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Über dieses Buch

Wie führt man ein "gutes" qualitatives Interview? Fragt man überhaupt - wenn ja: Wie? Welche Formen qualitativer Interviews gibt es? Wie erstellt man einen Leitfaden? Das Manual beantwortet diese und andere Fragen und will den praktischen Nöten derjenigen abhelfen, die qualitative (narrative, problemzentrierte oder Leitfaden gestützte) Einzelinterviews für Forschungsprojekte oder im Rahmen von Qualifikationsarbeiten durchführen wollen. Es vermittelt alle Kompetenzen, die notwendig sind, um das qualitative Interview als Kommunikations- und Interaktionsprozess zu reflektieren und bewusst zu gestalten. Das Buch enthält Übungen, theoretisches Hintergrundwissen, Forschungsbeispiele, praktische Informationen, z.B. zum Datenschutz, sowie hilfreiche Materialien zur Organisation des qualitativen Forschungsprozesses (auch für Experteninterviews).

Das Manual kann für die Vorbereitung auf die Interviewdurchführung in Interviewschulungen oder im Selbststudium genutzt werden und bietet Anregungen für die Lehre qualitativer Forschungsmethoden.

"Für den Seminaralltag und Forschungswerkstätten zur Vorbereitung von Interviews und zur Interviewschulung und zur Durchführung von Interviews unbedingt zu empfehlen." www.socialnet.de, 08.11.2005

"Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch für einen weiten Kreis von Interessierten und ein Muss für Forschende, die in ihren Forschungsprojekten Interviews als Erhebungsmethode einsetzen wollen." Journal für Bildungsforschung 4/2007

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung

Zusammenfassung
Qualitative Sozialforschung ist heute (weitgehend) anerkannt und verankert. Die Methodik hat sich in eine Vielzahl von Zugängen und Techniken ausdifferenziert – auch „das“ qualitative Interview gibt es nicht, sondern unterschiedliche Formen von Interviews, mit denen unterschiedliche inhaltliche Forschungsinteressen verbunden sind. Neue Themen, z.B. der Umgang mit elektronischen Texten/Daten, werden diskutiert und Detailaspekte wie z.B. Transkription oder Typenbildung in eigenen Abhandlungen vertieft. Mit der Durchsetzung und Ausdifferenzierung qualitativer Verfahren werden auch ihre Grenzen und Probleme deutlich und damit auch der Bedarf, eigene Qualitätskriterien für qualitative Forschung nicht nur zu diskutieren (Steinke 1999), sondern ihre Umsetzung in dem praktischen Forschungsvorgehen abzusichern. Qualitative Interviews sind Kommunikationssituationen, das heißt: die entscheidenden Daten werden in einer hochkomplexen und die Subjektivität der Beteiligten einbeziehenden Situation erzeugt. Die Qualität der Daten(der Erzählungen, Texte, Äußerungen etc.) und letztlich auch die Auswertungsmöglichkeiten hängen von der Qualität der Erhebungssituation ab.
Cornelia Helfferich

2. Allgemeine Grundlagen

Zusammenfassung
Zunächst werden allgemeine Grundprinzipien qualitativer Interviews zusammengefasst, die sich aus der Bestimmung des Forschungsgegenstandes ableiten lassen und die für das Verständnis der Interview- als Interaktionssituation bedeutsam sind (→ Abschnitt 1.1). Ein entscheidender Schritt zu Beginn des Forschungsprozesses, von dem unter anderem die Wahl der Interviewform abhängt, ist die angemessene Formulierung und Klärung des Forschungsgegenstandes.
Cornelia Helfferich

3. Übungsteil I: Erwartungen an die Erzählperson und Erzählstrategien

Zusammenfassung
Das Manual besteht aus praktischen Übungen, ergänzt um theoretische Vertiefungen, Forschungsbeispiele und Materialien. Die Übungen sind z.B. als Gruppendiskussionen, Rollenspiele oder Einzelübungen konzipiert; empfohlen wird jeweils ein Austausch in der Gruppe oder eine Selbstreflexion am Ende der Einheit.
Cornelia Helfferich

4. Übungsteil II: Die Interviewenden/Hörenden – Fremdverstehenund Fragen in der Interviewsituation

Zusammenfassung
Interviewende sind verantwortlich dafür, dass der Kommunikationsprozess „Interview“ gelingt. Ihre Haltung und ihr Verhalten stehen daher im Mittelpunkt dieses Kapitels. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass dies nur einen Ausschnitt aus dem Interaktionsprozess darstellt: Die Interviewenden reagieren auf die Erzählpersonen und die Erzählpersonen wiederum auf die Interviewenden. Die Verschränkung der Perspektiven wird Thema in → Kapitel 4.
Cornelia Helfferich

5. Übungsteil III: Die Interaktion im Interview – Dynamik undGestaltung

Zusammenfassung
Nachdem wir die Perspektiven und die Handlungsmöglichkeiten der Erzählpersonen und der Interviewenden kennen gelernt haben, sollen die Interaktion zwischen beiden und die Dynamik im Interview, eben das „Drama“, das beide zusammen aktiv produzieren (Hermanns 2000, 361), betrachtet werden. Zunächst wird die grundlegende Relation zwischen Erzählperson und interviewender Person als Nähe/Vertrautheit und Fremdheit angesprochen (→ Abschnitt 4.1), hier schließt eine theoretische Vertiefung des „Prinzips Fremdheit“ als drittem Prinzip qualitativer Interviews an (→ Abschnitt 4.2). Die Klärung der Rollen im Interview verlangt besondere Kompetenzen (→ Abschnitt 4.3) und ebenso der Umgang mit Interaktionsproblemen im Interviewverlauf (→ Abschnitt 4.4). Wie sich Interviewende bei bezogen auf die Erzählbereitschaft ambivalenten oder verbal nicht geübten, „wortkargen“ Erzählpersonen verhalten können, wird in den → Abschnitten 4.5 und 4.6 diskutiert. Es folgen Hinweise zu Gütekriterien qualitativer Forschung und zum vierten Prinzip qualitativer Forschung, dem „Prinzip Reflexivität“ (→ Abschnitt 4.7). Interviewfehler lassen sich nicht gänzlich vermeiden, daher wird an einem Beispiel gezeigt, wie auch eine misslungene Interviewinteraktion in der Interpretation aufgegriffen werden kann (→ Abschnitt 4.8). Am Ende steht wieder eine Bilanz (→ Abschnitt 4.9).
Cornelia Helfferich

6. Interviewplanung und Intervieworganisation

Zusammenfassung
In den Kapiteln 2 bis 4 konnte das Wissen über Regeln der Verständigung im Interview erworben, die strategische Handhabung dieser Regeln erlernt und die Grundhaltung, die das Besondere qualitativer Interviews ausmacht, eingeübt werden. Nun geht es um das, auf das manche schon warten mögen: um die praktische Umsetzung und die konkreten Schritte der Interviewdurchführung. Zunächst einmal wird eine Hilfe gegeben, um die im Forschungsprozess bereits getroffenen Entscheidungen, u.a. die Entscheidung für eine bestimmte Interviewform, zu bilanzieren (→ Abschnitt 5.1). Die folgenden Abschnitte sind Einzelaspekten gewidmet: der Stichprobenfestlegung, Kontaktaufnahme und Interviewanbahnung (→ Abschnitt 5.2), der Erstellung eines Leitfadens (exemplarisch für teilnarrativ ausgerichtete Interviews, die Fragen zulassen: → Abschnitt 5.3), der Handhabung von Datenschutzbestimmungen (→ Abschnitt 5.4) und der Dokumentation des Forschungsprozesses (→ Abschnitt 5.5).
Cornelia Helfferich

Backmatter

Weitere Informationen