, die heute als neuartig, fluide, plural und temporär gekennzeichnet werden.
Robert Jungmann

Backmatter

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